B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-234/2015
Ur t e i l vom 1 6 . J a nu a r 2 0 1 5
Besetzung
Einzelrichter Vito Valenti,
Gerichtsschreiberin Madeleine Keel.
Parteien
A._______, (Frankreich)
vertreten durch das Comité de protection des travailleurs
frontaliers européens,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Gegenstand
Invalidenversicherung, Rentenzusprache, Beschwerde ge-
gen den Vorbescheid vom 28. Juli 2014.
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vo-
rinstanz) A._______ (nachfolgend: Versicherte oder Beschwerdeführerin)
mit Vorbescheid vom 28. Juli 2014 darüber informierte, dass sie infolge
einer vorübergehenden vollen Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum vom 1.
Juli 2012 und bis 30. November 2012 Anspruch auf eine befristete ganze
Rente habe,
dass jedoch ab dem 1. September 2012 ein IV-Grad von weniger als 40%
vorliege, weshalb die Rente bis zum 30. November 2012 befristet und da-
nach eingestellt werde,
dass die Versicherte mit Beschwerde vom 8. Januar 2015 (Eingang am 13.
Januar 2015; vgl. Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-act.] 1 samt Bei-
lagen), vertreten durch das Comité de protection des travailleurs frontaliers
européens, an das Bundesverwaltungsgericht gelangte, einen Antrag auf
eine Invaliditätsrente stellte und geltend machte, in Frankreich sei die Be-
schwerdeführerin zu mindestens 66% arbeitsunfähig eingestuft worden,
weshalb der von der IVSTA errechnete Invaliditätsgrad zu überprüfen und
eine neue medizinische Expertise einzuholen sei,
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungsge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die In-
validenversicherung (IVG, SR 831.20) und Art. 33 Bst. d VGG zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen der IVSTA zuständig ist,
dass gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG die IV-Stelle der versicherten Person den
vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den Entzug
bzw. die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels Vorbe-
scheid mitteilt und die versicherte Person Anspruch auf rechtliches Gehör
im Sinne von Artikel 42 ATSG hat,
dass laut Art. 73ter der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-
versicherung (IVV, SR 831.201) die Parteien innerhalb einer Frist von 30
Tagen Einwände zum Vorbescheid vorbringen können (Abs. 1), die versi-
cherte Person ihre Einwände schriftlich oder mündlich bei der IV-Stelle vor-
bringen kann und bei mündlich vorgetragenen Einwänden die IV-Stelle ein
summarisches von der versicherten Person zu unterzeichnendes Protokoll
erstellt (Abs. 2),
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dass weiter nach Art. 74 IVV die IV-Stelle über die Leistungsbegehren be-
schliesst, wenn die Abklärung der Verhältnisse abgeschlossen ist (Abs. 1)
und die Begründung des Beschlusses sich mit den für den Beschluss rele-
vanten Einwänden zum Vorbescheid der Parteien auseinanderzusetzen
hat (Abs. 2),
dass vorliegend der von der Beschwerdeführerin angefochtene Rechtsakt
vom 28. Juli 2014 offensichtlich als Vorbescheid im Sinne der obgenannten
Vorschriften und nicht als Verfügung im Sinne vom Art. 5 VVG, gegen wel-
che Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht geführt werden könnte,
zu betrachten ist,
dass die Vorinstanz in ihrem Fax vom 13. Januar 2015 (BVGer-act. 2) dem
Bundesverwaltungsgericht sodann explizit bestätigt hat, dass noch Abklä-
rungen zur Rentenberechnung im Gange sind und dass noch keine (an-
fechtbare) Verfügung ergangen ist,
dass die Beschwerdeführerin daher allfällige Einwände gegen den Vorbe-
scheid bei der Vorinstanz zu erheben hat,
dass demnach wegen Unzuständigkeit der angerufenen Beschwer-
deinstanz im einzelrichterlichen Verfahren auf die hier vorliegende Be-
schwerde nicht einzutreten ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes
über das Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Juni 2005 [VGG;
SR 173.32]),
dass die Akten zur Behandlung der Beschwerde an die IVSTA zu überwei-
sen sind (vgl. Art. 58 Abs. 3 ATSG),
dass die Verfahrenskosten ganz oder teilweise erlassen werden können,
wenn – wie hier – Gründe in der Sache oder in der Person der Partei es
als unverhältnismässig erscheinen lassen, diese der Partei aufzuerlegen
(Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]),
dass bei diesem Verfahrensausgang keine Parteientschädigung auszurich-
ten ist.
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Beschwerdeakten werden zur Behandlung an die Vorinstanz überwie-
sen.
3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und es wird keine Parteient-
schädigung ausgerichtet.
4.
Dieses Urteil geht an:
– die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein)
– die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Einschreiben; Beilage: Kopie der Rechts-
schrift der Beschwerdeführerin vom 8. Januar 2015 samt Beilagen)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Vito Valenti Madeleine Keel
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100
BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe
der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Hän-
den hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
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