Verfügung vom 13. August 2020
Strafkammer
Besetzung Bundesstrafrichter Martin Stupf, Einzelrichter
Gerichtsschreiber David Heeb
Parteien BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch
Staatsanwältin des Bundes Simone Meyer-Burger
gegen
A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwältin Stephanie
Selig,
Gegenstand Rückzug der Einsprache; Abschreibung des Verfahrens
B u n d e s s t r a f g e r i c h t
T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l
T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e
T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l
Geschäftsnummer: SK.2020.30
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SK.2020.30
Der Einzelrichter erwägt, dass:
– die Bundesanwaltschaft mit Strafbefehl vom 2. Juli 2020 A. wegen in Umlaufsetzens
falschen Geldes (Art. 242 i.V.m. Art. 250 StGB) zu einer bedingten Geldstrafe von 30
Tagessätzen à Fr. 130.-- bei einer Probezeit von zwei Jahren, zu einer Busse von Fr.
700.-- und zur Bezahlung der Verfahrenskosten von Fr. 700.-- verurteilte (BA
pag. 3.0.7 f.);
– A. mit Schreiben vom 13. Juli 2020 gegen den Strafbefehl Einsprache erhob (BA pag.
3.0.10, -12);
– die Bundesanwaltschaft am Strafbefehl festhielt (Art. 355 Abs. 3 lit. a StPO) und am
30. Juli 2020 dem hiesigen Gericht den Strafbefehl als Anklageschrift zwecks Durch-
führung eines Hauptverfahrens überwies (Art. 356 Abs. 1 StPO);
– das Gericht vorfrageweise über die Gültigkeit des Strafbefehls und der Einsprache
entscheidet (Art. 356 Abs. 2 StPO);
– der Strafbefehl vom 2. Juli 2020 die in Art. 353 Abs. 1 StPO aufgelisteten Kriterien
beinhaltet und gemäss Art. 353 Abs. 3 StPO formgerecht eröffnet wurde;
– die Einsprache vom 13. Juli 2020 form- und fristgerecht erfolgte (Art. 354 Abs. 1 lit. a
und Abs. 2 StPO);
– die Einsprache bis zum Schluss der Parteivorträge zurückgezogen werden kann
(Art. 356 Abs. 3 StPO) und diesfalls der Strafbefehl zum Urteil wird und in Rechtskraft
erwächst (RIKLIN, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 356 StPO N. 4);
– A. mit Schreiben vom 7. August 2020 die Einsprache innert vorgenanntem Zeitraum
zurückzog (TPF pag. 2.521.001);
– der Strafbefehl der Bundesanwaltschaft vom 2. Juli 2020 somit zum Urteil wird und in
Rechtskraft erwächst;
– das Verfahren SK.2020.30 infolgedessen als gegenstandslos abzuschreiben ist;
– sich die Kosten des gerichtlichen Verfahrens und deren Verlegung grundsätzlich nach
den Art. 422 - 428 StPO bestimmen;
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– zur Regelung der Kostenfolge bei der Gegenstandslosigkeit des Verfahrens grund-
sätzlich auf das allgemeine Kriterium abzustellen ist, wonach die entstandenen Ver-
fahrenskosten von jener Partei zu tragen sind, die das gegenstandslos gewordene
Verfahren verursacht hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_237/2009 vom 28. Sep-
tember 2009 E. 3.3);
– A. durch den Rückzug der Einsprache die Gegenstandslosigkeit des Verfahrens
SK.2020.30 verursacht hat;
– wenn der Einspracherückzug nach Überweisung der Akten an das erstinstanzliche
Gericht erfolgt (Art. 356 Abs. 1 StPO), die Rückzug erklärende Person die Kosten zu
tragen hat (statt vieler: Verfügung des Bundesstrafgerichts SK.2016.49 vom 20. Ja-
nuar 2017; DAPHINOFF, Das Strafbefehlsverfahren in der Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, Diss. 2012, S. 626; GILLÉRON/KILLIAS, Commentaire Romand, Code de
procédure pénale suisse, 2011, Art. 356 StPO N. 14);
– A. demnach die Kosten des Verfahrens zu tragen hat;
– neben den im (nun rechtskräftigen) Strafbefehl auferlegten Kosten für das Strafbe-
fehlsverfahren zusätzlich die Kosten für die nach der Einspracheerhebung vorgenom-
menen Verfahrensschritte hinzukommen (DAPHINOFF, a.a.O., S. 626);
– in Anwendung von Art. 73 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgesetzes über die Organisa-
tion der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 (StBOG; SR 173.71) i.V.m.
Art. 1 Abs. 4, Art. 5 und Art. 7 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31.
August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfah-
ren (BStKR; SR 173.713.162) eine minimale Pauschalgebühr von Fr. 200.-- festzu-
setzen ist.
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Der Einzelrichter erkennt:
1. Das Verfahren SK.2020.30 wird infolge Rückzugs der Einsprache als gegenstandslos
abgeschrieben.
2. Die Verfahrenskosten von Fr. 200.-- werden A. auferlegt.
3. Diese Verfügung wird den Parteien schriftlich eröffnet.
Im Namen der Strafkammer
des Bundesstrafgerichts
Der Einzelrichter Der Gerichtsschreiber
Geht an:
− Bundesanwaltschaft, Frau Simone Meyer-Burger, Staatsanwältin des Bundes
− Frau Rechtsanwältin Stephanie Selig
Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an
− Bundesanwaltschaft als Vollzugsbehörde (vollständig)
Rechtsmittelbelehrung
Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts
Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen
schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden
(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG).
Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-
brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder unrichtige
Feststellung des Sachverhalts; c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO).
Versand: 13.08.2020
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