B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung I
A-2733/2013
Z w i s c h e n e n t s c h e i d v o m
1 3 . J u n i 2 0 1 3
Besetzung
Richter Jürg Steiger (Vorsitz),
Richter André Moser, Richterin Kathrin Dietrich,
Gerichtsschreiberin Mia Fuchs.
Parteien
A._______,
Beschwerdeführer,
gegen
Eidgenössisches Finanzdepartement EFD,
Vorinstanz.
Gegenstand
Ausstandsbegehren im Verfahren [...].
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) mit Verfügung vom
23. Januar 2013 das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren von
A._______ mangels eines widerrechtlichen Verhaltens eines Bundesan-
gestellten abwies, soweit es darauf eintrat,
dass A._______ (Beschwerdeführer) dagegen am 26. Februar 2013 Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhob und unter anderem um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchte,
dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 1. März 2013 die
Besetzung des Spruchkörpers für den zu fällenden Beschwerdeentscheid
bekannt gab, darauf hinwies, dass ein allfälliges Ausstandsbegehren
schriftlich sowie das beigelegte Formular "Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege" ausgefüllt und mit den nötigen Beweismitteln versehen bis
zum 22. März 2013 einzureichen sei,
dass diese Frist auf Gesuch hin bis zum 12. April 2013 erstreckt wurde,
dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 26. April 2013
das Gesuch um Gewährung unentgeltlicher Rechtspflege abwies, da der
Beschwerdeführer der Aufforderung, seine Einkommens- und Vermö-
gensverhältnisse darzulegen, nicht nachgekommen und damit seine Be-
dürftigkeit nicht nachgewiesen war; dass der Beschwerdeführer zudem
aufgefordert wurde, einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- zu leisten,
dass der Beschwerdeführer daraufhin mit Eingabe vom 11. Mai 2013 den
Ausstand von Instruktionsrichter Maurizio Greppi beantragt hat,
dass er sein Gesuch damit begründet, der Instruktionsrichter habe in der
Zwischenverfügung vom 26. April 2013 festgehalten, dass das Gesuch
mangels Nachweis der Bedürftigkeit abzuweisen sei und offen gelassen
werden könne, ob die Beschwerde aussichtslos sei, womit er mitgeteilt
habe, dass er die Klage (recte: Beschwerde) wohl abweisen werde, da
sie angeblich aussichtslos sei, und er somit nicht mehr dem Anspruch auf
einen unvoreingenommenen Richter erfülle,
dass die Verfügung des EFD betreffend Staatshaftung (Schadenersatz
und Genugtuung) der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht un-
terliegt (Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
[VGG, SR 173.32] i.V.m. Art. 32 und Art. 33 Bst. d VGG),
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dass das Bundesverwaltungsgericht im Rahmen dieses Verfahrens eben-
falls zur Beurteilung von Fragen formeller Natur und somit auch zum Ent-
scheid über das vorliegende Ausstandsbegehren zuständig ist (vgl. BVGE
2007/4 E. 1.1 mit Hinweisen),
dass die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über
das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) über den Ausstand (Art. 34 ff.
BGG) im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sinngemäss gel-
ten (Art. 38 VGG),
dass nach Art. 37 Abs. 1 BGG die Abteilung unter Ausschluss der betrof-
fenen Gerichtsperson über deren Ausstand entscheidet, wenn diese den
Ausstandsgrund bestreitet, dass sich diese Norm jedoch nicht über die
Zusammensetzung des Spruchkörpers innerhalb der Abteilung äussert,
dass die allgemeinen Bestimmungen zur Bildung der Spruchkörper in der
Regel die Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen vorsehen
(Art. 21 und Art. 24 VGG i.V.m. Art. 32 Abs. 1 des Geschäftsreglements
vom 17. April 2008 für das Bundesverwaltungsgericht [VGR,
SR 173.320.1]),
dass die Anwendung dieser allgemeinen Bestimmungen zur Zusammen-
setzung des Spruchkörpers auch im Ausstandsverfahren als gerechtfer-
tigt erscheint (Zwischenentscheide des Bundesverwaltungsgerichts
A-6181/2012 vom 30. Januar 2013 und A-4650/2011 vom 10. Oktober
2011 E. 1.2, je mit Hinweisen),
dass entsprechend über Ausstandsbegehren in der Besetzung mit drei
Richtern bzw. Richterinnen entschieden wird,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 16. Mai
2013 den Eingang des erwähnten Ausstandsbegehrens bestätigt, ein
neues Verfahren A-2733/2013 eröffnet und dem Beschwerdeführer die
Besetzung des Spruchkörpers für den Ausstandsentscheid mitgeteilt hat,
dass der für dieses Ausstandsverfahren eingesetzte vorsitzende Richter
