BPatG 154 6.70 Bundespatentgericht 32 W (pat) 68/03 _______________ (Aktenzeichen) Verkündet am 8. September 2004 … B e s c h l u s s In der Beschwerdesache … - 2 - betreffend die Marke 30 040 701 hat der 32. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts auf die mündliche Verhandlung vom 8. September 2004 durch die Vorsitzende Richterin Winkler, Richter Viereck und Richter Kruppa beschlossen: Die Beschwerde wird zurückgewiesen. G r ü n d e I. Gegen die am 26. Oktober 2000 für die Waren und Dienstleistungen Datenträger (bespielte, elektronische), Druckereierzeugnisse, Veröffentlichung und Herausgabe von elektronischen, bespielten Datenträgern und Druckerzeugnissen; Bekleidungsstücken, Schuhwaren, Kopfbedeckungen eingetragene farbige (blau, schwarz, weiß) Wort-/Bildmarke 300 40 701 - 3 - siehe Abb. 1 am Ende ist Widerspruch erhoben worden aus der am 31. Oktober 1985 eingetragenen Wortmarke IR 497 804 MAX, geschützt für die Waren und Dienstleistungen 16 Imprimés, journaux, revues, périodiques et livres; 35 Publicité et publicité radiotélévisée, distribution de matériel publicitaire; affichage; 42 Photographie, bureaux de rédaction, reportage et reportages photographiques und der am 13. Juni 2000 eingetragenen Wortmarke IR 744 902 max, geschützt für die Waren und Dienstleistungen 9 Appareils et instruments scientifiques, nautiques, géodésiques, électriques, photographiques, cinématographiques, optiques, de pesage, de mesurage, de signalisation, de contrôle (in-- 4 - spection), de secours (sauvetage) et d'enseignement; appareils pour l'enregistrement, la transmission, la reproduction du son ou des images; supports d'enregistrement magnétiques, disques acoustiques; distributeurs automatiques et mécanismes pour ap-pareils à prépaiement; caisses enregistreuses, machines à calcu-ler, équipement pour le traitement de l'information et les ordina-teurs; extincteurs; programmes d'ordinateurs enregistrés, vidéo-cassettes, vidéodisques, bandes d'enregistrement du son et des images, leurs parties et accessoires; audiodisques compacts et CD-ROM. 16 Papier, carton et produits en ces matières, non compris dans d'autres classes, produits de l'imprimerie; articles pour reliures; photographies; papeterie; adhésifs (matières collan-tes) pour la papeterie ou le ménage; matériel pour les artistes; pinceaux; machines à écrire et articles de vureau (à l'exception des meubles); matériel d'instruction ou d'enseignement (à l'excep-tion des appareils); matières plastiques pour l'emballage (non comprises dans d'autres classes); cartes à jouer; caractères d'imprimerie; clichés; revues, journaux, périodiques, livres. 35 Promotion et regroupement pour le compte de tiers (à l'excep-tion de leur transport) d'oeuvres et de revues, de produits d'édition tels que vidéodisques ou vidéocassettes permettant au con-sommateur de les voir et de les acheter commodément. 38 Diffusion de programmes de radiodiffusion et de télévision. 41 Education; formation; divertissement; activités sportives et cul-turelles et, en particulier publications et édition de livres, journaux et revues, divertissements télévisuels et cinématographiques, pro-duction de films, vidéo-cassettes, programmes de radio, de télévi-sion, de théâtre et spectacles, location de livre, de films, de ban-des cinématographiques, vidéo-cassettes et enregistrements au-dio; organisation de concours en matières d'éducation et de divertissement. - 5 - Die mit einem Beamten des höheren Dienstes besetzte Markenstelle für Klasse 41 des Deutschen Patent- und Markenamtes hat die Widersprüche mit Beschluss vom 24. Oktober 2002 zurückgewiesen. Zwischen den Vergleichsmarken bestehe keine Verwechslungsgefahr. Auch wenn von teilweise identischen oder ähnlichen Waren und Dienstleistungen und von einer durchschnittlichen Kennzeichnungs-kraft der Widerspruchsmarken ausgegangen werde, sei ein ausreichender Zei-chenabstand gegeben. Dagegen richtet sich die Beschwerde der Widersprechenden. Sie stellt den An-trag, den angefochtenen Beschluss aufzuheben und die angegriffene Marke aus dem Register zu löschen. Zwischen den sich gegenüberstehenden Waren sei insgesamt von Warenidentität bzw. Warenähnlichkeit auszugehen. Die Widerspruchsmarke habe durch eine umfangreiche Benutzung eine erhöhte Kennzeichnungskraft erhalten. Es liege eine klangliche, inhaltliche und schriftbildliche Zeichenähnlichkeit vor, da der Ver-braucher bei der Begegnung mit der jüngeren Marke lediglich den diese Marke prägenden Bestandteil MAX wahrnehmen werde. Die Markeninhaberin beantragt, die Beschwerde zurückzuweisen. Sie