BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 1 StR 255 /15 vom 3. September 2015 in der Strafsache gegen wegen Besitzes kinderpornographischer Schriften u.a. - 2 - Der 1 . Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 3. September 2015 gemäß § 154a Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 S atz 1, § 349 Abs. 2 und 4 StPO beschlossen: 1. Auf die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Lan d- gerichts Deggendorf vom 22. Dezember 2014 wird a) dieses im Schuldspruch dahingehend geändert, dass der Angeklagte des Sich - Verschaffens von kinderpor nograph i- schen Schriften in elf Fällen, davon in fünf Fällen in Tatei n- heit mit Sich - Verschaffen von jugendpornographischen Schriften , sowie des Sich - Verschaffens von jugendporn o- graphischen Schriften in 15 Fällen schuldig ist; iner Videodatei mit jugendpo r- nographischem Inhalt am 27. Februar 2013 (Fall A.I.30 . der Urteilsgründe) von der Verfolgung ausgenommen; c) dieses im Rechtsfolgenausspruch mit den Feststellungen aufgehoben. 2. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhan d- lung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmi t- tels, an eine andere als Jugendschutzkammer tätige Stra f- kammer des Landgerichts zurückverwiesen. 3. Die weitergehende Revision wird verworfen. - 3 - Gründe: Das Landgericht hat den Angeklagten w egen Besitzes kinderpornogr a- phischer Schriften in 24 Fällen und wegen Besitzes jugendpornographischer Schriften in 68 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Zudem hat es seine Unterbringung in einem psychiatrisch en Krankenhaus gemäß § 63 StGB angeordnet und ein vom Angeklagten genut z- tes näher bezeichnetes Laptop eingezogen. Seine dagegen gerichtete, auf eine Verfahrensrüge und die ausgeführte Sachrüge gestützte Revision hat in dem aus der Beschlussformel ers ichtlichen Umfang Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO). Im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO. I. Das Landgericht hat im Wesentlichen folgende Feststellungen und We r- tungen getroffen: 1. Der Angeklagte war 1985 wegen verschiedener Sexuals traftaten zu einer mehrjährigen Gesamtfreiheitstrafe verurteilt und seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet worden. Nach Verbüßung der Freiheitsstrafe wurde seit 1988 die Maßregel vollzogen, bis der Vollzug durch eine auf Unverh ältnismäßigkeit gestützte Erledigungserklärung am 19. Novem - ber 2013 beendet wurde. 1 2 3 4 - 4 - 2. Die ersten hier verfahrensgegenständlichen Taten beging der Ang e- klagte in einer Lockerungsphase während laufenden Maßregelvollzugs. Er b e- fand sich ab August 2012 in ei ner betreuten Einrichtung zum Zweck des Pr o- bewohnens. In dieser Zeit gelangte er in den Besitz eines Laptops, den er en t- gegen den Lockerungsbedingungen des Maßregelvollzugs der Vollzugseinric h- tung nicht anzeigte. In dem Zeitraum zwischen dem 15. und dem 27 . Februar 2013 verschaffte sich der Angeklagte 29 Bild - und drei Video d ateien, die jeweils im Einzelnen festgestellte jugendpornographische Inhalte hatten (Fälle A.I. der Urteilsgründe). Die Dateien speicherte er auf der Festplatte des von ihm g e- nutzten La ptops. Das Landgericht hat das Verhalten des Angeklagten jeweils als Besitz jugendpornographischer Schriften gemäß § 184c Abs. 4 Satz 1 Var. 2 StGB gewertet und ihn deshalb insoweit wegen 32 Fällen dieses Delikts schuldig g e- sprochen. 