B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-5206/2013
Ur t e i l vom 2 0 . F e b r u a r 2 0 1 5
Besetzung
Richterin Franziska Schneider (Vorsitz),
Richter Vito Valenti, Richter David Weiss,
Gerichtsschreiber Roger Stalder.
Parteien
A._______, Serbien und Montenegro,
vertreten durch Dimitrijevic Dobrivoje, Rentenberater,
Nemanjina 6, RS-19220 Donji Milanovac,
Zustelladresse: c/o B._______, Schweiz
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Gegenstand
Rentenbeginn (Verfügung vom 16. August 2013).
C-5206/2013
Seite 2
Sachverhalt:
A.
Mit Schreiben vom 4. Januar 2010, eingegangen bei der Schweizerischen
Ausgleichskasse (im Folgenden: SAK) am 18. Februar 2010, liess der 1953
geborene A._______ (im Folgenden: Versicherter oder Beschwerdefüh-
rer), vertreten durch Dobrivoje Dimitrijevic von der Agentur Dobri, die SAK
darüber orientieren, dass er beim zuständigen Versicherungsträger in Bel-
grad ein Gesuch auf eine Rente gestellt habe resp. eine Rente beantrage
(Akten [im Folgenden: act.] der Invalidenversicherungs-Stelle für Versi-
cherte im Ausland [im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz] 1). Am 1. März
2010 wurde der Versicherte unter anderem darauf aufmerksam gemacht,
dass die entsprechende Anmeldung beim zuständigen heimatlichen Versi-
cherungsträger einzureichen sei und das durch diesen abgegebene, voll-
ständig ausgefüllte und unterschriebene Anmeldeformular durch die Ver-
bindungsstelle innert 90 Tagen bestätigt werden sollte (act. 5). Nachdem
am 28. April 2010 das Schreiben der serbischen Invalidenversicherung
vom 13. April 2010 bei der SAK eingegangen war (act. 6), teilte die IVSTA
dem Versicherten mit Datum vom 21. Mai 2012 mit, dass sie die Anmel-
dung zum Bezug von Leistungen der schweizerischen Invalidenversiche-
rung (IV) erhalten habe (act. 13).
B.
In der Folge ging bei der SAK am 16. Mai 2012 das Anmeldeformular
YU/CH 4 ein. Der Antrag wurde am 23. Januar 2012 vom serbischen Sozi-
alversicherungsträger und am 19. März 2012 vom Rechtsvertreter des Ver-
sicherten unterzeichnet; auf Seite 1 rechts wurde als Anmeldedatum hand-
schriftlich der 25. Februar 2008 vermerkt (act. 15). Am 23. April 2012 wurde
das zwischenstaatliche Verfahren eingeleitet (act. 14).
C.
Nach Vorliegen weiterer, für die Beurteilung des Rentenanspruchs mass-
geblichen Unterlagen und Korrespondenzen des Rechtsvertreters (act. 22
bis 43) erliess die IVSTA am 14. Juni 2013 einen Vorbescheid und teilte
dem Versicherten mit, er habe ab 1. April 2008 Anspruch auf eine ganze
Rente; da der Antrag am 19. März 2012 gestellt worden sei, könne die
Rente frühestens ab 1. September 2012 ausgerichtet werden (act. 44).
Nachdem der Versicherte hiergegen am 19. Juli 2013 seine Einwendungen
hatte vorbringen lassen (act. 46), erliess die IVSTA am 16. August 2013
eine dem Vorbescheid im Ergebnis entsprechende Verfügung (act. 54 und
55); die diesbezügliche Begründung datiert vom 7. August 2013 (act. 53).
C-5206/2013
Seite 3
D.
Hiergegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter beim Bun-
desverwaltungsgericht mit Eingabe vom 2. September 2013 (Poststempel:
5. September 2013) Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung
vom 16. August 2013 sei aufzuheben und es sei ihm die Rente ab 1. Mai
2009 auszurichten resp. bis zum 31. August 2012 nachzuzahlen (act. im
Beschwerdeverfahren [im Folgenden: B-act.] 1).
