Bundesarbeitsgericht 2. Senat Urteil vom 10. April 2014 - 2 AZR 812/12 - I. Arbeitsgericht Paderborn Urteil vom 23. November 2011 - 2 Ca 561/11 - II. Landesarbeitsgericht Hamm Urteil vom 17. Juli 2012 - 10 Sa 890/12 - Für die Amtliche Sammlung: Nein Entscheidungsstichwort: Ordentliche Änderungskündigung aus Gründen in der Person des Arbei t- nehmers Gesetze : GG Art. 140 iVm. WRV Art. 137 Abs. 3 Satz 1 und Satz 2; KSchG § 1 Abs. 2, § § 2, 4; BGB § § 293 ff., 305 ff. , 611 Abs. 1, §§ 612a, 615 Satz 1; Kirchliche Arbeits - und Vergütungsordnung für die (Erz - )Bistümer Aachen, Essen, Köln, Münster (nordrhein - westfälischer Teil) und Pade r- born (KAVO) § 33a Abs. 1, § 41 Abs. 3 Satz 1; Anlage 14 zur KAVO § 1 Abs. 1, § 2 Abs. 2 Satz 1; Anlage 2 0 zur KAVO Nr. 5; Mitarbeitervertr e- tungsordnung für das Bistum Paderborn in der Fassung der Bekanntm a- chung vom 3. Mai 2004, geändert am 15. Juli 2008 (MAVO) § 1a Abs. 2, § 30 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 5; SGB IV § 14; SGB X § 115 Leitsätze: keine - 2 - BUNDESARBEITSGERICHT 2 AZR 812/12 10 Sa 890/12 Landesarbeitsgericht Hamm Im Namen des Volkes! Verkündet am 10. April 2014 URTEIL Schmidt , Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle In Sachen Klägerin, Berufungsklägerin und Revisionsklägerin, pp. beklagtes, berufungsb eklagtes und revisionsbeklagtes Erzbistum, hat der Zweite Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Ve r- handlung vom 24. Oktober 2013 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesa r- beitsgericht Kreft, die Richterinnen am Bundesarbeitsgericht Rachor und Dr. Rinck sowie die ehrenamtlichen Richter Söller und Eulen für Recht erkannt: - 2 - 2 AZR 812/12 - 3 - 1. Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des La n- d esarbeitsgerichts Hamm vom 17. Juli 2012 - 10 Sa 890/12 - im Kostenausspruch und insoweit aufgehoben, wie es die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Paderborn vom 23. November 2011 - 2 Ca 561/11 - durch die Feststellung, dass das Arb eitsverhältnis der Parteien am 30. Juni 2011 gee n- det hat, und durch die Verurteilung des beklagten Er z- bistums zur Zahlung von 1.323,46 g- lich 2.694,15 2. Im Übrigen wird die Revision der Klägerin zurückgewi e- s en. 3. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung - auch über die Kosten des Revisions verfahrens - an das Landesarbeitsgericht zurückverwiesen. Von Rechts wegen! Tatbestand Die Parteien streiten über die Wirksamke it einer ordentlichen Änd e- rungskündigung und über Vergütungsansprüche. Die 1972 geborene Klägerin war seit Februar 1998 bei dem beklagten Erzbistum zunächst als Gemeindeassistentin und anschließend als Gemeind e- referentin beschäftigt. Sie erhielt zuletzt V ergütung nach Entgeltgruppe 10 St u- fe 5 der Anlage 5 (Entgelttabelle) zu § 23 der Kirchlichen Arbeits - und Verg ü- tungsordnung für das beklagte Erzbistum (KAVO) in Höhe von etwa 3.900,00 Euro brutto monatlich. Die Klägerin unterzeichnete vor Aufnahme ihrer Tätigkeit eine Erklärung mit welcher sie anerkannte , als Gemeindeassistentin bzw. - referentin in beso n- derer Weise am Sendungsauftrag der Kirche teilzunehmen. Sie verpflichtete sich, ihre arbeitsvertraglichen P flichten in besonderem Maße loyal zu erfüllen und bei der Ausübung ihres Dienstes kirchliche Vorschriften zu beachten und 1 2 3 - 3 - 2 AZR 812/12 - 4 - zu wahren. Ferner nahm sie gemäß der Vereinbarung zur Kenntnis, dass die Anlage 20 zur KAVO sowie das Diözesane Statut für Gemeinderef erentinnen und Gemeindereferenten im beklagten Erzbistum vom 11. September 1995 (Kirchliches Amtsblatt für die Erzdiözese Paderborn 1996 Stück 3 Nr. 30) nebst Anlagen in den jeweiligen Fassungen Bestandteil ihres Anstellungsvertrags se i- en. Mit Urkunde vom 5. Februar 2000 beauftragte der Erzbischof von P a- derborn die Klägerin in einer liturgischen Feier zum Dienst als Gemeinderef e- rentin im beklagten Erzbistum und verlieh ihr zugleich die Lehrbefugnis zur E r- teilung des katholischen Religionsunt errichts an Grund - , Haupt - , Sonder - , Real - und Gesamtschulen (missio canonica) . Nachdem die Klägerin zunächst im Pastoralverbund S tätig war, setzte das beklagte Erzbistum sie ab Mai 2007 auf ihren Wunsch im Past o ralverbund Paderborn ein. Ihre Klage auf Feststellung, dass sie nicht verpflichtet sei, ihren Wohnsitz in die Einsatzgemeinde zu verlegen, wies das Landesa r beitsgericht im August 2009 ab. Die Entscheidung wurde recht s kräftig. Von Ende Januar 2009 bis Ende Februar 2010 war die Klägerin a r- beitsunfähig erkrankt. Mit Schreiben vom 25. Januar 2010 beantragte sie ihre Umsetzung in den Pastoralverbund Se oder den Pastoralverbund H . In einem Gespräch über ihren künftigen Einsatz wurde ihr mitg e teilt, dass ihr di e kanon i- sche Beauftragung zum Dienst als Gemeindereferentin en t zogen werden solle. Das beklagte Erzbistum hörte die Klägerin zu dieser A b sicht außerdem mit Schreiben vom 11. Februar 2010 an. Mit Dekret vom 16. März 2010 entzog das beklagte Erzbistum der K l ä- gerin die mit Urkunde vom 5. Februar 2000 erteilte kanonische Beauftragung mit sofortiger Wirkung. Die Beauftragung stelle einen innerkirchlichen Rechtsakt dar, der zurückgenommen werden könne und müsse, wenn das für eine past o- rale Tätigkeit im Auftrag d es Diözesanbischofs erforderliche Vertrauensverhäl t- nis dauerhaft und irreparabel beschädigt sei. Die Klägerin habe während des Verfahrens über die Residenzpflicht wiederholt unwahre und ehrverletzende Tatsachenbehauptungen zum Nachteil des Bistums, des Bis chofs und von Mi t- 4 5 6 7 - 4 - 2 AZR 812/12 - 5 - arbeitern getätigt oder derartige Behauptungen durch ihren Ehemann geduldet und diese durch gezielten Einsatz der Presse in die Öffentlichkeit getragen. Die Behauptungen seien in hohem Maße geeignet gewesen, das Ansehen der Ki r- che und das Vertrauensverhältnis zum Bischof zu beschädigen. Die Klägerin beantragte erfolglos die Aussetzung des Vollzugs und Rücknahme des Dekrets. Ihre Beschwerde an den Apostolischen Stuhl nach can. 1737 des Codex Iuris Canonici in der Fassung vom 25. Januar 198 3 (CIC) wies die c ongregatio pro clericis mit Dekret vom 16. Oktober 2010 zurück. Im April 2010 wies das beklagte Erzbistum der Klägerin eine Tätigkeit im audiovisuellen Archiv des Instituts für Religionspädagogik und Medienarbeit zu, welcher diese zunäc hst nachkam. Mit Schreiben vom 13. Juli 2010 kündigte sie an, ab dem 26. Juli 2010 ein Zurückbehaltungsrecht an ihrer Arbeitsleistung wegen nicht vertragsgemäßer Beschäftigung geltend zu machen. In einem Pe r- sonalgespräch von diesem Tage wurde ihr angeboten , eine Arbeitshilfe für den l- len. Die Tätigkeit betreffe religionspädagogische Aufgaben, entspreche in vo l- lem Umfang