Entscheid vom 2. Juni 2015
Beschwerdekammer
Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz,
Andreas J. Keller und Roy Garré,
Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia
Parteien
A., in Auslieferungshaft,
vertreten durch Advokat Christian Möcklin,
Beschwerdeführer
gegen
BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, FACHBEREICH AUS-
LIEFERUNG,
Beschwerdegegner
Gegenstand Auslieferung an Marokko
Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG)
B u n d e s s t r a f g e r i c h t
T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l
T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e
T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l
Geschäftsnummer: RH.2015.11
- 2 -
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- mit Ausschreibung vom 25. Juli 2006, bestätigt am 26. April 2011, Interpol
Rabat um Verhaftung des marokkanischen und französischen Staatsange-
hörigen A. zwecks Auslieferung ersuchte; das Justizministerium von Ma-
rokko die Auslieferung von A. gestützt auf einen Internationalen Haftbefehl
vom 8. Mai 2006 wegen eines Drogendelikts verlangte (s. act. 5.1);
- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") mit Auslieferungshaftbefehl
vom 18. Mai 2015 A. in Auslieferungshaft versetzte (act. 5.1);
- dagegen A. mit Eingabe datiert vom 20. Mai 2015, eingegangen am 26. Mai
2015, eigenhändig Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts erhebt (act. 1 und 4);
- kurz nach Einleitung des Schriftenwechsels der Beschwerdegegner mit Ein-
gabe vom 29. Mai 2015 und Kopie an den Beschwerdeführer bzw. dessen
Rechtsvertreter mitteilte, er habe aufgrund der Interpol-Nachricht aus Rabat
vom 29. Mai 2015 noch am gleichen Tag die Haftentlassung des Beschwer-
deführers angeordnet (act. 7; act. 7.1 und 7.2);
- gemäss der Interpol-Nachricht der Beschwerdeführer nicht mehr internatio-
nal zur Fahndung ausgeschrieben ist, weil der ursprüngliche Haftbefehl we-
gen Verjährung aufgehoben wurde (act. 7.2);
- bei dieser Ausgangslage der Beschwerdeführer kein Interesse mehr an der
Behandlung seiner Beschwerde hat;
- das Beschwerdeverfahren daher gegenstandslos und infolgedessen vom
Geschäftsverzeichnis abzuschreiben ist;
- unter diesen Umständen weder Kosten zu erheben sind noch eine Parteient-
schädigung zuzusprechen ist.
- 3 -
Demnach erkennt die Beschwerdekammer:
1. Das Verfahren RH.2015.11 wird zufolge Haftentlassung als gegenstandslos
geworden vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
Bellinzona, 2. Juni 2015
Im Namen der Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:
Zustellung an
- Advokat Christian Möcklin
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung
Rechtsmittelbelehrung
Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über
Ausstandsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können
später nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG).
Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete Vor-
und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen Entscheide
über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und
Wertgegenständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (vgl.
Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid gemäss
Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so sind die
betreffenden Vor- und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar,
soweit sie sich auf dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die
Beschwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung
beim Bundesgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).
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