3. Nach der Beendi gung des Maßregelvollzugs verschaffte sich der A n- geklagte im Zeitraum zwischen dem 24. November 2013 und dem 23. März 2014 insgesamt 21 Bild - und drei Videodateien mit kinderpornographischen Abbildungen sowie sechs Bild - und 30 Videodateien mit jugendporno graph i- schen Darstellungen, deren Inhalte das Tatgericht jeweils näher festgestellt hat. Die Dateien speicherte er auf verschiedenen Speichermedien, wie etwa der Festplatte eines Laptops aber auch auf externen Speichermedien wie USB - Sticks (Fälle A.II. der Urteilsgründe). Insoweit erfolgte eine Verurteilung wegen Besitzes kinderpornographischer Schriften (§ 184b Abs. 4 Satz 2 StGB) in 24 Fällen und wegen Besitzes jugendpornographischer Schriften (§ 184c Abs. 4 Satz 1 Var. 2 StGB) in 36 Fällen. 5 6 7 8 - 5 - 4. Sachverst ändig beraten hat das Landgericht bei dem Angeklagten e i- ne sexuelle Devianz in Form einer Pädophilie sowie eine kombinierte Persö n- lichkeitsstörung mit vornehmlich schizoiden, selbstunsicheren und schizotypen 20 StGB gewertet hat. Aufgrund dieser Störungen sei die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten bei den Taten sicher erheblich beeinträchtigt , nicht jedoch aufg e- hoben gewesen. II. 1. Wie der Generalbundesanwalt in seiner Antra gsschrift vom 24. Juni 2015 zutreffend aufgezeigt hat, tragen die auf einer rechtsfehlerfreien Bewei s- würdigung zu den Tatgeschehen getroffenen Feststellungen deren rechtliche Bewertung durch das Landgericht nicht. a) Nach den Feststellungen hat sich der Angeklagte sämtliche der ve r- fahrensgegenständlichen Bild - und Videodateien durch Herunterladen und Speichern auf verschiedenen internen oder externen Speichermedien selbst verschafft und dadurch den Tatbestand von § 184b Abs. 4 Satz 1 bzw. § 184c Abs. 4 S atz 1 Var. 1 StGB verwirklicht. Gegenüber dem Sich - Verschaffen g e- mäß § 184b Abs. 4 Satz 1 StGB tritt der vom Landgericht dem Schuldspruch u.a. zugrunde gelegte Besitztatbestand gemäß § 184b Abs. 4 Satz 2 StGB als subsidiärer Auffangtatbestand zurück (st. R spr.; BGH, Beschlüsse vom 10. Juli 2008 3 StR 215/08, NStZ 2009, 208; vom 4. August 2009 3 StR 174/09 Rn. 25 , StV 2010, 294 ; vom 8. Februar 2012 4 StR 657/11 Rn. 3 , StV 2012, 540 ). Für den in der tatbestandlichen Struktur und der Schutzrichtung weitg e- hend übereinstimmenden § 184c Abs. 4 Satz 1 StGB gilt im Verhältnis des 9 10 - 6 - Sich - Verschaffens (§ 184c Abs. 4 Satz 1 Var. 1 StGB) zu dem Besitz (§ 184c Abs. 4 Satz 1 Var. 2 StGB) jugendpornographischer Schriften (§ 11 Abs. 3 StGB) nichts anderes. Der Angeklagt e war daher jeweils wegen Sich - Verschaffens von kinder - bzw. jugendpornographischen Schriften zu verurteilen (zur Bezeichnung dieses verwirklichten Tatbestandes in der Entscheidungsfo r- mel siehe BGH, Beschluss vom 8. Februar 2012 4 StR 657/11 Rn. 4 , StV 2 0 12 , 540 ). b) Wegen des Wertungsfehlers bei der Bestimmung des verwirklichten Straftatbestandes tragen die Feststellungen auch die vom Landgericht ang e- nommene Anzahl der Taten im materiell - rechtlichen Sinne nicht. Lädt der Täter im Verlaufe einer Intern etsitzung jeweils mehrere Dateien mit kinderpornogr a- phischem Inhalt auf seinen Computer herunter, handelt es sich aufgrund natü r- licher Handlungseinheit jeweils lediglich um eine Tat des Sich - Verschaffens im Sinne von § 184b Abs. 4 Satz 1 StGB (BGH, Beschlu ss vom 10. Juli 2008 3 StR 215/08, NStZ 2009, 208 ; BGH, Urteil vom 10. Oktober 2013 4 StR 258/13 Rn. 14; BGH, Beschluss vom 3. Dezember 2014 4 StR 342/14 Rn. 8; siehe auch BGH, Beschluss vom 10. Juli 2014 2 StR 166/14 Rn. 4). Entspr e- chendes gilt f ür § 184c Abs. 4 Satz 1 Var. 1 StGB. Soweit das Landgericht zudem bezogen auf den jeweiligen