Abtei lung II I
C-5830/2007
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U r t e i l v o m 6 . A u g u s t 2 0 0 8
Richterin Franziska Schneider (Vorsitz),
Richter Alberto Meuli, Richter Stefan Mesmer,
Gerichtsschreiberin Susanne Genner.
M._______,
vertreten durch Rechtsanwältin
Dr. Caroline Walser Kessel,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.
Invalidenrente (Verfügung vom 9. Juli 2007).
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
C-5830/2007
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass der am (...) 1966 geborene Beschwerdeführer portugiesischer
Nationalität mit Gesuch vom 12. September 2002 (act. 2), eingegan-
gen gemäss Eingangsstempel bei der Eidgenössischen Invalidenversi-
cherung am 29. August 2002, berufliche Massnahmen sowie eine Inva-
lidenrente beantragt hat,
dass die IV-Stelle des Kantons Zürich mit Verfügung vom 28. März
2003 (act. 24) den Grad der Invalidität des Beschwerdeführers auf
100% festgesetzt und diesem mit Wirkung ab 1. November 2001 eine
ganze Invalidenrente zugesprochen hat,
dass der Beschwerdeführer die Schweiz am 31. Oktober 2004 definitiv
verlassen und Wohnsitz in Portugal genommen hat (vgl. act. 25),
dass die Akten am 20. Oktober 2004 zuständigkeitshalber an die IV-
Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: Vorinstanz) überwiesen
worden sind (vgl. act. 29),
dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 15. De-
zember 2005 (act. 36) die Durchführung einer Rentenrevision ange-
zeigt hat,
dass die Vorinstanz im Rahmen einer Revision von Amtes wegen mit
Verfügung vom 9. Juli 2007 (act. 74), gestützt auf die Beurteilungen
der Dres. R._______ vom 13. Dezember 2006 (act. 64) und
G._______, Psychiater, vom 14. Februar 2007 (act. 67), beide vom
ärztlichen Dienst der Vorinstanz, sowie gestützt auf den Einkommens-
vergleich vom 16. März 2007 (act. 68), die bisher ausgerichtete ganze
Rente des Beschwerdeführers mit Wirkung ab 1. September 2007
durch eine Dreiviertelsrente ersetzt hat,
dass der Beschwerdeführer die Verfügung vom 9. Juli 2007 mit unda-
tierter Eingabe, der Post übergeben am 9. August 2007, eingegangen
bei der Vorinstanz am 13. August 2007, angefochten hat und sinnge-
mäss den Antrag gestellt hat, die Verfügung vom 9. Juli 2007 sei auf-
zuheben und es sei ihm weiterhin eine ganze Invalidenrente auszu-
richten,
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dass die Vorinstanz die Beschwerdeschrift mit Begleitbrief vom 30. Au-
gust 2007 zuständigkeitshalber dem Bundesverwaltungsgericht über-
mittelt hat,
dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 23. November 2007 hat
mitteilen lassen, Frau Rechtsanwältin Dr. Caroline Walser Kessel habe
seine Vertretung übernommen,
dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 21. Dezember 2007 die
Abweisung der Beschwerde beantragt hat mit der Begründung, Dr.
G._______ vom ärztlichen Dienst habe mit Bericht vom 13. Dezember
2007 (act. 76) seine Stellungnahme vom 14. Februar 2007 (act. 67) be-
stätigt, wonach der Beschwerdeführer seit dem 27. Februar 2006 in
leichteren Verweisungstätigkeiten zu 50% arbeitsfähig sei,
dass der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 8. Januar 2008 aufge-
fordert worden ist, bis zum 15. Februar 2008 einen Kostenvorschuss
von Fr. 400.- zu bezahlen,
dass der Beschwerdeführer innert bis zum 20. Februar 2008 erstreck-
ter Frist insgesamt Fr. 408.- zu Gunsten der Gerichtskasse überwiesen
hat,
dass der Beschwerdeführer mit Replik vom 5. Februar 2008 an seiner
Beschwerde festgehalten hat mit der Begründung, sein Gesundheits-
zustand habe sich im Jahre 2006 und 2007 erheblich verschlechtert,
dass der Beschwerdeführer zum Beweis je einen Bericht von Dr.
