BPatG 154 6.70 BUNDESPATENTGERICHT 23 W (pat) 8/04 _______________ (Aktenzeichen) Verkündet am 15. März 2005 … B E S C H L U S S In der Beschwerdesache … - 2 - betreffend das Patent 195 07 270 hat der 23. Senat (Technischer Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts auf die mündliche Verhandlung vom 15. März 2005 unter Mitwirkung des Vorsitzenden Richters Dr. Tauchert sowie der Richter Dr. Meinel, Dr. Gottschalk und Schramm beschlossen: Die Beschwerde der Einsprechenden wird zurückgewiesen. G r ü n d e I Das angegriffene Patent 195 07 270 (Streitpatent) wurde unter der Bezeichnung "Schwingungsisolierende Vorrichtung für einen Staubsauger“ und unter Inan-spruchnahme zweier koreanischer Prioritäten vom 3.03.1994 (Az KR 94-4046 U) und vom 26. Mai 1994 (Az 94-11836 U) am 3. März 1995 beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet und nach Erteilung durch die Prüfungsstelle für Klas-se A47L unter der gleichen Bezeichnung am 19. Juni 1997 veröffentlicht. Nach Prüfung dreier Einsprüche hat die Patentabteilung 15 des Deutschen Patent- und Markenamts das Patent durch Beschluß vom 16. Juli 2002 in beschränktem Umfang aufrechterhalten. Zur Begründung ist ausgeführt, daß die geltenden Patentansprüche 1 bis 5 zuläs-sig seien und der Gegenstand des verteidigten Patentanspruchs 1 im Hinblick auf den im Einspruchsverfahren geltend gemachten Stand der Technik nach den Druckschriften - 3 - D1) deutsches Gebrauchsmuster 14 78 251 D2) japanisches Gebrauchsmuster 62-37554 D3) deutsches Gebrauchsmuster 71 26 226 D4) deutsche Offenlegungsschrift 41 00 858 D5) deutsche Offenlegungsschrift 28 09 354 D6) deutsches Gebrauchsmuster 14 88 702 einschließlich der im Prüfungsverfahren noch genannten Druckschriften D7) deutsche Patentschrift 739 216 D8) deutsche Auslegeschrift 12 68 797 D9) US-Patentschrift 2 107 819 patentfähig sei. Gegen diesen Beschluss richtet sich die Beschwerde der Einsprechenden I (im folgenden: Einsprechende). Sie stützt ihren Angriff auf das Streitpatent auf den Einwand, dass der verteidigte Patentanspruch 1 unzulässig erweitert sei und dass dessen Gegenstand im Hin-blick auf den Stand der Technik nach den og Druckschriften D1, D2 und D3, so-wie der in der mündlichen Verhandlung erstmals genannten Literaturstelle D10) Dubbel, Taschenbuch für den Maschinenbau, 16. Auflage, Springer Verlag Berlin, 1987, Seiten G55 bis G57, nicht auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhe. - 4 - Die Beschwerdeführerin stellt den Antrag, den Beschluss der Patentabteilung 15 vom 16. Juli 2002 aufzu-heben und das Patent zu widerrufen. Die Patentinhaberin beantragt, die Beschwerde der Einsprechenden zurückzuweisen. Sie tritt dem Vorbringen der Beschwerdeführerin in allen wesentlichen Punkten entgegen und ist der Auffassung, dass der verteidigte Patentanspruch 1 eine zu-lässige Beschränkung des Streitpatentgegenstandes darstelle und dass dessen Gegenstand gegenüber dem von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Stand der Technik nach den Druckschriften D1, D2, D3 und D10 patentfähig sei. Die verteidigten Patentansprüche 1 bis 5 haben folgenden Wortlaut: „1. Staubsauger mit einem Gehäuse (20) und einem in einem Motorgehäuse (32) angeordneten Saugmotor, wobei das Motorgehäuse (32) ein Gehäusevorderteil (34) und ein Gehäuserückteil (36), das mit dem Gehäusevorderteil (34) fest