B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung II
B-2960/2014
A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d
v o m 1 5 . D e z e m b e r 2 0 1 4
Besetzung
Einzelrichter Hans Urech,
Gerichtsschreiberin Andrea Giorgia Röllin.
Parteien
Patentes Talgo S.L.U.,
Paseo del Tren Talgo, 2, ES-28290 Las Matas,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Anton Henninger,
Anwaltskanzlei Henninger, Freiburgstrasse 10,
Postfach 141, 3280 Murten,
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Bundesbahnen SBB,
Division Personenverkehr,
Wylerstrasse 123/125, 3000 Bern 65,
vertreten durch Rechtsanwälte Prof. Dr. Hans Rudolf Trüeb
und/oder Kim Leuch, Walder Wyss AG,
Seefeldstrasse 123, Postfach 1236, 8034 Zürich,
Vergabestelle,
und
Stadler Bussnang AG,
Ernst-Stadler-Strasse 4, 9565 Bussnang,
vertreten durch Rechtsanwälte Dr. iur. Peter Galli,
Advokaturbüro, Fraumünsterstrasse 17, 8001 Zürich,
und/oder Marc Metzger, Staiger, Schwald & Partner AG,
Genferstrasse 24, Postfach 2012, 8027 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Öffentliches Beschaffungswesen – Beschaffung neue
Internationale Züge – SIMAP-Meldungsnummer 820483
(Projekt-ID: 84532).
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB; nachfolgend auch: Ver-
gabestelle) am 16. April 2012 auf der Internetplattform SIMAP unter dem
Projekttitel "Beschaffung neue internationale Züge" einen Lieferauftrag
bzw. einen Werkvertrag im offenen Verfahren ausgeschrieben haben,
dass die Vergabestelle den Zuschlag für diese Ausschreibung am 9. Mai
2014 der Stadler Bussnang AG mit der Begründung erteilt hat, deren An-
gebot habe die beste Bewertung bei den Hauptkriterien "Gesamtwirt-
schaftlichkeit" und "Innovation" erzielt,
dass die Patentes Talgo S.L.U. (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit
Eingabe vom 28. Mai 2014 vor dem Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde gegen den Zuschlag erhoben und unter anderem beantragt
hat, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen,
dass der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 2. Juni 2014 unter ande-
rem superprovisorisch angeordnet hat, bis zum Entscheid über die auf-
schiebende Wirkung hätten sämtliche Vollzugsvorkehrungen zu unter-
bleiben, und einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 50'000.– festge-
setzt hat,
dass in Bezug auf die prozessualen Anträge (insbesondere der aufschie-
benden Wirkung) ein doppelter Schriftenwechsel und ein zusätzlicher
Schriftenwechsel hinsichtlich der Akteneinsicht durchgeführt worden ist,
dass die Stadler Bussnang AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sich
als Partei konstituiert, Anträge gestellt und in Bezug auf den Antrag auf
aufschiebende Wirkung im Wesentlichen auf die Eingaben der Vergabe-
stelle verwiesen hat,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenentscheid vom 28. Ok-
tober 2014 das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der auf-
schiebenden Wirkung abgewiesen hat,
dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 10. Dezember 2014 ihre
Beschwerde vom 28. Mai 2014 zurückgezogen und beantragt hat, es sei
der entsprechende Abschreibungsbeschluss zu fällen,
dass das Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen Verfahren als
durch Beschwerderückzug erledigt abzuschreiben ist (Art. 23 Abs. 1
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Bst. a des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR
173.32]),
dass die Prozesskosten (Verfahrenskosten und Parteientschädigung)
grundsätzlich zu tragen hat, wer ein Verfahren durch Rückzug der Be-
schwerde zur Erledigung bringt, da er oder sie als unterliegende Partei zu
betrachten ist (vgl. Art. 63 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021] i.V.m. Art. 5 und Art. 15
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass daher die Beschwerdeführerin die Kosten und Entschädigung zu
tragen hat,
dass die Verfahrenskosten aufgrund des Beschwerderückzugs vor dem
materiellen Endentscheid, aber nach dem Zwischenentscheid über den
Antrag betreffend die aufschiebende Wirkung angemessen herabzuset-
zen sind, wobei bereits ein erheblicher Aufwand im Rahmen der Instrukti-
on und der Entscheidfindung über den Antrag betreffend die aufschie-
bende Wirkung entstanden ist,
dass es sich daher rechtfertigt, die Verfahrenskosten auf Fr. 20'000.–
festzulegen (Art. 6 VGKE), wobei dieser Betrag dem geleisteten Kosten-
vorschuss in Höhe von Fr. 50'000.– entnommen wird,
dass der Restbetrag von Fr. 30'000.– der Beschwerdeführerin nach Ein-
tritt der Rechtskraft des vorliegenden Abschreibungsentscheides zurück-
zuerstatten ist,
dass der Vergabestelle als dem Bundesgesetz vom 16. Dezember 1994
über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB, SR 172.056.1) unterstellte
Vergabestelle kein Anspruch auf Parteientschädigung zukommt (Art. 7
Abs. 3 VGKE),
dass die Beschwerdegegnerin keine Kostennote eingereicht hat, wobei
sie das Gericht ersucht hat, die Parteientschädigung nach Art. 14 Abs. 2
VGKE aufgrund der Akten festzulegen,
dass vorliegend insbesondere unter Berücksichtigung der Eingaben der
Beschwerdegegnerin, der Komplexität des Streitgegenstandes und des
Umfangs der Eingaben der übrigen Verfahrensbeteiligten eine Parteient-
schädigung von Fr. 15'000.– (inkl. MwSt) als angemessen erscheint.
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Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Das Beschwerdeverfahren wird infolge Rückzugs der Beschwerde als er-
ledigt abgeschrieben.
2.
Der Beschwerdeführerin werden ermässigte Verfahrenskosten von
Fr. 20'000.– auferlegt. Dieser Betrag wird dem Kostenvorschuss von
Fr. 50'000.– entnommen. Der Restbetrag von Fr. 30'000.– wird der Be-
schwerdeführerin zurückerstattet.
3.
Der Beschwerdegegnerin wird zu Lasten der Beschwerdeführerin eine
Parteientschädigung von Fr. 15'000.– (inkl. MwSt) zugesprochen.
4.
Dieser Entscheid geht an:
– die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde; Beilage:
Rückerstattungsformular)
– die Beschwerdegegnerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde)
– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 84532; Rechtsvertreter;
Gerichtsurkunde)
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der Einzelrichter:
Die Gerichtsschreiberin:
Hans Urech Andrea Giorgia Röllin
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005; BGG, SR 173.110), wenn der ge-
schätzte Wert des zu vergebenden Auftrags den massgebenden Schwel-
lenwert erreicht und sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeu-
tung stellt (Art. 83 Bst. f Ziff. 1 und 2 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer
Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefoch-
tene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die Beschwerdefüh-
rerin in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
Versand: 16. Dezember 2014