Abtei lung I
A-272/2010
{T 0/2}
A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d
v o m 4 . M ä r z 2 0 1 0
Einzelrichter Daniel de Vries Reilingh,
Gerichtsschreiber Keita Mutombo.
A._______, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,
gegen
Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Task Force Amtshilfe USA, Eigerstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz.
Amtshilfe (DBA-USA).
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
A-272/2010
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die Schweizerische Eidgenossenschaft (Schweiz) und die Ver-
einigten Staaten von Amerika (USA) am 19. August 2009 ein Abkom-
men über ein Amtshilfegesuch des Internal Revenue Service der USA
betreffend UBS AG, einer nach schweizerischem Recht errichteten Ak-
tiengesellschaft (SR 0.672.933.612 [AS 2009 5669], Abkommen 09)
schlossen,
dass sich darin die Schweiz verpflichtete, anhand im Anhang zum
Abkommen festgelegter Kriterien und gestützt auf das geltende Ab-
kommen vom 2. Oktober 1996 zwischen der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermei-
dung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Ein-
kommen (DBA-USA 96, SR 0.672.933.61) ein Amtshilfegesuch der
USA zu bearbeiten,
dass die amerikanische Einkommenssteuerbehörde (Internal Revenue
Service in Washington, IRS) am 31. August 2009 unter Berufung auf
das Abkommen 09 ein Ersuchen um Amtshilfe an die Eidgenössische
Steuerverwaltung (ESTV) richtete,
dass die ESTV in der Folge mit Schlussverfügung vom 17. November
2009 entschied dem IRS, betreffend A._______, (USA), Amtshilfe zu
leisten, weil sie (aus dargelegten Gründen) zum Schluss kam, es
handle sich um einen Fall der Kategorie 2/A/b, für den gemäss Ab-
kommen 09 Amtshilfe zu gewähren sei,
dass A._______ (Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 14. Januar
2010 gegen die vorerwähnte Schlussverfügung der ESTV beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob,
dass die Beschwerdeführerin insbesondere beantragte, die angefoch-
tene Verfügung sei aufzuheben, es sei keine Amtshilfe zu gewähren
und das Amtshilfeverfahren sei einzustellen sowie die im Amtshilfever-
fahren erhobenen Dokumente seien zu vernichten – alles unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolge,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 18. Januar
2010 unter anderem den Beschwerdeeingang bestätigte und im Übri-
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gen weitere Instruktionsverfügungen nach Vorliegen eines Entscheids
im entsprechenden Pilotverfahren in Aussicht stellte,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit einem Pilot-Urteil vom 21. Ja-
nuar 2010 eine Beschwerde guthiess, welche ebenfalls einen Fall der
Kategorie 2/A/b betraf (Urteil A-7789/2009),
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 26. Januar
2010 die ESTV eingeladen hat, dem Gericht gelegentlich mitzuteilen,
ob sie ihre die Kategorie 2/A/b betreffenden Verfügungen – und damit
auch die angefochtene Verfügung im vorliegenden Verfahren – in Wie-
dererwägung zu ziehen gedenke,
dass die ESTV mit Verfügung vom 2. März 2010 die angefochtene
Schlussverfügung in Wiedererwägung zog und erkannte, dem IRS ge-
stützt auf dessen Amtshilfegesuch vom 31. August 2009 keine Amtshil-
fe betreffend die Beschwerdeführerin zu leisten,
dass das Bundesverwaltungsgericht zuständig ist zur Beurteilung von
Beschwerden gegen Schlussverfügungen der ESTV betreffend die
Amtshilfe gestützt auf Art. 26 DBA-USA; vgl. Art. 20k Abs. 1 und 4 der
Verordnung vom 15. Juni 1998 zum schweizerisch-amerikanischen
Doppelbesteuerungsabkommen vom 2. Oktober 1996 (Vo DBA-USA,
SR 672.933.61) i.V.m. Art. 31 - 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes
vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) i.V.m. Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG,
SR 172.021); dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit
das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG),
dass die ESTV gemäss Art. 58 Abs. 1 VwVG bis zu ihrer Vernehmlas-
sung die angefochtene Verfügung in Wiedererwägung ziehen kann;
dass das Bundesverwaltungsgericht die Behandlung der Beschwerde
fortsetzt, soweit diese durch die neue Verfügung der Vorinstanz nicht
