B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung II
B-5126/2014
A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d
v o m 1 6 . D e z e m b e r 2 0 1 4
Besetzung
Einzelrichterin Eva Schneeberger,
Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann.
Parteien
X._______ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Paul Bürgi, LL.M.,
Buis Bürgi AG, Mühlebachstrasse 8, 8024 Zürich,
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Bundesbahnen SBB,
Konzerneinkauf Verbrauchsgüter,
Hilfikerstrasse 3, 3000 Bern 65,
Vergabestelle.
Gegenstand
Öffentliches Beschaffungswesen, Projekt
"Befestigungstechnik & Bewirtschaftung (Kanban&SRM)",
SIMAP-Projekt ID 111380.
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die Schweizerischen Bundesbahnen SBB (nachfolgend: Vergabe-
stelle) am 22. August 2014 auf der Internetplattform SIMAP ihre Zu-
schlagsverfügung betreffend das Projekt "Befestigungstechnik & Bewirt-
schaftung (Kanban&SRM)" (Projekt-ID 111380) publizierten (Meldungs-
nummer 827665),
dass die X._______ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe
vom 11. September 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht
erhoben hat mit dem Antrag, die Verfügung vom 22. August 2014 sei auf-
zuheben, und die Sache sei an die Vergabestelle zur Neuentscheidung
zurückzuweisen,
dass das Bundesverwaltungsgericht der Beschwerde mit Verfügung vom
15. September 2014 superprovisorisch die aufschiebende Wirkung erteilt
hat,
dass die Vergabestelle mit Vernehmlassung vom 24. September 2014
mitgeteilt hat, dass sie mit Verfügungen vom gleichen Datum den Zu-
schlag in Wiedererwägung gezogen und das Vergabeverfahren abgebro-
chen habe,
dass die Vergabestelle beantragt hat, das Beschwerdeverfahren bis zur
Rechtskraft dieser Wiedererwägungsverfügung zu sistieren und an-
schliessend abzuschreiben,
dass die Beschwerdeführerin mit Stellungnahme vom 3. Oktober 2014 ihr
Einverständnis zur beabsichtigten Sistierung erteilt hat,
dass in der Folge das Bundesverwaltungsgericht das Beschwerdeverfah-
ren mit Verfügung vom 6. Oktober 2014 bis zur Rechtskraft der Verfügun-
gen der Vergabestelle vom 24. September 2014 sistiert hat,
dass die Wiedererwägungsverfügungen vom 24. September 2014 nicht
beim Bundesverwaltungsgericht angefochten wurden, weshalb davon
auszugehen ist, dass sie in Rechtskraft erwachsen sind,
dass im Anwendungsbereich des Bundesgesetzes vom 16. Dezember
1994 über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB, SR 172.056.1) ge-
gen einen Zuschlag im Vergabeverfahren die Beschwerde an das Bun-
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desverwaltungsgericht zulässig ist (Art. 29 Bst. a i.V.m. Art. 27 Abs. 1
BöB),
dass der in Frage stehende Lieferauftrag "Befestigungstechnik und Be-
wirtschaftung (Kanban&SRM)" in den Anwendungsbereich des BöB fällt
(Art. 2 BöB i.V.m. Art. 2a Abs. 2 Bst. b der Verordnung vom 11. Dezember
1995 über das öffentliche Beschaffungswesen [VöB, SR 172.056.11] so-
wie Art. 6 Abs. 1 Bst. d BöB i.V.m. Art. 1 Bst. d der Verordnung des WBF
vom 2. Dezember 2013 über die Anpassung der Schwellenwerte im öf-
fentlichen Beschaffungswesen für die Jahre 2014 und 2015 [SR
172.056.12]),
dass sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem
Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren
(VwVG, SR 172.021) richtet, soweit das BöB und das Verwaltungsge-
richtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes
bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG),
dass die Vergabestelle bis zu ihrer Vernehmlassung ihren ursprünglichen
Entscheid in Wiedererwägung ziehen kann (Art. 58 Abs. 1 VwVG),
dass die Beschwerdeinstanz die Behandlung der Beschwerde fortzuset-
zen hat, soweit diese durch die neue Verfügung der Vergabestelle nicht
gegenstandslos geworden ist (Art. 58 Abs. 3 VwVG),
dass durch den Widerruf des Zuschlags und den Abbruch des Vergabe-
verfahrens dem Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin entsprochen
wurde,
dass das Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen Verfahren als
durch Wiedererwägung gegenstandslos geworden abzuschreiben ist
(Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG),
dass bei einer Abschreibung wegen Gegenstandslosigkeit die Verfah-
renskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, deren Verhalten
die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass dies bei einer Wiedererwägung in der Regel die Vorinstanz ist,
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dass Vorinstanzen oder beschwerdeführenden und unterliegenden Bun-
desbehörden keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2
VwVG),
dass im vorliegenden Fall demnach keine Verfahrenskosten zu erheben
sind,
dass die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei
von Amtes wegen oder auf Begehren eine Parteientschädigung für ihr
erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen
kann (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 und 2 VGKE),
dass die Beschwerdeführerin bei diesem Verfahrensausgang als obsie-
gende Partei anzusehen ist,
dass Parteien, die Anspruch auf Parteientschädigung erheben, dem
Gericht vor dem Entscheid eine detaillierte Kostennote einzureichen
haben (Art. 14 Abs. 1 VGKE),
dass das Gericht, sofern keine Kostennote eingereicht wird, die
Entschädigung auf Grund der Akten festsetzt (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE),
dass die Beschwerdeführerin anwaltlich vertreten ist, aber keine Kosten-
note eingereicht hat,
dass die Parteientschädigung daher auf Grund der Akten und nach Er-
messen auf Fr. 20'000.– festzusetzen ist,
dass die Parteientschädigung der Körperschaft oder autonomen Anstalt,
in deren Namen die Vorinstanz verfügt hat, aufzuerlegen ist, soweit sie
nicht einer unterliegenden Gegenpartei auferlegt werden kann (Art. 64
Abs. 2 VwVG),
dass sich die Zuschlagsempfängerin bisher nicht mit selbständigen Be-
gehren am Verfahren beteiligt hat, weshalb ihr keine Kosten auferlegt
werden können (vgl. Art. 64 Abs. 2 VwVG).
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Das Beschwerdeverfahren wird als durch Wiedererwägung gegenstands-
los geworden abgeschrieben.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vergabestelle eine Parteient-
schädigung von Fr. 20'000.– zugesprochen.
4.
Dieser Entscheid geht an:
– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Rechtsvertreter)
– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 111380; Gerichts-
urkunde)
– die Zuschlagsempfängerin (auszugsweise): Z._______ AG (A-Post)
Die Einzelrichterin:
Die Gerichtsschreiberin:
Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu
enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit
sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
Versand: 16. Dezember 2014