F._______, Psychiaterin, vom 22. Januar 2008 und von Dr. M._______,
Neurochirurg, vom 23. Januar 2008 hat einreichen lassen,
dass der von der Vorinstanz erneut konsultierte Dr. G._______ mit
Stellungnahme vom 11. März 2008 die Einholung eines orthopädi-
schen und psychiatrischen Gutachtens in der Schweiz empfohlen hat,
dass die Vorinstanz mit Duplik vom 26. März 2008 dieser Einschätzung
gefolgt ist und die Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung der
Sache im Sinne der erwähnten Stellungnahme an die Verwaltung be-
antragt hat,
dass der Beschwerdeführer mit Triplik vom 23. April 2008 hat mitteilen
lassen, er sei mit dem Antrag der Vorinstanz einverstanden,
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dass gegen die mit Verfügung vom 2. Mai 2008 bekannt gegebene Zu-
sammensetzung des Spruchkörpers keine Ausstandsbegehren einge-
gangen sind,
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Bundesgeset-
zes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (Verwal-
tungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d
VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959
über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) für die Behandlung
der vorliegenden Beschwerde zuständig ist,
dass der Beschwerdeführer im Sinn von Art. 48 Abs. 1 des Bundesge-
setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren
(VwVG, SR 172.021) und Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober
2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG,
SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,
dass die am 9. August 2007 der Post übergebene Beschwerde fristge-
recht und im Übrigen auch formgerecht eingereicht worden ist,
dass auch der verlangte Kostenvorschuss fristgerecht geleistet worden
ist, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist,
dass gemäss Art. 49 Bst. b VwVG die unrichtige oder unvollständige
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden kann,
dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der Akten keine Veran-
lassung hat, die Notwendigkeit weiterer sachverhaltlicher Abklärungen
im Sinn der ärztlichen Stellungnahme von Dr. Georges Gabris vom 11.
März 2008 anzuzweifeln,
dass somit der rechtserhebliche Sachverhalt unvollständig festgestellt
erscheint,
dass daher dem Antrag der Vorinstanz auf Gutheissung der Beschwer-
de und Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung des Sachver-
halts, insbesondere zur Einholung eines orthopädischen und psychiat-
rischen Gutachtens in der Schweiz, gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG
stattzugeben ist,
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dass dem obsiegenden Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG e contrario) und der einbezahlte
Kostenvorschuss zurückzuerstatten ist,
dass dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer gemäss Art. 7
Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR
173.320.2) eine Parteientschädigung zuzusprechen ist,
dass die Parteientschädigung für Beschwerdeverfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht die Kosten der Vertretung sowie allfällige weite-
re notwendige Auslagen der Partei umfasst, die Parteientschädigung
nach dem notwendigen Zeitaufwand des Vertreters oder der Vertreterin
zu bemessen ist und der Stundenansatz für Anwälte und Anwältinnen
mindestens 200 und höchstens 400 Franken (exkl. Mehrwertsteuer)
beträgt (Art. 64 VwVG in Verbindung mit Art. 7, Art. 9 und Art. 10
VGKE),
dass die Rechtsvertreterin sich nicht mit einem komplexen Fall zu be-
fassen hatte und dass der notwendige Zeitaufwand in Berücksichti-
gung der Tatsache, dass sie erst nach Einreichung der Beschwerde
mandatiert worden ist, beschränkt erscheint,
dass gemäss Art. 5 Bst. b des Bundesgesetzes vom 2. September
1999 über die Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuergesetz, MWSTG, SR
641.20) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 3 Bst. c MWSTG für Leistungen
von Anwälten, die im Ausland erbracht werden, keine Mehrwertsteuer
geschuldet ist und diese demzufolge nicht entschädigt wird (Art. 9 Abs.
1 Bst. c VGKE),
dass die Parteientschädigung inkl. Auslagen damit auf Fr. 1400.- fest-
zusetzen und diese von der Vorinstanz zu leisten ist.
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, und die Verfügung vom 9. Juli
2007 wird aufgehoben.
2.
Die Sache wird zur weiteren Abklärung des Sachverhalts im Sinne der
Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz
zurückgewiesen.
3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der einbezahlte Kosten-
vorschuss von Fr. 408.- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.
4.
Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung
von Fr. 1400.- zu bezahlen.
5.
Dieses Urteil geht an:
- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 625.66.323.155)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Die vorsitzende Richterin Die Gerichtsschreiberin:
Franziska Schneider Susanne Genner
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim
Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Vor-
aussetzungen der Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgeset-
zes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) erfüllt sind. Die Rechts-
schrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis-
mittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid
und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).
Versand:
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