Jürg Steiger den vom vorliegenden Ausstandsbegehren betroffenen Rich-
ter Maurizio Greppi mit Schreiben vom 6. Juni 2013 aufgefordert hat, sich
zu den vorgebrachten Ausstandsgründen zu äussern,
dass dieser mit Stellungnahme vom 7. Juni 2013 das Bestehen eines
Ausstandsgrundes verneint und die Abweisung des Ausstandsbegehrens
beantragt hat, mit der Begründung, das Gesuch um unentgeltliche
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Rechtspflege nicht aufgrund einer vorweggenommenen summarischen
Beurteilung der Prozesschancen, sondern ausschliesslich wegen unge-
nügenden Nachweises der Einkommens- und Vermögensverhältnisse
abgewiesen und damit zum mutmasslichen Verfahrensausgang weder in
der Zwischenverfügung vom 26. April 2013 noch im Verlaufe des weiteren
Beschwerdeverfahrens Stellung bezogen zu haben,
dass über die Ausstandsfrage ohne Anhörung der Gegenpartei entschie-
den werden kann (Art. 37 Abs. 2 BGG),
dass vorliegend von einer vorgängigen Anhörung der Vorinstanz abgese-
hen wird,
dass die Ausstandsgründe in Art. 34 Abs. 1 Bst. a bis e BGG geregelt
sind und wie schon Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) und Art. 6
Ziff. 1 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men-
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) die Beurteilung
durch ein unparteiisches, unbefangenes und unvoreingenommenes Ge-
richt gewährleisten sollen (vgl. BGE 133 I 89 E. 3.2),
dass gemäss Art. 34 Abs. 1 Bst. a bis d BGG folgende Ausstandsgründe
auszumachen sind: persönliches Interesse (Bst. a), Tätigkeit in anderer
Stellung in der gleichen Sache (Bst. b), Verwandtschaft, Ehe, Partner-
schaft und Lebensgemeinschaft (Bst. c und Bst. d),
dass nach Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG Gerichtspersonen in den Ausstand
treten, wenn sie aus anderen Gründen, insbesondere wegen besonderer
Freundschaft oder persönlicher Feindschaft mit einer Partei oder ihrem
Vertreter bzw. ihrer Vertreterin, befangen sein könnten; dass es sich hier-
bei um einen Auffangtatbestand handelt, der im Sinne der bisherigen
Rechtsprechung (zum alten Bundesrechtspflegegesetz vom 16. Dezem-
ber 1943 [OG, BS 3 521]) auszulegen ist (Urteil des Bundesgerichts
2F_2/2007 vom 25. April 2007 E. 3.2; ANDREAS GÜNGERICH, in: Hansjörg
Seiler/Nicolas von Werdt/Andreas Güngerich, Bundesgerichtsgesetz
[BGG]: Bundesgesetz über das Bundesgericht, Handkommentar, Bern
2007 [Handkommentar], N 5 f. zu Art. 34; vgl. ISABELLE HÄNER, in: Marcel
Alexander Niggli/Peter Uebersax/Hans Wiprächtiger [Hrsg.], Bundesge-
richtsgesetz, Basler Kommentar, 2. Aufl., Basel 2011 [Kommentar BGG],
N 16 ff. zu Art. 34),
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dass danach eine Befangenheit vorliegt, wenn – anhand aller tatsächli-
chen und verfahrensrechtlichen Gegebenheiten – Umstände dargetan
sind, die bei objektiver Betrachtung geeignet erscheinen, Misstrauen in
die Unparteilichkeit eines Richters bzw. einer Richterin zu erwecken (BGE
134 I 20 E. 4.2, BGE 133 I 1 E. 5.2 und 6.2, BGE 131 I 113 E. 3.4, BGE
114 Ia 50 E. 3c),
dass solche Hinweise in einem bestimmten Verhalten oder in gewissen
äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur be-
gründet liegen können,
dass zur Ablehnung einer Gerichtsperson nicht deren tatsächliche Befan-
genheit nachgewiesen werden muss, sondern es ausreicht, wenn Um-
stände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der
Voreingenommenheit zu begründen vermögen (BGE 128 V 82 E. 2a,
BGE 124 I 21 E. 3a, je mit Hinweisen), dass jedoch das Misstrauen in die
Unvoreingenommenheit in objektiver Weise begründet erscheinen muss
und nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden
kann (vgl. BGE 133 I 89 E. 3.2, BGE 131 I 113 E. 3.4, BGE 125 I 119
E. 3a, je mit Hinweisen),
dass die Ausstandsregelung in einem gewissen Spannungsverhältnis
zum Anspruch auf den gesetzlichen Richter steht und der Ausstand eine
Ausnahme bleiben muss, wenn die Zuständigkeitsordnung nicht ausge-
höhlt werden soll, weshalb die persönliche Unbefangenheit des gesetzli-
chen Richters im Grundsatz zu vermuten ist (vgl. BGE 114 Ia 50 E. 3b)
und von der regelhaften Zuständigkeitsordnung – auch im Interesse einer
beförderlichen Rechtspflege (vgl. Art. 29 Abs. 1 BV) – nicht leichthin ab-
gewichen werden darf (vgl. BGE 134 I 20 E. 4.2, BGE 133 I 1 E. 5.2 und
6.2, BGE 122 II 477 E. 3b, BGE 116 Ia 19 E. 4, Urteil des Bundesgerichts
