BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 4 StR 503 /1 2 vom 12. September 2013 Nachschlagewerk: ja BGHSt: ja Veröffentlichung: ja OWiG § 46; StPO § 264 Es ist mit § 46 OWiG, § 264 StPO nicht zu vereinbaren, in Bußgeldsachen, die Ve rstöße gegen die Vorschriften über Lenk - und Ruhezeiten im Straßenverkehr zum Gegenstand haben, mehrere rechtlich selbständige Handlungen im Sinne des § 20 OWiG allein deshalb als eine prozessuale Tat anzusehen, weil der Betroffene sie innerhalb eines Kont roll - oder Überprüfungszeitraums begangen hat. BGH, Beschluss vom 12. September 2013 4 StR 503/12 OLG Koblenz in der Bußgeld sache gegen wegen vorsätzlicher Überschreitung der täglichen Lenkzeit u.a. - 2 - Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbunde s- anwalts und nach Anhörung des Betroffenen am 12. September 2013 b e- schlossen: Es ist mit § 46 OWiG, § 264 StPO nicht zu vereinbaren, in Bu ß- geldsachen, die Verstöße gegen die Vorschriften über Lenk - und Ruhezeiten im Straßenverk ehr zum Gegenstand haben, mehrere rechtlich selbständige Handlungen im Sinne des § 20 OWiG allein deshalb als eine prozessuale Tat anzusehen, weil der Betroffene sie innerhalb eines Kontroll - oder Überprüfungszeitraums bega n- gen hat. Gründe: I. 1. Das A mtsgericht K . hat den Betroffenen durch Urteil vom 10. Mai 2012 wegen 36 Ordnungswidrigkeiten nach § 8a Abs. 2 Nr. 1 FPersG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 (Überschreiten der täglichen Lenkzeit), Art. 7 (Fahrtunte r- brechung nach einer Lenkdauer von viereinha lb Stunden) und Art. 8 Abs. 2 und 4 (tägliche Ruhezeiten) der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 zu Geldbußen im Gesamtbetrag von 3.000 Höhe der Zulässigkeitsschwelle für die Rechtsbeschwerde nach § 79 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 OWiG von 250 1 - 3 - Der Betroffene ist als Berufskraftfahrer bei einer Spedition in K . be - schäftigt. Die Struktur - und Genehmigungsdirektion Nord des Landes Rhei n- land - Pfalz kontrollierte die Einhaltung der Sozialvorschriften im Straßenverkehr beim Arbeitgeber des Betroffenen für den Zeitraum vom 1. November 2010 bis zum 31. Januar 2011. Der Betroffene führte im fraglichen Zeitraum ein Fah r- zeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 26 t. In achtzehn Fällen führte er das Fahrze ug vorsätzlich oder fahrlässig länger als viereinhalb Stunden, ohne eine Pause oder Ruhezeit einzulegen (Art. 7 der VO [EG] Nr. 561/2006). In vier Fällen überschritt er vorsätzlich oder fahrlässig die Tageslenkzeit (Art. 6 Abs. 1 der VO [EG] Nr. 561/2006) . In zwei Fällen hielt er vorsätzlich die tägliche Ruhezeit nicht ein (Art. 8 Abs. 1 und 4 der VO [EG] Nr. 561/2006). In zwölf Fä l- len trafen Verstöße gegen die vorgenannten Vorschriften in unterschiedlichen Kombinationen tateinheitlich zusammen. Verstöße g egen die Wochenlenkzeit (Art. 6 Abs. 2 der VO [EG] Nr. 561/2006) oder die Lenkzeit in der Doppelwoche (Art. 6 Abs. 3 der VO [EG] Nr. 561/2006) wurden nicht festgestellt. Auf die Rechtsbeschwerde bzw. den Antrag auf Zulassung der Recht s- beschwerde des Betr offenen hat das Oberlandesgericht K . durch Be - schluss vom 29. Oktober 2012 die Sache gemäß § 121 Abs. 2 GVG dem Bu n- desgerichtshof vorgelegt. 