5 StR 382/99 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS vom 23. Februar 2000 in der Strafsache gegen 1. 2. 3. 4. 5. wegen Betruges - 2 - Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 23. Februar 2000 beschlossen: Die Revisionen der Angeklagten G , R , B , S und Sa gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 2. Juli 1998 werden nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen. Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen. Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat: 1. Die Anträge, mit denen Kontakte des Angeklagten R zum Landeskriminalamt behauptet wurden, hat das Landgericht zu Recht als b e - deutungslos abgelehnt. Keine der aufgestellten Behauptungen soweit sie überhaupt konkrete Beweistatsachen enthielten war geeignet, den Schul d - spruch oder die Strafzumessung zugunsten der Angeklagten zu beeinflu s - sen. Das gilt auch für die Behauptung, der Kriminalbeamte D habe einzelne Kundenakten geprüft und für in Ordnung befunden; es stellt keine unzulässige Beweisantizipation dar, daß das Landgericht die Bedeutungsl o - sigkeit auch mit der Gesamtstrategie der Angeklagten begründet hat. Im ü b - rigen sind einzelne Verfahrensbeschwerden der Angeklagten B und S schon unzulässig, weil der Ablehnungsbeschluß (Beweisanträge Anlagen 21 bis 24) und in Bezug genommene Schreiben (Beweisantrag A n - lage 81) nicht mitgeteilt werden. 2. Es kann offen bleiben, ob das als Anlage zu einem auf Zeugenve r - nehmung gerichteten Beweisantrag beigefügte Schreiben des LKA vom 4. September 1997 nach § 256 StPO verlesen werden durfte. Ersichtlich diente die Verlesung nur der Entscheidung darüber, ob die Vernehmung der Ze u - - 3 - gen erfolgen sollte (§ 251 Abs. 3 StPO); im Urteil sind keine Feststellungen auf den Inhalt des Schreibens gestützt. 3. Die schriftliche Mitteilung der Vorsitzenden, der Angeklagte R habe in jedem Fall eine erhebliche Freiheitsstrafe zu erwarten, b e - gründet unter den hier gegebenen Umständen die Besorgnis der Befange n - heit nicht. Sie erfolgte auf dem Hintergrund vorangegangener Verständ i - gungsgespräche und konnte deshalb, wie die mit streitig bezeichnete Alte r - native zeigt, aus der Sicht des Angeklagten nur dahin verstanden werden, daß mit jedem Fall der Fall eines Geständnisses gemeint war. Die Worte zu erwarten belegen vor dem Hintergrund der erörterten Fluchtgefahr deu t - lich, daß es sich nur um eine Prognose für den Fall eines Schuldspruches handelte. Die Befangenheitsrüge ist zudem unzulässig, weil der Beschwe r - deführer den Inhalt des Protokolls der Hauptverhandlung vom 15. Mai 1997 nicht vorträgt, wo vermerkt ist, daß die Vorsitzende einen Vortrag über den bisherigen Verlauf des Verfahrens hielt und über die Vorbesprechung ref e - riert hat. Dabei ging es ersichtlich gerade um diese Verständigungsgespr ä - che. 4. Die Rüge der Angeklagten R und Sa , das Landgericht habe entgegen § 261 StPO nicht alles verwertet, was Inbegriff der Hauptve r - handlung war, ist unbegründet. Der Revision ist zuzugeben, daß die Ausfü h - rungen im Urteil, der Angeklagte R habe in der Hauptverhandlung nicht zur Sache ausgesagt, nicht zutreffend ist. Durch das weder unklare noch widersprüchlliche Hauptverhandlungsprotokoll ist bewiesen (§ 274 StPO), daß sich der Angeklagte am 2. Juni 1997 und was allein der Ang e - klagte R vorträgt am 8. September 1997 doch zur Sache äuße r - te. Seine Einlassung vom 2. Juni 1997 ist wörtlich dahin protokolliert, daß er zu Beweisanträgen äußerte: Die Beweisbehauptungen ... sind nicht ganz falsch (zur Frage der Sacheinlassung vgl. BGHR StPO § 274 Beweiskraft 18). Am 8. September 1997 äußerte er sich zur Sache, während eine - 4 - Sachverständige ihr Gutachten erstattete; worin diese Äußerung bestand und was Gegenstand des Gutachtens war, trägt die Revision nicht vor. Die erste, wörtlich protokollierte Einlassung vom 2. Juni 1997 ist derart knapp und pauschal gehalten sie bezieht sich auf vage Beweisbehauptu n - gen im Sinne von Beweisermittlungsanträgen , daß sie für die Beweiswürd i - gung ohne jede Bedeutung war. Der Senat kann ausschließen, daß das U r - teil auf der Nichtberücksichtigung dieser Einlassung beruht. Die zweite Einlassung am 8. September 1997 betraf naheliegend eine Zwischenbemerkung des Angeklagten im Zusammenhang mit der Verne h - mung einer Sachverständigen. Jedenfalls bei dieser besonderen Situation, die eher für eine marginale Sacheinlassung spricht, hätte der Beschwerd e - führer vortragen müssen, ob die Einlassung des Angeklagten substantiell war (vgl. Kleinknecht/Meyer-Goßner, StPO 44. Aufl. § 261 Rdn. 16) und welchen Inhalt sie in diesem Fall hatte. Harms Häger Nack Tepperwien Gerhardt
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