BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 2 ARs 65/12 2 AR 35/12 vom 27. März 2012 in der Bußgeld sache gegen wegen Ordnungswidrigkeit Az.: 24 OWi 160/11 Amtsgericht Ma gdeburg Az.: 340 OWi 103/11 Amtsgericht Halle (Saale) - 2 - Der 2. Strafsenat des Bundesgerich tshofs hat nach Anhörung des Generalbu n- desanwalts am 27. März 2012 beschlossen: Für die zur Vollstreckung notwendig werdenden Entscheidungen ist das Amtsgericht Wuppertal - Jugendrichter - zuständig. Gründe: Nachdem ein rechtskräftiger Bußgeldbeschei d der Stadt Magdeburg nicht beitreibbar war, hat diese bei dem Amtsgericht Magdeburg die Erteilung einer Arbeitsauflage gegen die Betroffene beantragt, das die Sache an das Amtsgericht Halle abgegeben hat. Das Amtsgericht Halle hat das Verfahren weiterhin an das Amtsgericht Wuppertal abgegeben, weil die zur Ausübung der Personensorge berechtigte Mutter der Betroffenen dorthin verzogen ist. Der Aufenthalt der Betroffenen ist derzeit unbekannt. Das Amtsgericht Wuppertal hat die Übernahme des Verfahrens abgele hnt, worauf das Amtsgericht Halle die Sache dem Bundesgerichtshof vorgelegt hat. Der Bundesgerichtshof ist als gemeinsames oberes Gericht zur Bestimmung der Zuständigkeit berufen (§ 46 Abs. 1 OWiG i.V.m. § 14 StPO). Für die zur Vollstreckung des Bußgeldb escheids notwendig werdenden Entscheidungen ist das Amtsgericht Wuppertal - Jugendrichter - zuständig. Gemäß § 42 Abs. 1 Nr. 1 JGG ist auch der Jugendrichter zuständig, dem die fam i liengerichtlichen Erziehungsaufgaben für die Jugendliche obliegen. Dieser G erichtsstand hat hier ausnahmsweise - anders als im gerichtlichen Bußgel d- verfahren, in dem die Gerichtsstände gleichrangig sind (Senat, Beschluss vom 1 2 - 3 - 18. Januar 1974 - 2 ARs 369/73, BGHSt 25, 263, 265) - Vorrang vor dem al l- gemeinen Gerichtsstand (vgl. Eise nberg, JGG 15. Aufl. § 42 Rn. 6), zumal die sonst zur Auswahl befugte Staatsanwaltschaft (vgl. Senat, Beschluss vom 14. Mai 2008 - 2 ARs 168/08, NStZ 2008, 695) nicht am Verfahren beteiligt ist. Die Zuständigkeit für die familienrechtlichen Erziehungsaufga ben liegt bei dem Gericht, in dessen Bezirk das Fürsorgebedürfnis besteht. Bestehen keine and e- ren Anhaltspunkte, so ist dies das Gericht, das über Leistungen nach § 86 SGB VIII zu entscheiden hat. Dies ist das Gericht, in dessen Bezirk die zur Ausübung der Personensorge berechtigte Mutter ihren Wohnsitz hat. Ernemann Fischer Berger Eschelbach Krehl
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