Abtei lung I
A-5855/2007
{T 0/2}
U r t e i l v o m 1 0 . O k t o b e r 2 0 0 7
Richter Pascal Mollard (Vorsitz),
Richterin Salome Zimmermann,
Richterin Marianne Ryter Sauvant,
Gerichtsschreiberin Jeannine Müller.
X._______ AG,
Beschwerdeführerin,
gegen
Eidgenössische Steuerverwaltung,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer,
Vorinstanz.
Mehrwertsteuer (MWSTV; 1. Quartal 1995 - 3. Quar-
tal 1997); Verfahrenskosten.
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
A-5855/2007
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt:
dass die Eidgenössische Steuerrekurskommission (SRK) mit Ent-
scheid vom 3. Mai 2005 (SRK 2002-153) die Beschwerde der
X._______ AG vom 2. Dezember 2002 im Sinne der Erwägungen teil-
weise gutgeheissen, den Einspracheentscheid der Eidgenössischen
Steuerverwaltung (ESTV) vom 31. Oktober 2002 aufgehoben und die
Sache zur Sachverhaltsfeststellung und neuen Entscheidung im Sinne
der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen hat,
dass die SRK im genannten Entscheid vom 3. Mai 2005 die Verfah-
renskosten im Betrag von Fr. 2'000.-- (recte: Fr. 3'000.--) der teilweise
obsiegenden X._______ AG im Umfang von Fr. 1'000.-- auferlegt hat;
dass die SRK gleichzeitig der X._______ AG zulasten der ESTV eine
(reduzierte) Parteientschädigung von Fr. 1'000.-- zugesprochen hat,
dass die ESTV am 2. Juni 2005 Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim
Bundesgericht erhoben und die Aufhebung des Entscheids der SRK
vom 3. Mai 2005 sowie – mit Ausnahme des Berichtigungsvorbehalts
gemäss Ziff. 3 des Dispositivs – die Bestätigung des Einspracheent-
scheids vom 31. Oktober 2002 beantragt hat,
dass das Bundesgericht mit Urteil 2A.369/2005 vom 24. August 2007
die Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Sinn der Erwägungen gutge-
heissen, den Entscheid der SRK vom 3. Mai 2005 aufgehoben und
festgehalten hat, dass die X._______ AG für die Steuerperioden vom
1. Quartal 1995 bis 3. Quartal 1997 Mehrwertsteuern im Betrag von
Fr. 1'295'050.-- zuzüglich Zins von 5% ab 30. Oktober 1996 schuldet,
dass das Bundesgericht die Gerichtsgebühr von insgesamt
Fr. 10'000.-- zu Fr. 1'000.-- der ESTV und zu Fr. 9'000.-- der
X._______ AG auferlegt und keine Parteientschädigung zugesprochen
hat; dass das Bundesgericht das Bundesverwaltungsgericht ausser-
dem angewiesen hat, über die Kosten des Verfahrens vor der SRK neu
zu entscheiden,
dass die SRK per 31. Dezember 2006 aufgelöst worden ist und das
Bundesverwaltungsgericht als Nachfolgerorganisation am 1. Januar
2007 seine Tätigkeit aufgenommen hat (vgl. auch Art. 53 Abs. 2 Satz 1
des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG,
SR 173.32]); dass es – wie das Bundesgericht festgehalten hat –
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Sache des Bundesverwaltungsgerichts ist, über die Kosten für das Be-
schwerdeverfahren vor der ehemaligen SRK (SRK 2002-153) zu befin-
den; dass die Beurteilung nach neuem Verfahrensrecht erfolgt (Art. 53
Abs. 2 Satz 2 VGG);
dass sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem
Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren (VwVG, SR 172.021) richtet, soweit das VGG nichts anderes be-
stimmt (Art. 37 VGG),
dass die X._______ AG im Urteil des Bundesgerichts zwar zum weit
überwiegenden Teil unterlegen ist, indem das Bundesgericht – entge-
gen dem Entscheid der SRK – das Vorliegen eines Leistungsaus-
tauschs bejaht hat; dass das Bundesgericht die Steuernachforderung
von Fr. 1'363'666.-- gemäss Einspracheentscheid vom 31. Oktober
2002 indes auf Fr. 1'295'050.-- reduziert und insoweit die Beschwerde
der ESTV abgewiesen hat;
dass im seinerzeitigen Beschwerdeverfahren vor der SRK sowohl die
X._______ AG als auch die Vorinstanz von einem mehrwertsteuer-
lichen Leistungsaustausch ausgegangen sind und lediglich die Be-
messungsgrundlage umstritten war, indem die X._______ AG be-
antragt hat, dass die Steuernachforderung von Fr. 1'363'666.-- auf
Fr. 1'295'050.-- zu reduzieren sei; dass es schliesslich die SRK war,
welche im Entscheid vom 3. Mai 2005 befunden hat, dass es sich um
ein Gesellschaftsverhältnis und somit nicht um einen Leistungsaus-
tausch im Sinne des Mehrwertsteuerrechts handle,
dass in Anbetracht der vorstehenden Ausführungen das Urteil des
Bundesgerichts vom 24. August 2007 im Ergebnis genau den Anträ-
gen der X._______ AG im Beschwerdeverfahren vor der SRK ent-
spricht und die X._______ AG demnach als obsiegende Partei zu be-
trachten ist,
dass folglich weder der X._______ AG noch der ESTV für das Be-
schwerdeverfahren SRK 2002-153 Kosten aufzuerlegen sind (Art. 63
Abs. 1 und 2 VwVG) und der Kostenvorschuss (Fr. 3'000.--) nach Ein-
tritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids zurückzuerstatten ist,
dass die X._______ AG im Verfahren vor der SRK bis zum 21. Januar
2005 anwaltlich vertreten gewesen ist; dass die Vorinstanz der
X._______ AG als obsiegenden Beschwerdeführerin folglich eine Par-
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teientschädigung auszurichten hat, welche auf insgesamt Fr. 4'500.--
(inkl. Mehrwertsteuer) festgesetzt wird (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG;
Art. 7 ff. des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]),
dass für den vorliegenden Kostenentscheid keine Kosten aufzuerlegen
sind (Art. 6 Bst. b VGKE) und von einer Parteientschädigung abzu-
sehen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie Art. 7 Abs. 1 und Art. 8 VGKE).
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Für das Verfahren SRK 2002-153 werden weder der X._______ AG
noch der Eidgenössischen Steuerverwaltung Verfahrenskosten aufer-
legt. Der Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 3'000.-- wird nach Eintritt
der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids an die X._______ AG
zurückerstattet.
2.
Für das Verfahren SRK 2002-153 wird der X._______ AG zulasten der
Eidgenössischen Steuerverwaltung eine Parteientschädigung in Höhe
von Fr. 4'500.-- zugesprochen.
3.
Für den vorliegenden Kostenentscheid werden keine Kosten auferlegt.
4.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.
5.
Dieses Urteil geht an:
- die X._______ AG (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
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Der vorsitzender Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Pascal Mollard Jeannine Müller
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Be-
gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).
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