B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
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Abteilung II
B-6865/2011
U r t e i l v o m 2 1 . M ä r z 2 0 1 2
Besetzung
Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz),
Richter Vito Valenti,
Richter Ronald Flury,
Gerichtsschreiberin Bianca Spescha.
Parteien
G._______,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.
Gegenstand
Invalidenrente (Rentenanspruch).
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: Vorinstanz)
mit Verfügung vom 15. November 2011 das Leistungsbegehren von
G._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) abgewiesen hat,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe 15. Dezember 2011 gegen diese
Verfügung Beschwerde erhoben und beantragt hat, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm nach weiteren fachmedizinisch
korrekten Abklärungen rückwirkend eine Invalidenrente zuzusprechen,
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungsge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit
Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Inva-
lidenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden
gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist,
dass die IV-Stelle eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und vor-
liegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,
dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes
vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,
dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht wurde
(Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968
über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und somit auf die
Beschwerde einzutreten ist,
dass Dr. med. H._______ des ärztlichen Dienstes der Vorinstanz in seiner
Stellungnahme vom 16. Februar 2012 im Wesentlichen ausgeführt hat,
dass der Orthopäde Dr. Y._______ in seinem Bericht vom 4. Oktober
2011 die eigentlich funktionellen Defizite des Beschwerdeführers nicht
wesentlich genauer beschreibe als dies im Formular E 213 vom
13. August 2010 bzw. im Bericht von Dr. M._______ vom 28. April 2011
der Fall sei. Insbesondere quantifiziere Dr. Y._______ ausser bei der
Schulterabduktion links die erwähnten Bewegungseinschränkungen nicht,
beschreibe keine Zeichen einer sicheren Nervenkompression im Bereich
der Wirbelsäule und erwähne zudem nicht, auf welche Röntgenbilder er
sich beziehe. Es gebe daher keinen medizinischen Grund, den Bericht
von Dr. Y._______ als qualitativ besser zu bewerten. Für eine definitive
Stellungnahme würden ihm jedoch die Röntgenaufnahmen fehlen, wes-
halb er empfehle, sämtliche vorhandenen Röntgenbilder des Beschwer-
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deführers zu bestellen und zugleich aktuelle Röntgenaufnahmen zu ver-
anlassen,
dass sich die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 21. Februar 2012
der Beurteilung des ärztlichen Dienstes angeschlossen hat,
dass die Vorinstanz damit sinngemäss festgestellt hat, dass die Verfü-
gung vom 15. November 2011 auf einem mangelhaft und unvollständig
eruierten medizinischen Sachverhalt beruht und sich die Durchführung
von weiteren Röntgenuntersuchungen des Beschwerdeführers als not-
wendig erweist,
dass vorliegend von der Anordnung eines Gerichtsgutachtens abzusehen
ist, da im vorinstanzlichen Verfahren wichtige Fragen in orthopädischer
Hinsicht unvollständig abgeklärt und keine aktuellen Röntgenaufnahmen
eingeholt worden sind,
dass somit dem Verfahren im jetzigen Zeitpunkt die Entscheidungsreife
mangelt und es sich deshalb rechtfertigt, die Streitsache zur Feststellung
des rechtserheblichen Sachverhalts, insbesondere zur Einholung bzw.
Veranlassung aktueller Röntgenaufnahmen, und zum Erlass einer neuen
Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 61 Abs. 1 VwVG),
dass eine derartige Rückweisung in Bezug auf die Kostenfrage praxis-
gemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten ist
(BGE 132 V 215 E. 6),
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu er-
heben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG),
dass dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer gemäss Art. 64
Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Febru-
ar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine von der Vorinstanz zu entrich-
tende Parteientschädigung zuzusprechen ist,
dass die Parteientschädigung unter Berücksichtigung des gebotenen und
aktenkundigen Aufwands auf Fr. 1'200.– festzusetzen ist.
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, die Verfügung vom 15. November
2011 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen, da-
mit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägung über den Leis-
tungsanspruch neu verfüge.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung von Fr. 1'200.– zu bezahlen.
4.
Dieses Urteil geht an:
– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
– die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde)
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Philippe Weissenberger Bianca Spescha
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen
gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in
einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung
mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-
fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwer-
deführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
Versand: 27. März 2012