B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-5774/2010
U r t e i l v o m 1 6 . M ä r z 2 0 1 2
Besetzung
Richterin Franziska Schneider (Vorsitz),
Richter Beat Weber, Richter Vito Valenti,
Gerichtsschreiberin Sabine Uhlmann.
Parteien
X._______,
vertreten durch Ernest Osmani, memos Osmani,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.
Gegenstand
Rentengesuch.
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: Vorinstanz)
das Leistungsbegehren von X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer,
act. 6), kosovarischer Staatsangehöriger, mit Verfügung vom 14. März
2008 abgewiesen hat (act. 55),
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil C-2429/2008 vom
24. September 2008 die dagegen erhobene Beschwerde gutgeheissen,
die Verfügung aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung an die
Vorinstanz zurückgewiesen hat (act. 59),
dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 21. Juli 2010 das Leistungsbe-
gehren erneut abgewiesen hat mit der Begründung, zwischen der
Schweiz und dem Kosovo bestehe seit dem 1. April 2010 keine zwi-
schenstaatliche Vereinbarung mehr, und bis zum 31. März 2010 sei keine
Verfügung in der Sache ergangen (act. 104),
dass der Beschwerdeführer, vertreten durch Ernest Osmani, gegen diese
Verfügung mit Eingabe vom 14. August 2010 (gleichentags der Post
übergeben) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht und
die Aufhebung der Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vor-
instanz zur weiteren Abklärung beantragt hat,
dass der Beschwerdeführer ausserdem sinngemäss geltend gemacht hat,
vor dem 31. März 2010 eingereichte Leistungsgesuche seien in Anwen-
dung des Sozialversicherungsabkommens weiterhin zu behandeln
(BVGer act. 1),
dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 22. November 2010 die
Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen Ver-
fügung beantragt hat (BVGer act. 5),
dass die Instruktionsrichterin mit Verfügung vom 1. Dezember 2010 die
Vernehmlassung der Vorinstanz und die Vernehmlassung vom
8. September 2010 des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) in
der Sache C-4828/2010 zur Kenntnisnahme an den Beschwerdeführer
zugestellt und gleichzeitig den Schriftenwechsel abgeschlossen hat
(BVGer act. 6),
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die In-
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validenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden
gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist,
dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG ist und keine
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,
dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes
vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,
dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht
(Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]; vgl. auch 60
ATSG) worden ist, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist,
dass sich im vorliegenden Verfahren die Frage stellt, ob das Abkommen
vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und
der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung
(SR 0.831.109.818.1; nachfolgend: Sozialversicherungsabkommen) so-
wie die Verwaltungsvereinbarung vom 5. Juli 1963 betreffend die Durch-
führung dieses Abkommens (SR 0.831.109. 818.12) auf Bürger von Ko-
sovo weiterhin anwendbar sind,
dass sich das Bundesverwaltungsgericht zu dieser Frage mit Grundsatz-
urteil C-4828/2010 vom 7. März 2011 geäussert und die Weiteranwen-
dung des Sozialversicherungsabkommens bejaht hat,
dass das Urteil vom 7. März 2011 in der Folge beim Bundesgericht ange-
fochten worden ist,
dass das Bundesgericht mit Urteil 9C_329/2011 vom 27. September 2011
auf die Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesverwaltungs-
gerichts C-4828/2010 nicht eingetreten ist,
dass das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-4828/2010 vom
7. März 2011 somit am 27. September 2011 in Rechtskraft erwachsen ist,
dass das Sozialversicherungsabkommen demnach auch im vorliegenden
Fall weiterhin anwendbar ist,
dass die Vorinstanz das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers da-
her zu Unrecht mangels gültigem Sozialversicherungsabkommen mit dem
Kosovo abgewiesen hat,
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dass die Beschwerde somit gutzuheissen, die angefochtene Verfügung
vom 21. Juli 2010 aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurück-
zuweisen ist, damit sie die Prüfung des Leistungsbegehrens im Sinn des
Urteils des Bundesverwaltungsgerichts C-2429/2008 vom 24. September
2008 fortsetze und anschliessend in Anwendung des noch in Kraft ste-
henden Sozialversicherungsabkommens in der Sache neu verfüge,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu er-
heben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG),
dass dem (nicht anwaltlich) vertretenen Beschwerdeführer gemäss
Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine von der Vorinstanz zu
entrichtende Parteientschädigung zuzusprechen ist, die unter Berücksich-
tigung des aktenkundigen Aufwands auf Fr. 500.- festgesetzt wird.
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung vom
21. Juli 2010 wird aufgehoben, und die Sache wird an die Vorinstanz zu-
rückgewiesen, damit sie die Prüfung des Leistungsbegehrens fortsetzt
und anschliessend unter Anwendung des noch in Kraft stehenden Sozial-
versicherungsabkommens in der Sache neu verfügt.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 500.- zu-
lasten der Vorinstanz zugesprochen.
4.
Dieses Urteil geht an:
– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Einschreiben)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)
Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:
Franziska Schneider Sabine Uhlmann
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen
gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42
BGG).
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