Abtei lung II I
C-5510/2009/mes
{T 0/2}
U r t e i l v o m 2 0 . A p r i l 2 0 1 0
Richter Stefan Mesmer (Vorsitz),
Richter Francesco Parrino, Richterin Madeleine Hirsig,
Gerichtsschreiberin Ingrid Künzli.
B._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Daniel Richter,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,
1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Invalidenversicherung, Verfügung vom 17. Juni 2009.
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
C-5510/2009
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass der Beschwerdeführer am 1. September 2009 die Verfügung der
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV), IV-Stelle für Versicherte
im Ausland (IVSTA), vom 17. Juni 2009, mit welcher sein Leis-
tungsbegehren abgewiesen worden ist, beim Bundesverwaltungs-
gericht angefochten hat,
dass im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht das neue, am
1. Januar 2007 in Kraft getretene Verfahrensrecht anwendbar ist (vgl.
Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2006 über das
Bundesverwaltungsgericht [VGG], SR 173.32),
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Bundes-
gesetzes vom 17. Juni 2006 über das Bundesverwaltungsgericht
(VGG, SR 173.32) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Ver-
fügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist, sofern
keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,
dass die IVSTA als Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG zu gelten
hat, und vorliegend keine Ausnahme von der Zuständigkeit aus-
zumachen ist (vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom
19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG], SR 831.20), so
dass das Gericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde
zuständig ist,
dass die übrigen Eintretensvoraussetzungen ohne Zweifel erfüllt sind,
so dass auf die Beschwerde eingetreten werden kann,
dass die Vorinstanz am 9. April 2010 ihre Vernehmlassung vorgelegt
hat und beantragt, die Beschwerde sei gutzuheissen, die angefoch-
tene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei im Sinne der Stel-
lungnahme ihres ärztlichen Dienstes vom 3. April 2010 an die Ver-
waltung zurückzuweisen,
dass der ärztliche Dienst (Dr. med. M._______) in seiner
Stellungnahme festhält, aus medizinischer Sicht sei eine psychia-
trische und kardiologische Begutachtung des Beschwerdeführers in
der Schweiz angezeigt, wobei den Gutachtern konkrete Fragen,
insbesondere zur Arbeitsfähigkeit, zu stellen seien (act. 57),
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dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift eventualiter
ebenfalls beantragt, es seien zusätzliche medizinische (und berufliche)
Abklärungen vorzunehmen,
dass damit nach übereinstimmender Auffassung der Parteien, welcher
sich das Bundesverwaltungsgericht anschliessen kann, feststeht, dass
die angefochtene Verfügung vom 17. Juni 2009 auf einer mangelhaft
ermittelten tatbeständlichen Grundlage beruht,
dass Art. 49 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) die unvollständige
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ausdrücklich als
Beschwerdegrund nennt,
dass die Beschwerde demnach gutzuheissen und die Sache zur Neu-
beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1
VwVG) mit der Anweisung, die erforderlichen zusätzlichen fachärzt-
lichen (psychiatrischen und kardiologischen) Begutachtungen in der
Schweiz durchführen zu lassen und neu in der Sache zu verfügen,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu
erheben sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG),
dass dem obsiegenden Beschwerdeführer eine von der Vorinstanz zu
entrichtende Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 und
2 VwVG),
dass die Parteientschädigung gemäss Art. 14 Abs. 2 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem
Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) aufgrund der Akten
zu bestimmen ist,
dass im vorliegenden Verfahren das zu entschädigende Anwalts-
honorar einschliesslich Auslagen daher pauschal auf Fr. 2'000.- fest-
zusetzen ist (Art. 64 VwVG in Verbindung mit Art. 9 und Art. 10 VGKE),
dass die Mehrwertsteuer für im Ausland wohnende Personen, welche
die Dienste eines in der Schweiz ansässigen Rechtsvertreters in An-
spruch nehmen, nicht geschuldet und damit auch nicht zu ent-
schädigen ist (Art. 5 lit. b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 3 lit. c
MWSTG; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 30/03 vom 22. Mai 2003).
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die ange-
fochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zur Vornahme der
erforderlichen weiteren psychiatrischen und kardiologischen Abklä-
rungen in der Schweiz an die Vorinstanz zurückgewiesen wird.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Dem Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 2'000.- zugesprochen, die von der
Vorinstanz zu leisten ist.
4.
Ein Doppel der Vernehmlassung vom 9. April 2010 samt Beilage
(Bericht von Dr. med. M._______) geht zur Kenntnisnahme an den Be-
schwerdeführer.
5.
Dieses Urteil geht an:
- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilagen: Doppel der Ver-
nehmlassung vom 9. April 2010 samt Beilage [Bericht von Dr. med.
M._______, act. 57])
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Stefan Mesmer Ingrid Künzli
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim
Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff.
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der
angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die
beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42
BGG).
Versand:
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