BPatG 15208.05BUNDESPATENTGERICHT27 W (pat) 105/10_______________________(Aktenzeichen)B E S C H L U S SIn der Beschwerdesache…- 2 -…betreffend die Marke 307 69 036(hier: Löschungssache S 46/09)hat der 27. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts am 4. August 2011 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Albrecht, den Richter Kruppa und die Richterin am Landgericht Wernerbeschlossen:1. Die Beschwerde des Markeninhabers wird zurückgewiesen.2. Auf die Beschwerde der Antragstellerin wird der Beschluss der Markenabteilung 3.4 des Deutschen Patent- und Marken-amts vom 23. März 2010 aufgehoben, soweit hierin der Löschungsantrag für die Waren und Dienstleistungen „Koch-und Kühlgeräte; Dienstleistungen zur Verpflegung und Beherbergung von Gästen“ zurückgewiesen worden ist. Die Marke 307 69 036 ist auch für diese Waren und Dienstleis-tungen zu löschen.G r ü n d eIGegen die am 26. Oktober 2007 angemeldete und am 9. April 2008 für die Waren und Dienstleistungen- 3 -„11: Koch- und Kühlgeräte;41: Durchführung von Seminaren zum Thema Qualitätssiche-rung bei der Erzeugung, Zubereitung und Beurteilung von Speisen und Getränken;43: Dienstleistungen zur Verpflegung und Beherbergung von Gästen“eingetragene farbige (blau, gelb, weiß) Wort-/Bildmarke 307 69 036 (veröffentlicht am 9. Mai 2008)hat die Antragstellerin am 30. Januar 2009 Löschungsantrag gemäß § 50 Abs. 1 i. V. m. § 8 Abs. 2 Nr. 8 MarkenG gestellt.Zur Begründung des Löschungsantrags trägt die Antragstellerin vor, die graphi-sche Darstellung der Marke enthalte die nahezu identische Wiedergabe des Euro-päischen Emblems, zumindest stelle es aber eine heraldische Nachahmung des Europäischen Emblems dar. Auch die Tatsache, dass die Markenanmeldung außer dem Sternenkreis noch andere Elemente enthalte, nämlich andere Wort-oder Bildelemente könne an der Nichteintragbarkeit nichts ändern, zumal gerade die Verwendung des Wortes „EURO“ den Eindruck, es bestünde eine Verbindung zu einer Institution der Europäischen Gemeinschaft, noch verstärke.- 4 -Der Markeninhaber hat dem ihm am 27. März 2009 zugestellten Löschungsantrag mit am 8. April 2009 beim Deutschen Patent- und Markenamt eingegangenem Schriftsatz widersprochen. Er ist der Auffassung, bei der angegriffenen Marke handle es sich um eine stilisierte Kochmütze auf dem Hintergrund einer Landkarte umkreuzt von 13 fünfzackigen Sternen und nicht um die Abbildung oder ähnliche Abbildung der Flagge der Union.Die Markenabteilung 3.4 des Deutschen Patent- und Markenamts hat mit Be-schluss vom 23. März 2010 die teilweise Löschung der angegriffenen Marke für die Dienstleistungen„Durchführung von Seminaren zum Thema Qualitätssicherung bei der Erzeugung, Zubereitung und Beurteilung von Speisen und Getränken“angeordnet und den Löschungsantrag im Übrigen zurückgewiesen. Zur Begrün-dung ist ausgeführt, die angegriffene Marke sei für die Dienstleistungen „Durchfüh-rung von Seminaren zum Thema Qualitätssicherung bei der Erzeugung, Zuberei-tung und Beurteilung von Speisen und Getränken“ entgegen §§ 8 Abs. 2 Nr. 8, 8 Abs. 4 Satz 1 MarkenG eingetragen worden. Die Vorschrift des § 8 Abs. 2 Nr. 8 MarkenG verbiete u. a. die Eintragung von Bezeichnungen internationaler zwi-schenstaatlicher