B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
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Abteilung III
C-4305/2012
U r t e i l v o m 1 6 . N o v e m b e r 2 0 1 2
Besetzung
Richter Michael Peterli (Vorsitz),
Richter Francesco Parrino,
Richter Daniel Stufetti,
Gerichtsschreiberin Sandra Tibis.
Parteien
X._______, Kanada,
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Ausgleichskasse SAK,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,
1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Gegenstand
AHV (Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung).
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass X._______ mit Erklärung vom 9. April 1997 um Aufnahme in die
freiwillige Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (nachfol-
gend: freiwillige Versicherung) ersuchte und per 1. Januar 1996 in diesel-
be aufgenommen wurde (SAK-act. 2 f.);
dass die Schweizerische Ausgleichskasse (nachfolgend: SAK oder Vorin-
stanz) X._______ mit Schreiben vom 25. Januar 2011 (SAK-act. 17) auf-
forderte, für das Jahr 2010 Belege zu Einkommen und Vermögen einzu-
reichen, damit die Beiträge für das Jahr 2010 berechnet werden können;
dass die SAK X._______ mit Schreiben vom 30. März 2011 (SAK-act. 18)
und vom 31. Mai 2011 (SAK-act. 19) mahnte, die verlangten Unterlagen
einzureichen;
dass die SAK mit Verfügung vom 19. Januar 2012 (SAK-act. 21)
X._______ zufolge Nichteinreichen der Unterlagen aus der freiwilligen
ausschloss;
dass X._______ gegen die Verfügung vom 19. Januar 2012 mit Schrei-
ben vom 13. Februar 2012 (SAK-act. 25) Einsprache erhob, die Aufhe-
bung der Verfügung beantragte und zur Begründung geltend machte, sie
habe nie eine Mahnung erhalten;
dass die SAK mit Einspracheentscheid vom 31. Juli 2012 (SAK-act. 36)
die Einsprache von X._______ abwies;
dass X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) gegen den Einspra-
cheentscheid vom 31. Juli 2012 mit Eingabe vom 13. August 2012 Be-
schwerde erhob und die Aufhebung der angefochtenen Verfügung bean-
tragte;
dass die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend machte, sie habe
vor Erhalt der Ausschlussverfügung keine Mahnungen erhalten und zu-
dem habe sie inzwischen alle Unterlagen eingereicht;
dass die SAK mit Vernehmlassung vom 29. Oktober 2012 die Gutheis-
sung der Beschwerde beantragte und zur Begründung ausführte, sie
könne für die Mahnungen keine Zustellnachweise erbringen;
dass Versicherte, welche die nötigen Auskünfte nicht erteilen oder ihre
Beiträge nicht fristgerecht bezahlen, aus der freiwilligen Versicherung
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ausgeschlossen werden (Art. 2 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom
20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
[AHVG, SR 831.10]);
dass die Versicherten aus der freiwilligen Versicherung ausgeschlossen
werden, wenn sie der Ausgleichskasse die verlangten Belege nicht bis
zum 31. Dezember des Jahres einreichen, das auf das Beitragsjahr folgt
(Art. 13 Abs. 1 lit. c der Verordnung über die freiwillige Alters-, Hinterlas-
senen- und Invalidenversicherung [VFV, SR 831.111] in Verbindung mit
Art. 2 Abs. 6 AHVG);
dass die Ausgleichskasse den Versicherten vor Ablauf der Frist eine ein-
geschriebene Mahnung mit Androhung des Ausschlusses zuzustellen hat
(Art. 13 Abs. 2 VFV);
dass die Ausgleichskasse für die Tatsache und den Zeitpunkt der Zustel-
lung der Mahnung beweispflichtig ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts C-1473/2011 vom 30. Juli 2012 E. 2.3 f. mit Hinweisen auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung);
dass die SAK vorliegend einräumt, dass sie die von der Beschwerdefüh-
rerin bestrittene Zustellung der Mahnungen nicht nachweisen kann;
dass die Beschwerde somit antragsgemäss gutzuheissen ist und die an-
gefochtene Verfügung über den Ausschluss der Beschwerdeführerin aus
der freiwilligen Versicherung aufzuheben ist;
dass das Verfahren kostenlos ist (Art. 85bis Abs. 2 AHVG);
dass der obsiegenden Beschwerdeführerin, welche nicht vertreten war,
und welcher keine verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, keine
Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG,
SR 172.021] und Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Einspracheentscheid vom
31. Juli 2012 wird aufgehoben.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben, und es wird keine Parteient-
schädigung zugesprochen.
3.
Dieses Urteil geht an:
– die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein; Beilage:
Doppel der Vernehmlassung vom 29. Oktober 2012)
– die Vorinstanz (Ref-Nr. …)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen
Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Michael Peterli Sandra Tibis
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die
Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-
weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid
und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen
hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
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