ECLI:DE:BGH:2018:161018B3STR168.18.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 3 StR 168 / 1 8 vom 16. Oktober 2018 in der Strafsache gegen wegen Körperverletzung mit Todesfolge - 2 - Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbunde s- anwalts und nach Anhörung des Beschwerdefü hrers am 16. Oktober 2018 ei n- stimmig beschlossen: Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Verden vom 13. Dezember 2017 wird als unbegründet verwo r- fen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revision s- rechtfertigung keinen Rech tsfehler zum Nachteil des Angekla g- ten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO) . Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tr a- gen. Ergänzend bemerkt der Senat: Soweit der Beschwerdeführer mit der erhobenen Verfahrensrüge die vo r- schriftswidrige Besetz ung des Landgerichts beanstandet hat, ist diese Rüge unbegründet, weil der Präsident des Landgerichts den 31. Oktober 2017 in rechtmäßiger Weise als ordentlichen Sitzungstag der Schwurgerichtskammer festgestellt hat. Es kann offenbleiben, ob die Feststellu ng der ordentlichen Sitzu ngstage der Strafkammer gemäß § 77 Abs. 1 und 3, § 45 Abs. 1 GVG einer vollumfän g- lichen Rechtmäßigkeits - oder einer bloßen Willkürprüfung unterliegt (zur Unte r- scheidung: BVerfG, Beschlüsse vom 16. Februar 20 05 - 2 BvR 581/03, NJW 2005, 2689, 2690 ; vom 23. Dezember 2016 - 2 BvR 2023/16, wistra 2017, 187, 189 ; vom 20. Februar 2018 - 2 BvR 2675/17, NJW 2018, - 3 - 1155, 1156 ; BGH, Urteile vom 22. November 2013 - 3 StR 162/13, BGHSt 59, 75, 79 f.; vom 9. April 200 9 - 3 StR 376/08, BGHSt 53, 268, 274 ff.; Beschluss vom 10. Juli 2013 - 2 StR 116/13, NStZ 2014, 226, 227), da sie sich auch bei Anlegung des strengeren Maßstabs als rechtsfehlerfrei erweist. § 45 GVG dient der Konkretisierung des gesetzlichen Richters (KK - Barthe, StPO, 7. Aufl. , § 45 GVG Rn. 1) und gewährleistet durch die weitgehend generell - abstrakt e Vorherbestimmung der Zuständigkeit den "gesetzlichen Schöffen" (MüKoStPO/Schuster, § 45 GVG Rn. 1). Die (vollumfängliche) Überprüfung des Geschäftsverteilungsplan s auf Grund einer diesen selbst betreffenden Rü ge ist daher an den Gewährleistungen des Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG zu messen und richtet sich darauf, ob die angewendete Regelung generell - abstrakt ist (BVerfG, Beschlüsse vom 23. Mai 2012 - 2 BvR 610/12 u .a. , NStZ 2012, 458 , 459 ; vom 23. Dezember 2016 - 2 BvR 2023/16, wistra 2017, 187, 189 ; vom 20. Februar 2018 - 2 BvR 2675/17, NJW 2018, 11 5 5, 1156 ). Danach ist gegen die Feststellung von Feiertagen als ordentliche Sitzungstage des Schöffengerichts bzw. der Strafkammern re chtlich nichts zu er innern, weil sie einfach gesetzlich zulässig ist und die generell - abstrakte Fes t- legung des gesetzlichen Richters im Voraus gewährleistet. Weder die Strafpr o- zessordnung noch das Gerichtsverfassungsgesetz verbieten grundsätzlich die Anbera umung von Hauptverhandlungstagen an Wochenenden oder Feiertagen (LR/Jäger, StPO, 26. Aufl., § 213 Rn. 6; KK - Gmel, StPO, 7. Aufl., § 213 Rn. 4a); gegebenenfalls kann sie sogar geboten sein (BVerfG, Beschluss vom 29. November 2005 - 2 BvR 1737/05, NJW 2006, 668, 670 ). Die praktische Durchführung solcher in richterlicher Unabhängigkeit festgesetzten Hauptverhandlungstage wird im vorliegenden Fall durch § 9 Abs. 3 - 4 - Satz 1 Nr. 2 Nds.ArbZVO gewährleistet, der es dem Dienstvorgesetzten des nichtrichterlichen Die nstes ermöglicht anzuordnen, dass an Sonntagen, Feiertagen oder an anderen dienstfreien Tagen Dienst zu leisten ist. Die spätere, tatsächliche An beraumung eines konkreten Hauptverhandlungstermins obliegt gemäß § 213 Abs. 1 StPO ohnehin dem Vorsitzenden. Schließlich wird die generell - abstrakte Festlegung des gesetzlichen Richters durch die Feststellung von Feiertagen als ordentliche Sitzungstage in keiner Weise beeinträchtigt, da sie genauso zu im Voraus bestimmten Schöffen führt wie die ausschließliche Feststellung von Werktagen. Gericke Spaniol Berg Hoch Leplow
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