Organisationen, die nach einer Bekanntmachung des Bundesmi-nisteriums der Justiz im Bundesgesetzblatt von der Eintragung als Marke ausge-schlossen seien. Gemäß § 8 Abs. 4 Satz 1 MarkenG sei § 8 Abs. 2 Nr. 8 MarkenG auch anzuwenden, wenn die Marke die Nachahmung eines dort aufgeführten Zei-chens enthalte. Bei dem Kennzeichen des Europarats handle es sich um ein sol-ches von der Eintragung als Marke ausgeschlossenes Zeichen.Die streitgegenständliche Wort-/Bildmarke enthalte eine Nachahmung des Euro-pa-Emblems i. S. v. § 8 Abs. 4 Satz 1 MarkenG. Der Ausdruck „Nachahmung“ knüpfe an den in Artikel 6ter I Buchstabe a PVÜ enthaltenen Begriff der „Nachah-- 5 -mung im heraldischen Sinn“ an. Unter § 8 Abs. 4 Satz 1 MarkenG fielen Nachah-mungen, die die charakteristischen heraldischen Merkmale aufwiesen, die das Hoheitszeichen von anderen Zeichen unterscheide. Heraldisch werde das Em-blem des Europarats als „ein Kranz von zwölf goldenen fünfzackigen Sternen, deren Spitzen sich nicht berührten, auf azurblauem Hintergrund“ beschrieben. Hier enthalte die angegriffene Marke einen blaugrundigen Kreis, an dessen innerem Rand sich ein Kranz aus dreizehn fünfzackigen gelben Sternen befinde, deren Spitzen sich nicht berührten und die jeweils in gleichem Abstand zueinander angeordnet seien. Damit weise das Zeichen die charakteristischen Merkmale des EU-Emblems auf. Zwar enthalte es einen Stern mehr als das Europa-Emblem. Diese geringe Abweichung werde jedoch von einem überwiegenden Teil des angesprochenen Publikums nicht erkannt. Zum einen könne nicht bereits davon ausgegangen werden, dass ein erheblicher Teil der inländischen Verkehrskreise die genaue Anzahl der Sterne des Europa-Emblems kenne. Aber selbst dem Teil des Publikums, dem die exakte Anzahl bekannt sei, werde der geringe Unter-schied nicht auffallen, da ein „Nachzählen“ fern liege.Auch die Art der Sterne stimme mit der beim Europa-Emblem überein, denn es handle sich jeweils um fünfzackige Sterne von gleichmäßiger Form, bei denen eine Spitze nach oben zeige und die alle dieselbe Größe haben. Schließlich sei auch die Farbgebung des Kreiselements (gelbe Sterne auf blauem Hintergrund) mit der des Europa-Emblems nahezu identisch. Dass vorliegend der Sternenkranz nicht wie beim Europa-Emblem von einem Rechteck, sondern von einem Kreis umschlossen werde, sei ohne Belang, da die heraldische Beschreibung keine bestimmte Form für die Grundfläche angebe. Abgesehen davon werde der Ster-nenkranz heute als das Symbol der Europäischen Union betrachtet. Ebenso wenig sei eine Nachahmung dadurch ausgeschlossen, dass das Kreiselement neben dem Sternenkranz noch weitere Wort- und Bildelemente enthalte.Nach dem Vortrag der Antragstellerin habe der Antragsgegner von der Europäi-schen Kommission oder einer anderen Europäischen Institution keine Erlaubnis - 6 -zur Nutzung des Europäischen Emblems erhalten. Auch der Antragsgegner habe nicht geltend gemacht, zur Führung des Europa-Emblems durch eine entspre-chende Genehmigung befugt zu sein.Die angegriffene Marke sei jedoch nur hinsichtlich der Dienstleistungen der Klas-se 41 geeignet, beim Publikum den unzutreffenden Eindruck einer Verbindung mit der internationalen zwischenstaatlichen Organisation hervorzurufen (§ 8 Abs. 4 