verbunden ist, aufweist; an der Vorderseite des Saugmotors (30) zwischen dem Saug-motor (30) und dem Motorgehäuse (32) ein schwingungsisolieren-der Ring (38) zum Lagern des vorderen Teils des Motors am Ge-häusevorderteil (34) vorgesehen ist; eine erste schwingungsisolierende Verbindungseinrichtung (40) zwischen der Rückseite des Saugmotors (30) und dem Motorge-häuse (32) zum Lagern des hinteren Teils des Motors am Gehäu-serückteil (36) vorgesehen ist; und - 5 - zwischen der Vorderseite des Motorgehäuses (32) und dem Staubsaugergehäuse (20) eine zweite schwingungsisolierende Verbindungseinrichtung (44,46) vorgesehen ist; dadurch gekennzeichnet, dass die erste schwingungsisolierende Verbindungseinrichtung (40) weiterhin durch eine Öffnung im Gehäuserückteil (36) hinaus-ragt, wobei der hinausragende Teil der ersten Verbindungsein-richtung (40) so zwischen dem Gehäuserückteil (36) und dem Staubsaugergehäuse (20) angeordnet ist, dass das Gehäuse-rückteil (36) am Staubsaugergehäuse (20) schwingungsisolierend gelagert wird; und dass das Gehäuserückteil (36) mindestens einen wegragen-den, innenseitigen Vorsprung (36b) aufweist, wobei der Vorsprung (36b) in eine entsprechende Ausnehmung des Saugmotors (30) eingreift und zwischen dem Vorsprung (36b) und der Ausnehmung des Saugmotors (30) ein mit der rückseitigen, ersten Verbin-dungseinrichtung (40) einteilig ausgebildeter Pufferüberzug (40a) angeordnet ist. 2. Staubsauger nach Anspruch 1, bei dem am Gehäusevorderteil (34) ein wegragender ringförmiger Vorsprung (34a) zum Abstützen des schwingungsisolierenden Rings (38) ausgebildet ist und bei dem an der einen Seite des Ge-häuserückteils (36) ein Ausstoß-Auslaß (36a) zum Ausstoßen an-gesaugter Luft ausgebildet ist. 3. Staubsauger nach Anspruch 1 oder 2, bei dem in das Innere der vorderseitigen, zweiten Verbindungsein-richtung (46) eine Pufferplatte (44) zum Abpuffern einer von der Schwingung erzeugten Stoßkraft eingesetzt ist. - 6 - 4. Staubsauger nach Anspruch 2 oder 3, bei dem das Gehäusevorderteil (34) und das Gehäuserückteil (36) einstückig mit wegragenden vorderseitigen, ersten bzw rückseiti-gen, zweiten Verbindungseinrichtungen (46,40) ausgebildet sind. 5. Staubsauger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der schwingungsisolierende Ring (38) eine mehrflächige Kontur aufweist.“ Bezüglich weiterer Einzelheiten wird auf den Akteninhalt verwiesen. II Die form- und fristgerecht erhobene Beschwerde ist zulässig. In der Sache hat die-se jedoch keinen Erfolg. 1.) Die geltenden Patentansprüche 1 bis 5 sind zulässig. So stützt sich der verteidigte Patentanspruch 1 inhaltlich auf die erteilten Patent-ansprüche 1 bis 3 iVm der Beschreibung und Zeichnung des Ausführungsbeispiels gemäß Fig. 2, insbesondere Sp 4 Z 3 bis 5 (hinsichtlich des ein Gehäusevorderteil 34 und ein – damit verbundenes – Gehäuserückteil 36 aufweisenden Motorgehäu-ses 32), Sp 4 Z 13 bis 21 (hinsichtlich der weiterhin durch eine Öffnung im Gehäu-serückteil 36 hinausragenden ersten schwingungsisolierenden Verbindungs-einrichtung 40 zwischen Gehäuserückteil 36 und Staubsaugergehäuse 20), Sp 3 Z 67 bis Sp 4 Z 2, Sp 4 Z 33 bis 38 und Sp 5 vorle Abs (hinsichtlich der Ausbildung des Vorsprungs 36b des Gehäuserückteils 36 in einer entsprechenden Ausnehmung des Saugmotors 30 mit dazwischenliegendem, an der rückseitigen Verbindungseinrichtung 