Besitzta t- bestand die Annahme jeweils einzelner Taten pro Bild - bzw. Videodatei mit 3), wird dies e Feststellung nicht tragfähig belegt. Aus den im Einzelnen mitgeteilten Daten der Erzeugung der entsprechenden Dateien ergibt sich, dass bei nahezu allen Si t- zungen zwischen dem Herunterladen mehrerer Dateien jeweils lediglich S e- kunden oder Minuten lagen. Das deutet nicht auf jeweils neue Tatentschlüsse hin. Weitere Umstände, auf die sich die entsprechende Feststellung des Lan d- 11 12 - 7 - gerichts stützen könnte, sind dem Urteil nicht zu entnehmen. Da sich weitere Feststellungen insoweit auch nicht treffen lassen werde n, ist unter Anwendung des Zweifelsgrundsatzes von lediglich einer Tat des Sich - Verschaffens pro ei n- heitlicher Internetsitzung auszugehen (BGH, Beschluss vom 3. Dezember 2014 4 StR 342/14 Rn. 8 mwN). c) Auf der Grundlage der tatrichterlichen Feststell ungen über die konkr e- ten Erzeugungsdaten der fraglichen Dateien und der sich daraus ergebenden Anzahl der einzelnen einheitlichen Internetsitzungen hat der Senat den Schul d- spruch nach Maßgabe der detaillierten Aufstellung in der Antragsschrift des Generalb undesanwalts wie aus der Beschlussformel ersichtlich geändert. § 265 StPO steht nicht entgegen. Der Angeklagte hätte sich weder im Hinblick auf die rechtliche Bewertung der Taten noch deren Anzahl erfolgreicher als geschehen verteidigen können. 2. Mit Z ustimmung des Generalbundesanwalts hat der Senat den Vo r- wurf im Fall A.I.30 . der Urteilsgründe gemäß § 154a Abs. 2 StPO von der Ve r- folgung ausgenommen. Das Landgericht hat insoweit abweichend von den übrigen verfahrensgegenständlichen Fällen lediglich ein Datum der Änder ung (27. Februar 2013 17:46:34 Uhr) und nicht der Erzeugung der betroffenen Videodatei feststellen können (UA S. 5). Damit kann nicht ausgeschlossen werden, dass dem bereits ein Sich - Verschaffen im Sinne von § 184c Abs. 4 Satz 1 Var. 1 StGB bezüglich einer verfahrensgegenständlichen Tat vorausg e- gangen ist. Eine weitere Aufklärung ist verfahrensökonomisch nicht veranlasst; eine für diesen Tatteil in Frage kommende Strafe fiele neben den für die son s- tigen verfahrensgegenständlichen Taten zu verhängenden Strafen nicht b e- trächtlich ins Gewicht (§ 154a Abs. 1 Satz 1 StPO). 13 14 - 8 - III. 1. Die Änderung des Schuldspruchs bedingt die Aufhebung des gesa m- ten Strafausspruchs. 2. Im Hinblick auf die erhebliche Änderung der Anzahl der Anlasstaten hebt der Senat auch die Anordnung der Unterbringung des Angeklagten in e i- nem psychiatrischen Krankenhaus (§ 63 StGB) auf. a) Eine Unterbringung gemäß § 63 StGB darf lediglich dann angeordnet werden, wenn eine Wahrscheinlichkeit höheren Grades dafür besteht, dass der Täter infolge seines Zustandes in der Zukunft Taten begehen wird, die eine schwere Störung des Rechtsfriedens zur Folge haben (st. Rspr.; siehe nur BGH, Beschluss vom 18. November 2013 1 StR 594/13, NStZ - RR 2014, 76 f. mwN; Fischer, StGB, 62. A ufl., § 63 Rn. 15 und 16 mwN). Ob diese Vorausse t- zungen gegeben sind, ist im Rahmen einer Gefährlichkeitsprognose auf der Grundlage einer umfassenden Würdigung der Persönlichkeit des Täters, seines Vorlebens und der von ihm begangenen Anlasstaten zu beurte ilen (st. Rspr.; etwa BGH, Beschluss vom 28. Januar 2015 4 StR 514/14, NStZ - RR 2015, 169 f. mwN). Für die Erwartung zukünftiger Straftaten, die eine schwere Störung des Rechtsfriedens befürchten lassen, brauchen zwar die verfahrensgegenständl i- chen Anl asstaten selbst nicht erheblich zu sein (BGH, Beschluss vom 18. November 2013 1 