Satz 4 MarkenG). Ob ein solcher Eindruck hervorgerufen werde, sei danach zu beurteilen, ob der Tätigkeitsbereich der Organisation in irgendeiner sachlichen Beziehung zu den mit der Anmeldung beanspruchten Waren oder Dienstleistun-gen stünde und, falls dies der Fall sei, ob das angemeldete Zeichen als Ganzes oder hinsichtlich eines Bestandteils in irgendeiner Hinsicht als kennzeichnender Hinweis auf die Organisation verstanden werden könne. Sowohl der Europarat als auch die Europäische Union seien in eine große Anzahl unterschiedlicher Projekte in verschiedenen Bereichen eingebunden. U. a. veranstalte die Europäische Kom-mission Konferenzen, Trainingsprogramme und Seminare zu Themata, die mit der Politik der Europäischen Union zusammenhingen. Damit sei hinsichtlich der Dienstleistungen „Durchführung von Seminaren zum Thema Qualitätssicherung bei der Erzeugung, Zubereitung und Beurteilung von Speisen und Getränken“ nicht ausgeschlossen, dass die angesprochenen Verkehrskreise das Bestehen einer Verbindung zwischen der Marke und der Antragstellerin annähmen. Das angegriffene Zeichen könne auch als kennzeichnender Hinweis auf die Europäi-sche Union bzw. Europäische Kommission oder allgemein eine Europäische Insti-tution verstanden werden.Die zusätzlichen Elemente „EURO“ und die stilisierte Abbildung Europas im Hin-tergrund verstärkten vorliegend noch den Eindruck einer entsprechenden Verbin-dung.Hinsichtlich der weiteren vom Markenschutz umfassten Waren und Dienstleistun-gen sei indessen nicht davon auszugehen, dass das Publikum den unzutreffenden - 7 -Eindruck einer Verbindung mit der Europäischen Gemeinschaft bzw. Europäi-schen Kommission oder einer anderen Europäischen Institution haben könne. Zu diesen Waren und Dienstleistungen stünde der Tätigkeitsbereich der Europäi-schen Gemeinschaft bzw. eine ihrer Institutionen in keiner sachlichen Beziehung. Die Annahme, die Europäische Gemeinschaft oder eine ihrer Institutionen würden sich mit der Herstellung und dem gewerblichen Vertrieb von „Koch- und Kühlgerä-ten“ oder mit der gewerblichen Erbringung von „Dienstleistungen zur Verpflegung und Beherbergung von Gästen“ befassen bzw. eine solche Tätigkeit finanziell för-dern, liege angesichts der vornehmlich wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Aufgaben der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Institutionen fern. Mangels einer sachlichen Beziehung sei die streitgegenständliche Marke insoweit auch nicht geeignet, die angesprochenen Verkehrskreise dahingehend zu täuschen, dass diese glauben könnten, die „Koch- und Kühlgeräte“ und die „Dienstleistungen zur Verpflegung und Beherbergung von Gästen“ unterlägen einer Qualitätskon-trolle durch die Europäische Kommission oder einer anderen Europäischen Insti-tution.Die Marke sei demnach lediglich teilweise für die Dienstleistungen der Klasse 41 zu löschen. Der darüber hinausgehende Löschungsantrag sei zurückzuweisen.Gegen diesen Beschluss haben sowohl der Markeninhaber als auch die Antrag-stellerin Beschwerde eingelegt. Der Markeninhaber trägt vor, das Amt gehe richti-gerweise davon aus, dass die streitgegenständliche Marke nicht geeignet sei, den unzutreffenden Eindruck einer Verbindung mit den Europäischen Institutionen