B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-4964/2010
U r t e i l v o m 1 4 . M ä r z 2 0 1 2
Besetzung
Richterin Franziska Schneider (Vorsitz),
Richter Stefan Mesmer, Richter Daniel Stufetti,
Gerichtsschreiberin Christine Schori Abt.
Parteien
A._______,
vertreten durch B._______,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz
Gegenstand
Rentengesuch.
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: Vor-
instanz) mit Verfügung vom 22. Juni 2010 (Vorakten act. 37) das Leis-
tungsbegehren vom 3. Juli 2009 des kosovarischen Staatsbürgers
A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer, Vorakten act. 3) abgewiesen
hat, da zwischen der Schweiz und dem Kosovo seit dem 1. April 2010
keine zwischenstaatliche Vereinbarung mehr bestehe und bis zum
31. März 2010 keine Verfügung in der Sache ergangen sei,
dass der Beschwerdeführer, vertreten durch B._______ diese Verfügung
mit Beschwerde vom 8. Juli 2010 (Poststempel, act. 1) beim Bundesver-
waltungsgericht angefochten und gerügt hat, dass genügend Zeit bestan-
den habe, das bereits am 3. Juli 2009 gestellte Leistungsbegehren vor
dem 31. März 2010 zu bearbeiten,
dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 22. Oktober 2010 (act. 5)
die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen
Verfügung beantragt hat,
dass der Beschwerdeführer am 10. November 2010 den Kostenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 300.- geleistet hat (act. 8),
dass der Beschwerdeführer auf die Einreichung einer Replik stillschwei-
gend verzichtet hat,
dass die Instruktionsrichterin den Schriftenwechsel am 17. Dezember
2010 (act. 9) abgeschlossen hat,
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit
Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Inva-
lidenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden
gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist,
dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und keine
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,
dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes
vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,
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dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht
(Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968
über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und der einverlang-
te Kostenvorschuss von Fr. 300.- innert Frist geleistet wurde, weshalb auf
die Beschwerde einzutreten ist,
dass sich im vorliegenden Verfahren die Frage stellt, ob das Abkommen
vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und
der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung
(SR 0.831.109.818.1; im Folgenden: Sozialversicherungsabkommen) so-
wie die Verwaltungsvereinbarung vom 5. Juli 1963 betreffend die Durch-
führung dieses Abkommens (SR 0.831.109.818.12) auf Bürger von Koso-
vo weiterhin anwendbar sind,
dass sich das Bundesverwaltungsgericht zu dieser Frage mit Grundsatz-
urteil C-4828/2010 vom 7. März 2011 geäussert und die Weiteranwen-
dung des Sozialversicherungsabkommens bejaht hat,
dass das Urteil vom 7. März 2011 in der Folge beim Bundesgericht ange-
fochten wurde,
dass die zuständige Instruktionsrichterin das vorliegende Beschwerdever-
fahren daher mit Verfügung vom 11. Mai 2011 (act. 10) bis zum Vorliegen
eines rechtskräftigen Urteils in der Sache C-4828/2010 sistiert hat,
dass das Bundesgericht mit Urteil 9C_329/2011 vom 27. September 2011
auf die Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesverwaltungs-
gerichts C-4828/2010 nicht eingetreten ist,
dass das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-4828/2010 vom
7. März 2011 somit am 27. September 2011 in Rechtskraft erwachsen ist,
sodass das vorliegende Verfahren wieder aufzunehmen ist,
dass das Sozialversicherungsabkommen demnach auch im vorliegenden
Fall weiterhin anwendbar ist,
dass die Vorinstanz das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers da-
her zu Unrecht mangels gültigem Sozialversicherungsabkommen mit dem
Kosovo abgewiesen hat,
dass die Beschwerde somit gutzuheissen, die angefochtene Verfügung
aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit
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sie die Prüfung des Leistungsbegehrens fortsetze und anschliessend in
Anwendung des noch in Kraft stehenden Sozialversicherungsabkommens
in der Sache neu verfüge,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu er-
heben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), sodass der geleistete Kosten-
vorschuss von Fr. 300.- dem Beschwerdeführer auf ein von ihm anzuge-
bendes Konto zurückzuerstatten ist,
dass dem (nicht anwaltlich) vertretenen Beschwerdeführer gemäss
Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine von der Vorinstanz zu
entrichtende Parteientschädigung zuzusprechen ist, die unter Berücksich-
tigung des aktenkundigen Aufwands auf Fr. 200.- festgesetzt wird.
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Sistierung des Verfahrens wird aufgehoben.
2.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtenen Verfügung vom
22. Juni 2010 wird aufgehoben und die Sache wird an die Vorinstanz zu-
rückgewiesen, damit sie die Prüfung des Leistungsbegehrens fortsetzt
und anschliessend unter Anwendung des noch in Kraft stehenden Sozial-
versicherungsabkommens in der Sache neu verfügt.
3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird
der bereits geleistet Kostenvorschuss von Fr. 300.- nach Eintritt der
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.
4.
Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 200.- zu-
lasten der Vorinstanz zugesprochen.
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5.
Dieses Urteil geht an:
– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde: Beilage: Formular Zahl-
adresse)
– die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)
Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:
Franziska Schneider Christine Schori Abt
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen
gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42
BGG).
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