bestreitet bis auf die Ware "Zeitschriften" eine Benutzung der IR-Marke 497 804 für alle Waren und Dienstleistungen. Die Kennzeichnungskraft der Wider-spruchsmarken sei wegen einer Vielzahl von Marken mit der Bezeichnung MAX als sehr schwach anzusehen. Eine besondere Bekanntheit der Widerspruchsmar-ken sei nicht gegeben. Die vorgelegten Unterlagen wären nicht geeignet, eine be-- 6 - sondere Bekanntheit glaubhaft zu machen. Zwischen den Marken bestehe ein ausreichender Zeichenabstand. II. Die zulässige Beschwerde ist nicht begründet. Die angegriffene Marke ist nicht wegen der Gefahr von Verwechslungen mit den Widerspruchsmarken zu löschen. Nach § 9 Abs. 1 Nr. 2, § 42 Abs. 2 Nr. 1, § 112, § 116 MarkenG ist die Eintragung einer Marke im Falle eines Widerspruchs zu löschen, wenn und soweit wegen ih-rer Ähnlichkeit mit einer eingetragenen Marke mit älterem Zeitrang und der Identi-tät oder Ähnlichkeit der durch die beiden Marken erfassten Waren und Dienstleis-tungen für das Publikum die Gefahr von Verwechslungen besteht, einschließlich der Gefahr, dass die Marken gedanklich miteinander in Verbindung gebracht wer-den. Die Beurteilung der Verwechslungsgefahr ist unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls vorzunehmen. Dabei besteht eine Wechselwirkung zwi-schen den in Betracht zu ziehenden Faktoren, insbesondere der Ähnlichkeit der Marken und der Ähnlichkeit der mit ihnen gekennzeichneten Waren sowie der Kennzeichnungskraft der älteren Marke (st. Rspr.; vgl BGH GRUR 2002, 626, 627 – IMS). Bei Anlegung dieser Maßstäbe besteht im vorliegenden Fall für das Publikum keine Gefahr von Verwechslungen zwischen der angegriffenen Marke und den beiden Widerspruchsmarken. Dabei kann dahingestellt bleiben, ob das Wider-spruchszeichen IR 497 804 i.S.d. § 43 Abs. 1, § 26 MarkenG in rechtserhaltender Weise benutzt worden ist. 1. Die sich gegenüberstehenden Waren und Dienstleistungen sind teilweise im Bereich der Klassen 9, 16, 41 bzw. 42 (Datenträger, Druckereierzeugnisse, Veröf-fentlichungen, Herausgabe von Datenträgern und Druckerzeugnissen) identisch - 7 - bzw. hochgradig ähnlich. Keine Warenähnlichkeit besteht bezüglich der Waren der Klasse 25 "Bekleidungsstücke, Schuhwaren, Kopfbedeckungen". 2. Die Kennzeichnungskraft der Widerspruchsmarken ist aufgrund der Vielzahl der eingetragenen Drittmarken mit dem Bestandteil MAX von Haus aus schwach. Zugunsten der Widersprechenden geht der Senat jedoch davon aus, dass sich der Schutzumfang ihres Zeichens zumindest, was die Ware "Zeitschriften" anbelangt, durch die Bekanntheit der gleichlautenden Zeitschrift MAX auf ein durchschnittli-ches Maß erhöht hat. 3. Bei einem Vergleich der jüngeren Marke mit den beiden Widerspruchsmarken besteht – auch soweit Waren– bzw. Dienstleistungsgleichheit vorliegt – keine Ver-wechslungsgefahr, weil die sich gegenüberstehenden Marken einander nicht hin-reichend ähnlich sind. a) chriftbildlich gilt diese Beurteilung schon deshalb, weil es sich bei der jüngeren Wort-/Bildmarke um ein – zudem farbiges – Zeichen mit einer besonderen graphi-schen Ausgestaltung handelt. Hinzu kommt, dass die Markenwörter mit fünf ge-genüber drei Buchstaben bzw. zwei gegenüber einer Silbe von deutlich unter-schiedlicher Länge sind. b) Auch der klangliche Markenabstand ist ausreichend. Bei mündlicher Wieder-gabe wird man die erste Silbe der jüngeren Marke "Vau" nicht weglassen. Es gibt keinerlei Hinweise, dass man diese Marke auf "MAX" verkürzen wird. Eine Zerle-gung in einzelne, begrifflich abgrenzbare Bestandteile, bietet sich nicht an. Der in der Mitte der jüngeren Marke befindliche Bestandteil MAX ist nicht geeignet, den Gesamteindruck dieser Marke allein zu prägen. Der am Wortanfang stehende Buchstabe "V" prägt die Marke wegen seiner besonderen graphischen Ausgestal-tung mit, da er deutlich größer geschrieben ist als die anderen Buchstaben, mit der Folge, dass der Verkehr das "V" auch klanglich als wesentlichen Bestandteil aufnimmt und bei mündlicher Benennung nicht weglässt. - 8 - c) Es besteht auch nicht die Gefahr des gedanklichen In-Verbindung-Bringens der Vergleichsmarken, insbesondere wird die jüngere Marke nicht für eine Serien-marke der Widersprechenden gehalten. Dies würde voraussetzen, dass die Mar-ken in einem Bestandteil übereinstimmen, der eigenständig hervortritt und eine Serienstruktur aufweist. Für einen Seriencharakter der Widerspruchsmarken etwa in der Weise, dass dem Bestandteil MAX jeweils ein Buchstabe vorangestellt wird, gibt es keine Anhaltspunkte. Winkler Viereck Kruppa Hu Abb. 1
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