2. Das Oberlandesgericht K . möchte die Statthaftigkeit der Rechts - beschwerde nur hinsichtlich der beiden mit Geldbußen über 250 Ordnungswidrigkeiten bejahen. Hinsichtlich der übrigen 34 Fälle hält es die Z u- lassung der Rechtsbeschwerde für notwendig, deren Voraussetzungen (§ 80 OWiG) es nicht als gegeben ansieht. Es ist der Ansicht, da ss die nach § 20 OWiG tatmehrheitlich abgeurteilten Ordnungswidrigkeiten keine einheitliche prozessuale Tat im Sinne von § 46 OWiG, § 264 StPO seien, so dass § 79 2 3 4 - 4 - Abs. 2 OWiG Anwendung finde. Eine prozessuale Tat, bei der in Bezug auf die Wertgrenze des § 79 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 OWiG die einzelnen Geldbußen z u- sammenzurechnen wären und die Rechtsbeschwerde hinsichtlich aller Einzel - taten deshalb statthaft wäre (st. Rspr., u.a. OLG Köln NZV 1994, 292; BayObLG NStZ - RR 1997, 249; OLG Düsseldorf VRS 100 [2001], 3 11, 312 j e- weils mwN; Bohnert, OWiG, 3. Aufl., § 79 Rn. 95, 99; Göhler/Seitz, OWiG, 16. Aufl., § 79 Rn. 23 ), liege nicht vor. An der beabsichtigten Entscheidung sieht sich das Oberlandesgericht durch die Beschlüsse des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 13. Juli 2010 2 Ss OWi 17/10, NStZ - RR 2010, 355, des Oberlandesgerichts Thüringen vom 19. Oktober 2010 1 Ss Bs 78/10, VRS 121 [2011], 53 sowie des Oberlande s- gerichts Hamm vom 16. April 2012 3 RBs 105/12, DAR 2012, 401 und vom 30. November 2010 (5 RBs 1 88/10, veröffentlicht bei juris, und 5 RBs 158/10, DAR 2011, 412) gehindert. Nach Auffassung des vorlegenden Oberlandesg e- richts gehen diese Oberlandesgerichte davon aus, dass bei Verstößen gegen die Lenk - und Ruhezeiten im Straßenverkehr die Tat im Sinne d es § 264 StPO durch den Überprüfungszeitraum der jeweils handelnden Behörde bestimmt werde. Bei Straßenkontrollen sei dies der gemäß § 1 Abs. 6 Satz 4, Abs. 7 FPersV durch die Verwendung eines digitalen Aufzeichnungsgeräts vorgeg e- bene (Kontroll - )Zeitraum v on 29 Tagen, innerhalb dessen alle Verstöße gegen die Lenk - und Ruhezeitvorschriften nach der VO (EG) Nr. 561/2006 eine pr o- zessuale Tat seien. Bei einer Betriebskontrolle sei dies der durch die jeweils handelnde Behörde festgelegte Überprüfungszeitraum. De mentsprechend habe das Oberlandesgericht Hamm in seinen Beschlüssen vom 30. November 2010 Verstöße innerhalb eines Überprüfungszeitraums von elf bzw. sieben Monaten als eine prozessuale Tat angesehen. 5 - 5 - Das vorlegende Oberlandesgericht teilt diese Auffassu ng nicht. Sachlich - rechtlich selbständige Handlungen seien in der Regel auch verschiedene Taten im prozessualen Sinne, es sei denn, die einzelnen Handlungen seien au s- nahmsweise innerlich derart miteinander verknüpft, dass der Unrechts - und Schuldgehalt der einen Handlung nicht ohne die Umstände richtig gewürdigt werden könne, die zu der anderen Handlung geführt haben, und deshalb die getrennte Aburteilung einen einheitlichen Lebensvorgang unnatürlich aufspalten würde. Dafür reiche nicht, dass dieselbe Perso n gehandelt