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Anmeldung samt
allen erforderlichen Unterlagen sei am 25. Februar 2008 erfolgt. Mit Be-
scheid des serbischen Sozialversicherungsträgers sei dem Beschwerde-
führer eine Invalidenrente mit Wirkung ab 3. April 2009 zugesprochen wor-
den. In diesem Bescheid werde angeführt, dass dieser an die IVSTA wei-
tergeleitet werde. Das Datum der Antragsstellung in einem Staat gelte als
Antragsdatum im anderen Staat.
E.
In ihrer Vernehmlassung vom 22. Oktober 2013 beantragte die Vorinstanz
die Abweisung der Beschwerde (B-act. 3).
Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, gemäss Art. 4 der Ver-
waltungsvereinbarung betreffend die Durchführung des Abkommens zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volks-
republik Jugoslawien über Sozialversicherung vom 5. Juli 1963 (im Folgen-
den: Verwaltungsvereinbarung; SR 0.831.109.881.12) seien schweizeri-
sche AHV/IV-Rentengesuche bei der zuständigen Landesanstalt einzu-
reichen. Diese vermerke auf dem Formular YU/CH 4 das Datum des Ein-
gangs, prüfe die Richtigkeit und Gültigkeit der vom Gesuchsteller gemach-
ten Angaben und leite anschliessend das Gesuch an die SAK weiter. Der
beurteilende RAD-Arzt sei zur Überzeugung gelangt, dass der Versicherte
seit dem 7. April 2007 in sämtlichen Tätigkeiten gänzlich arbeitsunfähig sei.
Demnach sei der Versicherungsfall nach Ablauf der einjährigen Wartefrist
am 7. April 2008 entstanden. Gemäss den Akten sei der Antrag am 19.
März 2012 unterzeichnet und am 23. April 2012 der IVSTA zugestellt wor-
den. Getreu dem – in der Verwaltungsvereinbarung vorgesehenen – Pro-
zedere habe sich die IVSTA zu Recht auf das gerügte Datum vom 19. März
2012 gestützt. Die Ausrichtung der IV-Rente sei somit in Anwendung von
Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invaliden-
versicherung (IVG, SR 831.20) nach Ablauf der sechsmonatigen Frist rich-
tigerweise mit Wirkung ab dem 1. September 2012 ausgerichtet worden.
C-5206/2013
Seite 4
F.
Mit Zwischenverfügung vom 31. Oktober 2013 wurde der Beschwerdefüh-
rer unter Hinweis auf die Säumnisfolgen aufgefordert, einen Kostenvor-
schuss von Fr. 400.- in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu
leisten (B-act. 4 und 5); dieser Aufforderung wurde nachgekommen (B-act.
7).
G.
In seiner Replik vom 15. November 2013 liess der Beschwerdeführer an
seinen Rechtsbegehren festhalten und ausführen, mit Bescheid vom
10. Februar 2012 werde vom serbischen Sozialversicherungsträger die In-
validenrente aufgrund des am 25. Februar 2008 gestellten Antrags mit Wir-
kung ab 24. November 2008 anerkannt. Es werde angeführt, dass der Be-
scheid an den zuständigen Versicherungsträger in der Schweiz weiterge-
leitet worden sei (B-act. 8).
H.
In ihrer Duplik vom 7. Januar 2014 beantragte die Vorinstanz weiterhin die
Abweisung der Beschwerde und machte geltend, der Rechtsvertreter er-
bringe replicando keinen Nachweis, weshalb das von der IVSTA berück-
sichtigte Anmeldedatum im Formular YU/CH 4 vom 19. März 2012 keine
Beachtung zu finden habe (B-act. 10).
I.
Mit prozessleitender Verfügung vom 24. Januar 2014 schloss die Instrukti-
onsrichterin den Schriftenwechsel (B-act. 11).
J.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften der Parteien
ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
C-5206/2013
Seite 5
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den an-
fechtbaren Verfügungen gehören jene der IVSTA, welche eine Vorinstanz
des Bundesverwaltungsgerichts darstellt (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch
Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG). Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist
in casu nicht gegeben (Art. 32 VGG).
