Abtei lung II
B-5874/2009
{T 0/2}
U r t e i l v o m 7 . D e z e m b e r 2 0 0 9
Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz),
Richterin Maria Amgwerd, Richter Hans Urech,
Gerichtsschreiberin Anita Kummer.
X._______,
Beschwerdeführer,
gegen
Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT,
Vorinstanz,
Trägerorganisation für die höhere Fachprüfung für
Steuerexperten,
Erstinstanz.
Höhere Fachprüfung für Steuerexperten 2006.
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
B-5874/2009
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) im Herbst 2006 die
höhere Fachprüfung für Steuerexperten ablegte und ihm die Träger-
organisation für die höhere Fachprüfung für Steuerexperten (nach-
folgend: Erstinstanz) am 3. November 2006 mitteilte, er habe die
Prüfung nicht bestanden,
dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid der Erstinstanz
am 29. November 2006 Beschwerde beim Bundesamt für Berufs-
bildung und Technologie (nachfolgend: Vorinstanz) erhob,
dass die Vorinstanz mit Entscheid vom 13. Dezember 2007 die Be-
schwerde abwies,
dass der Beschwerdeführer diesen Beschwerdeentscheid der Vor-
instanz am 29. Januar 2008 beim Bundesverwaltungsgericht anfocht,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil B-634/2008 vom
12. Dezember 2008 die Beschwerde teilweise guthiess, soweit sie sich
gegen die Benotung der Diplomarbeit richtete und mit ihr eine Un-
gleichbehandlung geltend gemacht wurde, den angefochtenen Ent-
scheid der Vorinstanz vom 13. Dezember 2007 insoweit und im
Kostenpunkt aufhob und die Streitsache an die Vorinstanz zu neuer
Entscheidung zurückwies,
dass die Vorinstanz mit Beschwerdeentscheid vom 13. August 2009
die Beschwerde abwies,
dass der Beschwerdeführer gegen diesen Beschwerdeentscheid der
Vorinstanz am 14. September 2009 beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde erhoben hat,
dass der Beschwerdeführer weitgehend die gleichen Anträge wie in
der Beschwerde vom 29. Januar 2008 gestellt hat (vgl. Urteil des
Bundesverwaltungsgericht B-634/2008 vom 12. Dezember 2008), und
insbesondere beantragt hat, die Verfügung vom 13. August 2009 sei
aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihm im Fach Diplom-
arbeit die Note 5,0 und damit das Diplom zu erteilen,
dass der Experte René Schreiber in seinem Schreiben vom
22. Oktober 2009 festgehalten hat, nach nochmaligem eingehendem
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Studium sämtlicher verfügbarer Unterlagen könne dem Beschwerde-
führer im Fach Diplomarbeit die Note 5,0 zugewiesen werden,
dass die Erstinstanz mit Stellungnahme vom 23. Oktober 2009 u.a.
