B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-1073/2013
U r t e i l v o m 2 3 . A p r i l 2 0 1 3
Besetzung
Richter Michael Peterli (Vorsitz),
Richter Stefan Mesmer,
Richter Vito Valenti,
Gerichtsschreiberin Sandra Tibis.
Parteien
X._______, Frankreich,
vertreten durch Advokat Daniel Tschopp, Greifengasse 1,
Postfach 1644, 4001 Basel,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,
1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Gegenstand
IV (Rente).
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder
Vorinstanz) mit Verfügung vom 15. Februar 2013 (IV-act. 103) das Leis-
tungsbegehren von X._______ abgewiesen hat;
dass X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Ad-
vokat Daniel Tschopp, gegen die Verfügung vom 15. Februar 2013 mit
Eingabe vom 28. Februar 2013 (BVGer-act. 1) Beschwerde beim Bun-
desverwaltungsgericht erhoben und die Aufhebung des angefochtenen
Entscheids sowie die Zusprache einer Dreiviertelrente ab August 2010,
eventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz, beantragt hat;
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde im Wesentlichen gel-
tend machte, aufgrund der Fibromyalgie respektive der somatoformen
Schmerzstörung, die von Dr. med. A._______ und Dr. med. B._______,
beide Fachärzte für Rheumatologie, diagnostiziert worden sei, sei eine
abschliessende Beurteilung ohne psychiatrische Abklärung nicht möglich;
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit
Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Inva-
lidenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden
gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist;
dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und vor-
liegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt;
dass die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes
vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist;
dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht wurde
(Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968
über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und somit auf die
Beschwerde einzutreten ist;
dass die IVSTA mit Vernehmlassung vom12. April 2013 unter Hinweis auf
die Stellungnahme der IV-Stelle Basel vom 9. April 2013 und die Stel-
lungnahme von Dr. med. C._______, Facharzt für Allgemeinmedizin des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), vom 4. April 2013 beantragt hat,
die Beschwerde sei dahingehend gutzuheissen, dass die Verfügung auf-
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zuheben und die Angelegenheit zur psychiatrischen Abklärung an die
IVSTA zurückzuweisen sei;
dass Dr. med. C._______ des RAD in seiner Stellungnahme vom 4. April
2013 ausführte, dass sich aus den vorliegenden rheumatologischen und
neurologischen Beurteilungen der Dres. A._______ und B._______ (vgl.
IV-act. 54 und 6) Hinweise auf das Vorliegen einer somatoformen
Schmerzstörung oder einer Fibromyalgie ergäben;
dass bei Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung oder einer
Fibromyalgie zusätzlich die Durchführung einer psychiatrischen Abklä-
rung notwendig sei;
dass sich demzufolge aus den Akten ergibt, dass der Sachverhalt durch
die IVSTA – in Übereinstimmung mit den Ausführungen von
Dr. med. C._______ – nur ungenügend abgeklärt worden ist, da bisher
keine psychiatrische Abklärung durchgeführt worden ist;
dass Art. 49 lit. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt;
dass die Beschwerde daher in dem Sinn gutzuheissen ist, dass die ange-
fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache gestützt auf Art. 61 Abs. 1
VwVG zur Neubeurteilung an die IVSTA zurückzuweisen ist, verbunden
mit der Anweisung, den Sachverhalt mittels Durchführung einer psychiat-
rischen Abklärung zu ergänzen und anschliessend in der Sache neu zu
verfügen;
dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde füh-
renden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6);
dass bei diesem Verfahrensausgang keine Verfahrenskosten zu erheben
sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG);
dass der obsiegenden Beschwerdeführerin, welche durch Advokat Daniel
Tschopp vertreten ist, zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung
zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG);
dass die Parteientschädigung unter Berücksichtigung des aktenkundigen
und gebotenen Aufwands auf Fr. 2'500.-- festzusetzen ist (Art. 7 ff. des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinn gutgeheissen, dass die angefochtene
Verfügung vom 15. Februar 2013 aufgehoben und die Sache zur ergän-
zenden psychiatrischen Abklärung und zur anschliessenden Neubeurtei-
lung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 2'500.-- zugesprochen.
4.
Dieses Urteil geht an:
– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilagen: Doppel der Ver-
nehmlassung vom 12. April 2013, die Stellungnahme der IV-Stelle
Basel vom 9. April 2013 und die Stellungnahme des RAD vom 4. April
2013 [IV-act. 105])
– die Vorinstanz (Ref-Nr. …)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Michael Peterli Sandra Tibis
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen
gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42
BGG).
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