ECLI:DE:BGH:2018:180118B2STR342.17.1 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 2 StR 342/17 vom 18. Januar 201 8 in der Strafsache gegen wegen schweren Bandendiebstahls u.a. - 2 - Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbunde s- anwalts und nach Anhörung des Besch werdeführer s am 18. Januar 201 8 g e- mäß § 154 Abs. 2, § 349 Abs. 2 und 4 , § 354 Abs. 1a Satz 2 StPO beschlo s- sen: 1. Auf die Revision des Angeklagten C . gegen das Urteil des Landgerichts Aachen vom 13. März 2017 wird a) das Verfahren e ingestellt , soweit der Angek lagte im Fall 3 der Urteilsgründe wegen schweren Bandendiebstahls veru r- teilt worden ist ; insoweit trägt die Staatskasse die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen des Angeklagten; b ) d as vorbezeichnete Urteil im Schuldspruch dahin abgeä n- dert, d ass der Angeklagte des schweren Bandendiebstahls in sieben Fällen und des versuchten schweren Bandendie b- stahls schuldig ist, c) die Einzelstrafe im Fall 9 der Urteilsgründe auf ein Jahr he r- abgesetzt. 2. Die weitergehende Revision wird verworfen. 3. Der Be schwerdeführer hat die verbleibenden Kosten seines Rechtsmittels zu tragen. - 3 - Gründe: Das Landgericht hat den Angeklagten wegen schweren Bandendie b- stahls in neun Fällen, davon einmal im Versuch zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei M onaten verurteilt. Die dagegen gerichtete und auf die Sachrüge gestützte Revision des Angeklagten hat den aus dem Tenor ersichtlichen Teilerfolg. Im Übrigen ist das Rechtsmittel unbegründet. D er Generalbundesanwalt hat in seiner Zuschrift ausgeführt: Hinsichtlich Fall 3 der Urteilsgründe wird die Einstellung des Verfahrens nach § 154 Abs. 2 StPO beantragt. Die diesbezügliche Beweiswürdigung begegnet rechtlichen Bedenken. Die Strafka m- mer hat ihre Verurteilung lediglich auf eine durch die Aussage des Zeugen S . eingeführte Treffermitteilung hinsichtlich einer dem Angeklagten zugeordneten DNA - Spur an einem augenscheinlich mit der Tatbegehung zusammenhängenden Schlauch sowie die Verlesung des entsprechenden Schriftstücks gestützt Diese Bewei swürdigung ist lückenhaft. Sie widerspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wonach für die Darste l- lung des Ergebnisses einer auf einer molekulargenetischen Ve r- gleichsuntersuchung beruhenden Wahrscheinlichkeitsberechnung in der Regel zu mindest erforderlich ist, dass das Tatgericht mitteilt, wie viele Systeme untersucht wurden, ob und inwieweit sich Übe r- einstimmungen in den untersuchten Systemen ergeben haben und mit welcher Wahrscheinlichkeit die festgestellte Merkmalskombin a- tion zu erwa rten ist (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Februar 2017 5 StR 606/16 , juris, Rn. 11 m.w.N.). Daran fehlt es hier. Es ist 1 2 3 - 4 - nach den Urteilsgründen zu besorgen, dass der Kammer ein diesen Ansprüchen gerecht werdendes Sachverständigengutachten nicht vorlag, de nn eine Übereinstimmungswahrscheinlichkeit wird ebenso wenig mitgeteilt wie die Anzahl der untersuchten Systeme. Der Wegfall der für die Tat zu Fall 3 festgesetzten Einzelfreiheit s- strafe von einem Jahr und vier Monaten hat keine Auswirkungen auf den Gesam tstrafenausspruch. Im Hinblick auf die verbleibenden acht Einzelstrafen überwiegend hat die Kammer insoweit Strafen von mehr als einem Jahr festgesetzt sowie den durch die Ka m- mer vorgenommenen straffen Zusammenzug der Einzelstrafen wird der Senat aussc hließen können, dass die Kammer eine geringere Gesamtstrafe verhängt hätte . Gleiches gilt hinsichtlich der Tat zu Fall 9. Hier unterliegen die Strafzumessungserwägungen der Kammer insofern Bedenken, als das Landgericht die von den Tätern bei der Tat an gerichteten Schäden, hinsichtlich derer das Urteil nahelegt, dass sie über die mit der eigentlichen Tatbegehung üblicherweise einhergehenden erheblich hinausgegangen sind, hinsichtlich des Angeklagten C . möglicherweise strafschärfend berücksichtigt hat (UA S. 56). Gleichzeitig hat das Gericht jedoch festgestellt, dass sich der Ang e- klagte an den Verwüstungen nicht aktiv beteiligt hat (UA S. 14). Die von der Kammer insoweit vorgenommene Zurechnung des Ha n- delns der Mittäter (UA S. 45) stellt sich als bedenklich dar, da das Landgericht keine Erwägungen dazu anstellt, ob der Angeklagte mit den durch die Mittäter verursachten Verwüstungen rechnen musste (was für eine Zurechnung ausreichen würde, vgl. Fischer, StGB, 64. Auflage 2017, § 25 Rn. 36 m.w.N), od er ob es sich insoweit um - 5 - einen Exzess handelt. Bei den übrigen Taten wurden keine derart i- gen Sachschäden festgestellt. Hinsichtlich dieser Tat wird daher beantragt, die Strafe von der durch die Kammer festgesetzten Str a- fe von einem Jahr und drei Monaten g emäß § 354 Abs. 1a Satz 2 StPO auf das gesetzliche Mindestmaß von einem Jahr herabzuse t- zen. Der Gesamtstrafenausspruch wird auch hierdurch nicht b e- rührt. Diesen Ausführungen tritt der Senat bei. Ergänzend ist zu bemerken: Zwar hat das Landgericht d en Angeklagten von weiteren Tatvorwürfen freigesprochen und im Rahmen der Begründung dieses Teilfreispruchs unter VII. der Urteilsgründe auch die Fälle 16 und 20 der Anklageschrift aufgeführt, obwohl es sich dabei um Taten handelt, die der Verurteilung des Angeklagten in den Fällen 8 und 11 der Urteilsgründe zugrunde liegen. Das hierin liegende o f- fensichtliche Fassungsversehen gefährdet den Bestand der Schuldsprüche in den Fällen 8 und 11 der Urteilsgründe jedoch nicht. Appl Eschelbach Bartel Grube Schmidt 4 5 6
Full & Egal Universal Law Academy