40 einteilig ausgebildeten Pufferüberzug 40a) sowie Sp 3 Z 4 bis 18 und Sp 5 Z 42 bis 48 (hinsichtlich der Funktion des schwingungsisolierenden Rings 38 „zum Lagern des vorderen Teils des Motors - 7 - am Gehäusevorderteil 34“ bzw der Funktion der ersten (rückseitigen) schwingungsisolierenden Verbindungseinrichtung 40 „zum Lagern des hinteren Teils des Motors am Gehäuserückteil 36“. Der geltende Anspruch 2 umfasst den verbleibenden Teil des erteilten Anspruchs 2, soweit er nicht in den Hauptanspruch aufgenommen worden ist. Die geltenden Ansprüche 3 bis 5 entsprechen inhaltlich den erteilten Ansprüchen 4, 8 und 9 (in dieser Reihenfolge). Der Auffassung der Einsprechenden in der mündlichen Verhandlung bzw in ihrer Beschwerdebegründung vom 17. Februar 2003 (S 1 vorle Abs bis S 4 Abs 1), der verteidigte Patentanspruch 1 sei über die erteilte Fassung hinaus in unzulässiger Weise erweitert, kann nicht gefolgt werden. Denn durch die Aufnahme der vorge-nannten, der näheren Ausgestaltung insbesondere der ersten (rückseitigen) schwingungsisolierenden Verbindungseinrichtung dienenden Merkmale des Aus-führungsbeispiels gemäß Fig. 2 in den Hauptanspruch, die – wie dargelegt - je für sich, aber auch zusammen den durch die Erfindung erreichten Erfolg der verbes-serten Schwingungsisolierung des Saugmotors im Staubsaugergehäuse fördern und als zur beanspruchten Erfindung gehörend zu erkennen waren, ist die zu-nächst weiter gefasste Lehre gemäß erteiltem Anspruch 1 in zulässiger Weise auf eine engere Lehre eingeschränkt worden (vgl hierzu BGH GRUR 1991, 307 – „Bodenwalze“; BGH GUR 1990, 432 – „Spleißkammer“). Daran kann auch der Umstand nichts ändern, dass von dem erteilten Unteranspruch 2, über den der in den verteidigten Anspruch 1 aufgenommene erteilte Anspruch 3 rückbezogen ist, nur das Teilmerkmal aufgenommen wurde, wonach „das Motorgehäuse ein Ge-häusevorderteil und ein Gehäuserückteil, das mit dem Gehäusevorderteil fest ver-bunden ist, aufweist“. Denn es gibt keinen Rechtssatz des Inhalts, dass ein Patentanspruch nur in der Weise beschränkt werden könne, dass sämtliche Merkmale eines Ausführungsbeispiels, die der Aufgabenlösung „förderlich“ sind, insgesamt in den Patentanspruch eingefügt werden müssten (vgl BGH „Spleiß-kammer“ aaO Ls 3). Im vorliegenden Fall war für den Fachmann ohne weiteres - 8 - ersichtlich, dass die nicht mit in den Hauptanspruch aufgenommenen Teilmerk-male des erteilten Anspruchs 2, nämlich die Ausbildung eines wegragenden ring-förmigen Vorsprungs zum Abstützen des schwingungsisolierenden Rings am Ge-häusevorderteil einerseits und die Ausbildung eines Ausstoß-Auslasses zum Aus-stoßen angesaugter Luft an der einen Seite des Gehäuserückteils andererseits, von der beanspruchten Weiterbildung der ersten, rückseitigen schwingungsisolie-renden Verbindungseinrichtung mit einteilig angeformtem Pufferüberzug unab-hängig sind. Auch hinsichtlich der ursprünglichen Offenbarung der Merkmale der verteidigten Ansprüche 1 bis 5 bestehen keine Bedenken. 