ihrer Ausbildung und sei der Entgeltgruppe 9 bis 10 zuzuordnen. Die Klägerin lehnte die angebotene Beschäftigung ab. Das beklagte Erzbistum zahlte ihr daraufhin ab dem 26. Juli 2010 kein Arbeitsentgelt mehr. Die Klägerin erhob Klage auf Beschäftigung als Gemeindereferentin und Zahlung der vertraglichen Vergütung für die Zeit vom 26. Juli bis zum 3 0. September 2010. Nachdem der Klage erstinstanzlich überwiegend stattg e- geben worden war, erklärte das beklagte Erzbistum mit Schreiben vom 2. und 22. Dezember 2010 - nach Anhörung der Mitarbeitervertretung - außerordentl i- che Kündigungen, jeweils verbunden mit dem Angebot, das Arbeitsverhältnis zu geänderten Bedingungen als Sekretärin mit einer Vergütung gemäß Entgel t- gruppe 5 Stufe 5 KAVO fortzusetzen. Nach erneuter Anhörung der Mitarbeite r- vertretung erklärte es am 29. Dezembe r 2010, wiederum verbunden mit dem Angebot einer Weiterbeschäftigung als Sekretärin, eine ordentliche Kündigung zum 30. Juni 2011. Die Klägerin lehnte das Änderungsangebot ab. 8 9 10 - 5 - 2 AZR 812/12 - 6 - Auf die Berufung des beklagten Erzbistums wies das Landesarbeitsg e- richt im Sep tember 2011 das Begehren der Klägerin auf Beschäftigung als G e- meindereferentin und Zahlung der Vergütung für die Zeit bis zum 30. September 2010 ab. Es könne dahinstehen, ob dem Beschäftigungsa n- spruch bereits der Entzug der Beauftragung als Gemeindereferen tin entgege n- stehe. Er sei jedenfalls aufgrund der nicht offensichtlich unwirksamen Änd e- rungskündigungen entfallen. Ein Vergütungsanspruch scheide aus, da die Kl ä- gerin das Angebot des Bistums, eine Arbeitshilfe für den Unterricht in der Grundschule zu erste llen, abgelehnt habe. Das Urteil wurde rechtskräftig. Im vorliegenden Rechtsstreit hat sich die Klägerin gegen die Wirksa m- keit der Änderungskündigungen vom 2., 22. und 29. Dezember 2010 gewandt und für die Zeit vom 26. Juli bis zum 30. September 2010 Nach zahlung von insgesamt 103,24 Euro wegen einer zum 1. März 2010 erfolgten Vergütungse r- höhung begehrt. Sie hat ferner die Zahlung von Verzugslohn für die Zeit vom 1. Oktober bis zum 2. Dezember 2010 in Höhe von insgesamt 8.286,03 Euro und der Weihnachtszuwen dung für das Jahr 2010 in Höhe von 80 vH ihres Bru t tomonatsgehalts verlangt. Auf den Gesamtbetrag in Höhe von 11.565,58 Euro brutto hat sie sich Leistungen zur Sicherung des Lebensunte r- halts iHv. 2.694,15 Euro anrechnen lassen. Hilfsweise hat sie Anspruch auf A b- geltung von 27 Urlaubstagen erhoben. Die Klägerin hat die Auffassung vertreten, das beklagte Erzbistum kö n- ne sich zur Begründung der Änderungskündigungen nicht auf den Entzug ihrer kanonischen Beauftragung berufen. Anderenfalls vermöge es sich selbs t einen Kündigungsgrund zu schaffen. Sie habe als Gemeindereferentin kein kirchl i- ches Amt bekleidet, sondern sei lediglich zu einem Dienst beauftragt worden. Ihr Arbeitsverhältnis sei gekündigt worden, weil sie in vorangegangenen Pr o- zessen ihre Rechte ausg eübt habe. Das Änderungsangebot sei unzumutbar, da es unnötig weit in ihre Rechte eingreife. Die Klägerin hat beantragt 1. festzustellen, dass das zwischen den Parteien b e- stehende Arbeitsverhältnis weder durch die außero r- dentlichen Kündigungen seitens des beklagten Er z- 11 12 13 14 - 6 - 2 AZR 812/12 - 7 - bistums vom 2. und 22. Dezember 2010 noch durch dessen ordentliche Kündigung vom 29. Dezember 2010 beendet worden ist; 2. das beklagte Erzbistum zu verurteilen, an sie 11.565,58 Euro brutto abzüglich 2.694,15 Euro netto zzgl. Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank aus 9,10 Euro seit dem 1. August 2010, aus 47,07 Euro seit dem 1. September 2010, aus weiteren 47,07 Euro seit dem 1. Oktober 2010, aus 3.970,39 Euro seit dem 1. November 2010, aus 7.146,70 Euro seit dem 1. Dezember 2010 sowie aus 345,25 Euro seit dem 1. Januar 2011 zu zahlen; 3. hilfsweise für den Fall des Unterliegens mit dem A n- trag zu 1) das beklagte Erzbistum zu verurteilen, an sie 4.947,75 Euro brutt o abzüglich 2.266,29 Euro netto nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank seit dem 1. Juli 2011 zu zahlen. Das beklagte Erzbistum hat beantragt, die Klage abzuweisen. Es hat die Auffassun g vertreten, jedenfalls die ordentliche Änderungskündigung sei aus Gründen in der Person der Klägerin sozial gerechtfertigt. Der Klägerin fehle nach dem Entzug der kanonischen Beauftragung die Voraussetzung für die Ausübung einer Tätigkeit als Gemeinderefe rentin. Das Selbstbestimmungsrecht der Kirche verbiete es den Arbeitsgerichten, diesen in der kirchlichen Gericht s- barkeit abschließend gewürdigten Sachverhalt einer eigenen Prüfung zu unte r- ziehen. Die Klägerin habe keinen Anspruch auf Annahmeverzugslohn, d a sie nicht leistungsfähig gewesen sei. Der Anspruch auf Urlaubsabgeltung hänge davon ab, ob das Arbeitsverhältnis zum 30. Juni 2011 ende. Solange dies nicht rechtskräftig feststehe, liege eine unzulässige Klage auf künftige Leistung vor. Das Arbeitsgeri cht hat festgestellt, dass das Arbeitsverhältnis zwischen den Parteien durch die außerordentlichen Änderungskündigungen nicht aufg e- löst worden ist. Es hat das beklagte Erzbistum verurteilt, an die Klägerin eine anteilige Weihnachtszuwendung in Höhe von 1.3 23,46 Euro brutto abzgl. 2.694,15 Euro netto nebst Zinsen zu zahlen. Im Übrigen hat es die Klage a b- gewiesen. Auf die Berufung der Klägerin hat das Landesarbeitsgericht das b e- klagte Erzbistum zur Zahlung von Urlaubsabgeltung verurteilt. Im Übrigen hat 15 16 - 7 - 2 AZR 812/12 - 8 - es di e Berufung der Klägerin zurückgewiesen. Mit der Revision verfolgt die Kl ä- gerin ihre Anträge weiter, soweit sie mit ihnen vor dem Landesarbeitsgericht unterlegen ist. Entscheidungsgründe Die Revision hat teilweise Erfolg. Mit der von ihm gegebenen Begrü n- dung durfte das Landesarbeitsgericht nicht annehmen, das zwischen den Pa r- teien bestehende Arbeitsverhältnis sei durch die ordentliche Änderungskünd i- gung des beklagten Erzbistums vom 29. Dezember 2010 zum 30. Juni 2011 aufgelöst worden. Ob die Kündigung wir ksam ist, steht noch nicht fest. Von der der Klägerin zugesprochenen - anteiligen - Weihnachtszuwendung für das Jahr 2010 in Höhe von 1.323,46 Euro brutto hat das Landesarbeitsgericht zu U n- recht einen Betrag in Höhe von 2.694,15 Euro netto in Abzug gebrach t. In we l- cher Höhe sich die Klägerin erhaltene Sozialleistungen auf diesen Anspruch anrechnen lassen muss, bedarf weiterer Sachaufklärung. Im Übrigen ist die R e- vision unbegründet. Die Klägerin hat weder einen Anspruch auf den begehrten Verzugslohn noch auf eine - im Bruttobetrag - höhere Weihnachtszuwendung für das Jahr 2010. I. Die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts über die ordentliche Änd e- rungskündigung ist aufzuheben und die Sache insoweit an das Landesarbeit s- gericht zurückzuverweisen. Nach den bis herigen Feststellungen steht nicht fest, dass sich das beklagte Erzbistum darauf beschränkt hat, mit der Kündigung solche Änderungen vorzuschlagen, die die Klägerin billigerweise hätte hinne h- men müssen. 