B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-4153/2011
Te i l e n t s c h e i d v o m 2 3 . M a i 2 0 1 2
Besetzung
Richterin Franziska Schneider (Vorsitz),
Richter Beat Weber, Richter Michael Peterli,
Gerichtsschreiber Tobias Merz.
Parteien
Klinik A. AG,
vertreten durch Prof. Dr. iur. Urs Saxer, Rechtsanwalt, und
lic. iur. Thomas Rieser, Rechtsanwalt, Steinbrüchel Hüssy
Rechtsanwälte, Grossmünsterplatz 8, 8001 Zürich,
Beschwerdeführerin,
gegen
Beschlussorgan der interkantonalen Vereinbarung über
die hochspezialisierte Medizin (HSM Beschlussorgan),
Speichergasse 6, Postfach 684, 3000 Bern 7, vertreten
durch lic. iur. Michael Bührer, Rechtsanwalt, St. Leonhard-
Strasse 20, Postfach 728, 9001 St. Gallen,
Vorinstanz.
Gegenstand
Entscheid vom 20. Mai 2011 zur Planung der hochspeziali-
sierten Medizin im Bereich der neurochirurgischen Behand-
lung von vaskulären Erkrankungen des zentralen Nervensys-
tems (ZNS) ohne die komplexen vaskulären Anomalien.
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass das Beschlussorgan der Interkantonalen Vereinbarung über die
hochspezialisierte Medizin (HSM Beschlussorgan) am 20. Mai 2011 den
Entscheid zur Planung der hochspezialisierten Medizin (HSM) im Bereich
der neurochirurgischen Behandlung von vaskulären Erkrankungen des
zentralen Nervensystems (ZNS) ohne die komplexen vaskulären Anoma-
lien (HSM-Listenentscheid) getroffen hat,
dass der Entscheid am 21. Juni 2011 im Bundesblatt publiziert worden ist
(BBl 2011 4679),
dass die Beschwerdeführerin den HSM-Listenentscheid mit Beschwerde
vom 21. Juli 2011 angefochten und beantragt hat, 1. es sei festzustellen,
dass der Entscheid des HSM-Beschlussorgans nichtig sei, eventualiter
sei der Entscheid aufzuheben, 2. subeventualiter sei der Entscheid auf-
zuheben und die Beschwerdeführerin auf die Liste für hochspezialisierte
Medizin im Bereich der neurochirurgischen Behandlung von vaskulären
Erkrankungen des zentralen Nervensystems aufzunehmen, 3. subsube-
ventualiter sei der Entscheid aufzuheben und zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen, 4. alles unter Kosten- und Entschädigungs-
folgen zulasten der Vorinstanz bzw. der Gerichtskasse,
dass der Instruktionsrichter die Vorinstanz mit Verfügung vom 14. Sep-
tember 2011 um Einreichung einer Vernehmlassung ersucht hat und den
Spitälern, welchen im Planungsentscheid die neurochirurgischen Behand-
lungen von vaskulären Erkrankungen des zentralen Nervensystems zu-
gewiesen sind (im Folgenden: Listenspitäler), je ein Doppel der Be-
schwerdeschrift zugestellt hat,
dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 14. Oktober 2011 die Ab-
weisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen bean-
tragt hat,
dass die neu zuständige Instruktionsrichterin mit Verfügung vom 1. No-
vember 2011 den beauftragten Spitälern die Möglichkeit eröffnet hat, eine
Stellungnahme einzureichen,
dass das Inselspital Bern und das Universitätsspital Basel mit gemeinsa-
mer Stellungnahme vom 5. Dezember 2011 beantragen liessen, der An-
trag 1 der Beschwerdeführerin sei unter Kostenfolge zu deren Lasten ab-
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zuweisen, und dass deren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 22. Dezem-
ber 2011 eine Kostennote eingereicht hat,
dass das Universitätsspital Zürich mit Stellungnahme vom 5. Dezember
2011 beantragt hat, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzu-
treten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Be-
schwerdeführerin,
dass der Ente Ospedaliero Cantonale, Ospedale Regionale di Lugano, in
seiner Stellungnahme vom 5. Dezember 2011 darauf hingewiesen hat,
das Spital in Lugano erfülle die Kriterien eines CSC, unterstelle sich je-
doch dem Urteil des Gerichts, ohne eigene Anträge zu stellen,
dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) als Fachbehörde mit Eingabe
vom 13. Februar 2012 Stellung genommen und die Schlussfolgerung ge-
zogen hat, die Beschwerde sei abzuweisen,
dass die Instruktionsrichterin mit Verfügung vom 5. März 2012 das In-
struktionsverfahren bis zum Erlass eines Grundsatzentscheids im Verfah-
ren C-5301/2010 betreffend die Parteistellung der Spitäler im Beschwer-
deverfahren gegen Entscheide des HSM-Beschlussorgans sistiert hat,
dass das Bundesverwaltungsgericht die Grundsatzfrage im Urteil
C-5301/2010 vom 2. April 2012 entschieden hat,
dass die Sistierung des vorliegenden Verfahrens daher aufzuheben und
dieses fortzusetzen ist,
dass gemäss Urteil C-5301/2010 vom 2. April 2012 ein Spital kein
schutzwürdiges Interesse daran hat, dass ein anderes Spital von der Spi-
talliste im Sinn von Art. 39 Abs. 1 Bst. e des Bundesgesetzes vom
18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) gestri-
chen oder dessen Leistungsauftrag reduziert wird, und es deshalb nicht
legitimiert ist, eine einen anderen Leistungserbringer betreffende begüns-
tigende Verfügung anzufechten (Urteil des BVGer vom 2. April 2012 E.