2) Die Erfindung geht nach den Angaben der Patentinhaberin in der mündlichen Verhandlung bzw in der geltenden Beschreibungseinleitung (S 4 Abs 2) im Ober-begriff des verteidigten Patentanspruchs 1 von einem im deutschen Gebrauchs-muster 14 78 251 (D1) beschriebenen Staubsauger aus, der ein Außengehäuse (a,s), ein zweiteiliges Zwischengehäuse (k), einen Saugmotor (b,c,d,e), einen ersten Gummiring (i) zum Lagern des vorderen Teils des Motors am vorderen Teil des Zwischengehäuses (k), eine zweiten Gummiring (h) zum Lagern des hinteren Teils des Motors am hinteren Teil des Zwischengehäuses (k) und einen dritten Gummiring (p) zwischen der Vorderseite des Zwischengehäuses und dem vorde-ren Teil des Außengehäuses (a) aufweist. Zur schwingungsisolierenden Lagerung des Zwischengehäuses (k) innerhalb des Außengehäuses (a) sind zusätzliche Zugfedern (o) oder ein weiterer Gummiring erforderlich, der zwischen dem hinte-ren Teil des Zwischengehäuses (k) und dem rückseitigen Teil (s) des Außenge-häuses angeordnet ist (vgl dort die Figur mit zugehöriger Beschreibung S 3 - ma-schinenschriftliche Numerierung - le Abs bis S 4 le Abs). Nach den weiteren Angaben in der geltenden Beschreibung (S 4 Abs 3) liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Staubsauger vorzusehen, bei dem Schwingungen des Motors nicht auf das Gehäuse des Staubsaugers übertragen - 9 - werden und bei dem eine Verdrehung des Motors während der Anlaufphase des Motors verhindert wird. Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebene Merkmalskombi-nation gelöst. Denn durch die im verteidigten Patentanspruch 1 gelehrte spezielle Ausbildung der rückseitigen (ersten) schwingungsisolierenden Verbindungseinrichtung (40,40a – Fig. 2) wird - durch ihren zwischen der Rückseite des Saugmotors (30) und dem Motorgehäuse (32) liegenden Teil der hintere Teil des Mo-tors am Gehäuserückteil (36) schwingungsisolierend gelagert (= erste Funktion, vgl den vorletzten Merkmalskomplex im Ober-begriff); - durch ihren eine Öffnung im Gehäuserückteil (36) durchragen-den Teil zwischen dem Gehäuserückteil (36) und dem Staub-saugergehäuse (20) wird das Gehäuserückteil (36) am Staub-saugergehäuse (20) schwingungsisolierend gelagert (= zweite Funktion, vgl den ersten Merkmalskomplex im kennzeichnenden Teil), und - durch ihren einteilig angeformten Pufferüberzug (40a), der zwi-schen dem mindestens einen am Gehäuserückteil (36) wegra-genden Vorsprung (36b) und der zugehörigen Ausnehmung des Saugmotors (30) angeordnet ist, wird eine schwingungsisolie-rende Anlauf-Verdrehsicherung des Saugmotors sichergestellt (= dritte Funktion der einteiligen rückseitigen schwingungsisolie-renden Verbindungseinrichtung 40,40a, vgl den zweiten Merk-malskomplex im kennzeichnenden Teil des verteidigten An-spruchs 1). - 10 - Erfindungswesentlich ist demnach insbesondere die einteilige Ausbildung der rückseitigen (ersten) schwingungsisolierenden Verbindungseinrichtung mit Drei-fachfunktion, womit – iVm dem vorderseitigen schwingungsisolierenden Ring (38) und der vorderseitigen (zweiten) schwingungsisolierenden Verbindungseinrichtung (44,46) – ersichtlich eine schwingungsisolierende und anlaufverdrehsichere Lage-rung des Saugmotors im Staubsaugergehäuse bei vereinfachtem Zusammenbau sichergestellt ist. Der Auffassung der Beschwerdeführerin in der mündlichen Verhandlung (vgl auch die Beschwerdebegründung vom 17. Februar 2003 S 5 vorle Abs bis S 6 Abs 3), wonach die og beiden Teilaufgaben bzw die zur Lösung genannten Teilmerkmals-gruppen unabhängig voneinander seien und lediglich eine Aggregation darstellten, kann daher nicht gefolgt werden. 