Entscheid vom 20. Februar 2008
I. Beschwerdekammer
Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz,
Tito Ponti und Alex Staub,
Gerichtsschreiber Stefan Graf
Parteien
A., vertreten durch Rechtsanwalt Roland Bühler,
Gesuchsteller
gegen
BUNDESANWALTSCHAFT,
Gesuchsgegnerin
Gegenstand Entschädigung bei Einstellung (Art. 122 BStP)
B u n d e s s t r a f g e r i c h t
T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l
T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e
T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l
Geschäftsnummer: BK.2008.3
- 2 -
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- die Gesuchsgegnerin mit Verfügung vom 20. August 2007 das Ermitt-
lungsverfahren gegen A. und unbekannte Täterschaft wegen des Ver-
dachts des Betrugs (Art. 146 StGB) und der Geldwäscherei (Art. 305bis
StGB) einstellte (Akten der Bundesanwaltschaft EAII/13/04/0112, Ord-
ner 9, Rubrik 22);
- die Gesuchsgegnerin am 13. Februar 2008 das vom Gesuchsteller am
26. Mai 2006 eingereichte Entschädigungsbegehren der I. Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts zur Entscheidung vorlegte (act. 1);
- der Beschuldigte ein Begehren um Entschädigung für die Untersu-
chungshaft und für andere erlittene Nachteile im Sinne von Art. 122
Abs. 1 BStP erst nach rechtskräftiger Einstellung der Untersuchung bzw.
des Ermittlungsverfahrens stellen kann (TPF BK.2006.2 vom 10. März
2006 E. 1.2 sowie BK.2006.8 vom 27. Juli 2006);
- der Gesuchsteller sich in seinem Gesuch ausdrücklich auf Art. 122 BStP
bezog und somit damit rechnen musste, dass die I. Beschwerdekammer
nach rechtskräftiger Einstellung des Ermittlungsverfahrens über dessen
Entschädigungsgesuch entscheiden würde (Art. 122 Abs. 3 BStP);
- das Entschädigungsbegehren vom 26. Mai 2006 sich somit als verfrüht
erweist, weshalb darauf nicht – auch nicht ausnahmsweise unter dem
Blickwinkel von Treu und Glauben, nachdem die diesbezügliche Praxis
der I. Beschwerdekammer publiziert worden ist (TPF BK.2006.2 vom
10. März 2006 E. 1.2 sowie BK.2006.8 vom 27. Juli 2006;
http://www.bstger.ch) – eingetreten werden kann;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Gesuchsteller die gerichtlichen
Kosten zu tragen hat (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 Satz 1
BGG), wobei die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 500.-- festgesetzt wird
(Art. 245 Abs. 2 BStP und Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004
über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht, SR 173.711.32);
- dem Gesuchsteller durch das Nichteintreten kein Nachteil erwächst, weil
er sein Gesuch jederzeit erneut einreichen kann;
- an dieser Stelle zudem festzuhalten ist, dass die Gesuchsgegnerin auf
Grund von Art. 122 Abs. 3 BStP verpflichtet ist, zum Entschädigungsge-
such einen Antrag zu stellen, und sich nicht auf die blosse Übermittlung
der Akten beschränken kann;
- 3 -
und erkennt:
1. Auf das Gesuch wird nicht eingetreten.
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Gesuchsteller auferlegt.
Bellinzona, 21. Februar 2008
Im Namen der I. Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:
Zustellung an
- Rechtsanwalt Roland Bühler
- Bundesanwaltschaft
Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.
Full & Egal Universal Law Academy