ECLI:DE:BGH:2018:121218B5STR230.18.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 5 StR 230/18 vom 12. Dezember 2018 in der Vorlegungssache gegen wegen Falschbeurkundung im Amt hier: Vorlegungsbeschluss des I. Strafsenats des Schleswig - Holsteinischen Oberlandesgeri chts in Schleswig vom 24. April 2018 1 Ss 7/18 (38/18) - 2 - Der 5. Strafsenat d es Bundesgerichtshofs hat am 12. Dezember 2018 gemäß § 121 Abs. 2 GVG beschlossen: Die Sache wird an das Schleswig - Holsteinische Oberlandesg e- richt zu rückgegeben. Gründe: 1. Das Schleswig - Holsteini sche Oberlandesgericht hat dem Bundesg e- richtshof nach § 121 Abs. 2 Nr. 1 GVG die Rechtsfrage zur Entscheidung vo r- - - r- zeug erteilt und die Eintragung in die Zulassungsbescheinigung Te il I vornimmt, - Teil I nicht hätte vorgenommen werden dürfen, eine rechtlich erhebliche Tats a- che im Sinn e des § 348 Abs. 1 StGB falsch beurkundet. Das Amtsgericht Pinneberg hatte den Angeklagten vom Vorwurf der Falschbeurkundung im Amt, verübt durch die vorsätzlich unrichtige Erteilung von HU - Prüfplaketten, freigesprochen, da deren Erteilung und die entsp r e- chende Eintragung in die Zulassungsbescheinigung Teil I mit besonderer B e- weiskraft im Sinne des § 348 Abs. 1 StGB nur den Termin der nächsten Haup t- untersuchung beurkunde. Das Schleswig - Holsteinische Oberlandesgericht b e- absichtigt zu entscheiden, dass die Beweiskraft der an einem Fahrzeugken n- zeichen angebrachten Prüfplakette darüber hinaus beurkundet, dass das b e- treffende Fahrzeug (bis auf etwaige geringe Mängel) im Zeitpunkt der letzten 1 2 - 3 - Hauptuntersuchung für vorschriftsmäßig befunden wurde, und möchte auf die Revision der Staatsanwaltschaft das Urteil des Amtsgerichts Pinneberg aufh e- ben. Es sieht sich daran jedoch durch entgegenstehende Rechtsprechung a n- derer Oberlandesgerichte, unter anderem des Brandenburgischen Oberlande s- gerichts (Beschluss vom 2. Juli 2015 [2] 53 Ss 38/15 [35/15], 2 Ws 81/15), gehindert. Der Generalbundesanwalt hat beantragt, die Vorlegungsfrage en t- sprechend der Rechtsauffassung des Schleswig - Holsteinischen Oberlandesg e- richts zu entscheiden. 2. Die Sache wird an das Schleswig - Holst einische Oberlandesgericht z u- rückgegeben. a) Die Voraussetzungen der Vorlegung sind nicht mehr gegeben. Denn der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat die vorgelegte Rechtsfrage durch Beschluss vom 16. August 2018 1 StR 172/18 [zur Aufnahme in BGHS t b e- stimmt] entschieden. Danach stellt die HU - Prüfplakette in Verbindung mit dem amtlich zugelassenen Kennzeichen und der entsprechenden Eintragung in der Zulassungsbescheinigung Teil I eine (zusammengesetzte) öffentliche Urkunde dar. Neben dem Termin der nächsten Hauptuntersuchung beinhaltet sie auch den für und gegen jedermann geltenden Nachweis, dass die geprüften Fah r- zeuge zum Zeitpunkt der letzten Hauptuntersuchung als vorschriftsmäßig b e- funden worden sind (vgl. BGH, aaO Rn. 9). Die am Fahrzeugkennzeic hen a n- gebrachte Prüfplakette beurkundet hiernach mit besonderer Beweiskraft im Sinne des § 348 Abs. 1 StGB neben dem Termin der nächsten Hauptunters u- chung auch die Vorschriftsmäßigkeit des Kraftfahrzeugs zum Zeitpunkt der Durchführung der letzten Hauptunte rsuchung. 3 4 - 4 - b) Damit sind die Vorlegungsvoraussetzungen des § 121 Abs. 2 GVG entfallen. Der Zweck des § 121 Abs. 2 GVG, die Einheitlichkeit der Rechtsa n- wendung zu sichern (vgl. BGH, Beschlüsse vom 21. März 2000 4 StR 287/99, BGHSt 46, 17, 20; vom 10. S eptember 1985 4 ARs 10/85, BGHSt 33, 310, 313; Meyer - Goßner/Schmitt, StPO, 61. Aufl., GVG § 121 Rn. 5), ist erreicht, wenn eine zwischen den Oberlandesgerichten streitige Rechtsfrage durch den Bundesgerichtshof entschieden ist (vgl. BGH, Beschlüsse vom 1 3. Mai 1959 4 StR 115/59, BGHSt 13, 149, 152; vom 21. Dezember 1976 1 StR 236/76, NJW 1977, 964, 965; Franke in Löwe/ Rosenberg, StPO, 26. Aufl., GVG § 121 Rn. 46, 72; KK - StPO/Hannich, 7. Aufl., GVG § 121 Rn. 45). Für eine wiederho l- te Entscheidung ders elben Rechtsfrage ist im Bereich des § 121 Abs. 2 GVG kein Raum (vgl. BGH, aaO). 3. Der Schriftsatz des Verteidigers vom 10. Dezember 2018 hat vorgel e- gen. Mutzbauer Sander Sc hneider König Köhler 5 6
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