her-vorzurufen. Die Waren und Dienstleistungen der streitgegenständlichen Marke stünden mit dem Tätigkeitsbereich der Europäischen Union in keinem sachlichen Zusammenhang i. S. d. § 8 Abs. 4 Satz 4 MarkenG.Die Initiative EURO-TOQUES sei ein Zusammenschluss vieler europäischer Spit-zenköche, Unternehmen und Erzeuger, welche u. a. Koch-Festivals, Kochmeister-schaften für Amateure, kulinarische Erlebniswochen sowie Kochclubs und andere - 8 -Aktionen rund um das Thema Kochen, Essen, Trinken, Genießen, Qualitätsbe-wusstsein, gesunde Ernährung mit natürlichen Lebensmitteln organisiere. Es sei in der Tat fern liegend, dass eine Europäische Institution gewerbliche Dienstleistun-gen zur Verpflegung und Beherbergung von Gästen erbringe.Vorliegend weise die streitgegenständliche Marke als zentrales charakteristisches Element eine Kochmütze auf, die sich auch in dem Wortbestandteil „TOQUES“ wiederfinde. Als Hinweis auf den Tätigkeitsbereich „Kochen“ der angemeldeten Waren- und Dienstleistungsklassen schaffe dies weitere Distanz zum Tätigkeits-feld der Europäischen Union. Dieses heraldische Merkmal stütze die Marke also in ihrer Abgrenzung zur Europäischen Union, so dass die Verbraucher das angemel-dete Zeichen gerade nicht als Hinweis auf diese verstünden.Der Markeninhaber beantragt (sinngemäß),1. den Beschluss der Markenabteilung vom 23. März 2010 teil-weise aufzuheben, soweit darin die teilweise Löschung der Marke 307 69 036 für die Dienstleistungen„Durchführung von Seminaren zum Thema Quali-tätssicherung bei der Erzeugung, Zubereitung und Beurteilung von Speisen und Getränken“angeordnet worden ist und den Löschungsantrag auch inso-weit zurückzuweisen;2. die Beschwerde der Antragstellerin zurückzuweisen.- 9 -Die Antragstellerin beantragt (sinngemäß),1. den Beschluss der Markenabteilung vom 23. März 2010 teil-weise aufzuheben, soweit darin der Löschungsantrag der Marke 307 69 036 bezüglich der Waren und Dienstleistungen„Koch- und Kühlgeräte; Dienstleistungen zur Ver-pflegung und Beherbergung von Gästen“zurückgewiesen wurde, und die Marke 307 69 036 auch insoweit zu löschen;2. die Beschwerde des Markeninhabers zurückzuweisen.Die Antragstellerin führt zur Begründung aus, bei den in Klasse 11 geschützten Waren der streitgegenständlichen Marke „Koch- und Kühlgeräte“ handle es sich um Haushaltsgeräte und elektrische Produkte. Entgegen der Annahme des Amtes befasse sich die Europäische Gemeinschaft und insbesondere die Kommission intensiv mit Fragen der Sicherheit solcher Produkte. Hierzu hat die Antragstellerin als Anlage 1 eine Kopie der Mitteilung der Kommission im Rahmen der Durchfüh-rung der Richtlinie 2009/142/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Gasverbrauchseinrichtungen (kodifizierte Fassung) eingereicht. In dieser Mit-teilung werde explizit auf „Haushaltskochgeräte“ hingewiesen.Weiter hat die Antragstellerin als Anlage 2 eine Kopie des Newsletters „Nachhal-tige Energie für Europa“ eingereicht und darauf hingewiesen, darin werde festge-stellt, dass die Haushaltsgeräteindustrie ein wichtiger Teil der Wirtschaft in der EU sei. Die EU setze sich im Zusammenhang mit den Haushaltsgeräten dafür ein, dass diese energieeffizienter und umweltschonender hergestellt würden. Die EU habe