1. Der Antrag der Klägerin ist zu Recht nach § 4 Sat z 1 KSchG auf die Feststellung gerichtet, das Arbeitsverhältnis der Parteien sei durch die Künd i- gung vom 29. Dezember 2010 nicht aufgelöst worden. Die Klägerin hat das mit der Kündigung verbundene Änderungsangebot nicht, auch nicht unter dem Vorbehalt des § 2 KSchG, angenommen. Damit bleibt es bei der in der Änd e- 17 18 19 - 8 - 2 AZR 812/12 - 9 - rungskündigung enthaltenen Kündigungserklärung. Die Parteien strei t en - anders als wenn die Klägerin das mit der Kündigung verbundene Änderung s- angebot unter dem Vorbehalt des § 2 KSchG angenommen hä tte - nicht über die Wirksamkeit der Änderung der Arbeitsbedingungen iSv. § 4 Satz 2 KSchG, sondern über eine Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses durch die Kündigung (vgl. KR - Friedrich 10. Aufl. § 4 KSchG Rn. 284; APS/Hesse 4. Aufl. § 4 KSchG Rn. 116; Mü KoBGB/Hergenröder 6. Aufl. § 4 KSchG Rn. 93; ErfK/Kiel 13. Aufl. § 4 KSchG Rn. 27; umgekehrt für den Fall der Annahme unter Vorbehalt BAG 19. Juli 2012 - 2 AZR 25/11 - Rn. 20, 21) . 2. Der Kündigungsschutzantrag ist nicht deshalb unbegründet, weil zw i- schen den Parteien kein Arbeitsverhältnis bestanden hätte. Die Klägerin ist vom beklagten Erzbistum als Arbeitnehmerin beschäftigt worden. Die Parteien ha t- ten entsprechend Nr. 5 des Diözesanen Statuts für Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im beklagte n Erzbistum vom 28. Dezember 1995 (Kirchl i- ches Amtsblatt für die Erzdiözese Paderborn 1996 Stück 3 Nr. 30; abgelöst durch das Diözesane Statut vom 1. Dezember 2006, Kirchliches Amtsblatt für die Erzdiözese Paderborn 2006 Stück 11 Nr. 142) die Bedingungen des Anste l- lungsverhältnisses der Klägerin als Gemeindereferentin in einem Arbeitsvertrag geregelt. Hierüber besteht zwischen ihnen kein Streit. 3. Die Kündigung ist nicht deshalb unwirksam, weil eine ordentliche Kü n- digung des Arbeitsverhältnisses durch da s beklagte Erzbistum nach § 41 Abs. 3 Satz 1 KAVO ausgeschlossen gewesen wäre. Voraussetzung dafür ist, dass der Arbeitnehmer mehr als 15 Jahre beschäftigt und älter als 40 Jahre ist. Die Klägerin hatte im maßgeblichen Zeitpunkt des Zugangs der Kündigung - unabhängig davon, ob sie bereits über eine hinreichende Beschäftigungszeit verfügte - das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet. 4. Ob die Kündigung gemäß § 2 iVm. § 1 Abs. 2 KSchG sozial gerechtfe r- tigt ist, steht noch nicht fest. Zwar fehlte der Klägerin nach dem Entzug der k a- nonischen Beauftragung voraussichtlich auf Dauer die Befähigung für die ve r- traglich vereinbarte Tätigkeit als Gemeindereferentin im beklagten Erzbistum. Der Senat kann aber nicht selbst beurteilen, ob das Bistum der Klägerin eine 20 21 22 - 9 - 2 AZR 812/12 - 10 - Änd erung der Arbeitsbedingungen angeboten hat, die sich nicht weiter als e r- forderlich vom bisherigen Vertragsinhalt entfernte. a) Bedienen sich die Kirchen der Privatautonomie, um Arbeitsverhältnisse zu begründen, so findet auf diese das staatliche Arbeitsre cht Anwendung. Die Einbeziehung der kirchlichen Arbeitsverhältnisse in das staatliche Arbeitsrecht Art. 140 GG , Art. 137 Abs. 3 Satz 1 WRV allerdings nicht auf. Sie darf deshal b die verfassungsrechtlich geschützte Eigenart des kirchlichen Dienstes, das kirchliche Proprium, nicht in Frage stellen. Die Verfassungsgarantie des Selbs t- bestimmungsrechts bleibt auch für die Gestaltung der Arbeitsverhältnisse w e- sentlich (vgl. BVerfG 4. Juni 1985 - 2 BvR 1703/83 ua. - zu B II 1 d der Gründe, BVerfGE 70, 138 ; BAG 25. April 2013 - 2 AZR 579/12 - Rn. 25) . b) Eine Änderungskündigung iSv. § 2 KSchG ist sozial gerechtfertigt, wenn das Änderungsangebot des Arbeitgebers durch Gründe iSd. § 1 Abs. 2 KSchG bedingt ist und sich darauf beschränkt, solche Änderungen vorzusehen, die der Arbeitnehmer billigerweise hinnehmen muss (vgl. für die betriebsbedin g- te Änderungskündigung BAG 20. Juni 2013 - 2 AZR 396/12 - Rn. 16; 23. Februar 2012 - 2 AZR 44/11 - Rn. 34) . D ieser Maßstab gilt unabhängig d a- von, ob der Arbeitnehmer das Änderungsangebot - wie im Streitfall - abgelehnt oder unter Vorbehalt angenommen hat (vgl. BAG 20. Juni 2013 - 2 AZR 396/12 - aaO; 23. Februar 2012 - 2 AZR 44/11 - aaO) . Ob der Arbeitnehmer eine ihm vorgeschlagene Änderung billigerweise akzeptieren muss, ist nach dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zu beurteilen. Die Änderungen müssen geeignet und erforderlich sein, um den Inhalt des Arbeitsvertrags den geände r- ten Beschäftigungsmöglichkeiten anzupas sen. Diese Voraussetzungen müssen für alle vorgesehenen Änderungen vorliegen. Ausgangspunkt ist die bisherige vertragliche Regelung. Die angebotenen Änderungen dürfen sich von deren Inhalt nicht weiter entfernen, als zur Erreichung des angestrebten Ziels e rforde r- lich ist (BAG 20. Juni 2013 - 2 AZR 396/12 - Rn. 17; 15. Januar 2009 - 2 AZR 641/07 - Rn. 15) . 23 24 - 10 - 2 AZR 812/12 - 11 - c) Für eine Änderung der Vertragsbedingungen lagen im Streitfall Gründe in der Person der Klägerin iSv. § 2 iVm. § 1 Abs. 2 KSchG vor. aa) Als Gründe i n der Person, die eine ordentliche Kündigung nach § 1 Abs. 2 Satz 1 KSchG sozial rechtfertigen können, kommen Umstände in B e- tracht, die auf den persönlichen Verhältnissen oder Eigenschaften des Arbei t- nehmers beruhen. Eine auf sie gestützte Kündigung kann s ozial gerechtfertigt sein, wenn der Arbeitnehmer aus Gründen in seiner Person - die nicht von ihm verschuldet sein müssen - zu der nach dem Vertrag vorausgesetzten Arbeit s- leistung ganz oder teilweise nicht mehr in der Lage ist. In diesen Fällen liegt in de r Regel eine erhebliche und dauerhafte Störung des vertraglichen Au s- tauschverhältnisses vor, der der Arbeitgeber, wenn keine andere Beschäftigung mehr möglich ist, mit einer Kündigung begegnen kann (vgl. für eine Beend i- gungskündigung BAG 6. September 2012 - 2 AZR 372/11 - Rn. 19; für eine a u- ßerordentliche ( Änderungs - )K ündigung mit Auslauffrist 2 8. Oktober 2010 - 2 AZR 688/09 - Rn. 32; 26. November 2009 - 2 AZR 272/08 - Rn. 24, BAGE 132, 299) . bb) Nach dem Entzug der kanonischen Beauftragung war die Klägerin v o- raussichtlich dauerhaft nicht mehr in der Lage, die nach dem Vertrag vorausg e- setzte Arbeitsleistung als Gemeindereferentin im beklagten Erzbistum zu e r- bringen. (1) Dies folgt nicht schon daraus, dass der von der Klägerin im Vorprozess erhobene Anspruch auf Beschäftigung als Gemeindereferentin rechtskräftig a b- gewiesen wurde. (a) Der Umfang der materiellen Rechtskraft gemäß § 322 Abs. 1 ZPO ist aus dem Urteil und den dazu ergangenen Gründen zu bestimmen. Bei einer klageabweisenden Entscheidung ist der aus der Begründung zu ermittelnde ausschlaggebende Abweisungsgrund Teil des in Rechtskraft erwachsenden Entscheidungssatzes und nicht allein ein Element der Entscheidungsbegrü n- dung (BAG 20. November 2012 - 1 AZR 611/11 - Rn. 89; BGH 24. Juni 1993 - III ZR 43/92 - zu III 1 der Gründe ) . 25 26 27 28 29 - 11 - 2 AZR 812/12 - 12 - (b) Dass eine Weiterbeschäftigung der Klägerin als Gemeindereferentin dem beklagten Erzbistum unmöglich gewesen wäre, steht danach noch nicht rechtskräftig fest. Ausschlaggebender Grund für die Abweisung der Klage au f Beschäftigung als Gemeindereferentin war allein, dass das beklagte Erzbistum zwischenzeitlich ua. die hier gegenständliche Änderungskündigung erklärt ha t- te, welche den Beschäftigungsanspruch der Klägerin als Gemeindereferentin entfallen ließ. (2) Das La ndesarbeitsgericht hat zu Recht angenommen, dem beklagten Erzbistum sei nach Maßgabe seines kirchlichen Selbstverständnisses eine We i- terbeschäftigung der Klägerin als Gemeindereferentin unmöglich gewesen, nachdem dieser ihre kanonische Beauftragung entzoge n worden sei. (a) Die staatlichen Gerichte haben ihrer Prüfung grundsätzlich die Anford e- rungen zugrunde zu legen, die nach dem kirchlichen Selbstverständnis an die Ausübung kirchlicher Ämter zu stellen sind. Nach Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 1 und Abs. 3 WRV ordnet und verwaltet jede Religionsgesellschaft ihre Angelegenheiten selbstständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Sie verleiht ihre Ämter ohne Mitwirkung des Staates. Damit erkennt der Staat die Kirchen als Institutione n mit dem Recht der Selbstbestimmung an, die ihrem Wesen nach unabhängig vom Staat sind und ihre Gewalt nicht von ihm herleiten (BVerfG 9. Dezember 2008 - 2 BvR 717/08 - Rn. 3) . Die Folge ist, dass der Staat in ihre inneren Verhältnisse nicht eingreifen da rf (BVerfG 9. Dezember 2008 - 2 BvR 717/08 - Rn. 4; 17. Februar 196 5 - 1 BvR 732/64 - zu II 1 der Gründe, BVerfGE 18, 385 ) . Die Ausgestaltung des innerkirchlichen Dienst - und Amtsrechts unterliegt nach Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 Satz 2 WRV dem kirchlichen Selbstbestimmungsrecht und ist - sofern die Kirchen es nicht selbst dem staatlichen Recht unterstellen - der Gerichtsbarkeit des Sta a- tes entzogen (BVerfG 9. Dezember 2008 - 2 BvR 717/08 - Rn. 7) . Das kirchl i- che Selbstbestimmungsrecht und die in Art. 137 Abs. 3 Satz 2 WRV ausdrüc k- lich gewährleistete Ämterautonomie umfassen das Recht festzulegen, welche Kirchenämter einzurichten, wie diese zu besetzen und welche Anforderungen an die Amtsinhaber zu st ellen sind (BVerfG 9. Dezember 2008 - 2 BvR 717/08 - 30 31 32 - 12 - 2 AZR 812/12 - 13 - Rn. 14; BVerwG 25. November 1982 - 2 C 21/78 - zu II 1 der Gründe, BVerw GE 66, 241 ) . (b) Nach dem Selbstverständnis des beklagten Erzbistums als Teil der ve r- fassten Kirchen handelt es sich bei dem pas toralen Dienst einer Gemeinderef e- rentin um ein Kirchenamt iSv. can. 145 CIC, dessen Ausübung konstitutiv einer kanonischen Beauftragung gemäß can. 228 § 1 CIC bedarf. In Nr. 5 der Anl a- ge 20 zur KAVO ist demgemäß vorgesehen, dass die Mitarbeiter im pastoral en Dienst des Bistums durch den Diözesanbischof beauftragt werden. (c) Anhaltspunkte dafür, dass dieses Verständnis deshalb unplausibel sei, weil ein kirchliches Amt nur das geistliche Amt des Priestertums sein könne, bestehen entgegen der Auffassung der Klägerin nicht. (aa) Nur das Priesteramt ist zwar mit der sog. sacra potestas ausgestattet (Bethke Das kirchenamtliche Dienstverhältnis von Laien S. 15 mwN) . Daneben können aber auch Laien zu besonderen kirchlichen Ämtern mit geistlicher Zie l- setzung heran gezogen werden (Bethke Das kirchenamtliche Dienstverhältnis von Laien S. 17 mwN) , wenn die zuständige kirchliche Autorität solche Ämter zusätzlich schafft (vgl. Hallermann TThZ 108 (1999), 200, 207) . Can. 145 § 1 CIC sieht die Möglichkeit der Einrichtung e ines kirchlichen Amts durch kirchl i- auf die Stellung von Laien teilweise vermieden (vgl. Bethke Das kirchenamtliche Dienstverhältnis von Laien S. 23) . Dennoch handelt es sich bei der Tätigkeit einer Gemeindereferentin nicht um einen nur vorübergehend eingerichteten (vgl. Hallermann TThZ 108 (1999), 200, 206 f.) , sondern um einen ständigen Dienst zur Erfüllung eines geistlichen Zwecks. Er muss nach can. 145 § 1 CIC durch eine zuständige Autorität übertragen werden und er mächtigt den Berufenen zum Handeln im Namen der Kirche (vgl. Bethke Das kirchenamtliche Dienstverhältnis von Laien S. 45, 47; Hallermann TThZ 108 (1999), 200, 207 f., 214 ff.) . Der bischöflic he Auftrag hebt die Tätigkeit einer Gemeindereferentin über die einem jeden Katholiken eingeräumte Fähigkeit heraus (vgl. Bethke Das kirchenamtliche Dienstverhältnis von Laien S. 45) . Die Entscheidung der congregatio pro clericis über die Beschwerde der Kl ägerin 33 34 35 - 13 - 2 AZR 812/12 - 14 - gegen den Entzug ihrer kanonischen Beauftragung hat dieses Verständnis vom Dienst einer Gemeindereferentin als Kirchenamt bestätigt. (bb) Im beklagten Erzbistum wurde der besondere Dienst der Gemeinder e- ferentinnen und Gemeindereferenten teilkirchli ch eingerichtet und festgelegt, dass der Erzbischof die dazu ausersehenen Personen ausdrücklich beauftragt (vgl. Nr. 1 des Diözesanen Statuts für Gemeindereferentinnen und Gemeind e- r e ferenten im beklagten Erzbistum vom 28. Dezember 1995, Kirchliches Amt s- bla tt für die Erzdiözese Paderborn 1996 Stück 3 Nr. 30, abgelöst durch das D i- özesane Statut vom 1. Dezember 2006, Kirchliches Amtsblatt für die Erzdiöz e- se Paderborn 2006 Stück 11 Nr. 142) . (d) In ihrer Erklärung von Januar 1998 hat die Klägerin die Geltung der A n- lage 20 zur KAVO sowie des Diözesanen Statuts für Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im beklagten Erzbistum vom 11. September 1995 für ihr Arbeitsverhältnis anerkannt. Einer ausdrücklichen arbeitsvertraglichen Ve r- einbarung, ihre Beschäftigu ng als Gemeindereferentin setze eine kanonische Beauftragung voraus, bedurfte es daneben nicht. (3) Die für den Dienst als Gemeindereferentin konstitutive kanonische B e- auftragung ist der Klägerin von der dafür zuständigen kirchlichen Stelle - bestätigt von der congregatio pro clericis und für die staatlichen Gerichte ve r- bindlich - entzogen worden. (a) Eine Kontrolle dieser kircheninternen Maßnahme durch die staatlichen Gerichte findet grundsätzlich nicht statt. Den Kirchen ist gemäß Art. 137 Abs. 3 Satz 2 WRV ein besonderer Schutz bei der Ämtervergabe zuzubilligen. Weder die Ämtervergabe noch der Amtsentzug unterliegen dem staatlichen Recht s- schutz (Mager in v. Münch/Kunig GG Bd. 2 6. Aufl. Art. 140 Rn. 47; Lücke EuGRZ 1995, 651, 654 f.) . So st ellt auch der Entzug der missio canonica einen innerkirchlichen Akt dar, der aufgrund des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts einer arbeitsgerichtlichen Überprüfung nicht zugänglich ist (BAG 25. Mai 1988 - 7 AZR 506/87 - zu I 3 c der Gründe) . Staatliche M itwirkungsrechte bei der B e- setzung kirchlicher Ämter können nur auf g rund vertraglicher Vereinbarungen 36 37 38 39 - 14 - 2 AZR 812/12 - 15 - zwischen Staat und Religionsgemeinschaften begründet werden (Korioth in Maunz/Dürig GG Stand Januar 2013 Art. 140 GG/Art. 137 WRV Rn. 31) . (b) Der Europ äische Gerichtshof für Menschenrechte hat dieses Primat des kirchlichen Selbstverständnisses im Hinblick auf Art. 6 Abs. 1 EMRK anerkannt. Auf Maßnahmen, die zum Kirchenrecht zählen und nicht Teil des Staatsrechts sind, findet Art. 6 EMRK keine Anwendung ( vgl. EGMR 6. Dezember 2011 - 38254/04 - Rn. 79 ff . , 88) . (c) Der Entzug der kanonischen Beauftragung der Klägerin für den Dienst als Gemeindereferentin steht nicht im Widerspruch zu Grundprinzipien der Rechtsordnung, wie sie im allgemeinen Willkürverbot ( Art. 3 Abs. 1 GG ) , den guten Sitten iSd. § 138 BGB oder dem ordre public ihren Niederschlag gefu n- den haben. (aa) Die congregatio pro clericis hat den Entzug der Beauftragung mit Blick darauf gebilligt, dass die Klägerin ihrer Residenzpflicht nicht nachgekommen und das erforderliche Vertrauensverhältnis für eine pastorale Tätigkeit im Au f- trag des Erzbischofs irreparabel beschädigt sei. Sie hat d arin den nach can. 193 § 1 CIC erforderlichen schwerwiegenden Grund dafür gesehen, die Klägerin ihres Amts zu entheben. (bb) Dies lässt jedenfalls keinen Widerspruch zu Grundprinzipien der Rechtsordnung erkennen. Es ist nicht willkürlich, in einer möglich en Verletzung von Dienst - bzw. Amtspflichten verbunden mit einem Verlust des für die Amt s- ausübung nach dem kirchlichen Selbstverständnis erforderlichen Vertrauens einen Grund für den Entzug des Amts zu sehen. Es unterliegt keiner Überpr ü- fung durch die staa tlichen Gerichte, welche Umstände im Einzelnen die en t- sprechende innerkirchliche Einschätzung gerechtfertigt haben und ob diese z u- trifft. 40 41 42 43 - 15 - 2 AZR 812/12 - 16 - (4) Mit dem Entzug der kanonischen Beauftragung fehlte der Klägerin da u- erhaft die Befähigung für die vertraglich v ereinbarte Tätigkeit einer Gemeinder e- ferentin. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass eine erneute Beauftragung zu erwarten gewesen wäre. Entgegen der Auffassung der Klägerin ist der Entzug ihrer kanonischen Beauftragung nicht deshalb kündigungsschutzrech tlich unb e- achtlich, weil er auf einer Entscheidung des Bistums selbst beruht. Dieses hat sich damit nicht willkürlich selbst einen Kündigungsgrund geschaffen. Es war bei seiner Entscheidung an die kirchenrechtlichen Voraussetzungen nach can. 193 § 1 CIC ge bunden. Ob diese beachtet wurden, unterlag zudem der kircheninternen Kontrolle, ua. durch die congregatio pro clericis . Die Beschrä n- kung auf eine ausschließlich innerkirchliche Überprüfung dieser Maßnahme ist vom verfassungsrechtlich garantierten Selbstbes timmungsrecht der Kirche u m- fasst und einer Kontrolle durch die staatlichen Gerichte entzogen. d) Aufgrund des Wegfalls der Befähigung der Klägerin für die vertraglich geschuldete Tätigkeit als Gemeindereferentin ist eine Änderung der vertragl i- chen Arbeits bedingungen notwendig geworden. Nach den bisherigen Festste l- lungen ist offen, ob das beklagte Erzbistum mit dem Angebot, die Klägerin als Sekretärin mit Vergütung nach Entgeltgruppe 5 weiterzubeschäftigen, die A n- passung auf das objektiv erforderliche Maß beschränkt hat. Die entsprechende Sachaufklärung wird das Landesarbeitsgericht nachzuholen haben. aa) Die Klägerin hat geltend gemacht, das Angebot einer Teilzeitstelle mit der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit und einer Vergütung nach Entgeltgru p- pe 10 hätte die bisherigen Vertragsbedingungen weniger geändert. Sie hat sich damit zumindest konkludent darauf berufen, mit den ihr zuvor angebotenen rel i- gionspädagogischen Aufgaben im Institut für Religionspädagogik und Medie n- arbeit weiterbeschäftigt werden zu können. bb) Damit hat die Klägerin entgegen der Auffassung des Landesarbeitsg e- richts hinreichend ausgeführt, wie sie sich eine anderweitige, ihrer bisherigen Tätigkeit näher kommende Beschäftigung vorstellt. Es ist im Rahmen von § 2 iVm. § 1 Abs. 2 Satz 2 KSchG nicht erforderlich, dass der Arbeitnehmer einen ganz bestimmten freien Arbeitsplatz bezeichnet. Er genügt seiner Darlegung s- 44 45 46 47 - 16 - 2 AZR 812/12 - 17 - last in der Regel schon dadurch, dass er angibt, an welchen Betrieb er denkt und welche Art der Beschäftigung er meint (BAG 2 5. Oktober 2012 - 2 AZR 552/11 - Rn. 30; 24. Mai 2012 - 2 AZR 62/11 - Rn. 28 , BAGE 142, 36 ) . Es war daher Sache des beklagten Erzbistums, substantiiert zu erläutern, aus welchem Grund eine Beschäftigung der Klägerin auf einem Arbeitsplatz mit den angeb o- ten en religionspädagogischen Aufgaben nicht möglich gewesen sei. Das La n- desarbeitsgericht wird ihm Gelegenheit zu ergänzendem Vorbringen zu geben haben. In der vom Bistum in Bezug genommenen Anhörung der Mitarbeiterve r- tretung vom 16. Dezember 2010 wurde ledig lich ausgeführt, die Klägerin habe zumutbare andere Tätigkeiten abgelehnt. cc) Die vorausgegangene Ablehnung der nunmehr ins Spiel gebrachten Tätigkeit hindert die Klägerin nicht, sich auf diese Änderungsmöglichkeit zu b e- rufen. Ihr Verhalten wäre nur dan n widersprüchlich, wenn sie zuvor hätte e r- kennen lassen, sie werde ein entsprechendes Angebot unter keinen Umstä n- den, auch nicht bei Ausspruch einer Änderungskündigung und auch nicht unter dem Vorbehalt des § 2 KSchG annehmen (vgl. BAG 21. April 2005 - 2 A ZR 132/04 - zu B II 4 c ee der Gründe, BAGE 114, 243) . Dafür gibt es keine A n- haltspunkte. dd) Auch das Angebot einer Weiterbeschäftigung mit Aufgaben der En t- geltgruppe 10 zu einem geringeren zeitlichen U mfang als bisher hätte weniger weit vom bisherigen A rbeitsvertrag der Klägerin entfernt sein können als die angebotene Vollzeitstelle als Sekretärin. Dies gilt selbst dann, wenn die Kläg e- rin aufgrund des geringeren Beschäftigungsumfangs trotz der höheren Entgel t- gruppe weniger verdient hätte als bei einer Be schäftigung als Sekretärin in Vol l- zeit. (1) Im Arbeitsverhältnis kommt der Höhe der Vergütung pro Zeiteinheit und damit der Wertigkeit der Tätigkeit eine besondere