Abtei lung II I
C-1258/2008
{T 0/2}
U r t e i l v o m 1 1 . S e p t e m b e r 2 0 0 8
Einzelrichter Michael Peterli,
Gerichtsschreiberin Dominique Gross.
S._______,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,
1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Invalidenrente.
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
C-1258/2008
Sachverhalt:
A.
Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IV-Stelle) ver-
fügte am 14. Dezember 2007 die Aufhebung der bis dahin zur ganzen
Invalidenrente von S._______ ausgerichteten Zusatzrente für dessen
Ehegattin E._______ mit Wirkung per 1. Januar 2008.
B.
Gegen diese Verfügung erhob S._______ (nachfolgend: Beschwerde-
führer) am 16. Februar 2008 Beschwerde. Er beantragte die Gewäh-
rung der Zusatzrente über den 1. Januar 2008 hinaus, da deren Strei-
chung (in Verbindung mit der gleichzeitig verfügten Erhöhung der vier
Kinderrenten) gesetzeswidrig und unlogisch sei und eine Irreführung
darstelle.
C.
Mit Vernehmlassung vom 1. September 2008 beantragte die IV-Stelle
die Abweisung der Beschwerde.
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni
2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art.
69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen
der schweizerischen IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Aus-
nahme im Sinne von Art. 32 VVG liegt nicht vor.
1.2 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet
das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit
das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss
Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invaliden-
versicherung (Art. 1a-26bis und 28-70) anwendbar, soweit das IVG
nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.
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1.3 Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung im
Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert.
1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60
ATSG und Art. 52 VwVG) eingereicht wurde, ist darauf einzutreten.
2.
Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die IV-Stelle zu Recht die
Leistung der Zusatzrente für die Ehegattin des Beschwerdeführers mit
Wirkung ab dem 1. Januar 2008 eingestellt hat.
2.1 Gemäss altArt. 34 Abs. 1 IVG, in Kraft gestanden bis 31. Dezem-
ber 2003, hatten rentenberechtigte verheiratete Personen, die unmit-
telbar vor ihrer Arbeitsunfähigkeit eine Erwerbstätigkeit ausübten, An-
spruch auf eine Zusatzrente für ihren Ehegatten, sofern diesem kein
Anspruch auf eine Alters- oder Invalidenrente zustand. Die Zusatzren-
te wurde nur ausgerichtet, wenn der andere Ehegatte mindestens ein
volles Beitragsjahr aufwies (altBst. a) oder seinen Wohnsitz und ge-
wöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz hatte (altBst. b).
2.2 Im Zuge der 4. (AS 2003 3837 ff.) und der 5. IV-Revisionen (AS
2007 5129) sind die Zusatzrenten für Ehegatten – mit dem Ziel, zivil-
standsabhängige Leistungsarten abzuschaffen und einen Beitrag zur
finanziellen Konsolidierung des Sozialwerks zu leisten (BBl 2001
3205 ff. sowie Amtl. Bull. 2001 N 1947 f., insbesondere Votum Bundes-
rätin Dreifuss; vgl. auch BGE 129 V 8 E. 4.3) – sukzessive abgeschafft
worden:
AltArt. 34 IVG ist im Rahmen der am 1. Januar 2004 in Kraft getrete-
nen 4. IV-Revision ersatzlos gestrichen worden. Nach altBst. e der
Schlussbestimmungen zu dieser Gesetzesnovelle wurden jedoch alt-
rechtlich zugesprochene Zusatzrenten auch nach Inkrafttreten der Än-
derung unter den bisherigen Voraussetzungen weitergewährt.
Mit der 5. IV-Revision, die per 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist, wur-
de schliesslich altBst. e der Schlussbestimmungen zur 4. IV-Revision
aufgehoben.
2.3 Seit dieser Gesetzesänderung besteht somit keinerlei Grundlage
mehr für die Gewährung von Zusatzrenten für Ehegatten. Das neue
Recht wird dabei auf einen zeitlich offenen Dauersachverhalt ange-
wendet. Es handelt sich somit um eine unechte Rückwirkung, die
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grundsätzlich zulässig ist, soweit ihr – wie im vorliegenden Fall – keine
wohlerworbenen Rechte entgegenstehen (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/
FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Ba-
sel/Genf 2006, Rz. 337 ff. mit weiteren Hinweisen).
2.4 Auf die (Weiter-)Gewährung der Zusatzrente für die Ehegattin des
Beschwerdeführers besteht somit seit dem Inkrafttreten der 5. IV-Revi-
sion anfangs dieses Jahres kein Anspruch mehr, so dass die IV-Stelle
diese Leistung per 1. Januar 2008 zu Recht eingestellt hat, und die
Beschwerde im einzelrichterlichen Verfahren abzuweisen ist (Art. 23
Abs. 2 VGG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG und Art. 85bis Abs. 3
AHVG).
3.
Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird ausnahmsweise verzich-
tet (Art. 63 Abs. 1 Satz 3 VwVG, Art. 6 Bst. b des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dem unterliegenden
Beschwerdeführer wird keine Parteientschädigung gewährt (Art. 64
Abs. 1 VwVG e contrario).
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben, und es wird keine Partei-
entschädigung gewährt.
3.
Dieses Urteil geht an:
- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein; Beilage: Ver-
nehmlassung der Vorinstanz)
- die Vorinstanz
- das Bundesamt für Sozialversicherungen
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Michael Peterli Dominique Gross
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim
Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff.
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-
fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be-
schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42
BGG).
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