hierfür ein Energie-Label eingeführt, das den Verbrauchern zeige, welche Energieeffizienz das Gerät aufweise. Neben der Skala „A“ bis „G“ sei auch die - 10 -Europäische Flagge auf diesem Label angebracht. Wie aus der als Anlage 3 ein-gereichten Kopie eines solchen Labels zu erkennen sei, werde dieses auch für Kühlgeräte (Refrigerators and Freezers) verwendet.Dazu habe die EU ebenfalls eine Richtlinie 92/75/EWG des Rates vom 22. Sep-tember 1992 über die Angabe des Verbrauchs an Energie und anderen Ressour-cen durch Haushaltsgeräte mittels einheitlicher Etiketten und Produktinformatio-nen erlassen, wie sich aus der Anlage 4 ergebe.Auch bezüglich der Dienstleistungen der Klasse 43 „Dienstleistungen zur Verpfle-gung und Beherbergung von Gästen“ bestehe ein sachlicher Zusammenhang zwi-schen dem Tätigkeitsbereich der Europäischen Gemeinschaft und ihren Institu-tionen sowie den Dienstleistungen, wie sich aus den Anlagen 5 - 10 ergeben.Der Löschung der angegriffenen Marke stehe damit die Vorschrift des § 8 Abs. 4 Satz 4 MarkenG nicht entgegen, da eine sachliche Verbindung zwischen den geschützten Waren der angegriffenen Marke und der Europäischen Gemeinschaft nicht ausgeschlossen sei.IIDie Beschwerde der Antragstellerin hat Erfolg, die Beschwerde des Markeninha-bers ist dagegen zurückzuweisen. Die Marke 307 69 036 ist bezüglich sämtlicher Waren und Dienstleistungen gemäß §§ 54, 50 i. V. m. § 8 Abs. 2 Nr. 8, § 8 Abs. 4 Satz 1 MarkenG zu löschen, weil es sich bei diesem Zeichen um eine Nachah-mung des Europa-Emblems handelt.1. Ob in einer Marke ein staatliches Hoheitszeichen oder auch wie hier das Europa-Emblem nachgeahmt wird, ist dabei nicht durch Rückgriff auf die allein das Markenkollisionsrecht regelnden Vorschriften in § 9 Abs. 1 Nr. 2 und § 14 Abs. 2 - 11 -Nr. 2 MarkenG mittels der Prüfung einer etwaigen Ähnlichkeit oder einer Gefahr der Verwechslung der betreffenden Marke mit staatlichen Hoheitszeichen zu ermitteln (vgl. amtl. Begr. MarkenG, BT-Drucks. 12./6581 vom 14. Januar 1994, S. 71). Der Begriff der Nachahmung i. S. d. § 8 Abs. 4 Satz 1 MarkenG knüpft vielmehr an den in Artikel 6ter Abs. 1 PVÜ enthaltenen Begriff der „Nachahmung im heraldischen Sinne“ an (vgl. amtl. Begr., a. a. O.). Hierunter fallen ohne weiteres solche Nachahmungen, die gerade die charakteristischen heraldischen Merkmale aufweisen (vgl. EuG GRUR 2004, 773, Rz. 40 - Verwendung des Europa-Emblems in einer Marke; Ströbele/Hacker, MarkenG, 9. Aufl., § 8 Rn. 507). Bei dem Vergleich „im heraldischen Sinne“ ist dabei gerade auf die heraldische Beschreibung abzustellen und nicht auf die geometrische, die ihrem Wesen nach wesentlich detaillierter ist (vgl. EuG a. a. O., Rz. 44). Eine Nachahmung im heral-dischen Sinne wird nicht bereits dadurch ausgeschlossen, dass das Hoheitszei-chen in bestimmter Weise stilisiert oder dass nur ein Teil von ihm verwendet wor-den ist (vgl. EuG, a. a. O., Rz. 41).2. Nach diesen Vorgaben enthält die hier in Rede stehende Abbildung eine Nachahmung des Europa-Emblems, denn sie weist alle charakteristischen heral-dischen Merkmale dieses Emblems auf. Zur Begründung wird zur Vermeidung von Wiederholungen insoweit auf die zutreffenden Ausführungen der Markenabteilung verwiesen.Die angegriffene Marke