habe und sich das anzuwendende Recht in denselben Regelungswerken befinde. Das Oberlandesgericht hat die Rechtsfrage wie folgt formuliert: 46 OWiG, 264 StPO zu vereinbaren, wenn in Bußgeld - sachen, die Verstöße gegen die Sozialv orschriften im Straßenverkehr zum Gegenstand haben, ohne Berücksichtigung der Umstände des Ei n- zelfalles mehrere rechtlich selbständige Handlungen im Sinne des § 20 OWiG allein deshalb als eine prozessuale Tat angesehen werden, weil der Betroffene sie inner halb eines als Kontroll - oder Überprüfungszei t- 3. Der Generalbundesanwalt hat angeregt, die Vorlegungsfrage ergä n- zend klarzustellen. Er beantragt zu entscheiden: 46 OWiG, 264 StPO nicht zu vereinbaren, in Bußgel d- sachen, die Verstöße gegen die Sozialvorschriften im Straßenverkehr zum Gegenstand haben, ohne Berücksichtigung der Umstände des Ei n- zelfall e s mehrere rechtlich selbständige Handlungen im Sinne des § 20 OWiG allein deshalb als eine pr ozessuale Tat anzusehen, weil der B e- 6 7 8 - 6 - troffene sie innerhalb eines als Kontroll - oder Überprüfungszeitraum b e- zeichneten Tatzeitraum e s begangen hat. Es gelten vielmehr auch hier die von der Rechtsprechung zur Beurteilung des Vorliegens einer Tat i n prozessual em II. 1. Die Vorlegungsvoraussetzungen sind erfüllt. Die Vorschrift des § 121 Abs. 2 GVG ist gemäß § 79 Abs. 3 Satz 1 OWiG für die Rechtsbeschwerde im Sinne des Ordnungswidrigkeitengesetzes entsprechend heranzuziehen (vgl . BGH, Beschluss vom 20. März 1992 2 StR 371/91, BGHSt 38, 251, 254). Das Oberlandesgericht K . kann nicht seiner Absicht gemäß entscheiden, ohne jedenfalls von der Rechtsauffassung des Oberlandesgerichts Hamm in dessen Beschlüssen vom 30. Novem ber 2010 und vom 16. April 2012 abzuweichen. Es kann dahin gestellt bleiben, ob eine Abweichung auch von den Rechtsauffassungen der Oberlandesgerichte Frankfurt und Thüringen vorläge. Der dem Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 13. Juli 2010 z u- grunde liegende Sachverhalt erfährt wegen dreier sich jeweils zeitlich übe r- schneidender Doppelwochenverstöße im zugrunde liegenden Tatzeitraum m a- teriell - rechtlich eine andere konkurrenzrechtliche Bewertung. Dies gilt, soweit ersichtlich, auch für den Bes chluss des Oberlandesgerichts Thüringen vom 19. Oktober 2010. Nach dem dort mitgeteilten Sachverhalt sind im Tatzeitraum zwei sich zeitlich überschneidende Doppelwochenverstöße begangen worden; ob ein weiterer Verstoß außerhalb des Zeitraums der beiden Dop pelwoche n- verstöße begangen worden ist, teilen die Entscheidungsgründe nicht explizit mit. 9 10 - 7 - 2. In der Vorlegungsfrage teilt der Senat die Auffassung des vorlegenden Gerichts. a) Im Ordnungswidrigkeitenrecht gilt über § 46 OWiG der prozessuale Tatbegrif f des Strafrechts. D ie Tat im strafprozessualen Sinne (§§ 155, 264 StPO) ist der vom Eröffnungsbeschluss betroffene geschichtliche Lebensvo r- gang einschließlich aller damit zusammenhängenden oder darauf bezogenen Vorkommnisse und tatsächlichen Umstände, die geeignet sind, das in diesen Bereich fallende Tun des Angeklagten unter irgendeinem rechtlichen Gesicht s- punkt als strafbar