Bedeutung zu. Diese bleibt - anders als beim Angebot einer geringer wertigen Tätigkeit mit unverä n- dertem Stundenumfang - bei einer bloßen Reduzierung des Beschäftigungsu m- fangs gleich. Sie stellt deshalb grundsätzlich den weniger weit reichenden Ei n- griff in das vertragliche Austauschverhältnis dar. 48 49 50 - 17 - 2 AZR 812/12 - 18 - (2) Daran ändert sich im Grundsatz nichts, wenn der Arbeitnehmer auf der Teilzeitstelle mit höherwertiger Tätigkeit insgesamt eine geringere Vergütung erzielt als auf der Vollzeitstelle mit geringerwertiger Tätigkeit. Zwar verschlec h- tert sich dadurch sein Gesamtvergütungsanspruch. Der höhere Gesamtve r- d ienst auf der geringer bewerteten Vollzeitstelle wiegt aber den objektiven Vo r- teil der Beschäftigung mit einer höherwertigen Tätigkeit auf einer Teilzeitstelle in der Regel nicht auf. Dieser liegt darin, dass der Arbeitnehmer seine aufgrund der Teilzeitbes chäftigung frei werdende Arbeitskraft anderweitig verwerten oder nutzen kann. Zudem hat er bei einer Beschäftigung in Teilzeit die Möglichkeit, dem Arbeitgeber nach § 9 TzBfG den Wunsch nach einer Verlängerung seiner Arbeitszeit anzuzeigen mit der Folge, d ass er bei der zukünftigen Besetzung eines geeigneten freien Arbeitsplatzes uU bevorzugt berücksichtigt werden muss. Nicht zuletzt ermöglicht ihm eine Weiterbeschäftigung auf der Teilzei t- ste l le mit höherwertiger Tätigkeit eher den Erhalt seiner Qualifikati onen. (3) Im Streitfall würde der objektive Vorteil der Beibehaltung einer nach Entgeltgruppe 10 zu vergütenden Tätigkeit bei einem Beschäftigungsumfang von 50 vH - wie von der Klägerin geltend gemacht - nicht dadurch aufgewogen, dass nach dem Vorbringen des beklagten Erzbistums die Klägerin als Sekret ä- rin in Vollzeit 2.650,82 Euro brutto, in ihrer bisherigen Entgeltgruppe 10 dann hingegen nur 1.997,10 Euro verdient hätte, was einem Unterschied in Höhe von 394,89 Euro netto entspräche. Eine solche Vergütun gsdifferenz von - auf Bru t- tobasis - weniger als 25 vH vermöchte die erhebliche Herabstufung nach der Art der Tätigkeit, verbunden mit einer Herabgruppierung um fünf Entgeltgru p- pen bei weiterhin voller Arbeitszeit, nicht zu kompensieren. ee) Die Notwendigk eit, die Anpassung der Vertragsbedingungen auf das objektiv erforderliche Maß zu beschränken, stellt keine Überforderung des A r- beitgebers dar. Sofern im Einzelfall schwierig zu bestimmen sein sollte , welches von mehreren möglichen Änderungsangeboten sich w eniger weit vom bisher i- gen Vertragsinhalt entfernt, steht es dem Arbeitgeber frei, dem Arbeitnehmer die in Betracht kommenden Änderung en alternativ anzubieten . Der Arbeitne h- mer hätte dann die Wahl, eines der Angebote vorbehaltlos oder unter dem Vo r- 51 52 53 - 18 - 2 AZR 812/12 - 19 - behalt d es § 2 KSchG anzunehmen oder sämtliche Änderungsangebote abz u- lehnen. Auf eine abgelehnte Weiterbeschäftigungsmöglichkeit vermöchte er sich im Rechtsstreit nicht mehr widerspruchsfrei als eine den bisherigen Ve r- tragsbedingungen näher kommende Alternative zu berufen (vgl. zu diesem E r- fordernis der Widerspruchsfreiheit BAG 21. September 2006 - 2 AZR 607/05 - Rn. 46; 21. April 2005 - 2 AZR 132/04 - zu B II 4 c gg der Gründe mwN, BAGE 114, 243) . 5. Die Sache ist hinsichtlich des Kündigungsschutzantrags nicht aus and e- ren Gründen zur Endentscheidung reif (§ 563 Abs. 3 ZPO) . a) Die Kündigung ist nach den bisherigen Feststellungen nicht wegen fe h- lerhafter Anhörung der Mitarbeitervertretung unwirksam. aa) Die Klägerin unterfällt gemäß Art. 5 § 11 des Diözesanen Statuts für Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten vom 1. Dezember 2006 (Kirchliches Amtsblatt für die Erzdiözese Paderborn 2006 Stück 11 Nr. 142) der Zuständigkeit der für diese gebildeten Mitarbeitervertretung. Die Gemeinderef e- rentinnen und Gemeindereferenten des beklagten Erzbistums gelten als Ei n- richtung im Sinne des § 1 a Abs. 2 der Mitarbeitervertretungsordnung für das beklagte Erzbistum (MAVO) . bb) Eine Kündigung, die unter Missachtu ng von § 30 Abs. 1 und Abs. 2 MAVO ausgesprochen wurde, ist wegen § 30 Abs. 5 MAVO auch nach staatl i- chem Recht unwirksam (vgl. BAG 10. Dezember 1992 - 2 AZR 271/92 - zu II 1 der Gründe; APS/Linck 4. Aufl. Mitarbeitervertretung im kirchlichen Bereich Rn. 63 ) . cc) Nach § 30 Abs. 1 MAVO ist der Mitarbeitervertretung vor jeder ordentl i- chen Kündigung durch den Dienstgeber schriftlich die Absicht zu kündigen mi t- zuteilen. Bestand das Arbeitsverhältnis bei der Kündigung mindestens sechs Monate, sind auch die Gründ e für die Kündigung darzulegen. Will die Mitarbe i- tervertretung gegen die Kündigung Einwendungen geltend machen, hat sie di e- se gemäß § 30 Abs. 2 MAVO unter Angabe der Gründe dem Dienstgeber sp ä- 54 55 56 57 58 - 19 - 2 AZR 812/12 - 20 - testens innerhalb einer Woche schriftlich mitzuteilen. Erhebt di e Mitarbeiterve r- tretung innerhalb der Frist keine Einwendungen, gilt die beabsichtigte Künd i- gung als nicht beanstandet. Erhebt die Mitarbeitervertretung Einwendungen und hält der Dienstgeber an der Kündigungsabsicht fest, werden die Einwendungen in einer g emeinsamen Sitzung von Dienstgeber und Mitarbeitervertretung mit dem Ziel einer Verständigung beraten. Der Dienstgeber setzt den Termin der gemeinsamen Sitzung fest und lädt hierzu ein. dd) Die Regelungen in § 30 Abs. 1 und Abs. 2 MAVO sind - mit Ausnahme der Beratungspflicht nach rechtzeitig erhobenen Einwendungen - § 102 Abs. 1 und Abs. 2 BetrVG nachgebildet. Insofern können die dort geltenden Grundsä t- ze für die Auslegung herangezogen werden (vgl. BAG 16. Oktober 1991 - 2 AZR 156/91 - zu II 2 c der Grün de) . Wie bei § 102 Abs. 1 BetrVG hat der Dienstgeber nicht alle erdenklichen, sondern nur die für ihn maßgebenden Kündigungsgründe mitzuteilen (APS/Linck 4. Aufl. Mitarbeitervertretung im kirchlichen Bereich Rn. 31; MAVO/Fuhrmann 6. Aufl. § 30 Rn. 37, 40; Joussen ZMV 2006, 116, 119) . Die Kündigungsgründe sind konkret darzustellen, pa u- schale Angaben und bloße Werturteile genügen nicht. ee) Im Streitfall wird das durchgeführte Anhörungsverfahren den Anford e- rungen des § 30 Abs. 1 MAVO gerecht. Das beklagte Er zbistum hat die Mita r- beitervertretung mit Schreiben vom 16. Dezember 2010 ausreichend über die Kündigungsgründe unterrichtet. Aus dem Schreiben ergibt sich, dass der Kläg e- rin nach Auffassung des Bistums aufgrund des Entzugs der kanonischen Beau f- tragung end gültig die Befähigung zur Ausübung ihrer vertraglichen Verpflic h- tungen als Gemeindereferentin fehlte und aus diesem Grund (hilfsweise) die ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses - verbunden mit dem aus Sicht des Bistums für sie am wenigsten nachtei ligen Angebot einer Weiterbeschäft i- gung als Sekretärin nach Entgeltgruppe 5 - erklärt werden sollte. 