Entscheid vom 21. Februar 2018
Beschwerdekammer
Besetzung Bundesstrafrichter
Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz,
Andreas J. Keller und Cornelia Cova,
Gerichtsschreiber Stephan Ebneter
Parteien
A. AG, vertreten durch Advokaten Yannick Hostett-
ler und Peter Mosimann,
Gesuchstellerin
gegen
STAATSANWALTSCHAFT DES KANTONS
BASEL-STADT,
Gesuchsgegnerin
Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an
Frankreich
Berichtigung
(Art. 40 StBOG i.V.m. Art. 129 Abs. 1 BGG)
B u n d e s s t r a f g e r i c h t
T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l
T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e
T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l
Geschäftsnummer: RR.2018.55
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Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- sie mit Entscheid RR.2017.324, RP.2017.71 vom 1. Februar 2018 über die
Beschwerde der A. AG vom 4. Dezember 2017 gegen die rechtshilfeweise
Beschlagnahme des Gemäldes «B.» von C. entschied (RR.2017.324,
act. 11);
- der Entscheid am 2. Februar 2018 versandt (BB.2017.324, act. 11) und von
einer Angestellten der Vertreter der A. AG am 5. Februar 2018 empfangen
wurde (BB.2017.324, act. 13);
- die A. AG, vertreten durch Advokaten Yannick Hostettler und Peter Mosi-
mann, mit «Gesuch um Berichtigung/Wiedererwägung (RR.2017.324,
RP.2017.71)» vom 14. Februar 2018 an die Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts gelangte mit folgenden Anträgen (BB.2018.55, act. 1):
«1. Es sei der Entscheid vom 1. Februar 2018 in Erwägung 4 dahingehend zu berichtigen,
dass das beschlagnahmte Gemälde nicht im persönlichen Tresorraum von D., sondern im
Tresorraum der A. AG, mithin der Beschwerdeführerin, verwahrt und beschlagnahmt wurde.
2. Eventualiter sei der Entscheid vom 1. Februar 2018, insb. dessen Erwägung 4, in Wieder-
erwägung zu ziehen. Dies vor dem Hintergrund, dass das beschlagnahmte Gemälde nicht im
persönlichen Tresorraum von D., sondern im Tresorraum der A. AG, mithin der Beschwerde-
führerin, verwahrt und beschlagnahmt wurde.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.»
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- sich das Verfahren vor der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts in
internationalen Rechtshilfeangelegenheiten grundsätzlich nach dem Bun-
desgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwal-
tungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) sowie den Bestimmungen der
einschlägigen Rechtshilfeerlasse richtet (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37
Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation
der Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG;
SR 173.71]);
- für Revision, Erläuterung und Berichtigung von Entscheiden der Beschwer-
dekammer nach Art. 37 Abs. 2 StBOG die Art. 121–129 des Bundesgesetzes
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vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG;
SR 173.110) sinngemäss gelten (Art. 40 Abs. 1 StBOG);
- der Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2017.324, RP.2017.71 vom
1. Februar 2018 in Anwendung von Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG erging, für
dessen Revision, Erläuterung und Berichtigung mithin die Art. 121–129 BGG
sinngemäss gelten;
- demnach die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts auf schriftliches
Gesuch einer Partei oder von Amtes wegen die Erläuterung oder Berichti-
gung ihres Entscheids vornimmt, wenn das Dispositiv unklar, unvollständig
oder zweideutig ist, wenn seine Bestimmungen untereinander oder mit der
Begründung im Widerspruch stehen oder wenn es Redaktions- oder Rech-
nungsfehler enthält (Art. 129 Abs. 1 BGG i.V.m. Art. 40 Abs. 1 StBOG);
- die Gesuchstellerin mit ihrem Gesuch um Berichtigung in keiner Weise dar-
legt, inwiefern das Dispositiv unklar, unvollständig oder zweideutig sei, seine
Bestimmungen untereinander oder mit der Begründung im Widerspruch
stünden oder es Redaktions- oder Rechnungsfehler enthalte; Entsprechen-
des auch nicht ersichtlich ist;
- mithin auf das Gesuch um Berichtigung – ohne Durchführung eines Schrif-