erscheinen zu lassen (st. Rspr.; etwa BGH, Urteil vom 23. September 1999 4 StR 700/98, BGHSt 45, 211, 212 f.; BGH, Urteil vom 11. September 2007 5 StR 213/07, NStZ 2008, 411; BGH, Urteil vom 18. De - zember 2012 1 StR 415/12, BGHR StPO § 264 Abs. 1 Ausschöpfung 5 ; vgl. auch BGH, Beschluss vom 26. Februar 2013 KRB 20/12, NZWiSt 2013, 180, 182, Tz. 21 ). Die Tat ist ein einheitliche r geschichtlicher Vorgang, der sich von anderen ähnlichen oder gleichartigen unterscheidet und innerhalb dessen die getrennte Verfolgung der darin enthaltenen Vorgänge einen einheitlichen Lebensvorgang unnatürlich aufspalten würde (Meyer - Goßner, StPO, 56. Aufl., § 264 Rn. 2; Bohnert, OWiG, 3. Aufl., § 19 Rn. 21 ff. jeweils mwN). Bei Tatei n- heit liegt von hier nicht in Betracht kommenden Ausnahmen abgesehen (vgl. BGH, Beschluss vom 20. Dezember 2002 StB 15/02, BGHSt 48, 153, 161; BGH, Urteil vom 11. Juni 1980 3 StR 9/80, BGHSt 29, 288, 295 f.) stets eine prozessuale Tat vor. Materiell - rechtlich selbständige Taten sind in der Regel auch prozessual selbständig (BGH, Beschluss vom 24. Juli 1987 3 StR 3 6/87, BGHSt 35, 14, 19; BGH, Urteil vom 16. März 19 89 4 StR 60/89, BGHSt 36, 151, 154; BGH, Beschluss vom 18. März 2009 1 StR 50/09; BGHR BZRG § 51 Verwertungsverbot 10; BGH, Beschluss vom 15. März 2012 5 StR 288/11, BGHSt 57, 175, 179 f.; OLG Hamm, Beschluss vom 14. Juli 11 12 - 8 - 2009 3 Ss OWi 355/09, R n. 13, juris). Ein persönlicher Zusammenhang, die Verletzung des gleichen Rechtsguts oder der Umstand, dass die einzelnen Handlungen Teile eines Gesamtplans sind, reicht nicht, um mehrere selbstä n- dige Handlungen im materiell - rechtlichen Sinne zu einer einz igen Tat zu verbi n- den (Göhler/Seitz, OWiG, 16. Aufl., Vor § 59 Rn. 50a mwN). b) Diese Grundsätze finden bei Serienverstößen gegen Lenk - und Ruh e- zeitvorschriften im Straßenverkehr gleichermaßen Anwendung. Unter Zugru n- delegung der vorstehenden Kriterien, von denen abzuweichen kein Anlass b e- steht, vermag es allein eine behördliche Kontrolle der Einhaltung der Vorschri f- ten über die Lenk - und Ruhezeiten im Straßenverkehr bzw. die gesetzliche Vorgabe zum Kontrollzeitraum nicht, mehrere tatmehrheitliche Verstöß e eines Betroffenen innerhalb des Überprüfungszeitraums zu einer Tat zu verknüpfen. aa) Die Regelungen über die Aufzeichnung der Lenk - und Ruhezeiten im Straßenverkehr und deren Aufbewahrung bezwecken nicht die Umgrenzung eines prozessualen Tatzeitraume s, sondern haben einen anderen Hintergrund. Der in § 1 Abs. 6 Satz 4 FPersV bezeichnete Zeitraum von insgesamt 29 Tagen dient der wirksamen Durchsetzung von Straßenkontrollen im Sinne der Erwägung 14 zur VO (EG) Nr. 561/2006. Die zuständigen Behörden so llen durch die vorgeschriebene Aufzeichnung bei Straßenkontrollen ohne weiteren Aufklärungsaufwand in der Lage sein, die ordnungsgemäße Einhaltung der Lenk - und Ruhezeiten des laufenden Tages und der vorausgehenden 28 Tage zu überprüfen. Der Fahrer muss de shalb die Aufzeichnung der Lenk - und R u- hezeiten für diesen Zeitraum immer mit sich führen, nicht nur, wenn das Fah r- zeug mit einem digitalen Kontrollgerät ausgerüstet