BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS AnwZ (Brfg) 50/11 vom 30. Januar 2012 in der verwaltungsrechtlichen Anwaltssache wegen Widerrufs der Zul a ssung zur Rechtsanwaltschaft - 2 - Der Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durc h den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser, den Richter Prof. Dr. König, die Richterin Dr. Fetzer sowie die Rechtsanwälte Dr. Wüllrich und Prof. Dr. Stüer am 30. Januar 2012 beschlossen: Der Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des 5. Senats des Bayerischen Anwaltsgerichtshofs vom 5. August 2011 wird abgelehnt. Der K l äger hat die Kosten des Zulassungsverfahrens zu tragen. Der Streitwert für das Zu l assungsverfahren wird auf 50.000 t- gesetzt. Gründe: 1. Die Beklagte hat mit Besch e id vom 21. Januar 2011 die Zulassung des Klägers zur Rechtsanwaltschaft widerrufen. Die Klage gegen diesen B e- scheid hat der Anwaltsgerichtshof mi t dem K l äger am 9. September 2011 zug e- stelltem Urteil abgewiesen. Der K l äger beantragt, die Berufung g eg en das Urteil zuzulas s en. 2. D ie s er Antrag ist gemäß § 112e Satz 2 BRAO i.V.m. § 124a Abs. 5 Satz 1 VwGO abzulehnen, weil er unzulässig ist. Denn der Kläger hat die A n- tragsbegründu n gsfrist versäumt. Sie beträgt nach § 112e Satz 2 BRAO i.V.m. § 124a Abs. 4 Satz 4 VwGO zwei Mo n ate und beginnt mit der Zustellung des vollständigen Urteils. Diese Frist lief h ier am 9. N ovember 2011 ab. Zu diesem Zeitpun k t lag aber keine Antragsbegründu n g vor, sondern nur ein Antrag des 1 2 - 3 - Klägers auf Verlängerung der Begründungsf rist. E ine solche Verlängerung ist nach § 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO i.V.m. § 57 Abs. 2 VwGO und § 224 Abs. 2 ZPO nicht zulässig (BGH, Beschluss vom 16. Mai 2011 - AnwZ (Brf g) 2/11, juris Rn. 2; BVerwG, NJ W 1961, 1083, 1084; VGH Kassel, NVwZ - RR 1998, 466, 467 ; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 5. Oktober 2010 - 12 ZB 10.1726, jur i s Rn. 1; Schmidt - R ä ntsch in: Gaier/Wolf/Göcken, Anwaltl i- ches Berufsrecht, § 112e BRAO Rn. 71). Bei seinem hiergeg e n gerichteten Vo r- trag übersieht der K l äger, dass § 12 4a Ab s . 4 VwGO - anders als § 124a Abs. 3 Satz 3 VwGO für die Beruf u ngsbegründung - in Bezug auf die Antragsbeg r ü n- d u ng im Zulassungsverfahren nicht die Möglich k ei t einer Fristverlängerung e r- öffnet. 3. D ie Kostenentscheidung beruht auf § 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO, § 154 Abs. 2 VwGO, die Streitwertfestsetzu n g auf § 194 Abs. 2 Sa tz 1 BRAO. 4. D ieser Beschluss i s t gemäß § 112c Abs. 1, § 112e Satz 2 BRAO, § 152 Abs. 1 VwGO, § 66 Abs. 3 Satz 3 GKG unanfechtbar. Kayser König Fetzer Wüllrich Stüer Vorinstanz : AGH München, Entscheidung vom 05.08.2011 - BayAGH I - 3/11 - 3 4
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