ist in Bezug auf sämtliche eingetragenen Waren und Dienstleistungen geeignet, beim Publikum den unzutreffenden Eindruck einer Ver-bindung mit der Europäischen Gemeinschaft hervorzurufen.a) Bezüglich der von der Markenabteilung gelöschten Dienstleistungen der Klasse 41 „Durchführung von Seminaren zum Thema Qualitätssicherung bei der Erzeugung, Zubereitung und Beurteilung von Speisen und Getränken“ wird zur Vermeidung von Wiederholungen ebenfalls auf die zutreffenden Ausführungen der Markenabteilung Bezug genommen.- 12 -b) Bezüglich der von der Markenabteilung nicht gelöschten Waren und Dienst-leistungen „Koch- und Kühlgeräte; Dienstleistungen zur Verpflegung und Beher-bergung von Gästen“ ist der Senat entgegen der Auffassung der Markenabteilung insbesondere aufgrund der von der Antragstellerin im Beschwerdeverfahren ein-gereichten umfangreichen Unterlagen der Meinung, dass auch insoweit die Ein-schränkung des § 8 Abs. 4 Satz 4 MarkenG nicht greift. Die Waren und Dienst-leistungen der Klassen 11 und 43 der streitgegenständlichen Marke sind Tätig-keitsbereichen zuzuordnen, die in einer sachlichen Beziehung zur Tätigkeit der Europäischen Gemeinschaft und/oder ihrer Institutionen stehen.Bezüglich der Waren in Klasse 11 „Koch- und Kühlgeräte“ belegen dies die von der Antragstellerin im Beschwerdeverfahren eingereichten Anlagen 1 - 4. Bei die-sen Waren handelt es sich um Haushaltsgeräte und elektrische Produkte, mit denen sich die Antragstellerin ausweislich der von ihr als Anlage 1 vorgelegten Mitteilung der Kommission unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit befasst. Auch der als Anlage 2 eingereichte Newsletter, der als Anlage 3 vorgelegte Internetaus-druck und die als Anlage 4 eingereichte Richtlinie belegen, dass das Europa-Emblem im Zusammenhang mit Haushaltsgeräten in der EU verwendet wird.Bezüglich der Dienstleistungen der Klasse 43 „Dienstleistungen zur Verpflegung und Beherbergung von Gästen“ ergibt sich aus den Anlagen 5 - 10, dass die Antragstellerin bzw. ihre Institutionen auf diesem Gebiet tätig sind. Ausweislich der Anlage 5 ist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) u. a. auf dem Gebiet der Lebensmittelsicherheit tätig. Dass die Europäische Gemeinschaft im Tourismusbereich aktiv ist, belegen die als Anlagen 6 - 8 vorgelegten Internet-ausdrucke der EU. Für eine Tätigkeit der Antragstellerin auf dem Gebiet der Dienstleistungen der Klasse 43 sprechen schließlich auch die Anlage 9, wonach die Europäische Kommission Hotels mit dem sog. GreenBuilding Award für Um-weltfreundlichkeit auszeichnet, und die Anlage 10, wonach die Europäische Union unter Verwendung des Europa-Emblems umweltorientierte Beherbergungsbe-triebe und Campingplätze kennzeichnet.- 13 -Da somit ein sachlicher Bezug zwischen sämtlichen Waren und Dienstleistungen der angegriffenen Marke und den Tätigkeitsbereich der Europäischen Gemein-schaft und/oder ihre Institutionen besteht, ist die angegriffene Marke vollständig zu löschen.3. Für eine Kostenauferlegung bestehen keine Gründe, so dass es bei dem Grundsatz zu verbleiben hat, dass jeder Beteiligte seine Kosten selbst trägt (§ 71 Abs. 1 Satz 2 MarkenG).Dr. Albrecht Kruppa WernerFa
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