gegenstandslos geworden ist (Art. 58 Abs. 3 VwVG); dass das Verfah-
ren mithin dann abgeschrieben werden kann, wenn ein pendente lite
erlassener Wiedererwägungsentscheid den Anträgen der beschwerde-
führenden Person entspricht (statt vieler: Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts A-1633/2006 vom 30. September 2009, A-190/2009 vom
13. März 2009; Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommis-
sion [SRK] vom 18. September 1998, veröffentlicht in Verwaltungspra-
xis der Bundesbehörden [VPB] 63.80 E. 2d mit Hinweisen),
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dass im vorliegenden Fall die ESTV mit Wiedererwägungsverfügung
vom 2. März 2010 den Begehren der Beschwerdeführerin entsprochen
hat, soweit das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung zuständig
ist; dass die Streitsache und demzufolge auch die Beschwerde somit
gegenstandslos geworden sind,
dass das Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen Verfahren
als durch Wiedererwägung gegenstandslos geworden abzuschreiben
ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG),
dass bei diesem Verfahrensausgang Ausführungen zu sämtlichen wei-
teren Vorbringen der Beschwerdeführerin unterbleiben können,
dass es bei alledem nicht Aufgabe des Bundesverwaltungsgerichts ist,
darüber zu befinden, wie die Vorinstanz konkret den Entscheid umzu-
setzen hat, weshalb es die Vernichtung der im Amtshilfeverfahren er-
hobenen Dokumente nicht anordnen kann,
dass sich die Vorinstanz dabei aber selbstredend an die einschlägigen
rechtlichen Vorschriften zu halten hat,
dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden,
deren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Re-
glements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass Vorinstanzen gemäss Art. 63 Abs. 2 VwVG keine Verfahrenskos-
ten auferlegt werden; dass vorliegend – aufgrund fehlender entspre-
chender Aufforderung durch das Gericht – bisher noch kein Kostenvor-
schuss einbezahlt worden ist, der der Beschwerdeführerin zurückzuer-
statten wäre,
dass obsiegende Parteien gemäss Art. 7 Abs. 1 VGKE Anspruch auf
eine Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen
Kosten haben; dass für die Festsetzung der Parteientschädigung bei
gegenstandslos gewordenen Verfahren Art. 5 VGKE sinngemäss gilt
(Art. 15 VGKE); dass demnach bei gegebenen weiteren Voraussetzun-
gen diejenige Partei eine Parteientschädigung auszurichten hat, deren
Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (ANDRÉ MOSER/MICHAEL
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht, Basel 2008, S. 217 Rz. 4.71); dass die Gegenstandslosigkeit
des Verfahrens vorliegend ausschliesslich der ESTV zuzurechnen ist,
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dass das Bundesverwaltungsgericht den Entscheid über die Parteient-
schädigung von Amtes wegen aufgrund der Kostennote, sofern vor-
handen, sowie den Akten und in der Regel ohne eingehende Begrün-
dung trifft; dass auch bei der Festsetzung der Parteientschädigung auf
der Basis einer Kostennote es Aufgabe des Gerichts ist, zu überprü-
fen, in welchem Umfang die geltend gemachten Kosten als notwendig
für die Vertretung anerkannt werden können (Art. 10 ff. VGKE),
dass das Gericht im vorliegenden Verfahren unter Würdigung der ein-
gereichten Rechtsschrift zur Auffassung gelangt, Kosten von pauschal
Fr. 10'000.-- seien als notwendig für die Vertretung zu qualifizieren,
dass somit die ESTV der Beschwerdeführerin eine Parteientschädi-
gung von Fr. 10'000.-- (inkl. Auslagen) zu entrichten hat,
dass dieser Entscheid nicht mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden kann
(Art. 83 Bst. h des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG,
SR 173.110]).
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Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit abge-
schrieben.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.
3.
Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung von Fr. 10'000.-- zu bezahlen.
4.
Dieser Entscheid geht an:
- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:
Daniel de Vries Reilingh Keita Mutombo
Versand:
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