2C_171/2007 und 2C_283/2007 vom 19. Oktober 2007 E. 5.1; zum Gan-
zen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4650/2011 vom 10. Oktober
2011 E. 2),
dass nach höchstrichterlicher Rechtsprechung unter Umständen ein Aus-
standsgrund gegeben sein kann, wenn eine so genannte Vorbefassung
vorliegt, das heisst wenn sich der Richter oder die Richterin schon zu ei-
nem früheren Zeitpunkt mit der Angelegenheit befasst hat (BGE 126 I 68
E. 3c mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts 1P.2/2004 vom 18. Febru-
ar 2004; HÄNER, Kommentar BGG, N 19 zu Art. 34),
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dass nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung davon auszugehen ist,
dass durch die Vornahme der üblichen Prozesshandlungen in der Regel,
das heisst beim Fehlen besonderer Umstände, kein Ausstandsgrund ge-
setzt wird, dass demnach mehrfache Funktionen des Richters, der sich in
demselben Verfahren wiederholt mit einer Streitsache zu befassen hat,
für sich allein nicht ohne Weiteres einen Ausstandgrund begründen, das
heisst etwa weder das Vorliegen eines Lösungsvorschlages im Rahmen
einer Vergleichshandlung noch die Anordnung einer vorsorglichen Mass-
nahme begründete Sorge der Voreingenommenheit erwecken (BGE 131 I
113 E. 3.6; Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts
A-6354/2010 vom 16. September 2010 E. 3.2.1),
dass der Beschwerdeführer geltend macht, Richter Maurizio Greppi habe
in der Zwischenverfügung, mit der er das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege abgewiesen habe, mitgeteilt, die Beschwerde (in der
Hauptsache) wohl abzuweisen,
dass Richter Maurizio Greppi mit Zwischenverfügung vom 26. April 2013
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen ungenügenden
Nachweises der Einkommens- und Vermögensverhältnisse abwies, dass
er die Beurteilung der Prozesschancen – entgegen dem Vorbringen des
Beschwerdeführers – dagegen aber gerade offen liess,
dass der Nachweis der Prozessarmut derjenigen Partei obliegt, welche
sich darauf beruft, weshalb diese insbesondere die Pflicht hat, ihre Ein-
kommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzustellen und so-
weit als möglich zu belegen; dass daher die Prozessarmut ohne Bundes-
rechtsverletzung verneint werden kann, wenn der Antragsteller die zur
Beurteilung seiner aktuellen wirtschaftlichen Situation erforderlichen An-
gaben oder Belege nicht beibringt (BGE 120 Ia 179 E. 3a; Urteile des
Bundesgerichts 2C_707/2010 vom 8. November 2010 E. 3.1 und
5P.113/2003 vom 6. August 2003 E. 2.1; vgl. auch Zwischenverfügung
des Bundesverwaltungsgerichts A-116/2011 vom 9. Februar 2011),
dass der Beschwerdeführer, indem er lediglich pauschal auf ein in einem
früheren Verfahren eingereichtes Gesuch um Bewilligung der unentgeltli-
chen Rechtspflege verwies, seiner Mitwirkungspflicht gemäss Art. 13
Abs. 1 Bst. a des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember
1968 (VwVG, SR 172.021) nicht nachgekommen ist,
dass eine Befangenheit im Sinne von Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG nach
dem Gesagten in keiner Weise ersichtlich ist und der Beschwerdeführer
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zudem von Vornherein keine Ausstandsgründe nach Art. 34 Abs. 1 Bst. a
bis d BGG geltend macht,
dass das Ausstandsbegehren demzufolge abzuweisen ist,
dass die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei aufzu-
erlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG),
dass die Verfahrenskosten ganz oder teilweise erlassen werden können,
wenn Gründe in der Sache oder in der Person der Partei es als unver-
hältnismässig erscheinen lassen, sie ihr aufzuerlegen (Art. 6 Bst. b des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass im vorliegenden Ausstandsverfahren keine Verfahrenskosten zu er-
heben sind.
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Das Ausstandsbegehren wird abgewiesen.
2.
Für den vorliegenden Zwischenentscheid werden keine Verfahrenskosten
erhoben.
3.
Dieses Urteil geht an:
– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
– die Vorinstanz (Ref-Nr. 432.1-063/müs/ama; Einschreiben mit Rück-
schein)
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Jürg Steiger Mia Fuchs
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist
steht still vom 15. Juli bis und mit dem 15. August (Art. 46 Abs. 1 Bst. b
BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42
BGG).
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