BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES URTEIL 5 StR 621/14 vom 24. Februar 2015 in der Strafsache gegen wegen schwerer Brandstiftung - 2 - Der 5 . Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat in der Sitzung vom 24. Febr u- ar 2015 , an der teilgenommen haben : Richter Prof. Dr. Sander als Vorsitzender , Richter in Dr. Schneider, Richter Dölp , Richter Prof. Dr. König , Richter Bellay als beisitzende Richter, Staatsanwältin als Vertreter in der Bundesanwaltschaft, Rechtsanwalt als Vertei diger, Ju s tiz angestellte als Urkundsbeamt in der Geschäftsstelle, - 3 - für Recht erkannt: Auf die Revision der Staatsanwaltschaft wird das Urteil des Landgerichts Neuruppin vom 1. August 2014 aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Verhandlung und Entsc heidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen. - Von Rechts wegen - Gründe: Das Landgericht hat den Angeklagten vom Vorwurf der schweren Bran d- stiftung aus tatsächlichen Gründen freigesproch en. Hiergegen wendet sich die Staatsanwaltschaft mit ihrer auf die Sachrüge gestützten Revision. Das vom Generalbundesanwalt vertretene Rechtsmittel hat Erfolg. 1. Dem Angeklagten ist mit der Anklage vorgeworfen worden, auf dem Dachboden des auch von ihm bewohnten Mehrfamilienhauses ein Feuer en t- zündet zu haben, das die Holzbalken des Dachstuhls ergriff und mit eigener Flamme weiter brannte. Das zur Evakuierung des Hauses führende Feuer wu r- de durch die Feuerwehr gelöscht; es entstand ein Sachschaden in Hö he von 1 2 - 4 - Das Landgericht hat in den Urteilsgründen nach dem Anklagevorwurf z u- nächst die bestreitende Einlassung des Angeklagten wiedergegeben und diese als nicht widerlegbar angesehen. Zu diesem Ergeb nis ist es gelangt, nachdem es sich mit d en Angaben der Belastungszeugen und den weiteren für die Täte r- schaft des Angeklagten sprechenden Indizien Punkt für Punkt auseinanderg e- r- digung aller Indizien erhebliche Zweifel an der (UA S. 17) verblieben. 2. Das Urteil hält sachlich - rechtlicher Nachprüfung nicht stand, weil sich die ihm zugrundeliegende Beweiswürdigung als nicht tragfähig erweist. a) Es leidet bereits an einem durchgreifenden Darste llungsmangel. Wird ein Angeklagter aus tatsächlichen Gründen freigesprochen, so müssen im Urteil regelmäßig zunächst diejenigen Tatsachen festgestellt werden, die das Tatg e- richt als erwiesen erachtet. Erst auf dieser Grundlage ist in der Beweiswürd i- gung d arzulegen, aus welchen Gründen die zur Verurteilung notwendigen Fes t- stellungen nicht getroffen werden konnten; nur hierdurch wird das Revisionsg e- richt in die Lage versetzt, zu prüfen, ob der Freispruch auf rechtlich bedenke n- freien Erwägungen beruht (vgl. B GH, Urteil vom 8. Mai 2014 1 StR 722/13, NStZ - RR 2014, 220 mwN). Die erforderliche zusammenhängende Darstellung der getroffenen Feststellungen fehlt im angefochtenen Urteil gänzlich. b) Die tatgerichtliche Beweiswürdigung selbst ist zudem lückenhaft. D ie Urteilsgründe teilen insbesondere nicht mit, ob und gegebenenfalls wie der in der Hauptverhandlung vernommene Zeuge B . sich zu der von den Zeugen K . und Kö . übereinstimmend behaupteten Mitteilung des Angeklagten geäußert hat, der Zeuge B . Dies wäre jedoch wie der Generalbundesanwalt zutreffend ausgeführt hat 3 4 5 6 - 5 - angesichts der auf das behauptete, vom Angeklagten bestrittene Gespräch mit ihm folgenden Textnachricht der Zeugin K . an den Z eugen B . geboten gewesen, in der die gegenüber den Zeugen Kö . und K . gemachten Ang a- ben des Angeklagten bestätigt werden und zu der sich der Zeuge B . in der Hauptverhandlung geäußert hat (UA S. 6). c) Den Urteilsgründen ist ferner nicht zu entn ehmen, dass das Landg e- richt die erforderliche Gesamtwürdigung aller für und gegen die Täterschaft des Angeklagten sprechenden Umstände tatsächlich vorgenommen hat. Abgesehen von dem einen genannten formelhaften Satz (UA S. 17) beschränkt sich die Beweiswür digung darauf, die einzelnen Belastungsindizien namentlich das Einräumen der Tat gegenüber den Zeugen K . und Kö . , die folgende Tex t- nachricht der Zeugin K . an den Zeugen B . Angeklagten zur Kenntnisnahme vom Bran dort, seine früheren einschlägigen Verurteilungen sowie die Feststellung zum Frustrationsabbau ein konditioniertes Bewältigungsschema des Angekla g- ten darstelle jeweils gesondert zu erörtern und auf ihren jeweiligen Be wei s- wert zu prüfen, ohne sie zueinander in Beziehung zu setzen. Damit hat das Landgericht nicht erkennbar bedacht, dass einzelne Belastungsindizien, die für sich genommen zum Beweis der Täterschaft nicht ausreichen, doch in ihrer Gesamtheit die für eine Ve rurteilung notwendige richterliche Überzeugung b e- gründen können (st. Rspr., vgl. BGH, Urteil vom 7. November 2012 5 StR 322/12 mwN). Sander Schneider Dölp König Bellay 7
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