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).
Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen
Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmun-
gen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversiche-
rungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungs-
gesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG
auf die IV anwendbar (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das IVG nicht ausdrück-
lich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. In formellrechtlicher Hinsicht fin-
den nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln mangels an-
derslautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejenigen
Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung
Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2).
1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 22a
in Verbindung mit Art. 60 ATSG und Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG).
Als Adressat der angefochtenen Verfügung vom 16. August 2013 (act. 54
und 55) ist der Beschwerdeführer besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 48 Abs. 1
VwVG). Nachdem auch der Kostenvorschuss innert Frist geleistet worden
ist (B-act. 7), ergibt sich zusammenfassend, dass sämtliche Prozessvo-
raussetzungen erfüllt sind. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
1.4
C-5206/2013
Seite 6
1.4.1 Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechts-
pflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Ver-
fügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der Be-
schwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet.
Anfechtungs- und Streitgegenstand sind danach identisch, wenn die Ver-
waltungsverfügung insgesamt angefochten wird (BGE 131 V 164 E. 2.1;
SVR 2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1). Streitgegenstand bildet das auf Grund
der Beschwerdebegehren tatsächlich angefochtene Rechtsverhältnis. An-
fechtungs- und Streitgegenstand beziehen sich auf ein (materielles)
Rechtsverhältnis, sei es auf eines (z.B. Rentenanspruch), sei es auf meh-
rere Rechtsverhältnisse (z.B. Eingliederungs- und Rentenanspruch). Be-
zieht sich also die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung
bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstandeten – verfü-
gungsweise festgelegten – Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfech-
tungs-, aber nicht zum Streitgegenstand (BGE 125 V 413 E. 2a).
1.4.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der Vorinstanz vom 16. Au-
gust 2013 (act. 54 und 55). Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu
Recht vom 19. März 2012 als Anmeldedatum ausgegangen ist resp. ob die
IV-Rente korrekterweise erst ab dem 1. September 2012 zur Ausrichtung
gelangen kann.
1.4.3 Nicht streitig und vorliegend nicht zu prüfen ist, dass der Beschwer-
deführer seit dem 7. April 2007 in sämtlichen Tätigkeiten vollständig ar-
beitsunfähig ist, was sich mit Blick auf den schlüssigen und beweiskräftigen
Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes Rhone vom 6. Juni 2013 (act.
43; vgl. hierzu Urteile des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009
[publiziert in SVR 2009 IV Nr. 56] E. 4.3.1 mit Hinweisen und
9C_1059/2009 vom 4. August 2010 E. 1.2).) nicht beanstanden lässt. Nicht
streitig ist demnach auch, dass die einjährige gesetzliche Wartezeit am
7. April 2008 abgelaufen bzw. in diesem Zeitpunkt der Versicherungsfall
eingetreten war.
1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
1.6 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im
Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und
C-5206/2013
Seite 7
vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser
Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein
Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE
125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Im Sozialversi-
cherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines be-
stimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge-
richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE
126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
Im Folgenden sind die weiteren, im vorliegenden Verfahren im Wesentli-
chen anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen.
