B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung II
B-978/2012
A b s c h r e i b u n g s v e r f ü g u n g
v o m 2 2 . M ä r z 2 0 1 2
Besetzung
Einzelrichter Marc Steiner,
Gerichtsschreiberin Sabine Büttler.
Parteien
X.__ AG, ______________,
vertreten durch Rechtsanwältin Daniela Lutz, Lindtlaw
Anwaltskanzlei, Hauptstrasse 39, 8280 Kreuzlingen,
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Bundesbahnen SBB AG, Einkauf
Infrastruktur Verbrauchsgüter, Mittelstrasse 43, 3000 Bern
65 SBB,
Vergabestelle.
Gegenstand
Submission "Standardkabelschächte aus Beton / Polymer-
beton" / Verfahrensabbruch (SIMAP Nr. 722285).
B-978/2012
Seite 2
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die Schweizerische Bundesbahnen SBB AG (im Folgenden: Verga-
bestelle) am 1. Februar 2012 auf der Internetplattform SIMAP ihre Verfü-
gung betreffend dem Abbruch des Beschaffungsverfahrens "Standardka-
belschächte aus Beton/Polymerbeton" publizierte (Meldungsnummer
722285),
dass die X.__ AG (im Folgenden: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom
20. Februar 2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben
hat mit dem Antrag, die Abbruchverfügung vom 1. Februar 2012 sei auf-
zuheben und die Vergabestelle sei zu verpflichten, das Vergabeverfahren
mit einem Zuschlag an die Beschwerdeführerin abzuschliessen, sowie
eventualiter, es sei die Vergabestelle zur verpflichten, das Verfahren wie-
der aufzunehmen und die Evaluation der Angebote zu Ende zu führen, all
dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vergabestel-
le,
dass das Bundesverwaltungsgericht der Beschwerde mit Verfügung vom
21. Februar 2012 superprovisorisch die aufschiebende Wirkung erteilt
hat,
dass die Vergabestelle am 5. März 2012 auf ihren Entscheid vom
1. Februar 2012 zurückgekommen ist und den betroffenen Anbietern die
Wiedererwägung des Abbruches gemäss Art. 58 des Verwaltungsverfah-
rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) mitgeteilt
hat,
dass die Vergabestelle gleichzeitig beim Bundesverwaltungsgericht um
die Abschreibung des Beschwerdeverfahrens aufgrund Gegenstandslo-
sigkeit ersuchte,
dass die Beschwerdeführerin mit Stellungnahme vom 14. März 2012 mit-
teilte, das Beschwerdeverfahren könne zwar dem Antrag der Vergabestel-
le entsprechend als gegenstandslos abgeschrieben werden, doch bedeu-
te die Wiedererwägung der Vergabestelle, dass sie die Beschwerde der
Beschwerdeführerin materiell anerkenne, weshalb dieser keine Kosten
aufzuerlegen und ihr eine Parteientschädigung in der Höhe von
Fr. 9'716.10 (inkl. MwSt. und Kleinspesenpauschale) zu Lasten der Ver-
gabestelle gemäss Kostennote zuzusprechen sei,
B-978/2012
Seite 3
dass der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 15. März 2012 feststellte,
die Vergabestelle sei damit prima facie als unterliegend gemäss Art. 64
Abs. 1 VwVG anzusehen, indessen sei ihr zur Eingabe der Beschwerde-
führerin vom 14. März 2012 das rechtliche Gehör zu gewähren,
dass die Vergabestelle mit Schreiben vom 19. März 2012 mitteilte, sie
verzichte auf eine Stellungnahme,
dass sich im Übrigen auch die Z.___ AG nicht vernehmen liess,
dass der Instruktionsrichter gemäss Art. 23 Abs. 1 Bst. a des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) als Einzel-
richter über die Abschreibung gegenstandslos gewordener Verfahren ent-
scheidet,
dass gemäss Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-
ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR
173.320.2) die Verfahrenskosten jener Partei aufzuerlegen sind, welche
die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat,
dass die Vergabestelle, welche vorliegend die Gegenstandslosigkeit be-
wirkt hat, gemäss Art. 63 Abs. 2 VwVG von Verfahrenskosten befreit ist,
dass demnach keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind und der bezahl-
te Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5'000.00 der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten ist,
dass der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 64 Abs. 1 VwVG bzw.
Art. 15 i.V.m. Art. 5 VGKE eine Parteientschädigung auszurichten ist,
dass das Gericht die Parteientschädigung gemäss Art. 14 Abs. 2 VGKE
aufgrund der eingereichten Kostennote festzusetzen hat,
dass der geltend gemachte zeitliche Aufwand von 22.05 Stunden nicht zu
beanstanden ist, jedoch der geltend gemachte Stundenansatz von
Fr. 400.00 mit Blick auf Art. 10 Abs. 2 VGKE dem Maximalansatz ent-
spricht, welcher zwar bei besonders komplexen Vergabefällen in Betracht
kommt (Urteil B-6177/2008 vom 13. Februar 2009, E. 11.4), wogegen der
auch hier zur Anwendung gelangende Regelsatz für Vergabefälle
Fr. 350.00 beträgt,
B-978/2012
Seite 4
dass der Beschwerdeführerin damit eine Parteientschädigung von
Fr. 7'717.50 zuzüglich Fr. 154.35 Kleinspesenpauschale und Fr. 629.75
Mehrwertsteuer, d.h. insgesamt Fr. 8'501.60, zu Lasten der Vergabestelle
zuzusprechen ist.
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Das Beschwerdeverfahren wird infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrie-
ben.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 5'000.00 wird der Beschwerdeführerin nach
Eintritt der Rechtskraft der vorliegenden Verfügung zurückerstattet.
3.
Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vergabestelle eine Parteient-
schädigung von Fr. 8'501.60 (inkl. MwSt.) zugesprochen.
4.
Dieser Entscheid geht an:
– die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreterin; Gerichtsurkunde; Beilage:
Rückerstattungsformular)
– die Vergabestelle (Ref-Nr. Projekt-ID 73305 SIMAP; Gerichtsurkunde)
– die Z.__ AG (A-Post)
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
B-978/2012
Seite 5
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Marc Steiner Sabine Büttler
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift
ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Be-
gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten.
Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der
Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
Versand: 22. März 2012