3.) Der Staubsauger nach dem verteidigten Patentanspruch 1 ist gegenüber dem nachgewiesenen Stand der Technik unbestritten neu. Die beanspruchte Lehre beruht demgegenüber auch auf einer erfinderischen Tätigkeit. Insbesondere gibt der Stand der Technik dem Fachmann weder einen Hinweis noch eine Anregung für die entscheidungserhebliche Merkmalskombination, nämlich die rückseitige (erste) schwingungsisolierende Verbindungseinrichtung mit einteilig angeformtem Pufferüberzug für die eingangs erläuterte Dreifachfunktion auszubilden, wie dies im verteidigten Anspruch 1 im einzelnen gelehrt wird. Zuständiger Durchschnitts-fachmann ist vorliegend ein mit Aufbau, Herstellung und Betrieb von Staubsau-gern befasster, berufserfahrener Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Maschinen-bau mit Fachhochschulabschluss. Aus dem sowohl von der Einsprechenden als auch von der Patentinhaberin als nächstliegend angesehenen deutschen Gebrauchsmuster 14 78 251 (D1), von dem die Erfindung - wie vorstehend dargelegt - ausgeht, ist ein Staubsauger mit den Merkmalen des Oberbegriffs des verteidigten Anspruchs 1 bekannt. Bei die-sem bekannten Staubsauger ist der Saugmotor (b,c,d,e) sowohl auf der Vorder-- 11 - seite als auch auf der Rückseite über schwingungsdämpfende Ringe (i;h) in einem aus Gehäusevorderteil und Gehäuserückteil bestehenden Motorgehäuse (Zwi-schengehäuse k) gelagert. Dieses Motorgehäuse ist seinerseits im Staubsauger-gehäuse (a,s) an der Vorderseite durch einen schwingungsdämpfenden Ring (p) und an seiner Rückseite durch Zugfedern (o) oder einen Gummiring gelagert, vgl die Figur mit zugehöriger Beschreibung S 3 (maschinenschriftliche Numerierung) le Abs bis S 4 leAbs. Für eine das Gehäuserückteil durchragende schwingungsisolierende Verbindungseinrichtung iS des ersten Merkmalskomplexes des kennzeichnenden Teils gibt diese Druckschrift D1 ebensowenig einen Hinweis oder eine Anregung wie für eine schwingungsisolierende Anlaufverdrehsicherung des Saugmotors iS des zweiten Merkmalskomplexes des kennzeichnenden Teils des geltenden An-spruchs 1. Das einen Staubsauger betreffende japanische Gebrauchsmuster 62-37554 (D2), vgl dort die Fig. 4 bzw die im Streitpatent zum Stand der Technik genannte gel-tende Figur 3, mag es dem Fachmann zwar nahelegen, entsprechend dem ersten Merkmalskomplex des kennzeichnenden Teils des geltenden Anspruchs 1, die rückseitige schwingungsisolierende Verbindungseinrichtung weiterhin durch eine Öffnung im Gehäuserückteil hinausragend zwischen Gehäuserückteil und Staub-saugergehäuse auszubilden, vgl in D2 das Bauteil 26 in Fig. 2, 4 und 6 bzw in der geltenden Fig. 3 des Streitpatents das Bauteil 7 („Abpufferungsgummi“). Da bei diesem bekannten Staubsauger jedoch eine Anlauf-Verdrehsicherung des Saug-motors iS des zweiten Merkmalskomplexes des kennzeichnenden Teils des gel-tenden Anspruchs 1 - mindestens ein vom Gehäuserückteil wegragender, innen-seitiger Vorsprung, der in eine entsprechende Ausnehmung des Saugmotors ein-greift - fehlt, kann die Druckschrift D2 auch keine Anregung für die weitergehende Lehre des Anspruchs 1 geben, nämlich die rückseitige schwingungsisolierende Verbindungseinrichtung mit einem einteilig angeformten Pufferüberzug auszubil-den, der zwischen Vorsprung und Ausnehmung der Verdrehsicherung des Saug-- 12 - motors angeordnet ist, wie dies im letzten Merkmalskomplex des verteidigten An-spruchs 1 im einzelnen gelehrt wird. Das von der Beschwerdeführerin zum letzten Merkmalskomplex im kennzeich-nenden Teil des verteidigten Anspruchs 1 genannte deutsche Gebrauchsmuster 71 26 226 (D3) offenbart eine schwingungsisolierende Lagerung des Saugmotors (1) in einem Staubsaugergehäuse (Gehäusewand 4,5), die rückseitig aus bolzen-artigen elastischen Teilen (3) besteht, deren Enden in entsprechende Ausneh-mungen des Saugmotors (1) einerseits und der Gehäusewandung (5) andererseits sitzen und insofern zwar auch die Funktion einer schwingungsisolierenden Anlauf-verdrehsicherung des Saugmotors erfüllen, vgl dort Fig. 1 und 3 mit zugehöriger Beschreibung S 2 sowie die Ansprüche 1 und 3. Da jedoch bei diesem bekannten Staubsauger zum einen ein Motorgehäuse iS des Streitpatents fehlt und zum an-deren die bolzenartigen elastischen Teile als separate Einzelteile ausgebildet sind und keine einteilige Verbindungseinrichtung bilden, kann auch die Einbeziehung dieser Druckschrift D3 nicht ohne erfinderisches Zutun zum Gegenstand des ver-teidigten Patentanspruchs 1 führen. Der von der Einsprechenden in der mündlichen Verhandlung aufgegriffene Auszug aus dem Fachbuch Dubbel (Druckschrift D10) kann zu der erfindungsgemäßen Lehre nichts beitragen, da dieser Druckschrift lediglich der allgemeine Hinweis zu entnehmen ist, dass Gummifedern steigende Anwendung für die Schwingungs-isolierung im Motorenbau und als elastische Verbindungselemente und –gelenke im Maschinenbau finden, wobei Gummifederelemente als frei geformte kompakte Elemente oder als gefügte oder gebundene Elemente eingesetzt werden bzw auch als Gummi-Metall-Elemente ausgeführt werden, vgl den die Seiten G55 und G56 überbrückenden Absatz. Eine Anregung für die im verteidigten Patentan-spruch 1 gelehrte spezielle Ausbildung der rückseitigen schwingungsisolierenden Verbindungseinrichtung eines Staubsaugermotors in einem Staubsaugergehäuse ist daraus nicht herleitbar. - 13 - Die übrigen im Prüfungs- und Einspruchsverfahren noch genannten Druckschriften D4 bis D9 gehen nicht über den Inhalt der vorstehend im einzelnen abgehandelten Druckschriften hinaus und sind von der Einsprechenden in der mündlichen Ver-handlung auch nicht aufgegriffen worden. Insbesondere geben auch sie keine An-regung für die spezielle Ausbildung der rückseitigen (ersten) schwingungsisolie-renden Verbindungseinrichtung mit einteilig angeformten Pufferüberzug und mit der eingangs erläuterten Dreifachfunktion iS der Lehre des verteidigten Patentan-spruchs 1. Nach allem ist der Staubsauger nach dem verteidigten Anspruch 1 patentfähig . 4) Die geltenden Unteransprüche 2 bis 5 betreffen vorteilhafte, nicht selbstver-ständliche Ausführungsformen des Staubsaugers nach dem verteidigten Patent-anspruch 1 und werden von der Patentfähigkeit des Gegenstandes des Hauptan-spruchs mitgetragen. 5) Die geltende Beschreibung, in der die Beschreibungsteile des vom geltenden Patentanspruch 1 nicht mehr umfassten Ausführungsbeispiels nach Fig. 3 gemäß der erteilten Fassung des Streitpatents gestrichen sind, erfüllt die an sie zu stel-lenden Anforderungen, da darin der Stand der Technik angegeben ist, von dem die Erfindung ausgeht, und – in Verbindung mit der Zeichnung, insbesondere Fig. 2 - die erfindungsgemäße Lösung hinreichend erläutert ist. Dr. Tauchert Dr. Meinel Dr. Gottschalk Schramm Pr
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