B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-2653/2012
{T0/2}
A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d
v o m 2 4 . J u n i 2 0 1 3
Besetzung
Einzelrichter Daniel Stufetti,
Gerichtsschreiberin Patrizia Levante.
Parteien
D._______,
vertreten durch lic. iur. Marco Bivetti, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Gegenstand
Verzugszinsen auf Rentennachzahlungen,
Verfügungen der IVSTA vom 30. März 2012.
C-2653/2012
Seite 2
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder
Vorinstanz) mit Verfügungen vom 30. März 2012 D._______ auf bereits
verfügten Rentennachzahlungen Verzugszinsen von Fr. 8'705.- (Vorakten
30) und Fr. 10'179.- (Vorakten 29) zugesprochen hat,
dass D._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) gegen diese Verfü-
gungen mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 15. Mai 2012 (act. 1)
beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben hat mit dem An-
trag, die angefochtenen Verfügungen seien aufzuheben und die Invali-
denversicherung sei zu verpflichten, ihm den auf die Rentennachzahlun-
gen entfallenden Zins zu bezahlen, unter Kosten- und Entschädigungs-
folge,
dass zur Begründung der Beschwerde ausgeführt wurde, in den Verfü-
gungen seien an den Beschwerdeführer geleistete Beträge zu Unrecht
als "Zahlungen an Dritte" in der Höhe von Fr. 38'106.- (Vorakten 30) bzw.
Fr. 17'140.- (Vorakten 29) abgezogen worden, weshalb auch auf diesen
Beträgen ab dem 1. August 2005 bzw. ab dem 1. Januar 2006 (und nicht
erst ab dem 1. Januar 2008) bis zum Zeitpunkt der Auszahlung ein Ver-
zugszins zu 5% je Monatsrente zu leisten sei,
dass die Vorinstanz die angefochtenen Verfügungen sodann in Wieder-
erwägung gezogen hat (act. 5) und am 4. September 2012 zwei neue
Verfügungen (act. 5/2, 5/3) erlassen hat, mit welchen dem Beschwerde-
führer die verlangten Verzugszinsen zugesprochen wurden,
dass der Beschwerdeführer in seiner Replik vom 14. September 2012
(act. 8) ausführen liess, dass die neuen Verfügungen korrekt seien und
seinem Antrag in vollem Umfang entsprechen würden, weshalb das vor-
liegende Beschwerdeverfahren als gegenstandslos abzuschreiben sei,
der Beschwerdeführer infolge vollumfänglichen Obsiegens keine Ge-
richtskosten zu tragen habe und er vollumfänglich zu entschädigen sei,
dass in der Replik gleichzeitig um Wiedererwägung der Zwischenverfü-
gung vom 12. September 2012 ersucht wurde, mit welcher das Bundes-
verwaltungsgericht den Beschwerdeführer zur Leistung eines Kostenvor-
schusses von Fr. 400.- bis zum 15. Oktober 2012 aufgefordert hatte
(act. 6), und die Abschreibung der Angelegenheit unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge zulasten der Vorinstanz beantragt wurde,
C-2653/2012
Seite 3
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden
gegen Verfügungen der IVSTA zuständig ist, und vorliegend keine Aus-
nahme im Sinne von Art. 32 VGG gegeben ist,
dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes
vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,
dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht wurde
(Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968
über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und somit auf die
Beschwerde einzutreten ist,
dass die Vorinstanz in Anwendung von Art. 58 VwVG ihren ursprüngli-
chen Entscheid in Wiedererwägung ziehen kann,
dass die Beschwerdeinstanz die Behandlung der Beschwerde fortzuset-
zen hat, soweit diese durch die neue Verfügung der Vorinstanz nicht ge-
genstandslos geworden ist (Art. 58 Abs. 3 VwVG),
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 14. September 2012
nichts vorgebracht hat, was die Fortsetzung des Beschwerdeverfahrens
erfordern würde,
dass das Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen Verfahren als
durch Wiedererwägung gegenstandslos geworden abzuschreiben ist
(Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG),
dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, de-
ren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass die Gegenstandslosigkeit von der Vorinstanz zu verantworten ist,
dieser aber keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 2
VwVG),
dass der Beschwerdeführer zufolge vollumfänglichen Obsiegens somit
keine Verfahrenskosten zu tragen hat, weshalb die Aufforderung vom
C-2653/2012
Seite 4
12. September 2012 zur Leistung eines Kostenvorschusses gegen-
standslos wird,
dass im vorliegenden Fall folglich keine Verfahrenskosten zu erheben
sind,
dass der Beschwerdeführer gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung
mit Art. 7 VGKE Anspruch auf eine Parteientschädigung zulasten der Vor-
instanz hat,
dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in seiner Kostennote
vom 14. September 2012 einen Betrag von insgesamt Fr. 1'560.- (inklusi-
ve Barauslagen von Fr. 60.-, ohne Mehrwertsteuer) geltend macht, wel-
cher angesichts des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, des Ver-
fahrensausgangs sowie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen ge-
sprochenen Entschädigungen als angemessen erscheint (vgl. Art. 8 bis
11 VGKE),
dass dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer deshalb eine Partei-
entschädigung von Fr. 1'560.- zulasten der Vorinstanz auszurichten ist
(inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer; vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a des Bun-
desgesetzes vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer [MWSTG, SR
641.20] i.V.m. Art. 8 Abs. 1 MWSTG und Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE),
dass für das Dispositiv auf die nächste Seite zu verweisen ist.
C-2653/2012
Seite 5
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abge-
schrieben.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung von Fr. 1'560.- zu bezahlen.
4.
Dieser Entscheid geht an:
– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Beilage: Kopie der Replik vom
14. September 2012)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Daniel Stufetti Patrizia Levante
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen
gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42
BGG).
Versand: