Abtei lung II I
C-5634/2008/
{T 0/2}
U r t e i l v o m 7 . N o v e m b e r 2 0 0 8
Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Alberto Meuli,
Richter Stefan Mesmer,
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.
G._______,
vertreten durch
UNIA Nordwestschweiz Regionalsekretariat,
Herr Emilio Crignola, Rebgasse 1, 4005 Basel,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,
1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Invalidenrente; Verfügung der IVSTA vom 7. August 2008.
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
C-5634/2008
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass der am 16. Februar 1946 geborene Beschwerdeführer deutscher
Nationalität mit Gesuch vom 4. März 2003 (act. 1) an die IV-Stelle
X._______ Leistungen der Invalidenversicherung beantragt hat,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder
Vorinstanz) nach Überweisung der Sache durch die IV-Stelle
X._______ dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. März 2005
eine befristete halbe IV-Rente vom 1. August 2003 bis 30. September
2003 zusprach (act. 27) und diese Verfügung in Rechtskraft erwachsen
ist (act. 38),
dass der Beschwerdeführer am 2. März 2007 der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) mitteilte, sein Gesundheitszustand
habe sich verschlechtert, und dieses Schreiben am 23. März 2007 an
die IV-Stelle X._______weitergeleitet wurde (act. 45),
dass der Beschwerdeführer am 12. April 2007 bei der IV-Stelle
X._______ ein neues Leistungsgesuch einreichte (act. 49),
dass die Vorinstanz nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren durch
die IV-Stelle X._______ mit Verfügung vom 7. August 2008 dem
Beschwerdeführer eine Viertelsrente ab 1. Dezember 2007 zusprach
(act. 76),
dass der Beschwerdeführer, vertreten durch die Gewerkschaft UNIA,
am 4. September 2008 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde
gegen diese Verfügung erhoben hat mit den Anträgen, die Verfügung
vom 7. August 2008 sei aufzuheben und eine Viertelsrente ab März
2006 zuzusprechen, unter gleichzeitiger Zusprechung einer angemes-
senen Parteientschädigung,
dass die Vorinstanz im Rahmen ihrer Vernehmlassung vom 3. Novem-
ber 2008 gestützt auf die Stellungnahme der IV-Stelle X._______ vom
21. Oktober 2008 zum Schluss kam, die attestierten gesundheitlichen
Einschränkungen bestünden im Wesentlichen seit dem Arbeitsunfall
vom 6. August 2002 (act. 59, S. 14), diese Einschätzung werde auch
vom regionalen ärztlichen Dienst Y._______ geteilt (vgl. Verlaufs-
protokoll vom 16. April 2008), und ausserdem sei die erneute
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Anmeldung zum IV-Leistungsbezug erstmals bei der SUVA Z._______
am 6. März 2007 eingegangen (act. 45),
dass dem Beschwerdeführer deshalb bereits ab 1. März 2006 eine
Viertelsrente zuzusprechen sei und demgemäss die Gutheissung der
Beschwerde und Rückweisung der Sache im Sinne der erwähnten
Stellungnahme an die Verwaltung beantragt werde,
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Bundesgeset-
zes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (Verwal-
tungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d
VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959
über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) für die Behandlung
der vorliegenden Beschwerde zuständig ist,
dass der Beschwerdeführer im Sinn von Art. 59 des Bundesgesetzes
vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist, und der Be-
schwerdeführer die Gewerkschaft UNIA mit Vollmacht vom 4. Septem-
ber 2008 rechtsgültig zur Vertretung bevollmächtigt hat,
dass die am 4. September 2008 der Post übergebene Beschwerde
fristgerecht und im Übrigen auch formgerecht eingereicht worden ist,
so dass darauf einzutreten ist,
dass gemäss Art. 49 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) die unrichti-
ge oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts gerügt werden kann,
dass, wenn eine Anmeldung bei einer unzuständigen Stelle eingereicht
wird, gemäss Art. 29 Abs. 3 ATSG für die an die Anmeldung geknüpf-
ten Rechtswirkungen trotzdem der Zeitpunkt massgebend ist, an dem
sie bei der unzuständigen Stelle eingereicht wurde,
dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung in Übereinstimmung mit
der IV-Stelle X._______ als Zeitpunkt der erneuten Anmeldung den
