ECLI:DE:BGH:2018:2 30118B1STR36.17.1 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 1 StR 36/17 vom 23. Januar 2018 in der Strafsache gegen wegen Steuerhinterziehung u.a. - 2 - Der 1 . Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 23. Januar 2018 beschlo s- sen: Der Antrag auf Ablehnung des Richters am Bund esgerichtshof Prof. Dr. Graf wegen Besorgnis der Befangenheit wird als unz u- lässig verworfen. Gründe: I. Mit Schriftsatz seines Verteidigers vom 7. Januar 2018 hat der Angekla g- te sämtliche Mitglieder des 1. Strafsenats des Bundesgerichtshofs wegen B e- sorg nis der Befangenheit abgelehnt und dieses Befangenheitsgesuch im W e- sentlichen darauf gestützt, dass eine Bearbeitung des Verfahrens seit Eingang am 4. Mai 2017 beim Bundesgerichtshof auch in Anbetracht der Inhaftierung des Angeklagten nicht erfolgt sei . Weder dem Verteidiger noch dem Ang e- klagten sei bekannt, wer das Verfahren bearbeite, sodass sich das Befange n- heitsgesuch gegen sämtliche Richter des Senats richte. Das Befangenheitsgesuch gegen die Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Jäger, Bellay, die Richterin am Bundesgerichtshof Cirener, den Ric h- ter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Radtke, die Richterin am Bundesgerichtshof Dr. Fischer und den Richter am Bundesgerichtshof Dr. Bär hat der Senat durch Beschluss vom 11. Januar 2018 gemäß § 26a Abs. 1 Nr. 2 StPO als unzulässig verworfen. Hinsichtlich des gegen den Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Graf gerichteten Befangenheitsgesuchs wurde dem Angeklagten die Gel e- genheit gegeben, zu dem an seinen Verteidiger gerichteten Schreiben des S e- 1 2 - 3 - natsvorsit zenden vom 11. Januar 2018 Stellung zu nehmen. Gegenstand di e- ses Schreibens war die Beantwortung der Frage, welche Richter in dieser S a- che in Vertretung des Vorsitzenden tätig geworden sind. Eine Stellungnahme hierzu gab der Angeklagte nicht ab. II. Die Ablehnung des Richters am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Graf ist u n- zulässig (§ 26a Abs. 1 Nr. 2 StPO). Der Angeklagte stützt sein Ablehnungsgesuch gegen Richter am Bu n- desgerichtshof Prof. Dr. Graf auf eine aus rechtlichen Gründe n völlig ungeei g- nete Begründ ung; d iese steht rechtlich einer fehlenden Begründung gleich (BGH, Beschlüsse vom 22. März 2017 5 StR 583/16, NStZ - RR 2017, 180 und vom 9. Juli 2015 1 StR 7/15, NStZ - RR 2015, 283, jeweils mwN, zur verfa s- sungsrechtlichen Unbedenklichkeit vgl. BGH, Besch luss vom 10. August 2005 5 StR 180/05, BGHSt 50, 216, 220). Soweit der Angeklagte die voraussichtlich an einer zukünftigen Entsche i- dung im hiesigen Verfahren beteiligten Richter deswegen für befangen erac h- tet, weil sie in der Sache bisher nicht mit Bl ick auf eine beschleunigte Entsche i- dung tätig geworden seien, vermag dies unter keinem denkbaren Gesicht s- punkt eine Besorgnis der Befangenheit dieser Richter zu begründen. Der U m- stand, dass Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Graf in Vertretung des Vo r- s itzenden Richters am Bundesgerichtshof Dr. Raum eine verfahrensleitende 3 4 5 - 4 - Verfügung getroffen hat, indem er die Weiterleitung des Schreibens von Rechtsanwalt K. vom 18. Mai 2017 an die Verfahrensbeteiligten verfügt hat, ändert hieran nic hts. Jäger Bellay Radtke Fischer Bär
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