ist (Art. 15 Abs. 7 lit. a VO [ E WG] Nr. 3821/85 ). Der Zeitraum von 29 Tagen stellt indes k einen abschli e- 13 14 15 - 9 - t- rahmens sind ohne weiteres nach § 8a FPersG zu ahnden, sofern nicht die al l- gemeinen Verjährungsregelungen eingreifen (OLG Hamm, Beschlüsse vom 30. November 2010 5 RBs 158/10, DAR 2011, 412 und 5 RBs 188/10, verö f- fentlicht bei juris). Dass Verstöße auch außerhalb dieses Zeitraums festgestellt und geahndet werden sollen, ergibt sich bereits daraus, dass das Kontrollgerät für das Fahrzeug einen Zeitraum bis zu 365 Tagen au fzeichnet (vgl. Erw ä- gung 33 zur VO [ EG ] Nr. 561/2006) und der Unternehmer die Daten von der Fahrerkarte und aus dem Massenspeicher des Kontrollgeräts des Fahrzeugs regelmäßig kopieren und ein Jahr lang aufbewahren muss (Art. 10 Abs. 5 VO [ EG ] Nr. 561/2006, § 4 Abs. 3 FPersG, § 2 Abs. 5 FPersV). Der Unternehmer ist verpflichtet, der zuständigen Kontrollbehörde die gespeicherten Daten zur Ve r- fügung zu stellen (§ 4 Abs. 3 FPersG). Auch dies dient nur der wirksamen Durchsetzung der Verordnung (EG) Nr. 561/2006. bb) Allein die Verpflichtung, die Aufzeichnung, also ein Beweismittel , vo r- zuhalten und aufzubewahren, kann eine prozessuale Tat nicht begründen. Die Regelungen über Aufzeichnungspflichten und Aufbewahrungsfristen stellen kein geeignetes Kriterium dar, die im Überprüfungszeitraum möglicherweise bega n- genen materiell - rechtlich selbständigen Verstöße gegen Lenk - und Ruhezei t- vorschriften im Straßenverkehr zu einer prozessualen Tat zu verbinden. Durch den einheitlichen Akt der Kontrolle werden sich nicht über schneidende, zeitlich möglicherweise deutlich auseinander liegende Handlungen oder Unterlassu n- gen des Betroffenen innerhalb eines bestimmten Kontrollzeitraums nicht zu einem einheitlichen Lebensvorgang. Bei der Frage, ob eine einheitliche pr o- ze s suale Tat vorliegt, steht das Handeln des Betroffenen im Mittelpunkt. D ieses ist daraufhin zu bewerten, ob ein einheitlicher geschichtlicher Vorgang oder ein so enger sachlicher Zusammenhang besteht, dass eine Abspaltung einzelner 16 - 10 - Handlungsteile unnatürlich erschien e. Die Abgrenzung der prozessualen Tat anhand eines der Tat als solcher fremden und bei Betriebskontrollen zudem von Dritten willkürlich festgelegten Kriteriums widerspricht der ständigen Rechtsauslegung. c) Ob sich einzelne Verstöße gegen die in Rede stehenden V orschriften über Lenk - und Ruhezeiten im Straßenverkehr nach Art. 6, Art. 7 und Art. 8 VO (EG) Nr. 561/2006 überschneiden und durch dieselbe pflichtwidrige Handlung bzw. Unterlassung begangen worden sind, somit tateinheitlich zusammentreffen oder ob eine prozessuale Tat deshalb vorliegt, weil einzelne materiell - rechtlich selbständige Handlungen nicht ohne Würdigung weiterer Teile des geschicht - lichen Vorgangs beurteilt werden können (vgl. BGH, Beschl uss vom 24. No - vember 2004 5 StR 206/04, BGHSt 49, 35 9 , 362 f.), ist sonach eine Frage des Einzelfalles, die nach allgemeinen Grundsätzen zu beantworten ist. Sost - Scheible Roggenbuck Cierniak Mutzbauer Bender 17
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