Abtei lung II
B-4718/2010
{T 0/2}
A b s c h r e i b u n g s v e r f ü g u n g
v o m 2 7 . O k t o b e r 2 0 1 0
Einzelrichter Marc Steiner,
Gerichtsschreiber Martin Buchli.
X._______ AG,
vertreten durch
Dr. Gerald Brei und/oder Martin Thomann,
Homburger AG, Weinbergstrasse 56/58, Postfach 194,
8042 Zürich,
Beschwerdeführerin,
gegen
Eidgenössisches Departement für Verteidigung,
Bevölkerungsschutz und Sport VBS,
armasuisse, Einkauf und Kooperationen,
Wankdorfstrasse 2, 3003 Bern,
vertreten durch
Fürsprecher Dr. Wolfgang Straub, Deutsch Wyss &
Partner, und Dr. Fridolin Walther, Walther Leuch Howald,
Zustelladresse Deutsch Wyss & Partner,
Effingerstrasse 17, Postfach 5860, 3001 Bern
Vergabestelle.
Beschaffungswesen (Langzeitatemschutz- und
Atemschutzgeräte; Anfechtung Zuschlag für Los 1).
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
B-4718/2010
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die armasuisse (im Folgenden: Vergabestelle) am 9. Juni 2010 im
SIMAP-Forum den Zuschlag vom 26. Mai 2010 für die Vergabe von
Langzeitatemschutz- und Atemschutzgeräten, aufgeteilt in drei Lose,
publiziert hat,
dass die X._______ AG (im Folgenden: Beschwerdeführerin) mit
Eingabe vom 29. Juni 2010 gegen den Zuschlag für das Los 1
Beschwerde erhoben hat mit dem Antrag, der Zuschlag sei aufzu-
heben, und eventualiter, es sei die Rechtswidrigkeit des Zuschlags
festzustellen,
dass das Bundesverwaltungsgericht der Beschwerde mit Zwischenver-
fügung vom 14. Juli 2010 die aufschiebende Wirkung erteilt hat, wobei
die Vergabestelle keine entgegenstehenden öffentlichen Interessen
geltend gemacht hat,
dass die Vergabestelle mit Beschwerdeantwort vom 9. August 2010
beantragt hat, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei
sie vollumfänglich abzuweisen,
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Replik vom 24. August 2010 und
die Vergabestelle in ihrer Duplik vom 7. September 2010 an ihren
Rechtsbegehren festgehalten haben,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 29. September
2010 erwogen hat, es habe den Sachverhalt gemäss Art. 12 des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren
(VwVG, SR 172.021) von Amtes wegen festzustellen, und die Vergabe-
stelle aufgefordert hat, dem Bundesgericht darzulegen, wo sich in den
eingereichten Vorakten die Bewertung der Teilkriterien B "Maske Des-
infektionsmittelverträglichkeit", C "Einfachheit der Bauform und Funk-
tionsprinzip" sowie D "Geräterobustheit (Stoss- und Schlagfestigkeit)"
zum Nutzwert Technik nachvollziehen lasse,
dass die Vergabestelle mit Verfügung vom 13. Oktober 2010 den Zu-
schlag widerrufen hat, da die Bewertung aufgrund der Verfügung des
Bundesverwaltungsgerichts einer Nachprüfung unterzogen worden sei,
bei welcher festgestellt habe werden müssen, dass die angewandte
Bewertung nicht in den publizierten Ausschreibungskriterien fusse,
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weshalb der Zuschlag an einem formellen Mangel leide und aufgeho-
ben werden müsse,
dass die Vergabestelle mit Eingabe vom 13. Oktober 2010 beantragt,
das Beschwerdeverfahren sei infolge Gegenstandslosigkeit abzu-
schreiben und die Verfahrenskosten seien zu liquidieren,
dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 21. Oktober 2010 be-
antragt, die Verfahrenskosten seien der Vergabestelle aufzuerlegen
und der Beschwerdeführerin sei eine angemessene Parteientschädi-
gung zu entrichten,
dass die Vergabestelle mit Eingabe vom 25. Oktober 2010 auf eine
Stellungnahme zur Eingabe der Beschwerdeführerin vom 21. Oktober
2010 verzichtet,
dass der Instruktionsrichter gemäss Art. 23 Abs. 1 Bst. a des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) als Ein-
zelrichter über die Abschreibung gegenstandslos gewordener Verfah-
ren entscheidet,
dass der Haupt- und der Eventualantrag der Beschwerde vom 29. Juni
2010 durch den Widerruf der Zuschlagsverfügung gegenstandslos
geworden sind und das Beschwerdeverfahren demnach infolge
Gegenstandslosigkeit abzuschreiben ist,
dass gemäss Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
(VGKE, SR 173.320.2) die Verfahrenskosten jener Partei aufzuerlegen
sind, welche die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat,
dass die Vergabestelle, welche vorliegend die Gegenstandslosigkeit
bewirkt hat, gemäss Art. 63 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) von
Verfahrenskosten befreit ist,
dass demnach keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind und der be-
zahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 15'000.– der Beschwerde-
führerin zurückzuerstatten ist,
dass der Beschwerdeführerin unter Anwendung von Art. 15 i.V.m.
Art. 5 VGKE eine Parteientschädigung auszurichten ist,
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dass das Gericht die Parteientschädigung gemäss Art. 14 Abs. 2
VGKE aufgrund der Akten festzusetzen hat, wenn – wie vorliegend –
keine Kostennote eingereicht wird,
dass der notwendige Aufwand gemäss Art. 10 Abs. 1 VGKE unter Be-
rücksichtigung, dass das Verfahren erst nach doppeltem Schriften-
wechsel und separatem Schriftenwechsel zur Akteneinsicht erledigt
worden ist, auf Fr. 20'000.– (inkl. MWSt) festzusetzen ist.
Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Das Beschwerdeverfahren wird infolge Gegenstandslosigkeit abge-
schrieben.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Der geleistete Kostenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 15'000.– wird der Beschwerdeführerin nach
Eintritt der Rechtskraft der vorliegenden Verfügung zurückerstattet.
3.
Der Beschwerdeführerin wird zulasten der Vergabestelle eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 20'000.– (inkl. MWSt) zuge-
sprochen.
4.
Dieser Entscheid geht an:
- die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde, vorab
per Fax)
- die Vergabestelle (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde, vorab per Fax)
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:
Marc Steiner Martin Buchli
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann, soweit nicht eine Ausnahme im Sinne
von Art. 83 Bst. f des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(BGG, SR 173.110) vorliegt, innert 30 Tagen nach Eröffnung beim
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt werden. Die Rechtsschrift ist in einer
Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung
mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der an-
gefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be-
schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42
BGG).
Versand: 28. Oktober 2010
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