Monat März 2007 – Einreichung der Anmeldung bei der SUVA am
2. März 2007 – erkannte, weshalb dem Beschwerdeführer die Viertels-
rente bereits ab 1. März 2006 zuzusprechen sei,
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dass mit dem Antrag der Vorinstanz auf Zusprechung einer Invaliden-
rente ab 1. März 2006 den Rechtsbegehren des Beschwerdeführers
vollumfänglich entsprochen wird,
dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der Akten keine Veran-
lassung hat, die Notwendigkeit weiterer sachverhaltlicher Abklärungen
im Sinn der vorinstanzlichen Stellungnahme der IV-Stelle X._______
vom 21. Oktober 2008 anzunehmen,
dass demnach gemäss dem vorliegend anzuwendenden Art. 48 Abs. 2
Satz 1 IVG [in der bis Ende 2007 geltenden Fassung] der 1. März 2006
der frühestmögliche Zeitpunkt für die Rentengewährung ist,
dass daher gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG die Vorinstanz angewie-
sen wird, dem Beschwerdeführer bereits ab dem 1. März 2006 eine
Viertelsrente zuzusprechen,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 63 Abs. 2 VwVG
keine Verfahrenskosten zu erheben sind,
dass dem gewerkschaftlich vertretenen Beschwerdeführer gemäss
Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE,
SR 173.320.2) eine Parteientschädigung zuzusprechen ist,
dass die Rechtsvertreterin keine Kostennote eingereicht hat und in
diesem Fall die Parteientschädigung aufgrund der Akten festzusetzen
ist (Art. 14 Abs. 2 zweiter Satz VGKE),
dass die Parteientschädigung für Beschwerdeverfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht die Kosten der Vertretung sowie allfällige weite-
re notwendige Auslagen der Partei umfasst, die Parteientschädigung
nach dem notwendigen Zeitaufwand des Vertreters oder der Vertreterin
zu bemessen ist und der Stundenansatz für nichtanwaltliche Vertre-
tung mindestens 100 und höchstens 300 Franken (exkl. Mehrwertsteu-
er) beträgt (Art. 64 VwVG in Verbindung mit Art. 7, Art. 9 und Art. 10
VGKE),
dass vorliegend der notwendige Zeitaufwand der Rechtsvertreterin in
Berücksichtigung des Umfangs der Beschwerdeschrift und der Tatsa-
che, dass die Vorinstanz bereits in ihrer Vernehmlassung die Gutheis-
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sung der Beschwerde und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz
beantragt hat, beschränkt erscheint,
dass gemäss Art. 5 Bst. b des Bundesgesetzes vom 2. September
1999 über die Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuergesetz, MWSTG,
SR 641.20) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 3 Bst. c MWSTG für Leistun-
gen von Anwälten, die im Ausland erbracht werden, keine Mehrwert-
steuer geschuldet ist und diese demzufolge nicht entschädigt wird
(Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE),
dass aufgrund des Gesagten die Parteientschädigung im vorliegenden
Fall pauschal auf Fr. 600.-- festzusetzen und diese von der Vorinstanz
zu leisten ist,
dass die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 3. November 2008 inklu-
sive der Stellungnahme der IV-Stelle X._______ vom 21. Oktober 2008
dem Beschwerdeführer mit dem vorliegenden Urteil zur Kenntnis zu
bringen ist (Art. 30 Abs. 2 Bst. c VwVG).
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung in
dem Sinne geändert, als dem Beschwerdeführer bereits ab dem
1. März 2006 eine Viertelsrente zugesprochen wird.
2.
Die Akten gehen an die Vorinstanz zurück zur Berechnung des Nach-
zahlungsbetrages.
3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
4.
Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung
von Fr. 600.-- zu bezahlen.
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5.
Dieses Urteil geht an:
- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Vernehmlassung
vom 3. November 2008 inkl. Stellungnahme der IV-Stelle X._______
vom 21. Oktober 2008)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen
Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Beat Weber Susanne Flückiger
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim
Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff.
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der
angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die
beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42
BGG).
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