59 60 - 20 - 2 AZR 812/12 - 21 - ff) Nach den bisherigen Feststellungen gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass das beklagte Erzbistum das weitere Verfahren nach § 30 Abs. 2 MAVO nicht eingehalten hätte. b) Die Kündigung ist nicht wegen eines Verstoßes gegen das Verbot von Maßregelungen in § 612a BGB unwirksam. aa) Nach § 612a BGB darf der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer bei einer Maßnahme nicht deshalb benachteiligen, weil dieser in zulässiger Weise seine Rechte ausübt. Als Maßnahme kommt auch eine Kündigung des Arbeitsve r- hältnisses in Betr acht. Sie kann sich als Benachteiligung wegen einer zuläss i- gen Rechtsausübung darstellen. Das Maßregelungsverbot ist verletzt, wenn zwischen der Rechtsausübung und der Benachteiligung ein unmittelbarer Z u- sammenhang besteht. Dafür muss die zulässige Rechtsa usübung der tragende Grund, dh. das wesentliche Motiv für die benachteiligende Maßnahme gewesen sein. Es reicht nicht aus, dass die Rechtsausübung nur der äußere Anlass für sie war ( BAG 19. April 2012 - 2 AZR 233/11 - Rn. 47; 12. Mai 2011 - 2 AZR 384/10 - Rn. 38 ). bb) Nach diesen Gr undsätzen liegt hier kein Verstoß gegen das Maßreg e- lungsverbot vor. Es ist nicht erkennbar, dass die Rechtsausübung der Klägerin in Gestalt der Vorprozesse der tragende Grund für die Änderungskündigung vom 29. Dezember 2010 gewesen wäre. Das Bistum hat sic h zur Begründung der Änderungskündigung auf den Entzug der kanonischen Beauftragung der Klägerin für den Dienst als Gemeindereferentin berufen. Der Entzug seinerseits war laut des die Beschwerde der Klägerin zurückweisenden Dekrets der co n- gregatio pro cler icis nicht darauf gestützt, dass die Klägerin Rechtsstreitigkeiten mit dem Bistum geführt hatte. Der Amtsentzug wurde als gerechtfertigt anges e- hen, weil die Klägerin ihre Residenzpflicht verletzt habe und das Vertrauen s- verhältnis für eine pastorale Tätigke it im Auftrag des Erzbischofs nicht mehr gegeben sei. Dies wiederum war nach der Begründung des Dekrets über den Entzug der Beauftragung nicht deshalb der Fall, weil die Klägerin Rechtsstre i- tigkeiten gegen ihren Dienstherrn geführt, sondern weil sie unwahr e und ehrve r- letzende Behauptungen verbreitet bzw. deren Verbreitung geduldet und gefö r- 61 62 63 64 - 21 - 2 AZR 812/12 - 22 - dert habe. Anhaltspunkte dafür, der in Wirklichkeit tragende Grund für die En t- scheidung sei gleichwohl der Umstand gewesen, dass die Klägerin überhaupt ihre Rechte klagew eise geltend gemacht hatte, sind nicht gegeben. Die kirche n- interne Würdigung des Verhaltens der Klägerin unterliegt keiner Überprüfung durch die staatlichen Gerichte. II. Die Klägerin hat keinen Anspruch auf - weitergehende - Vergütung aus § 615 Satz 1 iVm. § 611 Abs. 1, § 293 ff. BGB. Es bedarf keiner Entscheidung, ob ihr ein auf die Gehaltserhöhung gerichteter Anspruch für die Zeit vom 26. Juli bis zum 30. September 2010 bereits durch die Entscheidung des La n- desarbeitsgerich ts im Vorprozess über den dort eingeklagten Betrag rechtskrä f- tig aberkannt ist oder ob es sich insofern um die Entscheidung über eine (ve r- deckte) Teilklage handelt, deren Bindungswirkung lediglich den erhobenen Teilanspruch umfasst (vgl. dazu BGH 27. Juli 2012 - V ZR 258/11 - Rn. 9; 9. April 1997 - IV ZR 113/96 - BGHZ 135, 178) . Das beklagte Erzbistum war weder während dieses Zeitraums noch in der Zeit vom 1. Oktober 2010 bis zum 2. Dezember 2010 mit der Annahme der Arbeitsleistung der Klägerin in Verzug. 1. Nach § 297 BGB kommt der Arbeitgeber trotz Vorliegens der sonstigen Voraussetzungen nicht in Annahmeverzug, wenn der Arbeitnehmer außersta n- de ist, die vertraglich geschuldete Leistung zu bewirken. Neben der - tatsächlichen oder rechtlichen - Leistungs u n fähigkeit erfasst § 297 BGB auch das Fehlen von Leistungswilligkeit. Ein leistungsunwilliger Arbeitnehmer setzt sich selbst außerstande, die Arbeitsleistung zu bewirken. Die objektive Leistungsfähigkeit und der subjektive Leistungswille sind Voraussetzungen, die während der gesamten Dauer des Annahm everzugs vorliegen müssen ( BAG 1 2. Dezember 2012 - 5 AZR 93/12 - Rn. 25; 22. Februar 2012 - 5 AZR 249/11 - Rn. 16 , BAGE 141, 34 ) . 2. Die Klägerin war in diesem Sinne zur Leistung unfähig bzw. unwillig. Für die vertraglich geschuldete Tätigkeit als Gemeindereferentin fehlte ihr nach dem sofort w irksamen Entzug der kanonischen Beauftragung am 16. März 2010 die subjektive Leistungsfähigkeit. Wird zu ihren Gunsten unterstellt, das bekla g- te Erzbistum sei auf g rund seiner Fürsorgepflicht gehalten gewesen, 65 66 67 - 22 - 2 AZR 812/12 - 23 - sie - vorübergehend - mit anderen als den vertr agsgemäßen Arbeiten zu b e- schäftigen (vgl. zur Diskussion BAG 27. August 2008 - 5 AZR 16/08 - Rn. 15; 18. Dezember 1986 - 2 AZR 34/86 - zu B II 4 der Gründe) , ist es dieser Ve r- pflichtung hier nachgekommen. Es hat der Klägerin näher benannte religion s- pädagog ische Aufgaben zugewiesen, deren Erfüllung diese mit Wirkung ab dem 26. Juli 2010 ablehnte. Dies begründet ihre Leistungsunwilligkeit jedenfalls ab diesem Zeitpunkt. III . Die Klägerin hat keinen Anspruch aus § 611 Abs. 1 BGB iVm. § 33a Abs. 1 KAVO, § 1 A bs. 1 der Anlage 14 zur KAVO auf Zahlung einer Wei h- nachtszuwendung für das Jahr 2010 über den ihr zugesprochenen Anteil in H ö- he von 5/12 hinaus. Das Landesarbeitsgericht hat zu Recht angenommen, der volle Anspruch auf 80 vH eines Bruttomonatsgehalts sei ge mäß § 2 Abs. 2 Satz 1 der Anlage 14 zur KAVO in dem Umfang zu kürzen gewesen, wie die Klägerin für volle Kalendermonate im Jahr 2010 keinen Entgeltanspruch hatte. Dies war in sieben Monaten - im Januar und Februar sowie von August bis D e- zember 2010 - der F all. 1. Nach § 2 Abs. 2 Satz 1 der Anlage 14 zur KAVO vermindert sich die Weihnachtszuwendung um ein Zwölftel für jeden Kalendermonat, für den der Mitarbeiter während des Kalenderjahres keinen Anspruch auf Bezüge aus e i- nem Rechtsverhältnis der in § 1 Abs. 1 Nr. 2 der Anlage 14 zur KAVO genan n- ten Art hat. 2. Die Regelung ist wirksam. Dies gilt selbst dann, wenn sie als allgeme i- ne Geschäftsbedingung ebenso wie eine rein einzelvertragliche Bestimmung einer vollen Inhaltskontrolle nach §§ 305 ff. BGB unte rliegen sollte (vgl. zum Prüfungsmaßstab bei kirchlichen Arbeitsvertragsregelungen BAG 17. November 2005 - 6 AZR 160/05 - Rn. 16 ff., 19, 20 ff.) . 