B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung I
A-5975/2012
A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d
v o m 2 3 . J a n u a r 2 0 1 3
Besetzung
Einzelrichter Christoph Bandli,
Gerichtsschreiberin Beatrix Schibli.
Parteien
A._______,
vertreten durch Fürsprecher Thomas Marfurt, Schan-
zenstrasse 1, Postfach 8464, 3001 Bern,
Beschwerdeführer,
gegen
Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevöl-
kerungsschutz und Sport VBS, Schweizer Armee Höhere
Kaderausbildung der Armee HKA, Murmattweg 6,
6000 Luzern,
Vorinstanz.
Gegenstand
Ausstandsbegehren.
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass der Divisionär Kommandant B._______ des Eidgenössischen De-
partements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am
16. August 2012 eine Disziplinaruntersuchung im Sinne von Art. 98 der
Bundespersonalverordnung vom 3. Juli 2001 (BPV, SR 172.220.111.3)
gegen A._______ eröffnet und mit der Disziplinaruntersuchung
C._______ beauftragt hat,
dass A._______ mit Schreiben vom 13. September 2012 beim Divisionär
Kommandant B._______ (VBS) den Ausstand des Untersuchungsleiters
C._______ wegen Befangenheit beantragt hat,
dass der Divisionär Kommandant VBS am 15. Oktober 2012 an der
Durchführung der Disziplinaruntersuchung mit dem Untersuchungsleiter
C._______ festgehalten und das Ausstandsbegehren abgelehnt hat,
dass A._______ (Beschwerdeführer) dagegen am 15. November 2012
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben hat,
dass es sich beim Entscheid des Divisionärs Kommandant VBS über den
Ausstand um eine Zwischenverfügung handelt (vgl. zum materiellen Ver-
fügungsbegriff statt vieler Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
A-3035/2011 vom 1. März 2012 E. 2.3, FELIX UHLMANN, in: Wald-
mann/Weissenberger [Hrsg.], VwVG Praxiskommentar zum Bundesge-
setz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 5,
Rz. 17 ff.),
dass gegen selbständig eröffnete Zwischenverfügungen über Ausstands-
begehren die Beschwerde ohne weiteres zulässig ist (Art. 45 Abs. 1 des
Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG,
SR 172.021]) und eine solche Zwischenverfügung später nicht mehr an-
gefochten werden kann (Art. 45 Abs. 2 VwVG),
dass das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Zwischenverfü-
gungen des VBS (Vorinstanz) beurteilt (Art. 31 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] i.V.m. Art. 5 Abs. 2 VwVG
und Art. 33 Bst. d VGG),
dass zur Beschwerde wegen Abweisung eines Ausstandsbegehrens nur
legitimiert ist, wer auch ein schutzwürdiges Interesse an der Beurteilung
der Beschwerde hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG),
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dass das VBS am 20. Dezember 2012 die Disziplinaruntersuchung gegen
den Beschwerdeführer mangels Verletzung von arbeitsrechtlichen Pflich-
ten eingestellt hat,
dass dadurch das schutzwürdige Interesse des Beschwerdeführers an
der Beurteilung der Beschwerde dahingefallen und das Beschwerdever-
fahren als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist (ANDRÉ MO-
SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.206),
dass der Instruktionsrichter als Einzelrichter über die Abschreibung von
gegenstandslos gewordenen Verfahren entscheidet (Art. 23 Abs. 1
Bst. a VGG),
dass bei gegenstandslos gewordenen Verfahren die Kosten der Partei
aufzuerlegen sind, welche die Gegenstandslosigkeit verursacht hat (Art. 5
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass für die Festsetzung der Parteientschädigung Art. 5 VGKE sinnge-
mäss gilt (vgl. Art. 15 VGKE),
dass die Bestimmung derjenigen Partei, welche die Gegenstandslosigkeit
des Verfahrens bewirkt hat, nach materiellen Kriterien erfolgt und nicht
danach, wer die formelle Prozesshandlung vornimmt, welche unmittelbar
zur Abschreibung veranlasst (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O.,
Rz. 4.56),
dass das VBS die Gegenstandslosigkeit des vorliegenden Beschwerde-
verfahrens bewirkt hat, indem es die Disziplinaruntersuchung nicht sis-
tiert, sondern trotz hängiger Beschwerde gegen die Zwischenverfügung
betreffend Ausstandsbegehren beim Bundesverwaltungsgericht die Dis-
ziplinaruntersuchung weitergeführt und schliesslich mangels festgestellter
Pflichtverletzungen eingestellt hat,
dass dem Beschwerdeführer eine Entschädigung für ihm erwachsene
notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zuzusprechen ist
(Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 und 15 i.V.m. Art. 5 VGKE),
dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vorliegend eine Kos-
tennote in der Höhe von Fr. 4'222.45 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer)
eingereicht hat,
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dass demnach die Vorinstanz dem Beschwerdeführer nach Eintritt der
Rechtskraft des Entscheids eine Parteientschädigung in der Höhe von
Fr. 4'222.45 zu entrichten hat,
dass im vorliegenden Verfahren keine Verfahrenskosten zu erheben sind
und dem Beschwerdeführer der bereits geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 1'000.00 nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids zu-
rückzuerstatten ist.
Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Eine Kopie der Eingabe des Beschwerdeführers vom 27. Dezember 2012
und eine Kopie der Eingabe der Vorinstanz vom 7. Januar 2013 gehen
wechselseitig an die andere Verfahrenspartei.
2.
Das Beschwerdeverfahren wird infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrie-
ben.
3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird
der Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- nach Eintritt der Rechtskraft des
vorliegenden Entscheids aus der Gerichtskasse zurückerstattet. Er hat
hierzu dem Gericht seine Zahlungsverbindung anzugeben.
4.
Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft
des vorliegenden Entscheids eine Parteientschädigung von insgesamt
Fr. 4'222.45 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
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5.
Dieser Entscheid geht an:
– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Christoph Bandli Beatrix Schibli
Rechtsmittelbelehrung:
Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet der öffent-
lich-rechtlichen Arbeitsverhältnisse können beim Bundesgericht ange-
fochten werden, sofern es um eine vermögensrechtliche Angelegenheit
geht, bei welcher der Streitwert mindestens Fr. 15'000.—beträgt oder bei
der sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (vgl. Art.
85 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni
2005 [BGG, SR 173.110]). Bei einer nicht vermögensrechtlichen Angele-
genheit ist die Beschwerde nur zulässig, wenn sie die Gleichstellung der
Geschlechter betrifft (vgl. Art. 83 Bst. g BGG). Steht die Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten offen, kann sie innert 30 Tagen nach
Eröffnung dieses Entscheids beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6,
6004 Luzern, erhoben werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu
enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit
sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42
BGG).
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