festgehalten hat, die Experten seien der Ansicht, dass die Note im
Fach Diplomarbeit auf 5,0 angehoben werden könne,
dass die Vorinstanz mit Stellungnahme vom 29. Oktober 2009 die
Abweisung der Beschwerde beantragt hat,
und erwägt,
dass der Beschwerdeentscheid der Vorinstanz vom 13. August 2009
beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden kann und das
Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der Beschwerde zu-
ständig ist (vgl. Art. 31 ff. und Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.3], Art. 44 ff. des Bundesgesetzes
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG,
SR 172.021] sowie Art. 61 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom
13. Dezember 2002 [BBG, SR 412.10]),
dass der Beschwerdeführer zur Beschwerde legitimiert ist (Art. 48
Abs. 1 VwVG) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen
(Art. 44 ff., Art. 50 und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die Beschwerde einzutreten ist,
dass sich das Bundesverwaltungsgericht bei der Überprüfung von
Examensleistungen Zurückhaltung auferlegt, indem es in Fragen, die
durch gerichtliche Behörden naturgemäss schwer überprüfbar sind,
nicht ohne Not von den Beurteilungen der erstinstanzlichen Prüfungs-
organe und Experten abweicht (BVGE 2008/14 E. 3.1),
dass die Erstinstanz mit Stellungnahme vom 23. Oktober 2009 jeden-
falls sinngemäss die Erhöhung der Note im Fach Diplomarbeit auf 5,0
beantragt hat,
dass für das Bundesverwaltungsgericht keine Gründe ersichtlich sind,
weshalb der Auffassung des Experten bzw. der Erstinstanz, die Note
könne im Fach Diplomarbeit auf 5,0 erhöht werden, nicht zu folgen ist,
dass nach Art. 28 des Reglements über die höhere Fachprüfung für
Steuerexperten vom 20. Dezember 1993 (BBl 1995 I 369) die Prüfung
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bestanden ist, wenn kumulativ die folgenden Voraussetzungen ge-
geben sind: a) Die Gesamtnote muss mindestens 4,0 betragen; b) Der
gewichtete Durchschnitt der Fächer Diplomarbeit Steuern, Klausur-
arbeit Steuern und Steuern mündlich muss mindestens 4,0 betragen,
dabei wird die Klausurarbeit Steuern dreifach, die Diplomarbeit und die
mündliche Prüfung je zweifach gewichtet; c) Es dürfen nicht mehr als
zwei Noten unter 4,0 erteilt worden sein (Art. 28 Reglement, Änderung
Bst. b vom 24. Juli 2001, genehmigt durch die Vorinstanz am
15. August 2001),
dass der Beschwerdeführer mit den Noten 3,0 Steuern schriftlich, 5,0
Diplomarbeit und 4,5 Steuern mündlich gewichtet einen Notendurch-
schnitt von 4,0 erzielt hat, was ausreichend ist für den Gesamtdurch-
schnitt im Fach Steuern von 4,0 (Art. 28 Reglement, Änderung Bst. b
vom 24. Juli 2001, genehmigt durch das BBT am 15. August 2001),
dass der Beschwerdeführer auch alle weiteren Voraussetzungen von
Art. 28 des Reglements erfüllt, was zum Bestehen der Prüfung führt,
dass die Beschwerde somit gutzuheissen und der Beschwerdeent-
scheid der Vorinstanz vom 13. August 2009 vollständig (auch im
Kostenpunkt) aufzuheben ist,
dass der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens als
obsiegende Partei gilt, weshalb ihm für das vorliegende Verfahren
keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG),
dass Vorinstanzen keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63
Abs. 2 VwVG),
dass die Beschwerdeinstanz der obsiegenden Partei von Amtes
wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene
notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen kann
(Art. 64 Abs. 1 VwVG),
dass der in eigener Sache prozessierende Rechtsanwalt nur in Aus-
nahmefällen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat (BGE 129 V
113 E. 4.1, BGE 110 V 132 E. 4d),
dass es sich vorliegend nicht um eine komplizierte Sache mit hohem
Streitwert handelt und dem Beschwerdeführer deshalb trotz hohem
Arbeitsaufwand und langer Verfahrensdauer keine Parteient-
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schädigung ausgerichtet werden kann (Art. 64 Abs. 1 VwVG und
Art. 7 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE,
SR 173.320]; BGE 110 V 132 E. 4d),
dass nach Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni
2005 (BGG, SR 173.110) Entscheide über das Ergebnis von
Prüfungen nicht mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten
werden können; der vorliegende Entscheid ist endgültig.
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Entscheid der Vorinstanz vom
13. August 2009 wird aufgehoben und die Erstinstanz wird an-
gewiesen, dem Beschwerdeführer ein neues Notenblatt mit der
Note 5.0 im Fach Diplomarbeit auszustellen und ihm das Diplom zum
Steuerexperten zu erteilen.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
4.
Dieses Urteil geht an:
- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Akten zurück)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 122 / trp; Einschreiben; Akten zurück)
- Erstinstanz (Einschreiben; Akten zurück)
Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Philippe Weissenberger Anita Kummer
Versand: 8. Dezember 2009
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