StR 594/13, NStZ - RR 2014, 76 f.). Die zu erwartenden Taten müssen aber, um schwere Störungen des Rechtsfriedens besorgen zu lassen, grundsätzlich zumindest dem Bereich der mi ttleren Kriminalität zuz u- ordnen sein (BGH aaO sowie BGH, Beschlüsse vom 16. Juli 2008 2 StR 161/08; vom 22. Februar 2011 4 StR 635/10, NStZ - RR 2011, 202; vom 15 16 17 18 - 9 - 6. März 2013 1 StR 654/12, NStZ - RR 2013, 303, 304 jeweils mwN; siehe auch BGH, Urteil vom 2. März 2011 2 StR 550/10, NStZ - RR 2011, 240, 241). Erreichen die Anlasstaten ihrem Gewicht nach nicht einmal diesen Bereich, ist eine Anordnung der Maßregel gemäß § 63 StGB nicht von vornherein ausg e- schlossen; das Tatgericht muss in solchen Fällen allerdi ngs die erforderliche Gefährlichkeitsprognose besonders sorgfältig darlegen (BGH, Urteil vom 2. März 2011 2 StR 550/10, NStZ - RR 2011, 240, 241; Beschlüsse vom 6. März 2013 1 StR 654/12, NStZ - RR 2013, 303, 304 f.; vom 18. November 2013 1 StR 594/13, N StZ - RR 2014, 76 f.). Dazu ist regelmäßig eine beso n- ders eingehende Würdigung der Person des bzw. der Beschuldigten, vor allem der Krankheitsgeschichte sowie der Anlasstaten, notwendig (BGH jeweils aaO). b) Wegen der vorstehend dargelegten Bedeutung der Anlasstaten im Rahmen der der Gefährlichkeitsprognose zugrunde liegenden Gesamtwürd i- gung bedarf es angesichts der gravierenden Änderung der Anzahl der Anlas s- taten trotz des unveränderten Tatbildes unter den Verhältnissen des konkreten Einzelfalls einer Auf hebung auch des Maßregelausspruchs. Da die Anlasstaten selbst in der modifizierten rechtlichen Bewertung allenfalls knapp den Bereich der mittleren Kriminalität erreichen, muss dem neuen Tatrichter die Möglichkeit eröffnet werden, die in solchen Konstellat ionen erforderliche besonders umfa s- sende und sorgfältige Gefährlichkeitsprognose eigenständig vornehmen zu können. c) Das Vorliegen der Anordnungsvoraussetzungen des § 63 StGB ist nach den zu den Tatgeschehen und zur Person des Angeklagten getroffenen F eststellungen auch nicht von vornherein ausgeschlossen. aa) Soweit das sachverständig beratene Landgericht sicher eine erhebl i- che Einschränkung der Steuerungsfähigkeit (§ 21 StGB) aufgrund einer 19 20 21 - 10 - die es auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (hier nach ICD - 10: F61.9) und Pädophilie (ICD - 10: F65.4) gestützt hat, wäre dies entgegen der Auffassung d er Revision im rechtlichen Ausgangspunkt nicht zu beanstanden. Nach der Rechtsprechung des Bundesge richtshofs kann zwar nicht jede Form sexueller Devianz, wie etwa i- e- grad des Eingangsmerkmals erreichen; eine darauf beruhende erhebliche B e- einträchtigung der Steuerungsfähigkeit kann insbesondere dann gegeben sein, wenn abweichende Sexualpraktiken zu einer eingeschliffenen Verhalten s- scha b lone geworden sind, die sich durch abnehmende Befriedigung, zune h- mende Freq uenz, durch Ausbau des Raffinements und durch gedankliche Ei n- engung der Praktiken auszeichnen (BGH, Beschlüsse vom 17. Juli 2007 4 StR 242/07, NStZ - RR 2007, 337; vom 6. Juli 2010 4 StR 2 8 3/10 Rn. 4). Das kann bei dem Angeklagten in Betracht kommen. bb) Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz (§ 62 StGB) stünde einer Anor d- nung der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus ebenfalls nicht zwingend entgegen. Anders als der Generalbundesanwalt meint, kommt jede n- falls dem Umstand, dass der frühere Vol lzug der 1985 angeordneten Unterbri n- gung gemäß § 63 StGB wegen Unverhältnismäßigkeit beendet worden ist, grundsätzlich keine unmittelbare Bedeutung für