tenwechsels (Art. 127 e contrario i.V.m. Art. 129 Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 40
Abs. 1 StBOG) – bereits deshalb nicht einzutreten ist (vgl. BGE 101 Ib 220
E. 3; Urteile des Bundesgerichts 8G_3/2011 vom 20. Juni 2011; 8G_1/2011
vom 1. März 2011; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2009.164 vom
19. Mai 2009; RR.2009.166 vom 19. Mai 2009; Beschluss des Bundesstraf-
gerichts BB.2008.66 vom 25. August 2008 E. 1; ESCHER, Basler Kommentar,
2. Aufl. 2011, Art. 129 BGG N. 5);
- im Übrigen die Gesuchstellerin mit ihrem Gesuch um Berichtigung darauf
abzielt, (angebliche) Fehler in der Entscheidbegründung zu beseitigen; Feh-
ler im Inhalt eines Entscheids nicht auf dem Weg der Berichtigung beseitigt
werden können (vgl. RHINOW/KOLLER/KISS/THURNHERR/BRÜHL-MOSER, Öf-
fentliches Prozessrecht, 3. Aufl. 2014, N. 1738); falsche tatsächliche Annah-
men, Tatsachen- oder Rechtsirrtümer oder Fehler in der Erhebung, die dem
Entscheid zugrunde liegen, vielmehr innert Frist auf dem Rechtsmittelweg
geltend zu machen sind (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
A-8408/2010 vom 18. Januar 2011 E. 1.1.2; KIENER/RÜTSCHE/KUHN, Öffent-
liches Verfahrensrecht, 2. Aufl. 2015, N. 2032; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,
Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, N. 5.79
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m.w.H.); auf das Gesuch um Berichtigung auch deswegen nicht einzutreten
wäre;
- eine Wiedererwägung von Entscheiden der Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten nicht zuläs-
sig ist (vgl. hierzu Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2012.212 vom
23. Oktober 2012; RR.2009.164 vom 19. Mai 2009; RR.2009.166 vom
19. Mai 2009; RR.2009.136 vom 14. April 2009; RR.2009.137 vom 14. April
2009; RR.2009.49 vom 5. März 2009; ferner HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, All-
gemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, N. 1278; RHINOW/KOL-
LER/KISS/THURNHERR/BRÜHL-MOSER, a.a.O., N. 1306);
- mithin auch auf das zum vornherein unzulässige, eventualiter gestellte Ge-
such um Wiedererwägung – ohne Durchführung eines Schriftenwechsel
(Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario) – nicht einzutreten ist;
- das Gesuch um Wiedererwägung in Anbetracht des Umstands, dass es von
zwei Advokaten eingereicht wurde, auch nicht als Revisionsgesuch entge-
genzunehmen ist, zumal sich die Revision gegen formell rechtskräftige Ent-
scheide richtet (vgl. nur HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 1219, 1265;
KIENER/RÜTSCHE/KUHN, a.a.O., N. 1978; RHINOW/KOLLER/KISS/THURN-
HERR/BRÜHL-MOSER, a.a.O., N. 671, 700, 1719) und im Zeitpunkt der vorlie-
genden Eingabe die Frist zur Einreichung des ordentlichen Rechtsmittels
ans Bundesgericht noch nicht verstrichen war; unter diesen Umständen nicht
geprüft zu werden braucht, ob die Gesuchstellerin überhaupt zulässige Re-
visionsgründe im Sinne von Art. 121 ff. BGG i.V.m. Art. 40 Abs. 1 StBOG
vorbringt;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten der Gesuchstellerin
aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.– festzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m.
Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 3 lit. b des Reglements des Bun-
desstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-
schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);
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und erkennt:
1. Auf das Gesuch wird nicht eingetreten.
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.– wird der Gesuchstellerin auferlegt.
Bellinzona, 21. Februar 2018
Im Namen der Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:
Zustellung an
- Advokaten Yannick Hostettler und Peter Mosimann
- Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt (unter Beilage eines Exemplars
des Gesuchs vom 14. Februar 2018)
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe (unter Beilage eines Exemp-
lars des Gesuchs vom 14. Februar 2018)
Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.
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