Abtei lung II I
C-5678/2007
{T 0/2}
U r t e i l v o m 5 . N o v e m b e r 2 0 0 7
Richter Andreas Trommer (Vorsitz),
Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident),
Richter Blaise Vuille,
Gerichtsschreiber Julius Longauer.
A._______,
vertreten durch Frau Ursula Singenberger,
Beschwerdeführer,
gegen
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6,
3003 Bern,
Vorinstanz.
Ausdehnung einer kantonalen Wegweisung.
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
C-5678/2007
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt:
dass der Beschwerdeführer ein 1976 geborener Staatsangehöriger
von Gambia im Dezember 2000 in die Schweiz gelangte und zwei
aufeinander folgende kurze Ehen mit Schweizer Bürgerinnen einging,
dass er zum Verbleib bei der (jeweiligen) Ehefrau im Kanton Solothurn
eine Aufenthaltsbewilligung erhielt, die letztmals mit Wirkung bis
31. März 2006 verlängert wurde,
dass die kantonale Migrationsbehörde dem Beschwerdeführer am
24. November 2006 eine weitere Verlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung verweigerte und ihn aus dem Kanton wegwies,
dass das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn eine dagegen er-
hobene Beschwerde mit Urteil vom 14. März 2007 abwies,
dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 23. Juli 2007 die kantonale
Wegweisung auf das ganze Gebiet der Schweiz und das Fürstentum
Liechtenstein ausdehnte,
dass sie bei gleicher Gelegenheit einer allfälligen Beschwerde vor-
sorglich die aufschiebende Wirkung entzog,
dass der Beschwerdeführer gegen die vorgenannte Verfügung am
23. August 2007 ein Rechtsmittel beim Bundesverwaltungsgericht ein-
reichte und um Erteilung der vorläufigen Aufnahme ersuchte,
dass er ferner um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und
Sistierung der Beschwerde bis zum Abschluss eines im Kanton Solo-
thurn angestrengten Verfahrens um Erteilung einer humanitären Auf-
enthaltsbewilligung ersuchte,
dass das Bundesverwaltungsgericht den Verfahrensanträgen des Be-
schwerdeführers mit Zwischenverfügung vom 30. August 2007 nicht
stattgab,
dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 10. Oktober 2007 die
Abweisung der Beschwerde beantragte,
dass auf den weiteren Akteninhalt, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen wird,
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dass Verfügungen des BFM über die Ausdehnung einer kantonalen
Wegweisung mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ange-
fochten werden können (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom
26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
[ANAG, SR 142.20]),
dass sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem
Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren
(VwVG, SR 172.021) richtet, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz
vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) keine abweichenden Bestim-
mungen enthält (Art. 37 VGG),
dass der Beschwerdeführer als materieller Verfügungsadressat legiti-
miert und auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
einzutreten ist (Art. 20 ANAG und 48 ff. VwVG),
dass die kantonale Behörde ihren negativen Bewilligungsentscheid mit
einer Wegweisung aus dem Kanton verbindet (Art. 12 Abs. 3 ANAG),
dass das BFM diese Wegweisung in der Regel auf das ganze Gebiet
der Schweiz ausdehnt (Art. 12 Abs. 3 ANAG, Art. 17 Abs. 2 der Vollzie-
hungsverordnung vom 1. März 1949 zum Bundesgesetz über Aufent-
halt und Niederlassung der Ausländer [ANAV, SR 142.201]),
dass von der Regelfolge der Ausdehnung abgewichen wird, wenn dem
Betroffenen aus besonderen Gründen Gelegenheit gegeben werden
soll, sich um eine Bewilligung in einem Drittkanton zu bemühen (Art.
17 Abs. 2 ANAV),
dass dies ein hängiges Bewilligungsverfahren in einem Drittkanton und
dessen Einverständnis mit dem Aufenthalt des Ausländers während
des Bewilligungsverfahrens voraussetzt,
dass der Verzicht auf die Ausdehnung gegenüber dem wegweisenden
Kanton keine aufenthaltssichernden Wirkungen entfaltet (vgl. zum
Ganzen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-2776/2007 vom
1. Oktober 2007 E. 3.2 und 3.3),
dass der Ausdehnungsverfügung deshalb nicht entgegengehalten wer-
den kann, der betroffene Ausländer habe im wegweisenden Kanton ein
Folgeverfahren auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung eingeleitet,
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dass der Beschwerdeführer seinen Aufenthaltstitel im Kanton Solo-
thurn verloren hat und die oben dargestellten Voraussetzungen für ein
Abweichen von der Regelfolge der Ausdehnung nicht erfüllt sind,
dass die Ausdehnung der kantonalen Wegweisung auf das ganze Ge-
biet der Schweiz somit zu bestätigen ist,
dass zu prüfen bleibt, ob Hinderungsgründe für den Vollzug der Weg-
weisung bestehen (Art. 14a Abs. 2 bis 4 ANAG) und die Vorinstanz
deshalb gestützt auf Art. 14a Abs. 1 ANAG die vorläufige Aufnahme
hätte verfügen müssen,
dass sich der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auf seinen
langen Aufenthalt in Europa, den Tod seiner Eltern und das Fehlen ei-
nes sozialen Beziehungsnetzes in Gambia beruft,
dass der 37-jährige alleinstehende Beschwerdeführer mit diesen Aus-
führungen nichts vorbringt, was als existentielle Gefahr zu werten wäre
und deshalb als Vollzugshindernis im Sinne von Art. 14a ANAG aner-
kannt werden könnte (vgl. dazu EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1),
dass sich die angefochtene Verfügung somit als rechtmässig erweist
(Art. 49 VwVG) und die Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten des
Beschwerdeführers abzuweisen ist (Art. 63 Abs. 1 VwVG),
dass die Kosten des Verfahrens auf Fr. 700.-- festzusetzen sind (Art. 1,
Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[SR 173.320.2]),
dass das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts endgültig ist (Art. 83
Bst. c Ziff. 4 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [SR
173.110]).
Dispositiv S. 5
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer
auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von
Fr. 700.- verrechnet.
3.
Dieses Urteil geht an:
- den Beschwerdeführer
- die Vorinstanz
Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:
Antonio Imoberdorf Julius Longauer
Versand:
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