die Voraussetzungen der U n- terbringung wegen der Begehung der jetzigen Anlasstaten zu. Ob die Anor d- nung d er Maßregel gemäß § 63 StGB im gegenständlichen Verfahren verhäl t- nismäßig wäre, bestimmt sich nach der Bedeutung der jetzigen Anlasstaten sowie derjenigen der zu erwartenden Taten und dem von dem Täter ausg e- henden Grad der Gefährlichkeit (vgl. Fischer , StG B, 62. Aufl., § 62 Rn. 3 5). Bei der Erledigungserklärung nach § 67d Abs. 6 Satz 1 Var. 2 StGB wegen U n- 22 - 11 - verhältnismäßigkeit des (weiteren) Vollzugs einer ange ordneten Maßregel kommt es als Abwägungsfaktor zwar auch auf Grad und Art der zukünftigen Gefährl ichkeit des Untergebrachten an. Maßgebend ist im Rahmen der Erled i- gungserklärung gemäß § 67d Abs. 6 Satz 1 Var. 2 StGB jedoch vor allem, dass bei langandauernden Unterbringungen der Freiheitsanspruch des Unterg e- brachten zunehmendes Gewicht erhält (siehe et wa BVerfGE 70, 297, 315; BVerfG [2. Kammer des Zweiten Senats], Beschluss vom 19. November 2012 2 BvR 193/12, StV 2014, 148, 150 sowie Veh in Münchener Kommentar zum StGB, 2. Aufl., Band 2, § 67d Rn. 21 mwN). Gerade dieser Aspekt ist für die Verhältnism äßigkeit der erneuten Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus wegen neuer Anlasstaten dagegen nicht von Bedeutung. 3. Der Senat hebt auch die an sich rechtsfehlerfreie Einziehungsen t- scheidung auf. Wird dem Angeklagten im Wege der Einziehung e in werthaltiger Gegenstand entzogen, ist dies regelmäßig für die Strafzumessung und im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller den Angeklagten treffenden Rechtsfo l- gen von Bedeutung (vgl. BGH, Beschluss vom 16. Februar 2012 3 StR 470/11, NStZ - RR 2012, 169 mw N). Die Aufhebung der Einziehungsentsche i- dung gestattet dem neuen Tatrichter eine solche Gesamtbetrachtung sämtl i- cher in Frage kommenden Rechtsfolgen. 4. Um dem neuen Tatrichter widerspruchsfreie Feststellungen zu sämtl i- chen Voraussetzungen des § 63 StG B zu ermöglichen, hebt der Senat die Feststellungen zum Rechtsfolgenausspruch insgesamt auf (§ 353 Abs. 2 StPO). Wegen der Doppelrelevanz erfasst dies die Feststellungen zur eing e- schränkten Schuldfähigkeit (§ 21 StGB) als Strafzumessungsgesichtspunkt für d ie Anlasstaten ebenfalls. Wegen der Verknüpfung der Strafzumessung mit der 23 24 - 12 - Einziehung von Tatmitteln war die Aufhebung auch auf die die Einziehungsen t- scheidung betreffenden Feststellungen zu beziehen. 5. Angesichts der Aufhebung der Feststellungen zum R echtsfolgenau s- spruch aufgrund der Sachrüge kommt es auf die erhobene Verfahrensrüge nicht mehr an. Diese betraf allein die Frage der verminderten Schuldfähigkeit des Angeklagten. IV. Für die neue Hauptverhandlung weist der Senat auf das Folgende hin: Das Verschlechterungsverbot (§ 358 Abs. 2 Satz 1 StPO) steht bei der Neufestsetzung der Einzelstrafen für die geringere Anzahl von materiell - rechtlichen Taten einer Erhöhung der höchsten im ersten Rechtsgang für die Taten verhängten Einzelstrafen nicht e ntgegen. Allerdings darf die Summe der neuen Einzelstrafen ebenso wenig zum Nachteil des Angeklagten verändert 25 26 2 7 - 13 - werden, wie die neu zu bestimmende Gesamtstrafe (vgl. BGH, Beschluss vom 3. Dezember 2014 4 StR 342/14 Rn. 13 mwN). Vorsitzender Richter am Ri chter am Bundesgerichts - Bundesgerichtshof Dr. Raum hof Prof. Dr. Graf ist wegen ist wegen Urlaubsabwesenheit Urlaubs abwesenheit an der an der Unterschrift gehindert. Unterschrift gehindert. Rothfuß Rothfuß Rothfuß Cirener Radtke
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