B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-2475/2012
A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d
v o m 1 2 . N o v e m b e r 2 0 1 2
Besetzung
Richterin Franziska Schneider,
Gerichtsschreiber Roger Stalder.
Parteien
X._______, Spanien,
vertreten durch Francisco José Vazquez Bürger,
Rechtsanwalt, Avda. La Habana, 9-1., ES-32003 Ourense,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Gegenstand
Rentengesuch.
C-2475/2012
Seite 2
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (im Folgenden: IVSTA oder
Vorinstanz) mit Verfügung vom 25. August 2008 das Leistungsbegehren
von X._______ (im Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer) mit
Verfügung vom 25. August 2008 mangels anspruchsbegründender Invali-
dität abgewiesen hat,
dass der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Abelardo Vaz-
quez Conde, hiergegen mit Eingabe vom 7. Oktober 2008 Beschwerde
beim Bundesverwaltungsgericht erhoben hat,
dass mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. Mai 2010 die Be-
schwerde – soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist – in dem Sinne
gutgeheissen worden ist, als dass die angefochtene Verfügung vom
25. August 2008 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückge-
wiesen worden ist, damit diese nach weiterer Abklärung im Sinne der Er-
wägungen über den Rentenanspruch neu verfüge,
dass die IVSTA am 4. April 2012 eine weitere Verfügung erlassen hat, mit
welcher ein invaliditätsbedingter Rentenanspruch erneut verneint worden
ist,
dass der Versicherte hiergegen beim Bundesverwaltungsgericht mit Ein-
gabe vom 30. April 2012 erneut hat Beschwerde erheben lassen,
dass die angefochtene Verfügung vom 4. April 2012 in Wiedererwägung
gezogen worden ist resp. die Vorinstanz am 25. September 2012 eine
neue Verfügung erlassen hat, mit welcher dem Beschwerdeführer bei ei-
nem Invaliditätsgrad von 100 % mit Wirkung ab 1. Februar 2008 eine
ganze IV-Rente zugesprochen worden ist,
dass dem Beschwerdeführer im Rahmen der prozessleitenden Verfügung
vom 3. Oktober 2012 Gelegenheit gegeben worden ist, insbesondere zur
beabsichtigten Abschreibung des Beschwerdeverfahrens zufolge Ge-
genstandslosigkeit Stellung zu nehmen,
dass in der Replik vom 10. Oktober 2012 ausgeführt worden ist, man
stimme der Verfügung vom 25. September 2012 zu und das Beschwer-
deverfahren könne abgeschrieben werden, wenn die aufgeworfenen Fra-
gen hinsichtlich der Verfahrenskosten und der Parteientschädigung ge-
klärt würden,
C-2475/2012
Seite 3
dass gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen
Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) beurteilt,
dass als Vorinstanzen die in Art. 33 VGG genannten Behörden gelten,
dass Verfügungen der Vorinstanz betreffend Rentenanspruch beim Bun-
desverwaltungsgericht anfechtbar sind,
dass demnach das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der Be-
schwerde zuständig ist und vorliegend – was das Sachgebiet angeht –
keine Ausnahme von der Zuständigkeit auszumachen ist (Art. 32 VGG),
dass auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, weshalb auf
die Beschwerde vom 30. April 2012 einzutreten ist,
dass die Vorinstanz in Anwendung von Art. 58 VwVG ihren ursprüng-
lichen Entscheid in Wiedererwägung ziehen kann,
dass die Beschwerdeinstanz die Behandlung der Beschwerde fort-
zusetzen hat, soweit diese durch die neue Verfügung der Vorinstanz
nicht gegenstandslos geworden ist (Art. 58 Abs. 3 VwVG),
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 10. Oktober 2012
nichts vorgebracht hat, was die Fortsetzung des Beschwerdever-
fahrens erfordern würde,
dass durch die Wiedererwägungsverfügung der Vorinstanz vom
25. September 2012 die angefochtene Verfügung vom 4. April 2012
vollumfänglich widerrufen worden und somit das Verfahren vollum-
fänglich gegenstandslos geworden ist,
dass das Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen Verfahren
als durch Wiedererwägung vollumfänglich gegenstandslos geworden
abzuschreiben ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG),
dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, de-
ren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
C-2475/2012
Seite 4
dass die Gegenstandslosigkeit von der Vorinstanz zu verantworten ist,
dieser aber keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 5 VGKE i.V.m.
mit Art. 63 Abs. 2 VwVG),
dass im vorliegenden Fall folglich keine Verfahrenskosten zu erheben
sind,
dass der Beschwerdeführer gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung
mit Art. 7 VGKE Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der
Verwaltung hat,
dass die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen ist, da keine
Kostennote eingereicht worden ist (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE),
dass unter Berücksichtigung des Verfahrensausgangs, des gebotenen
und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsache und der
Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfahrens eine Parteient-
schädigung von Fr. 1'800.- (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer [vgl. da-
zu auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6173/2009 vom 29. Au-
gust 2011 mit Hinweis]; Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2
VGKE [Stundenansatz für Anwälte/Anwältinnen mindestens Fr. 200.- und
höchstens Fr. 400.- und für nichtanwaltliche Vertreter und Vertreterinnen
mindestens Fr. 100.- und höchstens Fr. 300.-]) gerechtfertigt ist,
dass für das Dispositiv auf die nächste Seite zu verweisen ist.
C-2475/2012
Seite 5
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abge-
schrieben.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung von Fr. 1'800.- zu bezahlen.
4.
Dieser Entscheid geht an:
– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben; Beilage: Doppel der Replik
vom 10. Oktober 2012)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:
Franziska Schneider Roger Stalder
C-2475/2012
Seite 6
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen
gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42
BGG).
Versand: