B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-5172/2010 mes/wam
U r t e i l v o m 7 . N o v e m b e r 2 0 1 2
Besetzung
Richter Stefan Mesmer (Vorsitz),
Richter Beat Weber,
Richter Daniel Stufetti,
Gerichtsschreiber Marc Wälti.
Parteien
X._______,
vertreten durch Y._______,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18,
Postfach 3100, 1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Gegenstand
Invalidenversicherung, Verfügung vom 16. Juni 2010.
C-5172/2010
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA, im Folgenden auch:
Vorinstanz) mit Verfügung vom 16. Juni 2010 das Leistungsbegehren des
kosovarischen Beschwerdeführers vom 17. März 2010 (act. 20) abgewie-
sen hat, da zwischen der Schweiz und dem Kosovo seit dem 1. April
2010 keine zwischenstaatliche Vereinbarung mehr bestehe und bis zum
31. März 2010 keine Verfügung in der Sache ergangen sei (vgl. act. 36),
dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Beschwerde vom 16.
Juli 2010 (Datum der Postaufgabe) angefochten und sinngemäss die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Rückweisung der Sache an
die Vorinstanz und die Gewährung der gesetzlichen Leistungen in An-
wendung des Abkommens vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien
über Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1; im Folgenden: Sozialver-
sicherungsabkommen) beantragt hat,
dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 20. September 2010
die bisherige Begründung der angefochtenen Verfügung vom 16. Juni
2010 bekräftigt und beantragt hat, in Abweisung der Beschwerde sei
diese Verfügung zu bestätigen,
dass der Beschwerdeführer den mit Zwischenverfügung vom 27. Sep-
tember 2010 einverlangten Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 300.- am
6. Oktober 2010 geleistet hat,
dass der Beschwerdeführer innert Frist keine Replik eingereicht hat und
der Schriftenwechsel am 8. November 2010 geschlossen wurde,
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die In-
validenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden
gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist,
dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG ist und keine
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,
dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes
vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,
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dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht
(Art. 60 ATSG und Art. 52 und 63 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.
021]) und der Verfahrenskostenvorschuss fristgerecht geleistet worden
ist, sodass hierauf einzutreten ist,
dass sich im vorliegenden Verfahren die Frage stellt, ob das Sozialver-
sicherungsabkommen sowie die Verwaltungsvereinbarung vom 5. Juli
1963 betreffend die Durchführung dieses Abkommens (SR 0.831.109.
818.12) auf Bürger von Kosovo weiterhin anwendbar sind,
dass sich das Bundesverwaltungsgericht zu dieser Frage mit Grundsatz-
urteil C-4828/2010 vom 7. März 2011 geäussert und die Weiteranwen-
dung des Sozialversicherungsabkommens bejaht hat,
dass das Bundesgericht mit Urteil 9C_329/2011 vom 27. September 2011
auf die Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesverwaltungs-
gerichts C-4828/2010 nicht eingetreten und das Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts C-4828/2010 vom 7. März 2011 damit in Rechtskraft er-
wachsen ist,
dass das Sozialversicherungsabkommen demnach auch im vorliegenden
Fall weiterhin anwendbar ist,
dass die Vorinstanz das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers da-
her zu Unrecht mangels gültigem Sozialversicherungsabkommen mit dem
Kosovo abgewiesen hat,
dass die Beschwerde somit gutzuheissen, die angefochtene Verfügung
aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit
sie die Prüfung des Leistungsbegehrens fortsetze und anschliessend in
Anwendung des noch in Kraft stehenden Sozialversicherungsabkommens
in der Sache neu verfüge (Art. 61 Abs. 1 VwVG),
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu er-
heben sind (Art. 63 VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) und dem Beschwerdeführer der be-
reits geleistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 300.- nach Eintritt der
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten ist,
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dass dem nicht-anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer eine von der
Vorinstanz zu entrichtende Parteientschädigung zusteht (Art. 64 Abs. 1
VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21.Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173. 320. 2]), die mangels einer Kostennote aufgrund des aktenkun-
digen und gebotenen Aufwands seines Vertreters auf Fr. 600.- festgesetzt
wird (inklusive Auslagen; Mehrwertsteuer ist nicht geschuldet, vgl. Art. 1
Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die
Mehrwertsteuer [MWSTG, SR 641.20] i.V.m. Art. 8 Abs. 1 MWSTG; Art. 9
Abs. 1 Bst. c, Art. 10 Abs. 1 und 2 sowie Art. 14 Abs. 2 VGKE),
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als dass die angefoch-
tene Verfügung vom 16. Juni 2010 aufgehoben und die Sache an die Vor-
instanz zurückgewiesen wird, damit sie die Prüfung des Leistungsbegeh-
rens fortsetze und anschliessend unter Anwendung des noch in Kraft ste-
henden Sozialversicherungsabkommens in der Sache neu verfüge.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der bereits geleistete Ver-
fahrenskostenvorschuss von Fr. 300.- wird dem Beschwerdeführer nach
Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.
3.
Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 600.- zu-
gesprochen, die von der Vorinstanz zu leisten ist.
4.
Dieses Urteil geht an:
– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref-Nr._______)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
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Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:
Stefan Mesmer Marc Wälti
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen
gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42
BGG).
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