B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-4132/2011
Te i l e n t s c h e i d v o m 2 9 . M a i 2 0 1 2
Besetzung
Richterin Franziska Schneider (Vorsitz),
Richter Beat Weber, Richter Michael Peterli,
Gerichtsschreiber Tobias Merz.
Parteien
Klinik A._______ AG, Spezialklinik für Kardiologie, Herz-
und Gefässchirurgie, Neurochirurgie
vertreten durch lic. iur. Andreas Hebeisen, Rechtsanwalt,
Löwenstrasse 12, 8280 Kreuzlingen,
Beschwerdeführerin,
gegen
Beschlussorgan der interkantonalen Vereinbarung über
die hochspezialisierte Medizin (HSM Beschlussorgan),
Speichergasse 6, Postfach 684, 3000 Bern 7,
vertreten durch lic. iur. Michael Bührer, Rechtsanwalt,
St. Leonhard-Strasse 20, Postfach 728, 9001 St. Gallen,
Vorinstanz.
Gegenstand
Entscheid vom 20. Mai 2011 zur Planung der hochspeziali-
sierten Medizin im Bereich der Behandlung von Schwerver-
letzten.
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass das Beschlussorgan der Interkantonalen Vereinbarung über die
hochspezialisierte Medizin (HSM Beschlussorgan) am 20. Mai 2011 den
Entscheid zur Planung der hochspezialisierten Medizin (HSM) im Bereich
der Behandlung von Schwerverletzten (HSM-Listenentscheid) getroffen
hat,
dass der Entscheid am 21. Juni 2011 im Bundesblatt publiziert worden ist
(BBl 2011 4699),
dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 21. Juli 2011 den HSM-
Listenentscheid im Bereich der Behandlung von Schwerverletzten zu-
sammen mit dem gleichzeitig erfolgten und publizierten Listenentscheid
im Bereich der Behandlung von Hirnschlägen angefochten hat, ohne ex-
plizit Anträge zu stellen,
dass der stellvertretende Instruktionsrichter das Verfahren unter der Dos-
sier-Nr. C-4132/2011 an die Hand genommen hat,
dass die Instruktionsrichterin mit Verfügung vom 20. Oktober 2011 das
Verfahren im Bereich der hochspezialisierten Behandlung von Hirnschlä-
gen unter der Dossier-Nr. 5723/2011 weitergeführt und der Vorinstanz
und den Spitälern, welchen im Planungsentscheid die hochspezialisierten
Behandlungen von Schwerverletzten zugewiesen sind (im Folgenden:
Listenspitäler), je ein Doppel der Beschwerdeschrift zugestellt und die
Vorinstanz um Einreichung einer Vernehmlassung ersucht hat,
dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 21. November 2011 die
Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen be-
antragt hat,
dass die Instruktionsrichterin mit Verfügung vom 1. Dezember 2011 den
beauftragten Spitälern die Möglichkeit eröffnet hat, sich zur materiellen
Betroffenheit zu äussern und gegebenenfalls eine Stellungnahme einzu-
reichen,
dass der Ente Ospedaliero Cantonale, Ospedale Regionale di Lugano, in
seiner Eingabe vom 7. Dezember 2011 mitteilen liess, dass er sich dem
Urteil des Gerichts unterstelle, ohne eigene Anträge zu stellen,
dass das Universitätsspital Zürich (USZ) mit Eingabe vom 3. Januar 2012
beantragt hat, dessen Parteistellung sei anzuerkennen, und dem USZ sei
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im Verfahren Gelegenheit zu geben, zu den Eingaben der Beschwerde-
führerin Stellung zu nehmen, eventualiter sei auf die Beschwerde man-
gels Anträgen nicht einzutreten,
dass die Instruktionsrichterin mit Verfügung vom 5. März 2012 das In-
struktionsverfahren bis zum Erlass eines Grundsatzentscheids im Verfah-
ren C-5301/2010 betreffend die Parteistellung der Spitäler im Beschwer-
deverfahren gegen Entscheide des HSM-Beschlussorgans sistiert hat,
dass das Bundesverwaltungsgericht die Grundsatzfrage im Urteil
C-5301/2010 vom 2. April 2012 entschieden hat,
dass die Sistierung des vorliegenden Verfahrens daher aufzuheben und
dieses fortzusetzen ist,
dass gemäss Urteil C-5301/2010 vom 2. April 2012 ein Spital kein
schutzwürdiges Interesse daran hat, dass ein anderes Spital von der Spi-
talliste im Sinn von Art. 39 Abs. 1 Bst. e des Bundesgesetzes vom
18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) gestri-
chen oder dessen Leistungsauftrag reduziert wird, und es deshalb nicht
legitimiert ist, eine einen anderen Leistungserbringer betreffende begüns-
tigende Verfügung anzufechten (Urteil des BVGer vom 2. April 2012 E.
4.2 und 4.3),
dass demzufolge einem Listenspital nicht allein aufgrund der Tatsache,
dass ein nicht zugelassenes Spital Beschwerde gegen den Listenent-
scheid erhoben hat, Parteirechte als Beschwerdegegner zustehen,
dass den Listenspitälern daher auch im vorliegenden Fall keine Partei-
stellung zukommt und auf ihre Anträge, soweit solche gestellt wurden,
nicht einzutreten ist,
dass es sich vorliegend um einen Teilentscheid im Sinn von Art. 91 des
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) handelt,
da die Passivlegitimation der Listenspitäler verneint und für diese hiermit
das Verfahren beendet wird (vgl. auch BGE 133 V 477 E. 4; HANSJÖRG
SEILER/NICOLAS VON WERDT/ANDREAS GÜNGERICH, Bundesgerichtsge-
setz, Handkommentar, Art. 91 Rz 4),
dass von der Auferlegung von Verfahrenskosten für den vorliegenden
Teilentscheid an die Listenspitäler, die von der Möglichkeit zur Stellung-
nahme Gebrauch gemacht haben, abzusehen ist (Art. 6 des Reglements
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vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei
von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach-
sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen kann
(Art. 64 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember
1968 [VwVG, SR 172.021] und Art. 7 Abs. 1 VGKE),
dass angesichts der Ausführungen zur Parteistellung und bei diesem
Ausgang des Teilentscheids keine Parteientschädigungen zuzusprechen
sind,
dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das
Bundesgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversiche-
rung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in
Verbindung mit Art. 53 KVG getroffen hat, gemäss Art. 83 Bst. r des Bun-
desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) unzulässig
und der vorliegende Entscheid endgültig ist.
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Sistierung des Instruktionsverfahrens wird aufgehoben.
2.
Es wird festgestellt, dass den nachfolgend genannten Spitälern, welchen
mit Entscheid vom 20. Mai 2011 die hochspezialisierte Behandlung von
Schwerverletzten zugewiesen wurde, im vorliegenden Verfahren keine
Parteistellung als Beschwerdegegnerinnen zukommt: Hôpitaux universi-
taires de Genève, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Inselspital
Bern, Universitätsspital Basel, Universitätsspital Zürich, Kantonsspital
St. Gallen, Luzerner Kantonsspital, Kantonsspital Aarau AG, Kantonsspi-
tal Graubünden, Kantonsspital Winterthur, Ente Ospedaliero Cantonale /
Ospedale Regionale di Lugano, Gesundheitsnetz Wallis / Standort Sion.
3.
Auf die Anträge des Universitätsspitals Zürich wird nicht eingetreten.
4.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.
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5.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
6.
Dieser Teilentscheid geht an:
– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
– Hôpitaux universitaires de Genève (Gerichtsurkunde)
– Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (Gerichtsurkunde)
– Inselspital-Stiftung Bern (Gerichtsurkunde)
– Universitätsspital Basel (Gerichtsurkunde)
– Universitätsspital Zürich (Gerichtsurkunde)
– Kantonsspital St. Gallen (Gerichtsurkunde)
– Luzerner Kantonsspital (Gerichtsurkunde)
– Kantonsspital Aarau AG (Gerichtsurkunde)
– Kantonsspital Graubünden (Gerichtsurkunde)
– Kantonsspital Winterthur (Gerichtsurkunde)
– Ente Ospedaliero Cantonale, Ospedale Regionale di Lugano,
vertreten durch RA Philippo Gianoni, Bellinzona (Gerichtsurkunde)
– Gesundheitsnetz Wallis Standort Sion (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Gerichtsurkunde).
Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:
Franziska Schneider Tobias Merz
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