B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung II
B-2959/2014
A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d
v o m 3 0 . S e p t e m b e r 2 0 1 4
Besetzung
Einzelrichter Hans Urech,
Gerichtsschreiber Michael Tschudin.
Parteien
ALSTOM Schienenfahrzeuge AG,
Industrieplatz, 8212 Neuhausen am Rheinfall,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Beyeler,
BAUR HÜRLIMANN AG, Bahnhofplatz 9,
Postfach 1867, 8021 Zürich,
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Bundesbahnen SBB,
Division Personenverkehr,
Wylerstrasse 123/125, 3000 Bern 65,
vertreten durch Rechtsanwälte Prof. Dr. Hans Rudolf Trüeb
und/oder Kim Leuch, Walder Wyss AG, Seefeldstrasse 123,
Postfach 1236, 8034 Zürich,
Vergabestelle,
Stadler Bussnang AG,
Ernst-Stadler-Strasse 4, 9565 Bussnang,
vertreten durch Rechtsanwälte Dr. iur. Peter Galli,
Advokaturbüro, Fraumünsterstrasse 17, 8001 Zürich,
und/oder Marc Metzger, Staiger, Schwald & Partner AG,
Genferstrasse 24, Postfach 2012, 8027 Zürich,
Beschwerdegegnerin.
Gegenstand
Öffentliches Beschaffungswesen – Beschaffung neue
Internationale Züge – SIMAP-Meldungsnummer 820483
(Projekt-ID: 84532).
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die Schweizerischen Bundesbahnen SBB am 16. April 2012 auf der
Internetplattform SIMAP unter dem Projekttitel "Beschaffung neuer inter-
nationaler Züge" einen Lieferauftrag bzw. einen Werkvertrag im offenen
Verfahren ausgeschrieben haben,
dass die Vergabestelle den Zuschlag für diese Ausschreibung am 9. Mai
2014 der Beschwerdegegnerin mit der Begründung erteilt hat, das Ange-
bot der Beschwerdegegnerin habe die beste Bewertung bei den Hauptkri-
terien "Gesamtwirtschaftlichkeit" und "Innovation" erzielt,
dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 30. Mai 2014 beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde gegen den Zuschlag erhoben und un-
ter anderem beantragt hat, der Beschwerde sei die aufschiebende Wir-
kung zu erteilen,
dass der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 2. Juni 2014 unter ande-
rem superprovisorisch angeordnet hat, bis zum Entscheid über die auf-
schiebende Wirkung hätten sämtliche Vollzugsvorkehrungen zu unter-
bleiben; der Kostenvorschuss wurde auf Fr. 50'000.– festgesetzt,
dass in Bezug auf die prozessualen Anträge (insbesondere der aufschie-
benden Wirkung) ein doppelter Schriftenwechsel und ein zusätzlicher
Schriftenwechsel hinsichtlich der Akteneinsicht durchgeführt worden ist,
dass die Beschwerdegegnerin sich als Partei konstituiert, Anträge gestellt
und in Bezug auf den Antrag auf aufschiebende Wirkung im Wesentlichen
auf die Eingaben der Vergabestelle verwiesen hat,
dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 12. September 2014 ih-
re Beschwerde vom 30. Mai 2014 zurückgezogen und beantragt hat, es
sei das Beschwerdeverfahren B-2959/2014 zufolge Gegenstandslosigkeit
abzuschreiben,
dass das Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen Verfahren als
durch Beschwerderückzug erledigt abzuschreiben ist (Art. 23 Abs. 1
Bst. a des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG,
SR 173.32]),
dass die Prozesskosten (Verfahrenskosten und Parteientschädigung)
grundsätzlich zu tragen hat, wer ein Verfahren durch Rückzug der Be-
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schwerde zur Erledigung bringt, da er als unterliegende Partei zu betrach-
ten ist (vgl. Art. 63 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021] i.V.m. Art. 5 und Art. 15 des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass daher die Beschwerdeführerin die Kosten und Entschädigung zu
tragen hat,
dass die Verfahrenskosten aufgrund des Beschwerderückzugs vor dem
Entscheid über den Antrag betreffend die aufschiebende Wirkung ange-
messen herabzusetzen sind, wobei bereits ein erheblicher Aufwand im
Rahmen der Instruktion und der Entscheidfindung über den Antrag betref-
fend die aufschiebende Wirkung entstanden ist,
dass es sich daher rechtfertigt, die Verfahrenskosten auf Fr. 5'000.– fest-
zulegen (Art. 6 VGKE), wobei dieser Betrag dem geleisteten Kostenvor-
schuss in Höhe von Fr. 50'000.– entnommen wird – der Restbetrag von
Fr. 45'000.– wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft
des vorliegenden Abschreibungsentscheides zurückerstattet,
dass die Vergabestelle als dem Bundesgesetz vom 16. Dezember 1994
über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB, SR 172.056.1) unterstellte
Vergabestelle keinen Anspruch auf Parteientschädigung hat (Art. 7
Abs. 3 VGKE) und die Beschwerdegegnerin keine Kostennote eingereicht
hat, wobei sie das Gericht ersucht, die Parteientschädigung nach Art. 14
Abs. 2 VGKE aufgrund der Akten festzulegen,
dass vorliegend insbesondere unter Berücksichtigung der Eingaben der
Beschwerdegegnerin, der Komplexität des Streitgegenstandes und des
Umfangs der Eingaben der übrigen Verfahrensbeteiligten eine Parteient-
schädigung von Fr. 9'000.– (inkl. MwSt) als angemessen erscheint.
Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Das Beschwerdeverfahren wird infolge Rückzugs der Beschwerde als
erledigt abgeschrieben.
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2.
Der Beschwerdeführerin werden ermässigte Verfahrenskosten von
Fr. 5'000.– auferlegt. Dieser Betrag wird dem Kostenvorschuss von
Fr. 50'000.– entnommen. Der Restbetrag von Fr. 45'000.– wird der Be-
schwerdeführerin zurückerstattet.
3.
Der Beschwerdegegenerin wird zu Lasten der Beschwerdeführerin eine
Parteientschädigung von Fr. 9'000.– (inkl. MwSt) zugesprochen.
4.
Dieser Entscheid geht an:
– die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde;
Beilage: Rückerstattungsformular)
– die Beschwerdegegnerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde)
– die Vergabestelle (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde)
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:
Hans Urech Michael Tschudin
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, BGG, SR 173.110), wenn der ge-
schätzte Wert des zu vergebenden Auftrags den massgebenden Schwel-
lenwert erreicht und sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeu-
tung stellt (Art. 83 Bst. f Ziff. 1 und 2 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer
Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefoch-
tene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdefüh-
rende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
Versand: 30. September 2014