68 69 70 - 23 - 2 AZR 812/12 - 24 - a) Die Kürzungsregelung in § 2 Abs. 2 Satz 1 der Anlage 14 zur KAVO ist nicht unklar iSv. § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB. Sie sieht eine Kürzung pro rata te m- poris für Monate ohne Bezüge mit im Satz 2 der Bestimmung konkret benan n- ten Ausnahmen vor. b) Entgegen der Auffassung der Klägerin ist die Kürzungsregelung nicht deshalb unangemessen benachteiligend iSv. § 30 7 Abs. 1 BGB und damit u n- wirksam, weil sie nicht danach unterscheidet, ob der Arbeitnehmer aufgrund eines ihm selbst oder eines dem Arbeitgeber zuzurechnenden Umstands ke i- nen Vergütungsanspruch hatte. Mit Blick auf einen möglichen Anspruchsverlust infolge von Arbeitsunfähigkeit ergibt sich schon aus § 4a EFZG, dass das G e- setz im Rahmen der dort genannten Grenzen - die hier nicht überschritten sind - eine solche Differenzierung bei Kürzungsregelungen für Sondervergütu n- gen nicht verlangt. In welchen sonstigen Fällen ein Arbeitnehmer im bestehe n- den Arbeitsverhältnis aufgrund eines dem Arbeitgeber zuzurechnenden U m- stands seinen Vergütungsanspruch verlieren könnte, ist weder von der Klägerin vorgetragen, noch objektiv ersichtlich. So trägt der Arbeitgeber das Bet riebsris i- ko und hat bei Annahmeverzug die Vergütung fortzuzahlen. 3. Zu Recht hat das Landesarbeitsgericht angenommen, die Klägerin h a- be für die Monate Januar und Februar 2010 wegen ihrer von Januar 2009 bis Ende Februar 2010 andauernden Erkrankung keinen Entgeltanspruch gehabt. Auch für die Monate August bis Dezember 2010 hat es einen Vergütungsa n- spruch der Klägerin zutreffend verneint. Die Klägerin hat in dieser Zeit keine Arbeitsleistung erbracht, das beklagte Erzbistum war - wie ausgeführt - mit der An nahme ihrer Leistung auch nicht in Verzug. Ein Vergütungsanspruch für die Zeit nach dem 2. Dezember 2010 ist als solcher nicht Gegenstand des vorli e- genden Rechtsstreits. Dennoch hat das Landesarbeitsgericht im Ergebnis einen Entgeltanspruch der Klägerin fü r den Monat Dezember 2010 mit Recht verneint. Zwar hat das beklagte Erzbistum am 2. Dezember 2010 eine - unwirksame - außerordentliche Änderungskündigung ausgesprochen. Die Klägerin war jedoch zur Leistung der vertraglich geschuldeten Tätigkeit als G e- mein dereferentin weiterhin nicht fähig. Für andere Arbeiten fehlte ihr der erfo r- 71 72 73 - 24 - 2 AZR 812/12 - 25 - derliche Leistungswille. Das beklagte Erzbistum musste ihr jedenfalls zur Ve r- meidung von Annahmeverzug nicht noch einmal die Arbeiten anbieten, die sie bereits abgelehnt hatte (vgl . BAG 27. August 2008 - 5 AZR 16/08 - Rn. 15) . I V. Die Revision ist begründet, soweit das Landesarbeitsgericht von der der Klägerin zugesprochenen anteiligen Weihnachtszuwendung für das Jahr 2010 in Höhe von 1.323,46 Euro brutto Leistungen zur Sicherung d es Lebensunte r- halts in Höhe von 2.694,15 Euro netto in Abzug gebracht hat. Ob und in welcher Höhe der Anspruch gemäß § 115 SGB X auf Sozialleistungsträger übergega n- gen und anzurechnen ist, steht noch nicht fest. 1. Auch Sonderzahlungen sind grundsätzlich übergangsfähige Entgeltlei s- tungen (vgl. BAG 26. Mai 1992 - 9 AZR 41/91 - BAGE 70, 275) . Nach der B e- griffsbestimmung in § 14 SGB IV sind Arbeitsentgelt alle laufenden oder einm a- ligen Einnahmen aus einer Beschäftigung, gleichgültig, ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht, unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form sie geleistet werden und ob sie unmittelbar aus der Beschäftigung oder im Zusammenhang mit ihr erzielt werden. Die mögliche Unpfändbarkeit eines Anspruchs auf Wei h- nachtsvergütung steht dem Überga ng gemäß § 115 Abs. 2 SGB X nicht entg e- gen. 2. Voraussetzung für den Übergang eines Anspruchs nach § 115 Abs. 1 SGB X ist, dass seine Nichterfüllung kausal war für die Leistung durch den Tr ä- ger. a) Zweck des § 115 SGB X ist es, dem Sozialleistungsträger die Leistu n- gen zurückzuerstatten, die nicht angefallen wären, wenn der Arbeitgeber seiner Leistungspflicht rechtzeitig nachgekommen wäre. Voraussetzung ist also eine Kumulation von Ansprüchen in der Person des Leistungsempfängers derart, dass zu der Befrie digung eines identischen Interesses der Arbeitgeber und ggf. ein Sozialleistungsträger verpflichtet sind. Die Bestimmung verlangt eine zeitl i- che Kongruenz dergestalt, dass die Sozialleistung tatsächlich an die Stelle des Arbeitsentgelts getreten ist. Eine völlige zeitliche Deckung von arbeitsrechtl i- chem Vergütungszeitraum und sozialrechtlichem Leistungszeitraum ist dafür 74 75 76 77 - 25 - 2 AZR 812/12 - 26 - nicht erforderlich. Entscheidend ist, für welchen Zeitraum die Leistungen des Arbeitgebers auf der einen und die des Sozialleistungsträger s auf der anderen Seite bestimmt sind (vgl. BAG 21. März 2012 - 5 AZR 61/11 - Rn. 21, BAGE 141, 95; 26. Mai 1993 - 5 AZR 405/92 - zu 2 a der Gründe, BAGE 73, 186) . b) Das Landesarbeitsgericht hat bislang nicht geprüft, ob und ggf. in we l- cher Höhe eine zeitliche und inhaltliche Kongruenz der angerechneten Leistu n- gen zur Sicherung des Lebensunterhalts und des Anspruchs der Klägerin auf Weihnachtszuwendung gegeben ist. Dies wird es nachzuholen haben. Die Überleitungsanzeige vom 10. Februar 2011 bezog sich nur auf Lohnansprüche für den Zeitraum vom 5. Oktober 2010 bis zum 30. November 2010. c) In Betracht kommt auch eine Anrechnung anderer Sozialleistungen. Die Klägerin hat vorgetragen, ab dem 12. Dezember 2010 Arbeitslosengeld erha l- ten zu haben. 3. Die Hö he eines möglichen Forderungsübergangs auf den Soziallei s- tungsträger gemäß § 115 Abs. 1 SGB X ist durch die Höhe des Anspruchs des Arbeitnehmers auf Arbeitsentgelt begrenzt (vgl. BeckOK SozR/Pohl 30. Edition § 115 SGB X Rn. 21 mwN) . Ein den Entgeltanspruch des Arbeitnehmers übe r- steigender Betrag kann nicht übergehen. Auch dies wird das Landesarbeitsg e- richt ggf. zu berücksichtigen haben. V . Die Verurteilung des beklagten Erzbistums zur Zahlung von Urlaubsa b- geltung wird das Landesarbeitsgericht, sollte es zu dem Ergebnis kommen, die Kündigung vom 29. Dezember 2010 habe das Arbeitsverhältnis nicht aufgelöst, aufzuheben und für gegenstandslos zu erklären haben (vgl. BAG 24. Januar 2013 - 2 AZR 140/12 - Rn. 29; BGH 14. Dezember 1988 - IVa ZR 209/87 - zu IV der Gründe, BGHZ 106, 219 ) . A ndernfalls verbleibt es bei deren Rechtskraft. Die Entscheidung über den von der Klägerin nur hilfsweise für den Fall des U n- terliegens mit dem Kündigungsschutzantrag erhobenen Anspruch auf Urlaub s- abgeltung steht unter der auflösenden Bedingung, dass dem Ha uptantrag en d- gültig stattgegeben wird und damit kein Raum mehr für die Entscheidung über 78 79 80 81 - 26 - 2 AZR 812/12 den Hilfsantrag bleibt (vgl. BGH 6. November 2012 - II ZR 280/11 - ; 14. Dezember 1988 - IVa ZR 209/87 - aaO) . Eine Aufhebung durch den Senat kommt nicht in Betracht, w eil das Bistum selbst seine Verurteilung nicht ang e- fochten hat. Kreft Rinck Rachor Söller Jan Eulen
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