ECLI:DE:BGH:2017:121217B3STR388.17.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 3 StR 388/17 vom 12. Dezember 201 7 in der Strafsache gegen 1. alias: 2. wegen Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge u.a. - 2 - Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalb unde s- anwalts und nach Anhörung der Beschwerdeführer am 12. Dezember 2017 einstimmig beschlossen: Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landg e- richts Trier vom 16. März 2017 werden als unbegründet verwo r- fen, da die Nachprüfung des Urteils auf G rund der Revisionsrech t- fertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO). Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen. Ergänzend zu den Ausführungen in der Zuschrift des Generalbundesa n- walts bemerkt der Senat: Die Rüge des Angeklagten O . , § 247a Abs. 1 StPO sei verletzt, weil die audiovisuelle Vernehmung der Zeugen C . und K . nicht durch Gerichtsbeschluss angeordnet gewesen sei, deckt einen Rechtsfe h- ler auf, der indes nicht zur Aufhebung des Urteils führt, weil dieses nicht auf dem Verfahrensfehler beruht. Dem liegt folgendes Verfahrensgeschehen zugrunde: Nachdem die g e- nannten, in den Niederlanden lebenden Zeugen nicht zur Hauptverhandlung erschienen waren, hat der Vorsitzende außerhalb der Hauptverhandlung deren Videovernehmung im Wege der Rechtshilfe verfügt, die daraufhin durchgeführt worden ist. - 3 - Dieses Vorgehen erweist sich als rechtsfehlerhaft. § 247a Abs. 1 Satz 1 StPO verlangt für die Anordnung der audiovisuellen Vernehmung eines Zeugen einen Gerichtsbeschluss. Dieser Beschluss bedarf zwar, da er nicht anfechtbar ist (§ 247a Abs. 1 Satz 2 StPO), grundsätzlich keiner Begründung (§ 34 StPO); erforderlich ist jedoch, dass das Gericht kenntlich mach t, auf welchen Ausna h- metatbestand des § 247a Abs. 1 Satz 1 StPO es die Anordnung stützt (LR/Becker, StPO, 26. Aufl., § 247a Rn. 15). Fehlt ein solcher Beschluss, b e- gründet dies in der Regel die Revision, weil das Revisionsgericht nicht überpr ü- fen kann, ob die Voraussetzungen des § 247a StPO vorgelegen haben ( vgl. BGH, Beschluss vom 6. Februar 2008 - 5 StR 597/07, NStZ 2008, 421). Auf diesem Verfahrensfehler beruht das Urteil aber - allein - deshalb nicht, weil der Senat ausschließen kann, dass die Feststel lungen auf den A n- gaben der Zeugen gründen. Beide Zeugen haben sich bei ihrer audiovisuellen Vernehmung lediglich zur Person des Angeklagten geäußert und sich im Übr i- gen auf ihr Auskunftsverweigerungsrecht nach § 55 StPO berufen. Die Zeugin C . hat dabei den Angeklagte n in der audiovisuellen Vernehmung nicht einmal mehr identifizieren können. Der Zeuge K . hat ihn zwar wiedere r- kannt, doch hat er damit nicht weiter zur Sachverhaltsaufklärung beigetragen. Vielmehr belegt das Landgericht seine Fest stellung, dass es sich bei dem A n- geklagten O . um den "M . " gehandelt hat, der die Zeugen - 4 - als Rauschgiftkuriere einsetzte, rechtsfehlerfrei mit den früheren Aussagen der Zeugen sowie den Angaben des Zeugen D . , der in der Hauptve r- han d lung erschienen ist und den Angeklagte n als "M . " identifiziert hat. Becker Schäfer Spaniol Berg Hoch
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