2.1 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger der Republik Serbien und
wohnt in seiner Heimat. Nach dem Zerfall der Föderativen Volksrepublik
Jugoslawien blieben zunächst die Bestimmungen des Abkommens zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volks-
republik Jugoslawien über Sozialversicherung vom 8. Juni 1962 (SR
0.831.109.818.1) für alle Staatsangehörigen des ehemaligen Jugoslawiens
anwendbar (im Folgenden: Abkommen; BGE 126 V 203 E. 2b, 122 V 382
E. 1, 119 V 101 E. 3). Zwischenzeitlich hat die Schweiz mit Nachfolgestaa-
ten des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Slowenien, Mazedonien),
nicht aber mit Serbien oder mit dem als Staat anerkannten Kosovo, neue
Abkommen über Soziale Sicherheit abgeschlossen. Vorliegend findet dem-
nach weiterhin das schweizerisch-jugoslawische Sozialversicherungsab-
kommen vom 8. Juni 1962 Anwendung. Nach Art. 2 dieses Abkommens
stehen die Staatsangehörigen der Vertragsstaaten in ihren Rechten und
Pflichten aus den in Art. 1 genannten Rechtsvorschriften, zu welchen die
schweizerische Bundesgesetzgebung über die AHV gehört, einander
gleich, soweit nichts anderes bestimmt ist. Bestimmungen, die hinsichtlich
der Voraussetzungen des Anspruchs auf eine schweizerische Altersrente
sowie der anwendbaren Verfahrensvorschriften von dem in Art. 2 des Ab-
kommens aufgestellten Grundsatz der Gleichstellung abweichen, finden
sich weder im Abkommen selbst noch in den seitherigen schweizerisch-
jugoslawischen Vereinbarungen.
C-5206/2013
Seite 8
2.2 Am 1. Januar 2008 sind im Rahmen der 5. IV-Revision Änderungen
des IVG und anderer Erlasse wie des ATSG in Kraft getreten. Weil in zeit-
licher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelun-
gen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der
Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tat-
bestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1, 131 V 11 E. 1), sind
die Leistungsansprüche für die Zeit ab dem 1. Januar 2008 nach den
neuen Normen zu prüfen. Diese Lösung stellt zufolge ihres allgemein gül-
tigen Bedeutungsgehalts einen für alle Rechtsverhältnisse – und somit
auch für Dauerleistungen – geltenden intertemporalrechtlichen Grundsatz
auf (BGE 130 V 445 E. 1.2.1; SVR 2010 IV Nr. 59 S. 181 E. 3.1).
Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene Vorschriften
Anwendung, die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 16. August
2013 in Kraft standen; weiter aber auch solche, die zu jenem Zeitpunkt
bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls
früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind (das IVG ab dem
1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 2007 5129; 5. IV-
Revision]; die IVV in der entsprechenden Fassung der 5. IV-Revision [AS
2003 3859 und 2007 5155]).
Mit Blick auf den Verfügungszeitpunkt (16. August 2013) und -inhalt kom-
men auch die Normen des vom Bundesrat auf den 1. Januar 2012 in Kraft
gesetzten ersten Teils der 6. IV-Revision (IV-Revision 6a) zur Anwendung
(vgl. E. 2.8 hiernach).
2.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursachte und
nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dau-
ernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit,
sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Invaliditätsbegriff
enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren
Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Einschränkung der Erwerbsfähig-
keit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 8 Rz. 7). Arbeitsunfähigkeit ist
die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen
C-5206/2013
Seite 9
Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben-
bereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei-
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.4 Der Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität beurteilt sich nach Art. 29 Abs.
1 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) bzw. Art. 28 Abs.
1 IVG (in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung). Der Rentenanspruch
entsteht frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte mindestens
zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist (Dauerinvalidität, Art. 7
ATSG) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig war (lang dauernde Krank-
heit bzw. labiler Gesundheitszustand, Art. 6 ATSG, vgl. BGE 121 V 264 E.
5 und 6).
