Abtei lung II I
C-171/2010
{T 0/2}
U r t e i l v o m 7 . S e p t e m b e r 2 0 1 0
Richter Michael Peterli (Vorsitz),
Richterin Franziska Schneider,
Richterin Madeleine Hirsig,
Gerichtsschreiberin Sandra Tibis.
A._______, Österreich,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rony Kolb,
Diepoldsauerstrasse 24, Postfach 217, 9443 Widnau,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,
1211 Genf 2,
Vorinstanz.
IV (Rente).
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
C-171/2010
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass A._______ mit Gesuch vom 10. April 2009 bei der Pensions-
versicherungsanstalt Landesstelle Vorarlberg ein Gesuch um Leistun-
gen der Invalidenversicherung eingereicht hat (act. 1);
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA) mit
Verfügung vom 3. Dezember 2009 (act. 57) gemäss Ankündigung im
Vorbescheid vom 20. Oktober 2009 (act. 43) das Leistungsbegehren
von A._______ abgewiesen hat;
dass sich die IVSTA dabei insbesondere auf das Attest von
Dr. med. B._______, Arzt für Allgemeinmedizin, vom 6. Juli 2009
(act. 22), auf den Bericht von Dr. med. C._______, Facharzt für
Psychiatrie und Neurologie, vom 10. August 2009 (act. 36), auf das
Attest von Dr. med. D._______, Facharzt für Orthopädie und
orthopädische Chirurgie, vom 22. August 2009 (act. 35) und den Be-
richt von Dr. med. E._______, Facharzt für Neurologie, vom 30. April
2008 (act. 30) sowie die zusammenfassenden Beurteilungen des
regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom 28. September 2009
(act. 41) und vom 30. November 2009 (act. 56) abgestützt hat;
dass A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch
Rechtsanwalt Rony Kolb, mit Eingabe vom 11. Januar 2010 gegen die
Verfügung vom 3. Dezember 2009 Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht erhoben und im Wesentlichen die Aufhebung der
Verfügung sowie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Verbeiständung beantragt hat;
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung
mit Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über
die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Be-
schwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG
zuständig ist;
dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und vor-
liegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt;
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dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes
vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist;
dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht
(Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG) wurde und somit auf die Beschwerde
einzutreten ist;
dass die IVSTA mit Vernehmlassung vom 16. August 2010 unter Hin-
weis auf die Stellungnahme von Dr. med. F._______ des medi-
zinischen Dienstes vom 8. August 2010 beantragt hat, die Beschwerde
sei dahingehend gutzuheissen, dass die Angelegenheit zur Durch-
führung einer umfassenden Abklärung an die IVSTA zurückzuweisen
sei;
dass die IVSTA ihren Antrag damit begründet, dass sich die vor-
handenen Gutachten widersprächen respektive teilweise nicht über-
zeugend seien und aufgrund der neu eingereichten medizinischen
Unterlagen zudem unklar sei, ob sich in neuerer Zeit der Zustand des
Beschwerdeführers verschlechtert habe;
dass der Sachverhalt vorliegend in der Tat nur ungenügend abgeklärt
worden ist und insbesondere die Angaben über die Arbeitsfähigkeit
widersprüchlich sind, zumal einerseits in den Beurteilung des RAD
vom 28. September 2009 und vom 30. November 2009 die
psychischen Einschränkungen gestützt auf das Gutachten von
Dr. med. C._______, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, vom
10. August 2009 (act. 36) nicht als Krankheiten mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit qualifiziert werden und andererseits im Bericht von
Dr. med. G._______, Psychiater, vom 13. Januar 2010 (act. 59) diese
gesundheitlichen Beeinträchtigungen (zur Zeit) als wesentlich für die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit eingestuft werden;
dass Art. 49 lit. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt;
dass die Beschwerde daher in dem Sinn gutzuheissen ist, dass die an-
gefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache gestützt auf Art. 61
Abs. 1 VwVG zur Neubeurteilung an die IVSTA zurückzuweisen ist,
verbunden mit der Anweisung, den Sachverhalt umfassend abzuklären
und anschliessend in der Sache neu zu verfügen;
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dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2
VwVG);
dass dem obsiegenden Beschwerdeführer, welcher anwaltlich ver-
treten war, aufgrund des aktenkundigen Aufwands zu Lasten der
IVSTA eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'000.-- zuzu-
sprechen ist (Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]);
dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung
aufgrund des Verfahrensausgangs als gegenstandslos abzuschreiben
ist.
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinn gutgeheissen, dass die ange-
fochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zur ergänzenden Ab-
klärung und Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vor-
instanz zurückgewiesen wird.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 1'000.-- zugesprochen.
4.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird
als gegenstandslos abgeschrieben.
5.
Dieses Urteil geht an:
- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Doppel der Ver-
nehmlassung vom 16. August 2010)
- die Vorinstanz
- das Bundesamt für Sozialversicherungen
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Michael Peterli Sandra Tibis
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim
Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Vor-
aussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind.
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene
Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer
in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).
Versand:
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