B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-5338/2012
U r t e i l v o m 1 3 . D e z e m b e r 2 0 1 2
Besetzung
Richter Michael Peterli (Vorsitz),
Richter Francesco Parrino,
Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz,
Gerichtsschreiberin Sandra Tibis.
Parteien
X._______, Österreich,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Reinhard Pitschmann,
Werdenbergerweg 11, Postfach 483, 9490 Vaduz,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,
1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Gegenstand
IV (Rente).
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder
Vorinstanz) mit Verfügung vom 11. September 2012 (IV-act. 106) das
Leistungsbegehren von X._______ abgewiesen hat;
dass X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. Reinhard Pitschmann, gegen die Verfügung vom
11. September 2012 mit Eingabe vom 12. Oktober 2012 (BVGer-act. 1)
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben und die Aufhebung
des angefochtenen Entscheids sowie die Zusprache einer Rente, eventu-
aliter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz, beantragt hat;
dass der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde diverse neue medizi-
nische Berichte aus dem Zeitraum Mai bis August 2012 eingereicht hat;
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit
Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Inva-
lidenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden
gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist;
dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und vor-
liegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt;
dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes
vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist;
dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht wurde
(Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968
über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und somit auf die
Beschwerde einzutreten ist;
dass die IVSTA mit Vernehmlassung vom 29. November 2012 unter Hin-
weis auf die Stellungnahmen der IV-Stelle St. Gallen vom 26. November
2012 und des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 21. November
2012 beantragt hat, die Beschwerde sei dahingehend gutzuheissen, dass
die Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren psychiatri-
schen Abklärung an die IVSTA zurückzuweisen sei;
dass Dr. med. A._______ des RAD in seiner Stellungnahme vom
21. November 2012 gestützt auf die neu eingereichten Arztberichte aus-
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führte, seit Juni 2012 habe der Beschwerdeführer eine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erlitten
und vorübergehend sei die Arbeitsfähigkeit in jeglichen Tätigkeiten auf 0%
gesunken;
dass der beurteilende Arzt ferner festhielt, es sei schwierig zu beurteilen,
ob diese Beeinträchtigung von Dauer sei, weshalb ausführliche ärztliche
Berichte erforderlich seien, die den aktuellen Zustand des Beschwerde-
führers mit eindeutig objektivierbaren Befunden dokumentieren und sich
zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und in angepassten Tätig-
keiten äussern;
dass sich aus den Akten ergibt, dass der Sachverhalt durch die IVSTA –
in Übereinstimmung mit den Ausführungen von Dr. med. A._______ – nur
ungenügend abgeklärt worden ist, da die neueren ärztlichen Berichte,
welche gesundheitliche Veränderungen dokumentieren, nicht in die Wür-
digung mit einbezogen worden sind;
dass daher zur Klärung des Sachverhalts sowohl eine polydisziplinäre
Begutachtung in den Gebieten Kardiologie/Innere Medizin, Nephrologie,
Diabetologie, Ophtalmologie und Neurologie als auch ein hausärztlicher
Bericht einzuholen sind;
dass Art. 49 lit. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt;
dass die Beschwerde daher in dem Sinn gutzuheissen ist, dass die ange-
fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache gestützt auf Art. 61 Abs. 1
VwVG zur Neubeurteilung an die IVSTA zurückzuweisen ist, verbunden
mit der Anweisung, den Sachverhalt mittels Durchführung von polydis-
ziplinären Abklärungen und Einholen eines hausärztlichen Berichts zu er-
gänzen und anschliessend in der Sache neu zu verfügen;
dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde füh-
renden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6);
dass bei diesem Verfahrensausgang keine Verfahrenskosten zu erheben
sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG);
dass dem obsiegenden Beschwerdeführer, welcher anwaltlich vertreten
war, zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung zuzusprechen ist
(Art. 64 Abs. 1 VwVG);
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dass die Parteientschädigung unter Berücksichtigung des aktenkundigen
und gebotenen Aufwands auf Fr. 800.-- festzusetzen ist (Art. 7 ff. des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene
Verfügung vom 11. September 2012 aufgehoben und die Sache zur er-
gänzenden polydisziplinären Abklärung, zur Einholung eines hausärztli-
chen Berichts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen
wird.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 800.-- zugesprochen.
4.
Dieses Urteil geht an:
– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein; Beilage:
Doppel der Vernehmlassung inkl. Beilagen)
– die Vorinstanz (Ref-Nr. …)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Michael Peterli Sandra Tibis
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen
gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42
BGG).
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