2.5 Gemäss Art. 28 Abs. 1ter IVG (in der vom 1. Januar 2003 bis 31. De-
zember 2007 gültig gewesenen Fassung) beziehungsweise Art. 29 Abs. 4
IVG (in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung) werden Renten, die ei-
nem Invaliditätsgrad von weniger als 50% entsprechen, nur an Versicherte
ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13
ATSG) in der Schweiz haben. Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung zu Art. 28 Abs. 1ter IVG entsteht bei Versicherten im Ausland der
Rentenanspruch nach Art. 29 Abs. 1 lit. b und Art. 28 Abs. 1 IVG (jeweils in
der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) nur dann, wenn sie wäh-
rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens zu 50% arbeitsunfähig gewesen sind und der Invaliditätsgrad nach
Ablauf der Wartezeit mindestens 50% beträgt, da Art. 28 Abs. 1ter IVG nicht
eine blosse Auszahlungsvorschrift, sondern eine besondere Anspruchsvo-
raussetzung darstellt (vgl. BGE 121 V 264 E. 5 und 6). An dieser Recht-
sprechung zu Art. 28 Abs. 1ter IVG (in der vom 1. Januar 2003 bis 31. De-
zember 2007 gültig gewesenen Fassung) ist auch nach dem Inkrafttreten
der im Wesentlichen gleichen Bestimmung in Art. 29 Abs. 4 IVG (gültig ab
1. Januar 2008) festzuhalten. Vorbehalten bleibt eine abweichende staats-
vertragliche Regelung (vgl. BGE 130 V 253). Eine solche liegt vorliegend
allerdings nicht vor. Vielmehr sieht Art. 8 Bst. e des Abkommens ausdrück-
lich vor, dass ordentliche (schweizerische) Invalidenrenten für Versicherte,
C-5206/2013
Seite 10
die weniger als zur Hälfte invalid sind, jugoslawischen (bzw. heute u.a. ser-
bischen) Staatsangehörigen nur gewährt werden, solange sie ihren Wohn-
sitz in der Schweiz haben.
2.6 Meldet sich eine versicherte Person mehr als zwölf Monate nach Ent-
stehen des Anspruchs an, werden Leistungen lediglich für die zwölf der
Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet (Art. 48 Abs. 2 aIVG). Art.
29 Abs. 1 IVG (gültig ab 1. Januar 2008) sieht vor, dass der Rentenan-
spruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung
des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im
Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt, entsteht.
2.7 Wie zuvor ausgeführt (E. 2.6 hiervor), wird auf den Zeitpunkt der An-
meldung abgestellt. Massgebend ist demnach die Einreichung des Ge-
suchs beim Versicherungsträger. Wird eine Anmeldung nicht formgerecht
oder bei einer unzuständigen Stelle eingereicht, so ist für die Einhaltung
der Fristen und für die an die Anmeldung geknüpften Rechtswirkungen
trotzdem der Zeitpunkt massgebend, in dem sie der Post übergeben oder
bei der unzuständigen Stelle eingereicht wird (Art. 29 Abs. 3 ATSG; Urteil
des Bundesgerichts C 272/03 vom 9. Juli 2004 E. 2.3).
2.8 Laut Art. 20 des Abkommens gelten Gesuche, Erklärungen und
Rechtsmittel, die innerhalb einer bestimmten Frist bei einer Stelle eines der
beiden Vertragsstaaten einzureichen sind, als fristgerecht eingereicht,
wenn sie innert dieser Frist bei einer entsprechenden Stelle des anderen
Staates eingereicht werden. In diesem Fall leitet diese Stelle die Gesuche,
Erklärungen und Rechtsmittel unverzüglich an die zuständige Stelle des
ersten Staates weiter. Gemäss Art. 4 Abs. 1 der Verwaltungsvereinbarung
ist das Leistungsgesuch bei der zuständigen Landesanstalt einzureichen.
Unter Abs. 3 ist zudem ausgeführt, dass die zuständige Landesanstalt das
Datum des Eingangs auf dem Rentengesuch vermerkt.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer beanstandet, dass der Anmeldezeitpunkt für
das Rentengesuch von der Vorinstanz nicht korrekt berücksichtigt worden
sei. Er ist der Auffassung, dass das auf dem Formular YU/CH 4 auf Seite
1 rechts handschriftlich vermerkte Datum – der 25. Februar 2008 – als An-
meldedatum zu gelten hat. Die Vorinstanz erachtet den 19. März 2012 als
Datum der Anmeldung.