4.2 und 4.3),
dass demzufolge einem Listenspital nicht allein aufgrund der Tatsache,
dass ein nicht zugelassenes Spital beschwerdeweise die Nichtigkeit des
Listenentscheids bzw. die Aufnahme auf die Liste beantragt, Parteirechte
als Beschwerdegegnerin zustehen,
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dass den Listenspitälern daher auch im vorliegenden Fall keine Partei-
stellung zukommt und auf ihre Anträge, soweit solche gestellt wurden,
nicht einzutreten ist,
dass es sich vorliegend um einen Teilentscheid im Sinn von Art. 91 des
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) handelt,
da die Passivlegitimation der Listenspitäler verneint und für diese hiermit
das Verfahren beendet wird (vgl. auch BGE 133 V 477 E. 4; HANSJÖRG
SEILER/NICOLAS VON WERDT/ANDREAS GÜNGERICH, Bundesgerichtsge-
setz, Handkommentar, Art. 91 Rz 4),
dass von der Auferlegung von Verfahrenskosten für den vorliegenden
Teilentscheid an die Listenspitäler, die von der Möglichkeit zur Stellung-
nahme Gebrauch gemacht haben, abzusehen ist (Art. 6 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei
von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach-
sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen kann
(Art. 64 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember
1968 [VwVG, SR 172.021] und Art. 7 Abs. 1 VGKE),
dass angesichts der Ausführungen zur Parteistellung und bei diesem
Ausgang des Teilentscheids keine Parteientschädigungen zuzusprechen
sind,
dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das
Bundesgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversiche-
rung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in
Verbindung mit Art. 53 KVG getroffen hat, gemäss Art. 83 Bst. r des Bun-
desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) unzulässig
und der vorliegende Entscheid endgültig ist.
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Sistierung des Instruktionsverfahrens wird aufgehoben.
2.
Es wird festgestellt, dass den nachfolgend aufgelisteten Spitälern, wel-
chen mit Entscheid vom 20. Mai 2011 die neurochirurgische Behandlung
von vaskulären Erkrankungen des zentralen Nervensystems ohne die
komplexen vaskulären Anomalien zugewiesen wurde, im vorliegenden
Verfahren keine Parteistellung als Beschwerdegegnerinnen zukommt:
Hôpitaux universitaires de Genève, Centre Hospitalier Universitaire Vau-
dois, Inselspital Bern, Universitätsspital Basel, Universitätsspital Zürich,
Kantonsspital St. Gallen, Kantonsspital Aarau AG, Ente Ospedaliero Can-
tonale/Ospedale Regionale di Lugano.
3.
Auf die Anträge des Inselspitals Bern, des Universitätsspitals Basel und
des Universitätsspitals Zürich wird nicht eingetreten.
4.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.
5.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
6.
Dieser Teilentscheid geht an:
– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
– Hôpitaux universitaires de Genève (Gerichtsurkunde)
– Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (Gerichtsurkunde)
– Inselspital Bern, vertreten durch RA PD Dr. Marc Schott, Zürich
(Gerichtsurkunde)
– Universitätsspital Basel, vertreten durch RA PD Dr. Marc Schott,
Zürich (Gerichtsurkunde)
– Universitätsspital Zürich (Gerichtsurkunde)
– Kantonsspital St. Gallen (Gerichtsurkunde)
– Kantonsspital Aarau AG (Gerichtsurkunde)
– Ente Ospedaliero Cantonale, Ospedale Regionale di Lugano,
vertreten durch RA Philippo Gianoni, Bellinzona (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)
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– Bundesamt für Gesundheit BAG (Einschreiben)
Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:
Franziska Schneider Tobias Merz
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