B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-5761/2012
U r t e i l v o m 1 4 . J u n i 2 0 1 3
Besetzung
Richter Daniel Stufetti (Vorsitz),
Richter Vito Valenti,
Richter Francesco Parrino,
Gerichtsschreiberin Patrizia Levante.
Parteien
A._______,
Zustelladresse: B._______, z.H. A._______,
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Ausgleichskasse SAK,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Gegenstand
Witwenrente, Einspracheentscheid der SAK
vom 24. September 2012.
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass sich die am (…) 1944 geborene kosovarische Staatsbürgerin
A._______ am 8. Oktober 2010 bei der Schweizerischen Ausgleichskas-
se (nachfolgend: SAK oder Vorinstanz) für eine Hinterlassenenrente der
schweizerischen Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ange-
meldet hat, nachdem ihr Ehemann C._______ am 27. August 2010 ver-
storben war (SAK-act. 2),
dass die SAK diesen Antrag mit Verfügung vom 6. August 2012 (SAK-
act. 27) abgewiesen hat mit der Begründung, dass A._______ keinen
Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz habe und das Ab-
kommen vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversi-
cherung (SR 0.831.109.818.1; nachfolgend: Sozialversicherungsabkom-
men) im Verhältnis zu Kosovo seit dem 1. April 2010 nicht mehr anwend-
bar sei, und die SAK gleichzeitig festgestellt hat, dass mit Wirkung ab
1. September 2010 eine monatliche ordentliche Witwenrente von Fr. 377.-
bestünde,
dass A._______ gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 21. August
2012 Einsprache bei der SAK erhoben und die Gewährung einer Witwen-
rente gemäss dem Sozialversicherungsabkommen beantragt hat (SAK-
act. 30),
dass die SAK mit Einspracheentscheid vom 24. September 2012 die Ein-
sprache von A._______ abgewiesen hat, da sie als kosovarische Staats-
angehörige eine Staatsangehörige eines Nichtvertragsstaates sei (SAK-
act. 40/15 ff.),
dass A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) gegen diesen Ein-
spracheentscheid mit Eingabe vom 4. Oktober 2012 Beschwerde beim
Bundesverwaltungsgericht erhoben und um Gewährung einer Witwenren-
te ersucht hat (act. 1),
dass die SAK mit Vernehmlassung vom 10. April 2013 die Abweisung der
Beschwerde sowie die Bestätigung des angefochtenen Einspracheent-
scheides vom 24. September 2012 beantragt hat (act. 8),
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungsge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit
Art. 85bis Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) zur Beurtei-
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lung von Beschwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss
Art. 33 VGG zuständig ist,
dass die SAK eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und vorlie-
gend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG besteht,
dass die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes
vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,
dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 ATSG
und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) eingereicht wurde, weshalb dar-
auf einzutreten ist,
dass sich im vorliegenden Verfahren die Frage stellt, ob das Sozialversi-
cherungsabkommen sowie die Verwaltungsvereinbarung vom 5. Juli 1963
betreffend die Durchführung dieses Abkommens (SR 0.831.109. 818.12)
auf Bürger des Kosovo weiterhin anwendbar sind,
dass sich das Bundesverwaltungsgericht zu dieser Frage mit Grundsatz-
urteil C-4828/2010 vom 7. März 2011 geäussert und die Weiteranwen-
dung des Sozialversicherungsabkommens bejaht hat,
dass das Bundesgericht mit Urteil 9C_329/2011 vom 27. September 2011
auf die Beschwerde gegen den genannten Entscheid C-4828/2010 des
Bundesverwaltungsgerichts nicht eingetreten ist und dieser Entscheid
damit in Rechtskraft erwachsen ist,
dass das Sozialversicherungsabkommen demnach auch im vorliegenden
Fall weiterhin anwendbar ist,
dass die Vorinstanz das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin daher
zu Unrecht mangels gültigem Sozialversicherungsabkommen mit dem
Kosovo abgewiesen hat,
dass die von der Vorinstanz vorgenommene Berechnung der Witwenren-
te von der Beschwerdeführerin nicht bestritten wird,
dass sich aufgrund der Akten auch keine Anhaltspunkte dafür ergeben,
dass die Witwenrente im vorliegenden Fall nicht richtig berechnet worden
wäre,
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dass der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Witwenrente am ers-
ten Tag des dem Tod des Ehemannes folgenden Monats entsteht (Art. 23
Abs. 3 AHVG),
dass die Beschwerde somit gutzuheissen, der angefochtene Einsprache-
entscheid vom 24. September 2012 aufzuheben und der Beschwerdefüh-
rerin ab dem 1. September 2010 eine monatliche ordentliche Witwenrente
in der Höhe von Fr. 337.- zuzusprechen ist,
dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 85bis Abs. 2 AHVG),
dass der bei diesem Verfahrensausgang obsiegenden, nicht anwaltlich
vertretenen Beschwerdeführerin gemäss der Aktenlage keine notwendi-
gen, verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, weshalb ihr keine
Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbin-
dung mit Art. 7 Abs. 1 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]),
dass die unterliegende SAK keinen Anspruch auf Parteientschädigung
hat (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario),
dass der Beschwerdeführerin die Vernehmlassung der Vorinstanz vom
10. April 2013 mit dem vorliegenden Urteil zur Kenntnisnahme zuzustel-
len ist.
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der angefochtene Einspracheent-
scheid der Vorinstanz vom 24. September 2012 wird aufgehoben und der
Beschwerdeführerin wird ab dem 1. September 2010 eine monatliche or-
dentliche Witwenrente in der Höhe von Fr. 337.- zugesprochen.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
4.
Dieses Urteil geht an:
– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Doppel der
Vernehmlassung der Vorinstanz vom 10. April 2013)
– die Vorinstanz (Ref-Nr. _______)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen
Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Daniel Stufetti Patrizia Levante
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die
Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-
weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid
und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen
hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
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