C-5206/2013
Seite 11
3.2
3.2.1 Mit Schreiben vom 4. Januar 2010 gelangte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers an die SAK und teilte dieser mit, er habe beim zustän-
digen Versicherungsträger in Belgrad den Rentenantrag gestellt resp.
stelle einen solchen gleichzeitig mit diesem Schreiben (act. 1). Ferner
wurde mit dieser Eingabe, welche überdies den Betreff "Zuerkennung der
Invalidenrente und Feststellung des Versicherungsverlaufs" enthält, zwei-
felsfrei der Anmeldewillen kundgetan, denn für die Vorinstanz war es unter
diesen Umständen erkennbar, dass der Beschwerdeführer Rentenleistun-
gen beanspruchte, d.h. den Willen zum Ausdruck brachte, sich darum zu
"bewerben" (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Ba-
sel/Genf 2009, Rz. 8 ff. zu Art. 29 Abs. 1 ATSG). Somit würde diese Ein-
gabe darauf schliessen lassen, dass der Beschwerdeführer das Leistungs-
begehren spätestens am 4. Januar 2010 beim serbischen Sozialversiche-
rungsträger eingereicht bzw. der IVSTA bereits im Januar 2010 mindestens
eine (nicht formgerechte) Anmeldung des Beschwerdeführers im Sinne von
Art. 29 Abs. 3 ATSG vorgelegen hatte (vgl. E. 2.7 hiervor). Die IVSTA be-
stätigte denn auch mit Schreiben vom 1. März 2010 den Eingang des oben
erwähnten Schreibens und wies darauf hin, dass das beim zuständigen
heimatlichen Versicherungsträger einzureichende, vollständig ausgefüllte
und unterschriebene Anmeldeformular durch die Verbindungsstelle innert
90 Tagen bestätigt werden sollte; widrigenfalls könne das Schreiben nicht
mehr als Antragsdatum berücksichtigt werden (act. 1 [Beilagen: act. 2 bis
4]). In der Folge gelangte der serbische Sozialversicherungsträger mit
Schreiben vom 13. April 2010 an die IVSTA und verlangte von dieser die
Beantwortung von im Zusammenhang mit der beantragen Invalidenrente
stehende Fragen (act. 6).
3.2.2 Indem sich der Beschwerdeführer auf dem von der Schweizerischen
Ausgleichskasse dem serbischen Sozialversicherungsträger zur Verfü-
gung gestellten Anmeldeformular YU/CH 4 angemeldet hatte, wurde Art. 4
Abs. 2 der Verwaltungsvereinbarung beachtet. In Anwendung von Art. 4
Abs. 3 und 4 der Verwaltungsvereinbarung wurde auf diesem Formular auf
Seite 1 rechts als Empfangsdatum der 25. Februar 2008 vermerkt (act. 15;
vgl. hierzu auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-8673/2010 vom
9. August 2012 E. 4.2.2). Dieses Datum kann jedoch entgegen den Vor-
bringen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers nicht unbesehen als
Anmeldedatum gelten; dies insbesondere unter dem Aspekt, dass der An-
trag erst beinahe vier Jahre später am 21. Januar 2012 vom serbischen
Sozialversicherungsträger, welcher die Vollständigkeit und Richtigkeit der
C-5206/2013
Seite 12
Angaben des Beschwerdeführers bestätigt hat, und nach über vier Jahren
am 19. März 2012 vom Rechtsvertreter des Versicherten unterzeichnet
worden war. An diesem Ergebnis vermag auch der vom Rechtsvertreter in
seiner Replik vom 15. November 2013 erwähnte serbische Bescheid vom
10. Februar 2012 (act. 25; B-act. 16 [Übersetzung]), mit welchem dem Be-
schwerdeführer mit Wirkung ab 24. November 2008 Geldleistungen zuge-
sprochen worden waren, nichts zu ändern, da das Datum der Anmeldung
für eine serbische Rente in Anwendung des Abkommens und Art. 4 der
Verwaltungsvereinbarung nicht eo ipso für ein Gesuch um eine Schweizer
Rente gilt. Hinzu kommt, dass in diesem Entscheid als Anmeldedatum zwar
der 25. Februar 2008 genannt wurde, dieses Datum jedoch handschriftlich
auf den 24. November 2008 korrigiert wurde. Demnach kann auch auf-
grund des Bescheids vom 10. Februar 2012 nicht mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit (vgl. hierzu bspw. BGE 126 V 353 E. 5b) vom Anmeldedatum
25. Februar 2008 ausgegangen werden. Aus den bereits genannten Grün-
den und weil es sich beim Dokument vom 19. Juli 2011 (act. 29) nicht um
eine behördliche, sondern um eine fachärztliche Stellungnahme handelt,
kann auch auf das darin erwähnte Datum der Antragsstellung (25. Februar
2008) nicht abgestellt werden.
3.3 Nach dem vorstehend Dargelegten ist aufgrund der vorliegenden Akten
nicht rechtsgenüglich erstellt, per welchen Datums der Beschwerdeführer
das Leistungsbegehren beim serbischen Sozialversicherungsträger tat-
sächlich eingereicht hat. Unter diesen Umständen hätte die Vorinstanz in
Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. E. 1.6 hiervor) beim
serbischen Sozialversicherungsträger das effektive Datum der Anmeldung
für Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung in Erfahrung
bringen müssen, zumal ihr dies durchaus möglich gewesen wäre und ver-
schiedene Hinweise auf ein früheres Anmeldedatum als das von der Vo-
rinstanz angenommene vom 19. März 2012 vorlagen (act. 15, 25 und 29;
vgl. Art. 40 der Verwaltungsvereinbarung; vgl. hierzu auch Urteile des Bun-
desverwaltungsgerichts C-6055/2010 E. 4.2.3 und C-7830/2008 E. 4.6).
Unter den gegebenen Umständen sind zusätzliche Beweismassnahmen
zwingend notwendig.
4.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend festzuhal-
ten, dass die Verfügung vom 16. August 2013 auf einem unvollständig er-
mittelten Sachverhalt beruht und somit mangelhaft ist, da die Vorinstanz
dem Untersuchungsgrundsatz (vgl. E. 1.6 hiervor) nicht nachgekommen ist
respektive den massgeblichen Anmeldezeitpunkt nicht in korrekter Weise
C-5206/2013
Seite 13
ermittelt hat; eine rechtskonforme Beurteilung des Beginns des Rentenan-
spruchs ist somit nicht möglich. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen
und die angefochtene Verfügung aufzuheben. Die Angelegenheit ist an die
Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese im Sinne der Erwägungen den
Zeitpunkt der Anmeldung beim serbischen Sozialversicherungsträger ab-
kläre und anschliessend neu über den Beginn des Rentenanspruchs ver-
füge.
5.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
5.1 Weder der unterliegenden Vorinstanz noch dem obsiegenden Be-
schwerdeführer sind Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2
VwVG). Diesem ist der von ihm geleistete Kostenvorschuss in der Höhe
von Fr. 400.- nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten.
5.2 Der obsiegende Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in
Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-
ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR
173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Verwal-
tung. Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Entschädigung auf-
grund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berück-
sichtigung des Verfahrensausgangs, des gebotenen und aktenkundigen
Aufwands, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des vor-
liegend zu beurteilenden Verfahrens ist eine Parteientschädigung von
Fr. 800.- (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer [vgl. dazu auch Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts C-6173/2009 vom 29. August 2011 mit Hin-
weis]; Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VGKE [Stundenansatz
für Anwälte/Anwältinnen mindestens Fr. 200.- und höchstens Fr. 400.- und
für nichtanwaltliche Vertreter und Vertreterinnen mindestens Fr. 100.- und
höchstens Fr. 300.-]) gerechtfertigt.
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene
Verfügung vom 16. August 2013 hinsichtlich des Rentenbeginns aufgeho-
ben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit diese
C-5206/2013
Seite 14
nach erfolgten ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen über
den Beginn des Rentenanspruchs neu verfüge.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird
der geleistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 400.- nach Eintritt der
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.
3.
Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-
digung in der Höhe von Fr. 800.- zugesprochen.
4.
Dieses Urteil geht an:
– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)
Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:
Franziska Schneider Roger Stalder
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen
gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift hat
die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42
BGG).
Versand: