Entscheid vom 7. Oktober 2014
Beschwerdekammer
Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz,
Tito Ponti und Cornelia Cova,
Gerichtsschreiber Martin Eckner
Parteien
A.,
Beschwerdeführer
gegen
STAATSANWALTSCHAFT ST. GALLEN, Untersu-
chungsamt St. Gallen,
Beschwerdegegner
Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an
Deutschland
Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)
B u n d e s s t r a f g e r i c h t
T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l
T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e
T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l
Geschäftsnummer: RR.2014.255
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Sachverhalt:
A. Der Leitende Oberstaatsanwalt in Berlin ermittelt gegen A. wegen Betrugs.
Am 25. Juli 2014 ersuchte die Staatsanwaltschaft in Berlin die Schweiz um
Übermittlung von Akten aus einem Verfahren der St. Galler Strafverfol-
gungsbehörden gegen A.. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen (Untersu-
chungsamt St. Gallen) entsprach am 19. August 2014 dem Rechtshilfeer-
suchen vollumfänglich (act. 2 Schlussverfügung).
B. Dagegen gelangte A. am 8. September 2014 an die Beschwerdekammer
(act. 1).
Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers und die eingereichten Akten
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen
Bezug genommen.
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Deutschland und der Schweiz sind in erster
Linie das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen
vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1), dem beide Staaten beigetreten
sind, der zwischen ihnen abgeschlossene Zusatzvertrag vom
13. November 1969 (ZV-D/EUeR; SR 0.351.913.61), sowie die Bestim-
mungen der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durch-
führung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schen-
gener Durchführungsübereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom
22. September 2000, S. 19-62) massgebend.
1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch
stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere An-
forderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 137 IV
33 E. 2.2.2; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 229), ist das Bun-
desgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsa-
chen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Verordnung vom
24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG;
BGE 136 IV 82 E. 3.1; 130 II 337 E. 1). Vorbehalten bleibt die Wahrung der
Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; ZIMMERMANN,
a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 680 ff.).
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2.
2.1 Nach Art. 63 Abs. 4 VwVG erhebt die Beschwerdeinstanz vom Beschwer-
deführer einen Kostenvorschuss in der Höhe der mutmasslichen Verfah-
renskosten. Zu dessen Leistung ist dem Beschwerdeführer eine angemes-
sene Frist anzusetzen unter Androhung des Nichteintretens. Eine Nachfrist
bei unbenutzter Zahlungsfrist kennt das VwVG nicht (Urteil des Bundesge-
richts 2C_699/2012 vom 22. Oktober 2012, E. 3.1). Die Frist für die Zah-
lung eines Vorschusses ist gewahrt, wenn der Betrag rechtzeitig zu Guns-
ten der Behörde der Schweizerischen Post übergeben oder einem Post-
oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist (Art. 21 Abs. 3 VwVG
i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG [SR 173.71]; Urteil des Bundesge-
richts 2C_1096/2013 vom 19. Juli 2014, E. 2/3.3).
2.2 Dem Beschwerdeführer wurde mit Schreiben vom 11. September 2014
Frist bis 22. September 2014 angesetzt, um den Kostenvorschuss zu leis-
ten. Bei Säumnis werde auf die Beschwerde nicht eingetreten (act. 4). Bis
heute ist kein Kostenvorschuss eingegangen. Auf die Beschwerde ist daher
androhungsgemäss nicht einzutreten.
3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten-
pflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 IRSG, Art. 39 Abs. 2
lit. b StBOG und Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG). Für die Berechnung der Ge-
richtsgebühren gelangt das Reglement des Bundesstrafgerichts vom
31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-
desstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur Anwendung (Art. 65
Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 53 Abs. 2 lit. a StBOG, Art. 73 Abs. 1
lit. a und b StBOG). Es rechtfertigt sich vorliegend, in Anwendung von
Art. 73 Abs. 2 StBOG sowie der Art. 5 und 8 Abs. 3 BStKR, die Gebühr auf
Fr. 300.-- festzusetzen.
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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
Bellinzona, 9. Oktober 2014
Im Namen der Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:
Zustellung an
- A.
- Staatsanwaltschaft St. Gallen, Untersuchungsamt St. Gallen
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe
Rechtsmittelbelehrung
Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen
nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden
(Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde
nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder
Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich
um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt
insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze
verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).
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